Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil X)
Neoliberalismus: Markt gegen Sozialismus
von Ingo Schmidt
Nach dem Zweiten Weltkrieg war in konservativ-liberalen Kreisen die Ansicht verbreitet, der Marsch in den Sozialismus lasse sich vielleicht verlangsamen, aber nicht aufhalten. Der Sozialismus war, obwohl gespalten in Kommunisten im Osten, Sozialdemokraten im Westen und nationale Befreiungsbewegungen im Süden, zu einer realen Kraft geworden.
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 13
…die Enkel fechten’s besser aus
von Angela Klein
Im Vorwort zu seiner Arbeit über den »deutschen Bauernkrieg« hebt Friedrich Engels die Leistungen hervor, die die »Bauern und Plebejer« damals erbracht haben: dass sie »mit Ideen und Plänen schwanger gingen, vor denen ihre Nachkommen oft genug zurückschaudern«.
Einige dieser Pläne haben wir im Rahmen dieser Serie vorgestellt, andere wären noch zu nennen. Manche, die besonders weit vorgriffen in der gedanklichen Umgestaltung der Gesellschaft, waren das Werk einzelner Bauernführer, die ihre Vorstellungen zwar zu Papier brachten, aber den Bauernversammlungen gar nicht zur Annahme als Programm vorlegten, ganz zu schweigen von den kommunistischen Vorstellungen eines Thomas Müntzer, der jedoch in der Tradition der mittelalterlichen Ketzerbewegung steht und insofern aus der Reihe fällt.
Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil IX)
Neokolonialismus: Surplusprofite statt Souveränität
von Ingo Schmidt
Die marxistischen Imperialismustheorien haben klargemacht, weshalb sich die kapitalistische Produktionsweise über die ganze Welt ausbreiten, Produktivkräfte, Macht und Einkommen dabei aber ungleich zwischen imperialen Zentren und kolonialen Peripherien verteilen musste.
Politische Unabhängigkeit der Kolonien galt daher als erster Schritt zur Überwindung der aufgezwungenen Unterentwicklung. Die Sowjetunion, aus dem »peripheren Imperium« des Zarenreichs hervorgegangen, wurde zum Beleg, dass ein vorwiegend agrarisches und vom Weltmarkt ausgeschlossenes Land industrialisiert werden kann.
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 12
Die Bauernrepublik
von Angela Klein
Die politisch fortgeschrittenste Bewegung spielte sich wohl in Tirol ab. Hier entzündete sich Anfang Mai 1525 ein erster Funke im Bistum Brixen.
Am Eingang zum Pustertal, lag die Bischofsstadt an der wichtigsten Handelsstraße nach Italien und war reich durch verschiedene Zolleinnahmen und durch Silberbergwerke.
Trotzkisten im Zweiten Weltkrieg
Ein internationalistischer Ansatz trotz Besatzung und Krieg
von Reiner Tosstorff
Über den Widerstand gegen die Nazis im Krieg gibt es immer noch Neues zu berichten. Vor sechs Jahren veröffentlichte Wladek Flakin im Schmetterling-Verlag ein Buch über den deutschen Trotzkisten Martin Monath, Arbeiter und Soldat. Ein Berliner Jude unter Wehrmachtssoldaten.
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 11
Die Christliche Vereinigung
von Angela Klein
Die zwölf Artikel von Memmingen geben nur unvollständig die Vorstellungen wieder, die in der Bauernschaft gärten. Daneben hatten die in Memmingen zusammengetroffenen Haufen auch eine Bundesordnung beschlossen, die zum Teil ihre eigene Zusammenarbeit regeln sollte, dann aber auch darüber hinausgriff und Veränderungen in der Repräsentation und die Stellung der Bauernschaft im öffentlichen Leben der Zeit betrafen.
Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil VIII)
Keynes: Staatsintervention gegen kapitalistische Krise
von Ingo Schmidt
Als Massenideologie aufstrebender Arbeiterbewegungen wurde der Marxismus am Ende des 19.Jahrhunderts zu einer realen Herausforderung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Die Mehrheit der bürgerlichen, oft als neoklassisch bezeichneten Ökonomen reagierte darauf mit dem Rückzug in eine Traumwelt. Dort konnten Individuen nach eigener Fasson kaufen und verkaufen und darüber unbehelligt von Klassenkampf, Krise und Krieg selig werden.
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 10
Die Zwölf Artikel von Memmingen
von Angela Klein
Das Jahr 1524 war ein Jahr der Gärung. Die Reformation hatte deutliche Spuren im Bewusstsein der aufständischen Städte und Bauern hinterlassen. Die freie Wahl der Pfarrer und die Abschaffung des Zehnten waren jetzt fester Bestandteil der Forderungen.
Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil VII)
Die Industrialisierungsdebatte in der UdSSR
von Ingo Schmidt
Zur Erinnerung: Ende des 19.Jahrhunderts propagierten konservative Politiker offen eine imperialistische Politik, um die mit der Industrialisierung entstandenen sozialen Spannungen zu lösen. In der Sozialdemokratie wurde darüber gestritten, ob der Imperialismus den Interessen der Arbeiterklasse förderlich sei, wie die Konservativen behaupteten, oder zu Kriegen führe, in denen Arbeiter der industriellen Zentren sich gegenseitig ermordeten, weil der in die Ferne getragene Kampf um neue Märkte zu unüberbrückbaren Spannungen zwischen den herrschenden Klassen der Zentren führen würde.
Der Bauernaufstand 1525
…erzählt mit Zeichnungen und Sprechblasen
von Nele Johannsen
Giulio Camagni: 1525. Der Aufstand. Wien: Bahoe, 2024. 128 S., 28 Euro
Auch dieses Buch ist etwas für den Gabentisch – ansprechend illustriert und leicht verständlich erzählt, bringt es den Bauernkrieg auch Menschen ohne Vorkenntnisse näher.
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 9
Das Reich Gottes
von Angela Klein
Der Rückgriff auf das Evangelium war damals allen gemeinsam, die gegen die Präpotenz der Kirche und der Landesfürsten aufbegehrten: Bauern, Städtern, Handwerkern, Kaufleuten, Gesellen und Tagelöhnern – und den Reformatoren der verschiedenen Richtungen, die mit ihren unterschiedlichen Akzenten unterschiedliche Klasseninteressen zum Ausdruck brachten.
Listen to the Echo
Eine Ausstellung im Museum Folkwang in Essen
von Rolf Euler
»Hört auf das Echo!« nennt der südafrikanische Künstler William Kentridge eine Ausstellung über Jahrzehnte seines umfangreichen und vielseitigen Schaffens anlässlich seines 70.Geburtstags. Das Museum Folkwang in Essen erinnert an ihn mit Bildern, Grafiken, Tapisserien, vor allem mit Videos aus der Zeit der Apartheid in Südafrika und der Zeit danach.