Hintergrund zum Aufruf #Zero CoVid
Der Aufruf #Zero Covid, der zur Zeit eine erfreulich breite Zustimmung und öffentlichen Aufmerksamkeit genießt, lehnt sich an einen Aufruf von europäischen Naturwissenschaftler an, der am 22.12.2020 unter der Überschrift "Contain CoVid-19 – A joint statement of scientists from all across Europe" veröffentlicht wurde. Über 300 Wissenschaftler haben ihn unterzeichnet, darunter auch Christian Drosten und Lothar Wieler (RKI).
Michael Meyer-Herrmann von der Helmholtz-Gesellschaft hat in Artikeln und Interviews in der Zeit die Forderung aus unserer Sicht sehr stichhaltig begründet.
#Zero CoVid – Für einen solidarischen europäischen Shutdown – ein Aufruf
Am 14. Januar hat ein Netzwerk #ZeroCovid aus Angestellten aus dem Gesundheitswesen, bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Gewerkschafter:innen, Aktivist:innen von sozialen Bewegungen, solidarischen Einrichtungen und politischen Organisationen einen Aufruf in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestartet. Dieser fordert eine solidarische und radikale Eindämmung der Pandemie, die nicht auf Kosten der Lohnabhängigen geht, bis alle Infektionen nachzuvollziehen sind. Der Aufruf rückt die Perspektive auf Zero CoVid ins Zentrum der Debatte. Er schließt an einen Aufruf von NaturwissenschaftlerInnen mit ähnlicher Stoßrichtung an. UnterzeichnerInnen sind willkommen.
Die Pandemie solidarisch europaweit eindämmen.
Zwölf Thesen von Verena Kreilinger, Winfried Wolf und Christian Zeller
1 Außer Kontrolle
Anfang 2021, ein gutes Jahr nach derersten Identifizierung des Sars-CoV-2 Virus, ist die Epidemie in großen Teilen der Welt, so insbesondere in den USA, in Lateinamerika und in Europa, mit der zweiten Welle weitgehend außer Kontrolle geraten. Obwohl inzwischen Massenimpfungen begonnen haben, steigt die Zahl der Menschen, die mit einer Corona-Virus-Infektion sterben, dramatisch an. Die Mutationen des Virus häufen sich. Die Virusvariante B117 weist eine wesentlich höhere Übertragbarkeit auf und vermehrt sich rasend schnell. Im Februar 2021, ein Jahr, nachdem die Epidemie im Westen ankam, wird die Zahl von 2,2 Millionen Corona-Toten erreicht sein.
Ein Kommentar: Das Bevölkerungsschutzgesetz
Einige Anmerkungen
von Wolfgang Heiermann
Rufen wir uns noch mal die Maßnahmen der Regierung in Erinnerung:
Nicht auf die Neu-Infektionen starren
Kritik an Corona-Maßnahmen aus einer solidarischen Perspektive
von Christian Haasen*
Gleich vorweg: Nein – dies wird keine Kritik an der Maske, denn die Maske ist ein Symbol für Solidarität. Wer eine Maske trägt, verhält sich solidarisch gegenüber den Schwächeren in der Gesellschaft, die an einer Corona-Infektion leiden (und ggf. sterben) könnten. Aber wenn wir Solidarität in den Mittelpunkt setzen, wenn wir eine solidarische Gesellschaft anstreben, dann müssen die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie (allg. Corona-Maßnahmen genannt) grundsätzlich anders ausgerichtet und die Kriterien für die Verschärfung der Maßnahmen anders gewählt werden.
COVID-19 in Afrika
Ruhe vor dem Sturm oder Fehleinschätzung des Ausmaßes der Pandemie?
von Christian Haasen
Der erste Corona-Fall auf dem afrikanischen Kontinent wurde Mitte Februar registriert, bis Mitte Mai waren dann in jedem afrikanischen Staat Fälle verzeichnet worden. Am 12.April postete Melinda Gates, mit ihrem Mann Bill philanthropisch in Afrika unterwegs, dass die COVID-19 Pandemie in Afrika ein tragisches Ausmaß annehmen würde: „it will make Africa have dead bodies lying on the streets“.
Wozu brauchen wir die Corona-App?
Und wie handhaben es Frankreich & Co.
von Angela Klein
Alle sind voll des Lobes, selbst eingefleischte Kritiker des Überwachungsstaats wissen wenig an der Corona-App auszusetzen: bedienungsfreundlich sei sie, wahrt die Anonymität, die Nutzung ist freiwillig (zumindest vorerst), die Daten werden nicht zentral gespeichert und nach 14 Tagen gelöscht. Alles paletti?
Seuchen und Kolonialismus
Made in China?
