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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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POLNISCHE PRESSESCHAU 163, 28.08.2021

Am Zaun von Präses Kaczynskis Haus hing ein großer Lappen. „Der Vorsitzende braucht Lumpen“ Robert Kowalski 23. August 2021

Die „Fliegende Brigade“ der Opposition und die „Schatten im Nebel“ begannen am Fuße der Treppe des Smolensk-Denkmals mit dem Zusammennähen eines riesigen Lappens von 6 mal 8 Metern.
Sie wurde von Frauen in rot-weißen Burkas, die weibliche Tugend stärken solle, genäht.

Es gab Witze darüber, ob es sich um eine Treppendecke oder ein Geschenk für Pawel Kukiz, der nun nach dem Zerfall der Vereingten Rechten, dem Präses Mehrheiten sichert, handelte, aber das Finale war anders.
Der Lappen wurde mit der Straßenbahn nach Zoliborz gebracht, direkt zum Haus von Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski, wo bereits 17 Polizisten auf sie warteten.
https://oko.press/wielka-szmata-zawisla-na-plocie-domu-prezesa-kaczynskiego-prezes-potrzebuje-szmat/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=news-cotygodniowy&utm_term=szesc-najnowszych&utm_source=Lista+Podstawowa&utm_campaign=cb6e440c15-NEWSLETTER_TYGODNIOWY&utm_medium=email&utm_term=0_3c81d4ef34-cb6e440c15-138552374

Kleinpolen hebt nicht die LGBT-Resolution von Juli 2019 studioopinii.pl 19.08. 2021

Sie begann mit den Worten: „Der Sejmik der Woiwodschaft Kleinpolen spricht sich entschieden gegen die in der Öffentlichkeit auftretenden Aktionen aus, die auf die Förderung der Ideologie der LGBT-Bewegung ausgerichtet sind, deren Ziele die durch internationale Rechtsakte garantierten Grundrechte und -freiheiten in Frage stellen. Die jüngsten Maßnahmen einiger Vertreter der lokalen und nationalen Politik zielen darauf ab, grundlegende Veränderungen im gesellschaftlichen Leben herbeizuführen”.

Nun haben sie Angst um Gelder der EU

Eine außerordentliche Sitzung der parlamentarischen Versammlung von Kleinpolen ist zu Ende gegangen, bei der es um die Möglichkeit ging, die sogenannte Anti-LGBT-Resolution aufzuheben. Die Ratsmitglieder haben es 2019 angenommen, aber nun scheint es, dass das Dokument dazu führen könnte, dass die von der Europäischen Kommission gezahlten Mittel eingefroren werden.

Bei der Abstimmung beschlossen die Abgeordneten, die Resolution nicht aufzuheben. Für die Aufhebung sprachen sich 15 Personen aus, 23 waren dagegen, niemand enthielt sich.

Unter anderem sprach Jan Duda, Vater des Präsidenten, während der Sitzung am Dienstag: „Was für Barbaren wollen uns Gelder wegnehmen, die einfach notwendig sind, damit unsere Familien in Wohlstand leben können. […] Was für ein Verbrechen hat der Sejmik der Woiwodschaft Kleinpolen am 29. April 2019 begangen, dass man uns jetzt die Verantwortung für die uns zustehenden Gelder überträgt, denn es handelt sich um Gelder, die uns zustehen, nicht um eine Art Almosen“, sagte der Vositzende. Er fügte hinzu: „Dies ist eine an Europa gerichtete Erklärung, denn wie wir alle wissen, sind die Traditionen der Toleranz in unserem Land seit sechs Jahrhunderten etabliert, während die Toleranz in den westeuropäischen Ländern eine Neuheit ist, die erst im 20. also sehr spät zum Tragen kam”.

Im Dunst des Atheismus der Vergangenheit studioopinii, 19.08. 2021

Jan Niecis?aw Baudouin ist ein Atheist, der in Polen geboren wurde, was so viel wie nirgendwo bedeutet, da er 1845 geboren wurde, als es auf der Landkarte kein Polen gab.

Der Klerus erhebt ständig Ansprüche auf Allwissenheit und Allmacht. Priester halten Vorträge über alles, ohne etwas zu wissen. Sie urteilen über alles, während sie vorgeben, sich in allen Fachgebieten auszukennen. Der Priester befiehlt nicht nur den Gemeindemitgliedern, sondern auch Gott selbst, indem er ihm befiehlt, sich in Oblate und Wein zu inkarnieren. Jeder von ihnen ist aufgrund seiner Weihe eine große Autorität, auch wenn seine Taten nach Verbrechen riechen und seine Dummheit den Himmel um Rache anfleht. Zu den vielen Beispielen für die Dummheit von Priestern gehörte auch der Bericht eines polnischen katholischen Priesters, der eine Pfarrei in Kasan unterhielt und den Gläubigen die vehement auf der Landkarte die Evolutionstheorie austreiben wollte, mit dem Finger auf die Figur Jesu am Kreuz zeigte: „Ist das ein gekreuzigter Affe?“. Die Gemeindemitglieder hatten die Nase voll von seinen unglaublichen Darbietungen (verbunden mit finanziellem Missbrauch) und baten die Behörden, ihn zu entfernen. Die Russen weigerten sich jedoch mit dem Argument, dass sie nirgendwo einen dümmeren katholischen Priester finden könnten. Es ist schwer zu sagen, welche dieser Sünden am häufigsten vorkommt. Die Machtgier und die Habsucht des Klerus, die Ignoranz und Dummheit der Priester oder vielleicht die Heuchelei, die der Gesellschaft von der Wiege an eingeimpft wird?

