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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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POLNISCHE PRESSESCHAU 168, 18.12.2021

Diesmal keine FRÖHLICHE WEIHNACHTEN Przeglad, 20.12. 2021

Für den Kommentator dieser Zeitschrift gibt es keinen „Heiligen Abend“. Nachdem er zunächst auf einige beunruhigende Ungerechtigkeit weltweit hinweist – wie der, der Julian Assange angetan wird und das alles in aller Stille und diese Stille schließt auch Polen ein, weil an der polnisch-belorussischen Grenze der Tod Einzug gehalten hat.

„In dieser stillen Heiligen Nacht gibt es keine Geburt zu feiern, weil der Tod hat Einzug gehalten hat, der von der polnischen Regierung (die bis an die Schmerzgrenze ach so christlich ist) gut akzeptiert und gemeistert wurde. Unter den Toten – Ermordeten war auch Jesus, waren schwangere Frauen, Kinder und junge Männer. An der polnischen Grenze floss das Blut nur nicht in Strömen, weil der Frost das Blut eingefroren hat. Wir leben in einem Land, in dem die Menschen ein Herz aus Stein haben. Nun kein ‚schlaf Jesulein schlaf‘, kein traditionelles Gedeck am „Heiligen“ Abend für einen fremden Gast, wir sind uns selbst genug. Und auch keine guten Wünsche!“

Maciej Konieczny – Abgeordneter der linken Partei RAZEM am 15.12.2021

Heute Nacht ist die Polizei in die Basis des Klubs der Katholischen Intelligenz (KIK) nahe der belarussischen Grenze eingedrungen und hat eine Durchsuchung und Beschlagnahme durchgeführt.

Diese Razzia ist Teil einer Reihe von Repressionen der regierenden Rechten gegen Organisationen, die Flüchtlingen und Migranten helfen. Katholiken, die von den Justizbehörden unterdrückt werden, weil sie ihren Nachbarn helfen, verdienen unsere volle Solidarität und Unterstützung.

Freiwillige mit ganz unterschiedlichem Hintergrund helfen selbstlos Migranten, indem sie ihre Zeit, ihr Geld und ihre Fähigkeiten für Menschen in Not einsetzen. Sie entlasten die polnischen Behörden von ihren Aufgaben.

Hat ihnen jemand von der Regierung dafür gedankt? Nein, natürlich nicht. Stattdessen werden sie Opfer immer stärkerer Repressionen, sinnloser Verhaftungen und Durchsuchungen. Dies ist ein weiterer Versuch, Menschen einzuschüchtern, die an der Grenze Menschen in Not helfen.

Ich arbeite mit vielen Menschen und Organisationen zusammen, die an der Grenze tätig sind, und ich weiß, dass sie sich von Minister Wasik (Innen) und Minister Blaszczak (Verteidigung) nicht einschüchtern lassen werden, egal was diese tun.

Ich möchte allen Menschen und Organisationen danken, die an der Grenze Hilfe geleistet haben, und heute insbesondere KIK – dem Klub der Katholischen Intelligenz. Sie wissen, dass Sie immer auf meine Unterstützung und Hilfe zählen können.

Liebe auf Abruf konservatives Kirchenblatt Gosc Niedzielny, 09.12. 2021

Christliche Nächstenliebe ist nicht die gedankenlose Erfüllung der Wünsche aller Menschen in Sichtweite.

In der Moraltheologie gibt es die Kategorie des ordo caritatis – die Ordnung der Nächstenliebe. Es geht darum, Barmherzigkeit auf der Grundlage bestimmter rationaler Prämissen zu gewähren. Dieses Konzept wurde kürzlich im Zusammenhang mit der Migrationskrise an der Grenze angesprochen, was eine scharfe Reaktion aus linken Kreisen hervorrief. Das Portal OKO.press behauptet, dass der ordo caritatis nicht in den Evangelien vorkommt, sondern ein Element der Philosophie des heiligen Thomas von Aquin ist, und nun in der Praxis ein Deckmantel für den katholischen Egoismus ist. Ist es das wirklich?

