Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil IX)

Neokolonialismus: Surplusprofite statt Souveränität
von Ingo Schmidt

Die marxistischen Imperialismustheorien haben klargemacht, weshalb sich die kapitalistische Produktionsweise über die ganze Welt ausbreiten, Produktivkräfte, Macht und Einkommen dabei aber ungleich zwischen imperialen Zentren und kolonialen Peripherien verteilen musste.
Politische Unabhängigkeit der Kolonien galt daher als erster Schritt zur Überwindung der aufgezwungenen Unterentwicklung. Die Sowjetunion, aus dem »peripheren Imperium« des Zarenreichs hervorgegangen, wurde zum Beleg, dass ein vorwiegend agrarisches und vom Weltmarkt ausgeschlossenes Land industrialisiert werden kann.

Zur Person 1. März 2026

Hermann Dworczak (1948–2026)

Kämpfer zwischen den Welten
von Leo Gabriel

Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Energie und Strahlkraft für die sozialen und politischen Bewegungen unverzichtbar sind; Menschen, denen ihre Überzeugung wichtiger sind als kurzfristige Erfolgserlebnisse und die dadurch wertvolle Bindeglieder zwischen den Organisationen innerhalb des weitverzweigten Spektrums der Linken sind; egal ob in Österreich, auf europäischer oder auf internationaler Ebene.

Zur Person 1. März 2026

Elfriede Müller (1957–2026)

Erinnerung an eine unermüdliche Kämpferin
von Friedrich Dorn

»Elfriede Müller war leidenschaftliche politische Denkerin, Aktivistin, Internationalistin und sie war eine streitbare Gefährtin und innige Freundin. Mit ihrem Charme hat sie so viele zusammengebracht. Elfi hat gegen den Krebs und für eine gerechtere Gesellschaft gekämpft bis zum Schluss.«

Buch 1. März 2026

Geächtet und gebannt

Wie die EU Menschen ohne Anklage ihrer Rechte beraubt
von Peter Nowak

Hannes Hofbauer: Aller Rechte beraubt. Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat. Promedia: Wien, 2026. 224 S., 22 Euro

Die EU, die sich gerne als Hort der demokratischen Werte feiern lässt, greift zu Instrumenten, die die Fundamente des Rechtsstaats aushebeln. Das beschreibt der Historiker und Publizist Hannes Hofbauer in seinem Buch Aller Rechte beraubt sehr gut.

Geschichte 1. März 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 12

Die Bauernrepublik
von Angela Klein

Die politisch fortgeschrittenste Bewegung spielte sich wohl in Tirol ab. Hier entzündete sich Anfang Mai 1525 ein erster Funke im Bistum Brixen.
Am Eingang zum Pustertal, lag die Bischofsstadt an der wichtigsten Handelsstraße nach Italien und war reich durch verschiedene Zolleinnahmen und durch Silberbergwerke.

Zur Person 1. März 2026

Muhammad Ali zum 10.Todestag

Schweben wie ein Schmetterling
von Kai Böhne

Wir schreiben Freitag, den 19.Juli 1996: Im Centennial Olympic Stadium der US-amerikanischen Stadt Atlanta läuft die Eröffnungsfeier für die Olympischen Sommerspiele. Nachdem Janet Evans, Schwimmerin und vierfache Goldmedaillengewinnerin, ihre Stadionrunde beendet hat, übergibt sie die Fackel vor einer langen Rampe an die Boxlegende Muhammad Ali (1942–2016). Dem unter einer Parkinson-Erkrankung leidenden Ausnahmesportler kommt die Ehre zu, das Olympische Feuer zu entzünden.

Geschichte 1. März 2026

Trotzkisten im Zweiten Weltkrieg

Ein internationalistischer Ansatz trotz Besatzung und Krieg
von Reiner Tosstorff

Über den Widerstand gegen die Nazis im Krieg gibt es immer noch Neues zu berichten. Vor sechs Jahren veröffentlichte ­Wladek Flakin im Schmetterling-Verlag ein Buch über den deutschen Trotzkisten Martin Monath, Arbeiter und Soldat. Ein Berliner Jude unter Wehrmachtssoldaten.

Buch 1. Februar 2026

Brüder im Geiste

Zionismus und völkischer Nationalismus
von Arn Strohmeyer

Clemens Messerschmid: Die deutschen Wurzeln des Zionismus. Zur Entwicklung des Siedlerkolonialismus in Palästina. Mit einem Beitrag von Helga Baumgarten. Heidelberg: Palmyra Verlag, 2025. 112 S., 18 Euro

Wie der Zionismus aus dem Vorbild des deutsch-völkischen Nationalismus entstand und die Palästinenser dabei auf der Strecke blieben

Buch 1. Februar 2026

Was heißt ›ökologisches Verständnis‹?

Eine Betrachtung aus der Sicht indigener Völker
von Angela Klein

Robin Wall Kimmerer: Geflochtenes Süßgras. Die Weisheit der Pflanzen. Berlin: Aufbau, 11.Auflage, 2025. 464 S., 28 Euro

Das ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Buch. Es vermittelt dem Menschen der Industriegesellschaft einen lebendigen Eindruck von dem, was ein ökologischer Ansatz ist – nicht mehr und nicht weniger nämlich, als die Aufhebung der Entfremdung des Menschen von der Natur. Ökologie ist die Lehre vom Haushalt der gesamten belebten wie unbelebten Natur, den Menschen eingeschlossen.

Buch 1. Februar 2026

Einspruch gegen Kriegsfähigkeit

Ein Handbuch zur Erinnerung
von Peter Nowak

Die große Militarisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit. Hrsg. AK Militarismus. Köln: Papyrossa, 2025. 207 S., 16,90 Euro

Buch 1. Februar 2026

Fortschritt als Fehlschritt

Ein Plädoyer wider die Hoffnungslosigkeit
von Angela Klein

Annette Schlemm: Fortschritt als Fehlschritt? Eine rettende Kritik. Stuttgart: Schmetterling, 2025. 206 S., 15 Euro

Eine Dialektik von Schöpfung und Zerstörung sieht Marx am Werk, wenn er im Kapital Fortschritt unter kapitalistischen Produktionsbedingungen beschreibt: »Jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebene Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen dieser Fruchtbarkeit.«

Buch 1. Februar 2026

Denkmal für Sozialhilfeempfänger:innen

Ein literarischer Apell
von Gerhard Klas

Sandra Weihs: Bemühungspflicht. Frankfurt/M.: FVA, 2025. 248 S., 24 Euro

Die österreichische Schriftstellerin Sandra Weihs hat Sozialhilfeempfänger:innen ein literarisches Denkmal gesetzt und einen packenden Roman geschrieben.