Kaum BAföG und keine Jobs?
Von Redaktion
Die Lage vieler Studierender ist prekär, staatliche Unterstützung viel zu gering, und noch immer studieren an hiesigen Hochschulen deutlich unterdurchschnittlich Arbeiterkinder. "Ein niedriger ökonomischer Status der Eltern ist an Universitäten und Fachhochschulen ein erheblicher Nachteil; ebenso schwer wirkt sich nur noch eine körperliche Behinderung aus", schreibt die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung. Und:
Haben Vater oder Mutter ebenfalls eine Hochschule besucht, dann gehen die Kinder mit einer "beträchtlich besseren Grundlage" ins Studium, (...
Schulstreiks
Den Hype verstetigen
von Musa Kaplan
Pünktlich zur Mobilisierung zum dritten Schulstreik haben die Öffentlich-Rechtlichen an Fahrt aufgenommen. Anstatt sich mit der grundlegenden Problematik zu beschäftigen, dass die Zukunft der jungen Generation im Schützengraben stattfinden soll, schießen sie sich darauf ein, die Proteste wären von »Linksextremen gesteuert« (Hessenschau und Tagesschau am 17.4.).
Schulstreik gegen die Wehrpflicht
›Die haben versucht, die Mobilisierung klein zu halten‹
Musa Haydo im Gespräch mit Golo Busche
Golo Busche, geb. 2008, ist Oberstufenschüler an einem Gymnasium in Kiel und aktiv bei der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ).
Musa Haydo sprach mit ihm über den bundesweiten Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5.Dezember 2025, an dem sich auch viele Schüler:innen seiner Schule beteiligten.
Digitalisierung der Kinderzimmer
Bildung im Sinne der Emanzipation?
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Als Gesellschaft müssen wir uns fragen, wer eigentlich unsere Kinder erziehen soll: wir als Menschen oder die IT-Industrie mit ihren digitalen Geräten und fragwürdigen Inhalten?
Kinderkapitalismus
Mit Videospiel-Sucht in die Abhängigkeit und die Arbeit getrieben
von Marina Hoffmann
Roblox ist ein Videospiel oder vielmehr eine Videospiel-Plattform. Jede Person kann Roblox herunterladen und erhält damit Zugriff auf über sechs Millionen Spiele. Spiele, die von anderen Nutzer:innen der Plattform mit dem hauseigenen Baukasten »Roblox Studio« erstellt wurden. Da die Plattform kostenlos ist, ist die Hürde sehr niedrig. 60 Prozent der Nutzer:innen sind minderjährig. Die Videospiel-Magazinsendung Game Two veröffentlichte am 19.März den Report »Wie ROBLOX bei Kindern abkassiert«. Darin kommen Entwickler zu Wort, Spieler:innen und Medienpädagogen, die beschreiben, wie Roblox funktioniert und vor allem, wie es Geld verdient. Doch dazu später mehr. Fangen wir vorne an:
Integration im Gegenwind
Über die Auswirkungen der Kürzungspolitik bei den Integrationskursen
Gespräch mit Elizaveta Khan
Beratungsangebote und Integrationskurse für Migrant:innen und Flüchtlinge werden immer wichtiger. Aber Bund und Länder bringen eine Kürzungswelle auf den Weg, die am Ende bei den Kommunen ankommt. Soziale Träger haben bereits Arbeitsverhältnisse beendet.

Studieren am Limit
Finanzielle Not, soziale Ungleichheit und psychische Belastung
von Nele Johannsen
Studieren wird in Deutschland oft als vergleichsweise günstig betrachtet: keine hohen Studiengebühren wie in den USA oder Großbritannien, zahlreiche staatliche Universitäten und finanzielle Fördermöglichkeiten. Der Schein trügt jedoch: Immer mehr Studierende geraten in finanzielle Notlagen und müssen neben dem Vollzeitstudium arbeiten oder sich verschulden, um über die Runden zu kommen.