Religionsführer appellieren an den Präsidenten Warszawa, 08. 11. 2021

Sehr geehrter Herr Präsident,

an den polnischen Grenzen leiden und sterben Menschen. Als Vertreter von drei Religionen, die sich auf Abraham berufen und Bürger Polens, können wir nicht damit einverstanden sein, dass vor unseren Augen sich solch eine Tragödie – eine humanitäre Katastrophe – abspielt. Anschließend zitieren sie ihre Heiligen Schriften…

Das was an der Grenze passiert verletzt drastisch das Menschliche und Göttliche Recht.

Anschließend bringen sie ihren Wusch zum Ausdruck sich mit dem Präsidenten zu treffen, um mit ihm zu erörtern wie sie dem Los dieser Menschen nahe sein können, um sie vor dem Tod zu bewahren und Solidarität als Mensch zu Mensch zu zeigen.

Unterschrieben haben je ein Vertreter der römisch – kath. Kirche, der evangelisch-Augsburger Kirche, der Oberste Rabbi und der muselmanische Mufti.

Eine Reaktion oder gar ein Treffen mit dem Präsidenten gab es bisher nicht.

PiS boxt im Sejm LEX TVN durch oko.press, 17.12. 2021

Es ist ein trauriges Kapitel in der polnischen Medienlandschaft, dass die Bürger einen amerikanischen Medienkonzern verteidigen, um noch mehr an Meinungsfreiheit zu verlieren.

Der Entwurf, der erstmalig über Nacht am 7. Juli 2021 erschien, ändert die Regeln für die Vergabe von Konzessionen und trifft einen Sender direkt: TVN. Es handelt sich um eine Änderung eines Artikels (35) des geltenden Rundfunkgesetzes. Wenn es in Kraft tritt, wird die Lizenz nur einem Unternehmen erteilt, an dem Unternehmen von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EU-Länder und Norwegen, Island, Liechtenstein) zu nicht mehr als 49 Prozent beteiligt sind. Nun lag er in der Schublade.

Die Abgeordneten des Kulturausschusses erhielten die Nachricht, dass sie sich um 13:00 Uhr mit einem Senatsbeschluss zur Ablehnung von Änderungen des Rundfunkgesetzes – des so genannte Lex TVN – Regelungen befassen sollen. Eine solche Sitzung war nicht im Plan. Es betrifft nur einen solchen Eigentümer – das amerikanische Unternehmen Discovery Inc., dem u. a. TVN und TVN24 gehören.

Trotz der Kritik des Bürgerbeauftragten, der US-Regierung und der Europäischen Kommission sowie von Organisationen, die sich für Meinungsfreiheit und Menschenrechte einsetzen, verabschiedete die Partei Recht und Gerechtigkeit schließlich das Gesetz.

Auf Grund dieses Verfahrens haben Abgeordnete der Opposition Klage bei der Staatsanwaltschaft des Bezirks eingereicht, weil sie darin eine Straftat im Zusammenhang mit des Umgehens von Grundsätzen der Verfahren im Parlament sehen.

Ärger mit den USA sind auch vorprogramiert.

Alicja Tysiac starb am 16. Dezember an Corona

Alicja hat Polen vor dem EuGH verklagt, sie hatte einen Kreis von Unterstützer/innen in Polen aber auch in Frankreich, sonst wäre es gar nicht möglich gewesen dies durchzusetzen. Leider hatte ich den Eindruck bei den Kontakten, die ich mit ihr hatte, dass ihr Unterstützung im Alltag fehlte, damit sie dies alles durchstehen konnte. Sie war durch diesen Schritt zu einer Öffentliche Person geworden und dem nicht gewachsen, denn ihr fehlte die Erfahrung und die Mittel damit umzugehen. Sie hatte drei Kinder, davon einen behinderten Sohn zu versorgen. Schließlich richteten sich die Repressalien nicht nur gegen sie, sondern ihre Kinder mussten es sich anhören, dass ihre Mutter eine „verhinderte Mörderin“ sei. Der betroffene Tochter Julia wurde ständig, besonders in der Grundschule im Religionsunterricht unter die Nase gehalten, dass ihre Mutter sie eigentlich umbringen wollte. Die Kirche verweigerte Julia die Erstkommunion und hat es sogar erreicht, dass die in Frankreich geplante Erstkommunion bei einem Priester der Unterstützerinnen verhindert wurde.