Über letztere schrieb Baudouin:

… dieser allmächtige Klerus, der die Erde und den Himmel beherrscht, praktiziert ganz offen Heuchelei […] Nach seinem eigenen Bild empfiehlt er seinen Schafen und Lämmern Heuchelei. Offen zu sein, sich nicht zu offenbaren, Frömmigkeit vorzutäuschen und, wenn nötig, an feierlichen offiziellen Zeremonien und Gottesdiensten teilzunehmen; und außerdem kann man glauben oder nicht glauben. Er verurteilt bereits Schulkinder zur Heuchelei, die von Ministern und Schulbehörden unterstützt wird.

Es geht um die Abschaffung von Menschenrechtsgarantien oko.Press 24.08. 2921

Die Regierung will die Gesetzlosigkeit an der Grenze zu Weißrussland per Gesetz sanktionieren. Es gibt einen Entwurf.

Die Grenzschutzbeamten müssen keine Anträge auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft annehmen, und die Entscheidung über die Ausweisung aus dem Land wird vom Kommandeur des Grenzschutzes getroffen, so sieht es ein Regierungsentwurf vor. „Die Idee ist, Menschen, die nicht sofort entfernt werden können, schnell und unauffällig zu entfernen“. – sagt OKO.press die Vorsitzende von SIP

Der Sejm erhielt heute einen Regierungsentwurf zur Änderung des Ausländergesetzes. Der Entwurf ist ein Versuch, die Maßnahmen zu legalisieren, die der Grenzschutz in den letzten zwei Wochen an der polnisch-weißrussischen Grenze gegen eine Gruppe von u.a. Afghanen und Irakern ergriffen hat.

Die Grenzwachen und die Soldaten und Polizisten, die sich ihnen angeschlossen haben, lassen die Ausländer nicht nach Polen einreisen, drängen sie nach Weißrussland und nehmen keine Anträge auf internationalen Schutz an. Daher kampieren derzeit mehr als 20 Personen auf einem schmalen Streifen Land zwischen den Reihen polnischer und weißrussischer Offiziere.

Katarzyna Slubik, Rechtsanwältin und Präsidentin der Vereinigung für juristische Intervention(SIP):

Den Initiatoren des Projekts geht es offensichtlich nicht darum, die Verfahren zu verbessern, sondern die letzten Garantien für die Achtung der Menschenrechte zu beseitigen, nämlich das Recht, einen Antrag auf Zuerkennung der Rechtsstellung als Flüchtling zu stellen und eben den Grundsatz der Nichtzurückweisung. Sie wollen nämlich schnell und unauffällig Menschen aus dem polnischen Hoheitsgebiet entfernen, die jetzt nicht entfernt werden können. In der Zwischenzeit sagt uns die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte eindeutig, dass wir, bevor wir eine Person aus unserem Hoheitsgebiet ausweisen, prüfen müssen, ob sie in dem Land, in das wir sie abschieben, nicht durch irgendetwas bedroht ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Ausweisung, eine Rückkehrverpflichtung oder eine „Grenzübertrittsanordnung“ handelt, wie der Verfasser der Stellungnahme meint.

Helfer werden nicht zu den eingekesselten Geflüchteten gelassen

Sie lassen sich mit Videokameras begleiten, um Zeugen zu haben

Im Grenzgebiet ist eine Gruppe von 30 zumeist Afganeninnen und Afganen in einem 10 m breiten Streifen „Niemansland“ von polnischen und weißrussischen Grenzern eingekeilt sind. „Diese Menschen wurden in Polen gefangen genommen, dann zur Grenze gebracht und gewaltsam, mit Kolbenstößen, auf die weißrussische Seite geschoben. Das ist eindeutig rechtswidrig“, sagt der linke Abgeordnete Maciej Konieczny in einem Interview mit Onet, der sich derzeit an der polnisch-weißrussischen Grenze aufhält, wo Flüchtlinge aus Afghanistan seit einigen Tagen kampieren. Helfer werden nicht zu ihnen gelassen, eine Ärztin vor Ort durfte auch nicht hin, ob wohl sie verzweifelt den Grenzen vorführte, welche Medikamente si? im Karton hat.. Sie vermeiden es zu essen und zu trinken, um nicht vor den Augen der Soldaten ihre Notdurft verrichten zu müssen.

Am 21. 8. war Piotr Ikonowicz vom Verein „Gesellschaftliche Gerechtigkeit“, ein in Polen bekannter Linker mit seiner Frau dort. Ein Versuch von Piotr Ikonowicz und Agata Nosal-Ikonowicz, zu intervenieren und Wasser zu spenden. Vergeblich. Die Wachleute argumentierten später, dass die Übergabe des Wassers illegal sei, da es sich um Schmuggel handeln würde. „Sie haben uns spöttisch direkt ins Gesicht gelacht!“

Weitere Politiker der Opposition bemühen sich an die Eingekesselten heran zu kommen, um ihnen zu helfen. Als ein Abgeordneter versuchte Schlafsäcke an die Geflüchteten zu bringen, höhnte die katholische Sonntagszeitung „Gosc Niedzielny” aus Katowice. Auch die PRL hätte seinerzeit an die Obdachlosen in den USA Schlafsäcke geschickt. Den Genossen ging es allein darum sich ins Licht zu setzen, denn die Obdachlosen der USA brauchten die polnischen Schlafsäcke nicht. Nun ist es offensichtlich so, dass ein Redakteur einer traditionellen katholischen Zeitung die Programme und Hasstiraden des Vorsitzenden der Regierungspartei kennt, aber offensichtlich nicht die Bibel. Dort sollte er mal zum Beispiel bei Lukas 10, 25-37 das Gleichnis vom Samariter durchlesen. Aber dort gibt es auch viele andere interessante Stellen, die er mal nachlesen sollte.


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