›Orte schaffen, an denen Rassismus keinen Platz hat‹
Studis gegen Rechts ist mittlerweile eine bundesweite Bewegung
von Ayse Tekin
Studis gegen Rechts ist eine studentische Initiative, die sich gegen den Rechtsruck und menschenfeindliche Positionen engagiert. Sie wollen alle Studierenden unabhängig von ihrer politischen Vorerfahrung ansprechen.
Die 19. Shell-Jugendstudie
Zwischen Verdrossenheit und gelebter Vielfalt
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Die Shell-Studie (www.shell.de) befragt seit 1953 alle vier Jahre Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren zu ihrer Haltung zu Politik, Gesellschaft und Umwelt sowie ihre Ängste und Sorgen. Damit beauftragt sind Wissenschaftler:innen der Universität Bielefeld. Erfasst wurden im Zeitraum von Januar bis Ende März 2024 2509 junge Menschen der Jahrgänge 1998–2012 entlang verschiedener Merkmale wie Geschlecht, soziale Herkunft, besuchte Schulform, Wohnregion und Migrationshintergrund. Die Erhebung erfolgte mit standardisierten Fragebögen. Es waren rund zweistündige Gespräche mit jeweils 20 Jugendlichen. Aufschlussreich sind die Vergleiche zu vorherigen Studien.
Der Fachkräftemangel ist hausgemacht
Die Verursacher sind viele: Unternehmen, Bundesagentur für Arbeit, Duales Berufsausbildungssystem
von Violetta Bock
Wenn in Unternehmen irgendetwas nicht rund läuft, wird sofort auf den vorgeblichen »Fachkräftemangel« verwiesen, als wäre das ein Naturereignis. Doch die Ursachen sind systembedingt und hausgemacht.
Kein Streikrecht nirgendwo
Berliner Landesarbeitsgericht verbietet Kita-Streik
von Matthias Becker
Es ist ein schlechtes Beispiel, das Schule machen könnte. »Ein Schlag ins Gesicht«, »ein Tritt in die Magengrube«, »niederschmetternd« – so kommentierten Berliner Erzieherinnen das Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG). Die Richter untersagten im Oktober einen Streik, mit dem die Gewerkschaft Ver.di den Senat zu Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen an den landeseigenen Kitas zwingen wollte.
Schulpflicht muss für alle gelten!
Auch für Flüchtlingskinder
von Larissa Peiffer-Rüssmann
In letzter Zeit ist häufig von der Kultur des Abendlands die Rede. Im Zusammenhang mit der Migration taucht auch der Begriff »deutsche Leitkultur« auf. Ich frage mich, ob die Tatsache, dass für Flüchtlingskinder in Sammelunterkünften keine Schulpflicht besteht, auch ein Teil dieser »deutschen Kultur« ist. Eigentlich besteht in Deutschland seit Mitte des 19.Jahrhunderts Schulpflicht für alle Kinder, und das war hart erkämpft. Wieso werden dann hunderte in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche davon ausgenommen?
Hochschulen: Keine Militarisierung der Bildung
Bundesweiter Zivilklauselkongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main 2024
von Mirjam Teichmann

Am 16. und 17.März 2024 trafen sich etwa 60 Aktivist:innen der Friedens- und Zivilklauselbewegung, darunter Studierende, Gewerkschaftler:innen, Wissenschaftler:innen und Friedensaktivist:innen auf dem Zivilklauselkongress an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie wurde unter anderem von der bundesweiten Initiative »Hochschulen für den Frieden – Ja zur Zivilklausel« organisiert. Sie wird getragen von der hessischen Landesastenkonferenz (LAK), der Deutsche Friedensgesellschaft/ Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen und dem SDS.
