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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 03/2022 |

‹Warum ich für Die LINKE kandidiere›

Aktivismus in den Landtag von NRW bringen
dokumentiert

Nicolin Gabrysch ist mit 45 Jahren Mutter zweier Kinder. Sie ist bei «Parents for Future» aktiv und sitzt für die «Klimafreunde» (Teil der bundesweiten «Klimalisten») im Kölner Stadtrat. Nun kandidiert sie auf Listenplatz 5 der Partei Die LINKE zu den Landtagswahlen in NRW.

Als Klimaaktivistin stehe ich auf der Seite derjenigen, die die völlig unzureichende Klimapolitik der etablierten Entscheidungsträger:innen und das kapitalistische, patriarchalische System in dem wir leben, hart kritisieren. Und das mache ich auch weiterhin, so oft und so laut ich kann, mit Megafon und Banner und klaren Forderungen für konsequenten Klimaschutz. Das mache ich auf Demonstrationen, Aktionstagen und anderen aktivistischen Formaten – und zusätzlich auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen in den politischen Gremien. Seit 2020 bin ich für die Kölner Klimaliste Klima Freunde im Kölner Stadtrat und in mehreren Ausschüssen, darunter dem Stadtentwicklungsausschuss und dem Ausschuss für Klima, Umwelt und Grün aktiv.
Die Arbeit in politischen Gremien ist eine sinnvolle Ergänzung zum außerparlamentarischen Aktivismus. Zahlreiche Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung sind im bundesweiten Netzwerk der Klima Listen kommunalpolitisch aktiv. Auf kommunaler Ebene funktioniert das über Wähler:innengruppen. Auf höheren Ebenen braucht es dafür eine Partei. Dafür wurde die Klimaliste Deutschland als Bundespartei ins Leben gerufen und bereits mehrere Landesverbände gegründet.
Eine gute Gelegenheit, um als Klimaaktivistin in der Politik die wissenschaftlichen Fakten und klimapolitischen Forderungen breitenwirksam in die Öffentlichkeit zu bringen, ist der Wahlkampf. Ursprünglich war geplant, dass ich als Spitzenkandidatin der Klima Liste NRW diese Gelegenheit nutze. Dann bot sich die Möglichkeit, stattdessen bei der LINKEN zu kandidieren. Die Klima Liste NRW hat nach sorgfältiger Abwägung basisdemokratisch entschieden, auf einen Listenantritt zu verzichten und stattdessen Die LINKE im NRW-Wahlkampf zu unterstützen. Ich ziehe jetzt auf Listenplatz 5 mit der LINKEN in den Wahlkampf – und bestenfalls im Sommer in den Landtag. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg mir derzeit die bestmögliche Chance bietet, die Forderungen der Klimabewegung in die Politik zu tragen. Und genau dafür kämpfe ich.

Keine Zeit verlieren
Wir rasen ungebremst in die Klimakatastrophe. Mittlerweile sind die Konsequenzen der Klimaerhitzung längst vor unserer eigenen Haustür sichtbar und spürbar. Die ersten Klimakipppunkte sind überschritten. Wir befinden uns mitten im sechsten großen Artensterben. Am Ende der Kette steht der Mensch. Die Fakten sind bekannt und wissenschaftlich hinlänglich fundiert.
Die Lösungsansätze liegen auf dem Tisch, die technischen und finanziellen Mittel sind vorhanden. Aber den etablierten Parteien fehlt der Mut, die Fakten auszusprechen und das Nötige zu tun. Die etablierten Parteien halten lieber am bestehenden System fest. Und selbst die Grünen versuchen immer noch, unser Wirtschaftssystem grün anzumalen, leider auch ein großer Teil der LINKEN. Aber grünen Kapitalismus gibt es nicht.
Profitstreben, Wachstumszwang und Konsumwahnsinn führen uns unweigerlich immer tiefer in die Katastrophe. Die Klima Liste, aber auch ich ganz persönlich, stehen für soziale Politik, die grüner ist als die Politik der Grünen und sich mit den eigentlichen Ursachen der ökologischen Krise auseinandersetzt.
Wir brauchen die ökologisch-soziale Transformation, sofort und umfassend. Wir müssen an allen Stellschrauben gleichzeitig drehen, und zwar schnell. Wir brauchen ein Umdenken in allen Köpfen, einen gesamtgesellschaftlichen Wertewandel. Wir brauchen Solidarität und Gemeinwohlorientierung. Die Folgekosten des Klimawandels müssen konsequent eingepreist werden. Wir brauchen Umverteilung, Ressourceneffizienz und Klimagerechtigkeit. Die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur muss aufhören. Wir brauchen konsequenten, sozialgerechten und generationengerechten Klimaschutz.
Für NRW bedeutet das den sofortigen Kohleausstieg. Die vom Tagebau bedrohten Dörfer müssen bleiben, allen voran Lützerath. RWE und andere große privatwirtschaftliche Konzerne müssen vergesellschaftet werden. Der Ausbau von Gasinfrastruktur muss verhindert werden. Klimaschädliche Subventionen müssen umgehend eingestellt werden.
Stattdessen brauchen wir Investitionen in den massiven Ausbau von Erneuerbaren Energien, die Ansiedlung und Förderung von nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Unternehmen im Rheinischen Revier sowie eine starke Ausbildungs- und Umschulungsoffensive in zukunftsorientierte Berufe wie zum Beispiel Solateur:innen.
Lasst uns zusammen für sozialgerechten Klimaschutz kämpfen!
#NoPlanetB


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