„The Chinese Virus“ nennt Donald Trump SARS CoV2 in seiner unnachahmlichen Präpotenz. Wie im Mittelalter sucht er den Feind nicht in der Krankheit, sondern in dem, den er zum Sündenbock erklärt. <I>Der Spiegel<I> hat es ihm nachgemacht mit einer Titelseite der Ausgabe 6/20, auf der ein in rotes Tuch vor gelbem Grund eingehüllter Mann mit Gasmaske zu sehen ist, darunter der Titel: „Made in China“.
Das abschreckende Beispiel der Lombardei
Öffentlich-Privat (ÖPP) im Gesundheitssystem
Ein Interview mit Vittorio Agnoletto
Vittorio Agnoletto war das Gesicht der italienischen globalisierungskritischen Bewegung Anfang des Jahrtausends und der Massenproteste gegen den G20-Gipfel in Genua im Mai 2001, gegen die die Regierung Berlusconi ein regelrechtes Massaker inszenierte.
Agnoletto ist Arbeitsmediziner und Dozent an der Università degli studi in Mailand mit dem Schwerpunkt Globalisierung und Gesundheitspolitik. Er ist seit langem im Kampf gegen AIDS engagiert und Mitbegründer der Italienischen Liga für den Kampf gegen AIDS (Lila).
Das nachstehende Interview mit ihm, das wir gekürzt wiedergeben, führte Sara Zanisi am 16.Mai 2020 für die Onlinezeitung Officina Primo Maggio. Darin skizziert Agnoletto die Probleme, die im Zusammenhang mit Covid-19 in der Lombardei aufgetreten sind, ihre Ursachen und die Gesundheitspolitik in Italien in den letzten Jahrzehnten.
Wie Seuchen entstehen
Der evolutionäre Dampfkochtopf hinter der kapitalistischen Urbanisierung
vom chinesischen Autor*innenkollektiv
Die Pandemie, die das Virus SARS-CoV-2 derzeit verursacht, ist wie seine Vorläufer SARS-CoV, die Vogelgrippe und die Schweinegrippe an der Schnittstelle von Ökonomie und Epidemiologie entstanden.
Was ist kapitalistisch an Corona?
Kapitalismus und Landwirtschaft – im Zentrum und an der Peripherie
vom chinesischen Autor*innenkollektiv
Seuchen sind in hohem Grad eine Folge der kapitalistischen Industrialisierung und gleichzeitig ihre Vorboten.
Pocken und andere Viruskrankheiten wurden auch schon in vorkapitalistischer Zeit durch Handelsnetze und die frühe Urbanisierung in Asien und Europa virulent.
Alte und neue Epidemien
Was braucht es, um Seuchen zu besiegen?
von Angela Klein
Um die Corona-Pandemie richtig einordnen zu können, hilft ein Blick in die Vergangenheit.
„Die Sorgearbeit muss im Mittelpunkt stehen“
Thesen zu einer ökosozialistischen Perspektive
von Milo Probst
Vortrag auf der Ökosozialistischen Konferenz der ISO am 10.Mai 2020
Die Krankenhäuser in der Corona-Krise
Erste Abkehr von der neoliberalen Politik
von Kalle Kunkel
Dieser Vortrag wurde auf der Ökosozialistischen Konferenz der ISO am 10.Mai gehalten.
Covid-19 und die Kreisläufe des Kapitals
von Rob Wallace, Alex Liebman, Luis Fernando Chaves, Rodrick Wallace*
Covid-19, die Krankheit die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird, dem zweiten Virus, das für eine schwere akute Atemwegserkrankung verantwortlich ist, ist jetzt offiziell eine Pandemie.
Warum haben wir weniger Todesfälle?
Gesucht: das Gesundheitssystem, das Pandemien gut bewältigen kann
von Angela Klein
Italien, Spanien, Großbritannien, die USA – alle diese Länder haben weitaus mehr Corona-Tote zu beklagen als Deutschland. Jeder fragt sich warum. Ein Artikel von Ute Eppinger auf dem Online-Medizin-Portal Medscape* gibt darauf drei Antworten.
Gesundheit ist keine Ware
Jetzt ist die Zeit, das Gesundheitssystem aus dem Markt zu nehmen
von Angela Klein
Die Bundestagsdrucksache 17/12051* vom 3.1.2013 enthält zwei Risikoanalysen: eine zu Hochwasser und eine zu Seuchen. Sie wurden in Auftrag gegeben unter dem Eindruck der Zunahme der Epidemien und der Hochwasser in den 2000er Jahren. Die Risikoanalyse «Pandemie durch Virus Modi-SARS» wurde unter fachlicher Federführung des Robert-Koch-Instituts und Mitwirkung weiterer Bundesbehörden durchgeführt.