Hochschulen: Erstmals entfristete Verträge in Hessen
Gegen Arbeitsverdichtung und unbezahlte Überstunden
Gespräch mit Frauke Banse
Seitdem Hessen unter Ministerpräsident Koch aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgestiegen ist, verhandeln die Gewerkschaften dort eigenständig für die Landesbeschäftigten. Ende März wurde ein Abschluss erzielt, der in vielen Punkten – Inflationsausgleichsprämie, Sockelbetrag, Entgelterhöhungen – dem Abschluss der Länder ähnelt. An einem Punkt konnte jedoch ein Durchbruch erzielt werden: Erstmals wurde Entfristung als Tarifziel aufgenommen. Violetta Bock sprach mit Frauke Banse, wie dies gelang und wo es an den Hochschulen brennt.
Brot und Spiele
Eine neue Zeitschrift für Kultur und Politik
von Angela Klein
Brot und Spiele. Zeitschrift für Kultur und Politik, Nr.1, Wien, Dezember 2023. 100 S., Preis der Einzelausgabe: 10 Euro
›Wir sitzen jetzt mit am Tisch!‹
Studentische Beschäftigte erkämpfen sich Zugang zum Tarifvertrag
Gespräch mit Laura und Heidi von TVStud
Am 20.November demonstrierten und streikten studentische Beschäftigte, Tarifbeschäftigte und Studierende an über 100 Standorten für die Abschaffung der prekären Arbeits- und Studienbedingungen an deutschen Hochschulen und für die Einführung eines Tarifvertrags für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte und Tutor:innen. Es war die größte Mobilisierung an Hochschulen seit Jahrzehnten.
Hinter der Fassade der Künstlichen Intelligenz
Auch die neuen Automaten beruhen auf Lohnarbeit – zu einem erheblichen Teil auf Niedriglohnarbeit
von Matthias Becker
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) schreitet voran. Mit ChatGPT werden ganz neue Anwendungen möglich. Die sogenannten großen Sprachmodelle (LLM – Large Language Models) können übersetzen, zusammenfassen, im Internet recherchieren und auf Fragen antworten, sogar Computerprogramme schreiben – scheinbar ohne menschliches Zutun. In Wirklichkeit beruhen auch Computerprogramm wie ChatGPT auf Arbeit, genauer gesagt: auf Lohnarbeit.
Der ›Big Brother‹ des Jahres
Die Konferenzsoftware Zoom
von Rolf Euler
Die Big-Brother-Awards 2023 wurden Anfang Mai wie immer von der Datenschutz-NGO »Digitalcourage« in Bielefeld vergeben. Ein wirklich interessanter – weil extrem weit verbreiteter – Träger dieses »Negativpreises« ist die Konferenzsoftware Zoom. Das neben vielen anderen übrigens auch von der SoZ verwendete Internettreffen bekommt den Preis deswegen, weil eine DSGO-verträgliche Verwendung behauptet, nicht aber einhält.
Wissenschaftsarbeiter:innen
Proteste gegen Beibehaltung der Befristung
von Simone Claar
Arbeitsverhältnisse im wissenschaftlichen Betrieb an Hochschulen sind schon lange ein Skandal. Die am 17.März 2023 veröffentlichten Eckpunkte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Sonderbefristungsrecht haben – insbesondere auf Twitter – jetzt erneut zu einem Sturm der Entrüstung von Betroffenen, den Beschäftigteninitiativen und Gewerkschaften geführt.
ChatGPT
Technik ist nicht die Lösung…aber auch nicht das Problem!
von Michael Heldt
In jüngster Zeit sorgt das Programm ChatGPT für Schlagzeilen. Der Internet-Chatbot erzeugt auf von den Nutzer:innen eingegebene Fragen »natürlichsprachige Antworten« – Texte, die wirken, als seien sie von Menschen verfasst worden. Deshalb droht weder der Weltuntergang, noch wird die Technik von allein den gesellschaftlichen Nutzen vermehren, argumentiert Michael Heldt.
Lernen ist ein sozialer Vorgang
Wie die Digitalisierung des Unterrichts Lernen behindert
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Das Smartphone ist seit zehn Jahren allgegenwärtig und zeigt uns, wie digitale Medien immer mehr unser tägliches Leben beeinflussen – und manchmal auch beherrschen. Das Smartphone kann uns problemlos begleiten, und es begleitet auch die Kinder.