Wer war Alicja Tysiac, deren Name im ganzen Land bekannt war? Im Jahr 2000 sprach ganz Polen über den Kampf von Alicja Tysiac für das Recht auf legalen Schwangerschaftsabbruch. Als die Frau zum dritten Mal schwanger wurde, hatte sie bereits zwei Kinder. Bei beiden früheren Schwangerschaften kam es zu gesundheitlichen Komplikationen, so dass die Ärzte zweimal einen Kaiserschnitt vornehmen mussten. Alicja Tysiac litt unter ernsten Problemen ihrer Augen. Die Ärzte rieten ihr von einer weiteren Schwangerschaft ab, die ihre Gesundheit gefährden könnte – unter anderem drohte sie ihr Augenlicht zu verlieren. Alicja konnte jedoch nach den damals geltenden Rechtsvorschriften in Polen nicht vom Recht auf Schwangerschaftabbruch Gebrauch machen. Es gab kein Gremium, an das sie sich wenden konnte, als die Ärzte sie auflaufen ließen Im Jahr 2000 brachte Alicja Tysiac schließlich ihr drittes Kind – ihre Tochter Julia – zur Welt. Ihr Sehvermögen hat sich so stark verschlechtert, dass ihr der erste Grad der Behinderung zuerkannt wurde. Die Frau beschloss, für Gerechtigkeit zu kämpfen – sie zeigte den Fall bei der Staatsanwaltschaft an, die ihn jedoch abwies. Daher reichte Alicja Tysiac am 15. Januar 2003 eine Beschwerde gegen die Republik Polen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Jahre später sprach das Gericht ihr einen Schadensersatz in Höhe von 25 000 EUR aus Polen zu.

Damals verglich der Chefredakteur des Gosc Niedzielny die Richter am EuGH mit Nazichergen und Alicja wurde als verhinderte Mörderin bezeichnet. Der Chefredakteur wurde vom Gericht in Katowice wider Erwarten vieler Beobachter und des Verteidigers verurteilt.

Siehe auch: Fundamentale Katholiken und ihre Nächstenliebe“ in : sozonline.de Nr.12/09

Das Vierte Reich besucht die Vierte Republik onet.pl 11.12. 2021

Kaczy?ski lamentiert jetzt die ganze Zeit schon, dass Deutzschland dabei sei ein 4. Reich zu errichten, indem es die EU unter seine Vorherrschaft stellt und zu einem zentralistischen Staat macht.

Polen- zwischen den beiden Weltkriegen bestand in Polen die 2. Republik, jetzt ist es die 3. Republik. Die PiS nimmt für sich in Anspruch eine „besserer” 4. Republik zu schaffen.

Kommentiert ANDRZEJ STANKIEWICZ JOURNALIST von ONET

Das ist ja noch gar nicht so lange her. Vor einigen Tagen hat Jaros?aw Kaczy?ski auf einer Sitzung des Parlamentsklubs „Recht und Gerechtigkeit“ seine neue Vision der Geopolitik vorgestellt. Es ist keine Überraschung, dass Wladimir Putin die UdSSR wieder aufbaut. Die Überraschung besteht darin, dass die neue Regierungskoalition in Deutschland nach den Worten des Vorsitzenden ein Viertes Reich errichten will. Ja, ja, laut Kaczy?ski plant die deutsche Sozialdemokratie SPD zusammen mit der liberalen FDP und den linken Grünen den Aufbau eines neuen totalitären Regimes, das die Bezeichnung einer Fortsetzung von Hitlers Verbrecherstaat verdient. Es wird ein linkes Reich sein, das die Europäische Union föderalisiert und die Nationalstaaten schwächt. Sie wird die Familie bedrohen, die Kinder demoralisieren und die Kirche verfluchen – dies ist meine Interpretation, die jedoch auf einer Exegese des politischen Denkens des Vorsitzenden beruht.

