Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Geschichte 30. April 2026

UN-Resolution gegen Sklaverei

Die Kolonialmächte müssen zahlen
von Angela Klein

Am 25.März 1807 wurde der Sklavenhandel in Großbritannien verboten – 400 Jahre nach Beginn des transatlantischen Sklavenhandels; in den USA wurde er für alle Bundesstaaten erst 1865 untersagt. Im Jahr 2007 beschloss die UN-Vollversammlung, den 25.März zum Gedenktag für die Opfer der Sklaverei auszurufen.

Zur Person 30. April 2026

Jürgen Habermas – eine Würdigung

Die Entzauberung rätselhafter Institutionen
von Helmut Dahmer

Mit Jürgen Habermas ist am 14.März der prominenteste noch lebende Vertreter der Frankfurter Schule gestorben. Er hat ihren kritisch-marxistischen Ansatz weiter entwickelt und sich regelmäßig in die großen politischen Debatten eingemischt – von der Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre über den Historikerstreit bis hin zur Verteidigung einer republikanischen politischen Identität.
Eine Würdigung von Helmut Dahmer.

Buch 30. April 2026

Die Känguru-Rebellion

Das Känguru kehrt zurück
von Marina Hoffmann

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion. Berlin: Ullstein, 2026. 288 S., 14,99 Euro

Wer noch nie etwas von Marc-Uwe Kling gehört hat, geht wohl selten in die Buchhandlung und noch seltener ins Internet.
Der erfolgreiche Bestsellerautor beginnt seine Karriere auf den Lesebühnen Berlins. Für die 2005 selbst gegründete Lese-Düne schreibt er einen Text, in dem ein kommunistisches Känguru vorkommt, das beim anarchistischen Autor einzieht.

Buch 30. April 2026

Freiheit im Blut

Zwangsverheiratung, Widerstand und die brutalen Verbrechen des ›Islamischen Staats‹
von Florian Osuch

Kudret Günes, Christopher Girard: Freiheit im Blut. Wien: Bahoe Books, 2026. 160 S., 28 Euro

Die im Frühjahr 2026 auf deutsch erschienene Graphic Novel Freiheit im Blut erzählt die erschütternde, traumatisierende Realität von Unterdrückung, Krieg und Verachtung (junger) Frauen durch fundamentalistische Islamisten.

Geschichte 30. April 2026

Niederlagen eingestehen

Eine Antwort auf Bernd Gehrke in SoZ 4/2026
von Klaus Dallmer

Bernd Gehrke umschifft mit seiner Kritik an meiner Stellungnahme in SoZ 2/2026 den Kern des Problems. Wir kennen uns ja und er weiß genau, dass ich dieselbe Auffassung von Sozialismus vertrete wie er: Es muss die Arbeiterklasse selbst sein, die herrscht. Unsere Differenz beginnt woanders.

Zur Person 30. April 2026

Brigitte Kiechle 1951–2026

Nachruf
dokumentiert

›Man muss so handeln als ob es möglich ­wäre, die Welt radikal zu verändern‹ (Angela Davis)

Zeit ihres Lebens hat unsere Freundin und Genossin Brigitte politisch gekämpft. Trotz oder gerade wegen ihres unmissverständlichen Idealismus war sie auch bei politischen Gegner:innen respektiert und angesehen, bei den Klassenfeinden gefürchtet. Egal ob auf der Straße, auf Podien, in Gerichtssälen oder an Küchentischen – Brigitte hat uns alle beeindruckt und geprägt.

Buch 30. April 2026

Weltordnung im Umbruch

Für eine neue Entspannungspolitik
von Peter Nowak

Michael Brie, Erhard Crome, Frank Deppe, Peter Wahl: Weltordnung im Umbruch. Krieg und Frieden in einer multipolaren Welt. Köln: Papyrossa, 2025. 171 S., 14,90 Euro

Der Verlauf des Krieg der USA und Israels gegen den Iran zeigt, dass die von den USA und Europa dominierte Weltordnung der Vergangenheit angehört. Länder wie China und Indien gewinnen an Einfluss. Das Schlagwort von der multipolaren Welt, die keinen eindeutigen Hegemon mehr kennt, gewinnt an Bedeutung.

Buch 30. April 2026

Die Randglossen zum Zeitgeschehen

Stolpersteine
von Angela Klein

Dieter Braeg: Randglossen zum ­Zeitgeschehen. Berlin: Die Buchmacherei, 2025. 135 S., 18 Euro

Die Randglossen zum Zeitgeschehen sind eine Reihe von Beiträgen, die Dieter Braeg im Zeitraum 2019–2025 in der Zeitschrift Ossietzky veröffentlicht hat. Warum in die Auswahl nicht auch Beiträge aufgenommen wurden, die er für die SoZ geschrieben hat, ist unverständlich – immerhin finden sich auf deren Webseite www.sozonline.de allein für die Jahre 2010–2024 87 Beiträge von ihm.

Film 30. April 2026

Zur Diagonale 2026 in Graz

Fahle Bilder der Unausweichlichkeit
von Kurt Hofmann

Einmal mehr bot das Festival des österreichischen Films den Cinephilen ein vielfältiges und spannendes Programm. Ab der nächsten Saison ist mit Einsparungen durch die Förderer zu rechnen, trotz aller Lippenbekenntnisse ist der Stellenwert der Kultur längst nicht so hoch wie in Sonntagsreden beschworen. Bloß an den »richtigen Stellen« sparen – bei manchen Sozialausgaben und vor allem bei den Asylwerbenden hat es schon angefangen und in Landesregierungen mit FPÖ-Beteiligung stehen viele kleine Kulturinitiativen schon jetzt vor dem Aus. Der Bund zögert in Sachen Kürzungen in manchen Bereichen (noch), macht vage Versprechungen in Sachen Alternativen, aber auch die Diagonale muss sich wohl auf kalte Zeiten vorbereiten.

Geschichte 30. April 2026

Leuchtturm Saxby

Mehr als eine Navigationshilfe
von Kai Böhne

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde Gusseisen zunehmend für große Bauwerke verwendet, für Brücken, Viadukte und auch für Leuchttürme. So wurde 1871 auf der estnischen Insel Vormsi der gusseiserne Leuchtturm Saxby errichtet. Ein erstes Leuchtfeuer stand dort bereits seit 1864, doch Stürme und zunehmender Schiffsverkehr erforderten ein leistungsstärkeres Schifffahrtszeichen.

Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil X)

Neoliberalismus: Markt gegen Sozialismus
von Ingo Schmidt

Nach dem Zweiten Weltkrieg war in konservativ-liberalen Kreisen die Ansicht verbreitet, der Marsch in den Sozialismus lasse sich vielleicht verlangsamen, aber nicht aufhalten. Der Sozialismus war, obwohl gespalten in Kommunisten im Osten, Sozialdemokraten im Westen und nationale Befreiungsbewegungen im Süden, zu einer realen Kraft geworden.

Buch 1. April 2026

Tod einer Weltordnung

Der freie Markt ist nicht frei für alle
von Marina Hoffmann

Patrick Kaczmarczyk: Zerfall der Weltordnung. Die Ignoranz des Westens und der Aufstand des globalen ­Südens. Neu-Isenburg: Westend, 2026. 224 S., 24 Euro

Am Ende des Zweiten Weltkriegs etablierten die Alliierten die aktuelle Weltordnung, nachdem die harten Auflagen des Versailler Vertrags und die Weltwirtschaftskrise zum Aufstieg des Faschismus in Deutschland und damit zum Krieg und dem Tod von über 60 Millionen Menschen geführt hatte.