Zu wenig Personal
Der Tarifabschluss im Sozial- und Erziehungsdienst ist unzulänglich
von Antonia Wolf
«Mehr braucht mehr» lautete das Motto der Ver.di-Kampagne zur diesjährigen Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE). Das zweite «mehr» bezog sich vor allem auf mehr Personal: Verbessern sich die Arbeitsbedingungen, so die Hoffnung, entscheiden sich mehr Menschen für diese Berufe. Das abschließende Ergebnis kann dazu aber kaum beitragen, zu wenig weitreichend ist es und zu wenig eingebettet und abgesichert.
Sozial- und Erziehungsdienst
Es ging nie um Entlastung
von Violetta Bock
Am 18.Mai kam es zu einer Einigung zwischen der Tarifkommission von Ver.di, dem Beamtenbund dbb und dem Verband kommunaler Arbeitgeber (VKA) für die 330000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Bis Mitte Juni werden nun die Mitglieder befragt.
Streik für kleinere Schulklassen
Die Entlastungsbewegung hat die Schulen erreicht
von Christoph Wälz*
Am 7.April streikten in Berlin 3000 Lehrkräfte für kleinere Klassen und mehr Personal. Die Gewerkschaft GEW hatte die angestellten Lehrkräfte der 683 öffentlichen Berliner Schulen zu einem Warnstreik für einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz aufgerufen.
‹Technik ist nicht wertfrei›
Wir brauchen mehr demokratische Prozesse in der Technologieentwicklung
Gespräch mit Jutta Weber
Jutta Weber ist Technikforscherin und Professorin für Mediensoziologie an der Universität Paderborn.
Das Gespräch führte Violetta Bock.
Mehr braucht mehr!
Die Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst hat begonnen – zieht Ver.di Lehren aus dem Streik 2015?
von Violetta Bock
330000 Beschäftigte arbeiten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (SuE). Die Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wurden im Frühjahr 2020 coronabedingt unterbrochen und werden jetzt wieder aufgenommen. Der letzte große Streik war 2015, er zeigte durch kreative Aktionen die Entschlossenheit der Kolleg:innen, hinterließ aber viele Enttäuschungen. Hat Ver.di daraus gelernt?
Enttäuschender Abschluss
Tarifvertrag öffentlicher Dienst der Länder
von Angela Bankert, Helmut Born und Jürgen Senge*
Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder hat sehr unterschiedliche Reaktionen in der gewerkschaftlichen Öffentlichkeit hervorgerufen. Aus den betroffenen Bereichen kommt häufig Kritik, vor allem von den angestellten Lehrer:innen und aus dem Gesundheitswesen.
‹Ohne uns hat das System keine Relevanz mehr›
Die nächste Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst will betriebliche Streiks und Frauenstreik miteinander verbinden
Gespräch mit Ariane Raad
Der Tarifkampf im Sorgebereich im kommenden Frühjahr will ein gesamtgesellschaftlicher Streik sein. Darüber sprachen wir mit Ariane Raad, Gewerkschaftssekretärin bei Ver.di im Bezirk Stuttgart für den Fachbereich Gemeinden und aktiv in der AG Feministische Lohnarbeitskämpfe.
Trotz Lieferkettengesetz
Keine Fortschritte im Kampf gegen Kinderarbeit
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Die Industrie beklagt die Kinderarbeit – aber nicht ihre Armutslöhne
Derzeit arbeiten 1,5 Millionen Kinder in Ghana und an der Elfenbeinküste in Kakaoplantagen. In diesen Ländern werden 70 Prozent des weltweiten Kakaos produziert. Studien zufolge arbeiten allein in Ghana eine Million Kinder auf den Kakaofarmen, teilweise schon ab dem Alter von fünf Jahren – und das mit steigender Tendenz.
Digitalisierung der Schule
Auf den Bedarf der Konzerne zugerichtet
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Der Digitalisierungswahn im Bildungsbereich verfehlt die technischen und die pädagogischen Ziele.