Erschrocken von der Vision des Vierten Reiches musste ich jedoch mit Erstaunen feststellen, dass nur wenige Tage nach der dramatischen Ansprache des Vorsitzenden dessen Erbauer in Polen mit den höchsten Ehren empfangen wurden. Die neue deutsche Außenministerin war gerade vom Staatspräsidenten persönlich empfangen worden! Es geht nicht nur um das Missverhältnis in ihrem diplomatischen Rang – der Präsident empfängt nicht oft Außenminister. Es geht vor allem darum, dass Andrzej Duda Annalena Baerbock empfangen hat, obwohl er sich zuvor geweigert hatte, sich mit der scheidenden deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen, der die Partei Recht und Gerechtigkeit – bei allen Vorbehalten – nicht vorwarf, das Reich wieder aufzubauen. Aber morgen kommt der neue Führer, der linke Kanzler Olaf Scholz, nach Polen. Sicherlich wird Kaczy?ski die Gelegenheit nicht verpassen, die Kapitulation abzulehnen. Vorzugsweise auf dem roten Teppich.

Aktivisten „potenzielle Bedrohung“ beim 140. monatliches Smolensk Treff oko.press 11.12.2021

Viele Beobachter in Polen sprechen von einer „Smolensk Religion”, die große Teile der PiS pflegen und das Flugzeugunglück den Gegnern anlasten und die offiziellen Untersuchungen negieren, indem sie sich alternative Fakten schaffen. Dabei wurde seinerzeit jedoch auch bekannt, dass Jaros?aw in der letzten Minute mit seinem Bruder Lech telefoniert hat und viele gehen davon aus, dass er ihn anwies trotz der schlechten Sicht zu landen, um dies ja nicht in Moskau zu tun.

Aktivisten der Fliegenden Oppositionsbrigade -gekleidet in roter Montur,wurden auf dem Weg zu einer legal angemeldeten Demonstration angehalten und umzingelt. Eine zweite, kleinere Gruppe eroberte das Gebäude des Vesta-Tempels im Sächsischen Garten und erinnerte den Vorsitzenden Kaczynski von dort aus mit Hilfe eines Megafonan an all die traditionellen Fragen und Slogans, die während der Smolensker Monatstreffen skandiert wurden. Anti-Terroreinheiten mit Bergsteigerausrüstung, Beamte mit Hunden, Pyrotechniker und Scharfschützen wurden aufgefahren. Das Polizeiaufgebot war noch größer als sonst. Der Vorsitzende wurde von einem großen Teil der Regierungs- und PiS-Parlamentarier begleitet. Trotz der Übereifrigkeit der Polizei waren dieses Mal die Slogans nicht zu überhören: „Nagt Ihr Gewissen an Ihnen?“ „Warum haben Sie Ihren Bruder angewiesen zu landen?” Video:

https://oko.press/policja-wylapuje-na-ulicy-ludzi-ubranych-na-czerwono-bo-stanowia-potencjalne-zagrozenie-140-miesiecznica-smolenska/

Warum hat Kaczynski viele Unterstützer? Przeglad, 13. 12. 2021

Nach der Transformation rätselten die politischen Beobachter in Polen, ob ihre Landsleute mit dem Rosenkranz oder dem Geldbeutel in der Hand abstimmen werden. Kaczynski hat beide erreicht. Es sei daran erinnert, dass sich weder die neoliberale Bürger Plattform noch die linke SLD während ihrer Regierungszeiten um das Volk gekümmert haben. Schließlich haben diese der PiS zum Sieg verholfen.

