Klima und Rechte
von Heiko Koch
Sam Moore, Alex Robert: Außen grün, innen braun. Wie Rechtsextreme Klimakrise und Naturschutz für ihre Zwecke benutzen. München: Oekom, 2022. 208 S., 22 Euro
Der englische Originaltitel des Buches lautet The rise of Ecofascism. Climate change and the far right. Er wäre der Übersetzung dieser brisanten und hochaktuellen Veröffentlichung gerechter geworden. Zu besetzt sind diese politischen Farbkodierungen in Deutschland mit Parteien. Hier aber geht es um Ideen- und Organisationsgeschichte der Rechten im allgemeinen.
Die englischen Wissenschaftler und Antifaschisten Moore und Roberts beleuchten in diesem rund 200seitigen Werk Ideengeschichte, Netzwerke und Akteure der extremen Rechten in der Historie der Ökologiebewegung. Dabei gehen sie besonders auf die Entwicklungen der letzten Jahre ein und zeigen auf, wie die Klimakrise dazu geführt hat, dass sich nun ein weit größeres Spektrum aus der extremen Rechten des Themas Ökologie annimmt und beginnt, auf die drängenden ökologischen Fragen der Zeit eine reaktionäre, rassistische Antwort zu geben.
Wer glaubt, die Ökologiebewegung sei per se eine sozial gerechte, emanzipatorische und solidarische Bewegung, sollte sich tunlichst dieses Buch zulegen und sich über die Einflüsse der extremen Rechten in diesem politischen Feld informieren. Allzu verlockend, da kompatibel, erscheinen die Lösungen der extremen Rechten zum Klimawandel für kapitalistische Regierungen, neoliberale Ökonomien und das rohe Bürgertum. Sie laufen auf Rassismus, Ausbeutung und Diktatur hinaus.
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