PiS hat der Bevölkerung durch ihre Sozialpolitik gezeigt, dass sie ihr wichtig sind. Vor allen Dingen die Bevölkerung auf den Dörfern und kleinen Städten fühlte sich abgehängt. Dann kam Kaczynski und zeigte, dass sie nicht vergessen sind. Es gab 500+ und später hat er noch einmal drauf gelegt. Die Rentner bekamen eine 13. Rente – dafür die Lehrer und Pflegekräfte nicht die seit langem fällige Lohnerhöhung, schließlich sind es keine potentiellen PiS Wähler. Dazu kam dann noch die Ideologie, die sich im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt. Polen wird als eine Kraft mit einer starken Tradition, die es zu bewahren gilt, angemahnt. Daraus entwickelt sich auch ein Narrativ über all jene, die dies Polen nicht gönnen, wie z.B. die Deutschen, aber auch im Inneren gibt es Vaterlandsverräter, die es zu bekämpfen gilt. Kaczynski hat es vermocht beides zu vereinen, die religiöse Tradition und die sozialen Fragen. Dazu bedient er sich der Sprache, einer Sprache die sowohl polnische Tradition, Wirtschaft und Souveränität einschließt. Dem schwer arbeitendem Menschen in der Provinz bietet er eine erfolgreichen Staat an, der in der Lage ist für ihre Bedürfnisse zu sorgen und sich auch gegenüber Feinden durchzusetzen. So kommt es dann auch, dass immer neue Feinde gekürt werden. Der Konflikt an der Grenze zu Belarus ist ein Fluch für die Geflüchteten, aber ein Segen für Kaczy?ski und seine Partei „Recht und Gerechtigkeit”. Die ihm nach dem Munde reden werden nach Gutsherrenart belohnt. Da werden mit großen Aufwand Schecks an Kommunen überreicht, die ihn treu gewählt haben. Der Stadt Warschau werden Gelder entzogen, haben sie doch die Stirn gehabt nicht seinen Vertreter als Stadtoberhaupt zu wählen. „Radio Maryja“ eines seiner Propagandazentren wird mit Geldern überhäuft. Natürlich – die Kirchen sahnen auch ab wo sie nur können. Und fließt einmal das erwartete Geld nicht, so kommt ein Erzbischof zur Besinnung und ändert seine Gesinnung – und flugs gibt es Gelder für sein „historisches“ Vorhaben. Dafür kommt er auch gleich unter die Fittiche seiner Kumpanen und kein Römer kann ihm etwas antun.

Kaczy?ski Treffen mit LePen und anderen Ultrarechten in Warschau onet.pl 04.12. 2021

Die Vorsitzenden von 13 Mitte-Rechts-Parteien in der EU sind in Warschau zusammengekommen. „Es war eine sehr gute Diskussion. Ihre Überzeugung ist, dass die derzeitige Richtung der EU-Entwicklung der Entwicklung der Europäischen Union absolut nicht dienlich ist“, erklärte ein PiS Abgeordneter

„Wir müssen einen anderen Vorschlag für Europa ausarbeiten; wenn uns das gelingt, tun wir nicht nur etwas für unsere Formationen und unsere politische Richtung, sondern einfach für Europa und unsere Zivilisation“, betonte der PiS-Vorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident Jaros?aw Kaczynski am Samstag auf dem Warschauer Gipfel.

Dies Treffen fand statt, um die rechten Parteien in Europa zu stärken. Sie stehen nämlich heute vor neuen Herausforderungen, obwohl so neu seinen sie nicht, aber mit dieser Klarheit sind die Absichten der Deutschen bisher nicht benannt worden, wie jetzt durch die neue deutsche Regierung. Deswegen hält dieses Treffen er vor allem deshalb auch für notwendig, weil er Gefahren im Koalitionsvertrag der neuen deutschen Regierung sieht. Die würde ohne wenn und aber ganz offen davon sprechen, dass sie die EU zu einem Föderalen Staat machen will. Somit würde die Souveränität anderer Staaten leiden und Deutschland eine Vormachtstellung einnehmen. Deshalb ist es notwendig dem eine Konvention entgegen zu setzen.

Auf kritische Anfragen zu dem Treffen, antwortete ein Pressesprecher der PiS -Radoslaw Fogiel: „Marine LePen arbeitet im Gegensatz zu vielen Politikern der Europäischen Volkspartei oder der Europäischen Sozialdemokraten nicht für ein russisches Energieunternehmen“, betonte der Pressesprecher für Recht und Justiz auf die Frage nach den Sympathien der französischen Politikerin.

Dazu ist in studioopinii zu lesen:

Der Vorsitzende der Partei PiS ist dafür bekannt, dass er nur sehr wenig Erfahrung auf dem internationalen Parkett hat. Es ist sehr mühsam, Spuren seiner Teilnahme und Aktivitäten darauf zu finden. Er ist auch dafür bekannt, dass er keine Fremdsprache so gut beherrscht, dass er sich frei verständigen kann. Ich kann mich nicht erinnern, dass er irgendwo auf der Welt, in einem anderen Land, gewesen ist.

Und dann, bumm, kommen auf seine Einladung hin Vertreter von neun europäischen Ländern nach Warschau, darunter ein amtierender Ministerpräsident (natürlich Viktor Orban), die französische Präsidentschaftskandidatin Marine LePen und mehrere andere Politiker aus verschiedenen Ländern. Was sie gemeinsam haben, ist eine extrem populistische und nationalistische Vision von Europa. Einige dieser Gruppen beziehen sich offen auf den Faschismus, und alle stehen der Art und Weise und dem Kurs der Politik des russischen Präsidenten positiv gegenüber.

Das ganze Wochenende über war Warschau ein wichtiger Ort für die europäische Rechte, und hier verkündete Jaros?aw Kaczynski sein Programm zum Kampf gegen die deutsche Vorherrschaft und die moralische Korruption, die uns aus dem Westen droht.

Peinliche Psychopathen überschreibt ein Kommentator ein Foto. Auf dem sind Abgeordnete der PiS zu sehen, die für Corona-Impfung werben. Über ihnen prangert ein, der KZ Aufschrift nachempfundene, Losung : IMPFEN MACHT FREI

Hetzsender Radio Maryja 30. Geburtstag

Unerwartet, weil in einer Fremdsprache, eine Unterstützung für Kaczynski beim Jubiläum von Radio Maryja. Pater Rydzyk ermutigt die Menschen, Deutsch zu lernen, denn „man weiß nicht, was kommen wird, was sie planen“. „Wissen Sie, was das bedeutet? Nicht? Lernen Sie es schnell.“ – sagte der, überschwänglich von den Machthabern gelobte Redemptorist. Das Narrativ der Regierenden von einer „deutschen Bedrohung“ für die europäische Vision – also das Vierte Reich a lá Kaczynski hat Toru? erreicht.

„Es ist gut, dass wir solche Regierenden haben. Sie kümmern sich um Polen“, fügte er hinzu, und der Saal spendete ihm tosenden Beifall.

Hier konnte der Direktor des Medienimperiums „Radio Maryja” seinen Dank vor einem großen Publikum, auch vom Fernsehen übertragen, an die Regierung und besonders Kaczynski ausrichten. Und er hatte allen Grund dazu, fließen doch seitens der Regierung Gelder an seine Institutionen. Dazu hat die Regierung wiederum allen Grund. Seine Medien verbreiten Lügen und Hass ganz in ihrem Sinne der Ausgrenzung und der Schaffung von Feindbildern.

Treffen der Vorsitzenden der polnischen und deutschen Bischofskonferenzen

In ihrer Diskussion über die Herausforderungen, vor denen die Kirche sowohl in Polen als auch in Deutschland steht, betonten sie das schwindende Vertrauen der Gläubigen in die Vertreter der Kirchenhierarchie aufgrund der Fälle von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und deren Vertuschung in den letzten Jahrzehnten. Die Vorsitzenden beider Bischofskonferenzen erkannten an, dass nur durch eine ständige Klärung und Erneuerung des religiösen Lebens die Würde der Opfer wiederhergestellt und das verlorene Vertrauen zurückgewonnen werden kann.

In diesem Zusammenhang erläuterte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz den polnischen Gesprächspartnern die Prämissen des sogenannten Synodalen Weges, den die deutschen Bischöfe gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gewählt haben. Erzbischof Gadecki äußerte seinerseits die in Polen verbreitete Besorgnis über den deutschen Synodalprozess bei der Gestaltung der kirchlichen Strukturen und der Auslegung der Lehre. Bischof Bätzing erklärte seinerseits, dass der Synodalweg eine Antwort auf die neuen Herausforderungen geben will. „Ich verstehe aber die Bedenken, die anderswo aufkommen, aber wir haben in Deutschland die Pflicht, die aufgeworfenen theologischen Fragen aufzugreifen und sorgfältig zu diskutieren. Für mich steht fest: Die Kirche in

Deutschland ist Teil der Weltkirche und lebt und entwickelt sich nach deren Prinzipien“, betonte Bischof Bätzing.

https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/bischof-baetzing-trifft-vorsitzenden-und-weitere-vertreter-der-polnischen-bischofskonferenz.

Bischof Adrian Galbas zum Missbrauch „Koadiutor” für den Erzbischof in Katowice

„Die Kirche wird nicht glaubwürdig sein, wenn sie sich nicht einer vollständigen Selbstreinigung in Sachen Pädophilie unterzieht”. Nein, das ist kein Zitat von der Aktivistin Marta Lempart, sondern von Bischof Adrian Galbas, dem zukünftigen Metropoliten von Kattowitz.


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