Lehrkräftemangel und die Corona-Pandemie haben die Diskussion um eine durchdigitalisierte Schule in einer Weise beflügelt, dass der Eindruck entsteht, ohne Tablets und Lernsoftware geht im Bildungsbereich gar nichts mehr. Hinter dieser Euphorie verschwindet die Realität an unseren Schulen.
Ohne uns läuft hier nichts!
Studentische Beschäftigte kämpfen für einen Tarifvertrag
von Ann-Kathrin Hoffmann
Es ist die größte Tariflücke im öffentlichen Dienst: Mehr als 300000 studentische Beschäftigte an den Hochschulen sind bundesweit von Tarifverträgen ausgeschlossen. Die einzige Ausnahme: Berlin. Dort nutzten Tutor:innen Ende der 1970er Jahre angesichts drohender Massenentlassungen die Gunst der Stunde und erkämpften einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud).
Bildungs-Lockdown mit Jojo-Effekt
Die Prioriäten umkehren!
von Christoph Wälz
Mit der heranrollenden Welle der B.1.1.7-Mutation droht die Öffnung der Schulen (Stand Mitte März) zu einem kurzen Intermezzo zu werden. Kinder und Familien sind die Opfer einer Corona-Politik, die auf möglichst wenig Einschränkungen für die Wirtschaft setzt.
LehrerInnen im Kampf für sichere Schulen
In Chicago stimmt die Mehrheit gegen Präsenzunterricht
von Violetta Bock
Eigentlich waren die LehrerInnen in Chicago aufgefordert, am 25.Januar in die Schulen zurückzukehren, um den Präsenzunterricht vorzubereiten.
Eine Schule für alle
Wer hat den Impfstoff gegen Corona entwickelt?
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Einst waren «Gastarbeiterkinder» nicht willkommen, heute sind sie die Helden deutscher Erfolgsgeschichten wie des Impfstoffs gegen Corona.
Lernen, Mehrheiten zu gewinnen
Organizing an Schulen
von Christoph Wälz*
Die Impulse der US-Organizerin Jane McAlevey für ein „tiefes“ Organizing werden in Deutschland zu Recht mit großem Interesse diskutiert und ausprobiert.
Schule und Corona
Wo bleibt der Schutz?
von Katja Siebert-Lüer*
Menschenrecht auf Bildung und Gesundheitsschutz für alle in Schule und Kita darf sich nicht ausschließen. Das ist ein Grundsatz der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Schulpolitisches Chaos in Coronazeiten
Maskenpflicht, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen
von Larissa Peiffer-Rüssmann
In den Schulen herrscht bundesweit der Ausnahmezustand und ein Flickenteppich an Maßnahmen: keine Maskenpflicht in Sachsen, in Mecklenburg-Vorpommern erst ohne, dann doch mit Masken, in Hessen zuerst Maskenpflicht nur außerhalb des Unterrichts, dann auch während des Unterrichts, in NRW in allen Klassen außer Grundschulen, im Saarland Maskenpflicht während des Unterrichts, in Rheinland-Pfalz keine Masken im Klassenraum, aber in den Fluren und während der Pausen.
Rekommunalisierung der Schulreinigung in Berliner Bezirken
«Wir haben Leute zusammengebracht, die sonst nie gemeinsam auf der Straße stehen würden»
Gespräch mit Philipp Dehne
Nach den Sommerferien sollen elf Millionen SchülerInnen in Deutschland weitgehend wieder im Regelbetrieb unterrichtet werden.
Jetzt umsteuern!
Arbeits- und Ausbildungsplätze coronafest machen!
von Angela Klein
Sieht man von den sog. «Hygiene-Demos» ab, bei denen die derzeit gebotenen Hygieneregeln gern demonstrativ missachtet werden, wird die Bundesregierung für ihr Gesundheitsmanagement in der Corona-Krise allgemein gelobt – vor allem im Vergleich zu anderen Ländern, wo angeblich ein «liberalerer», tatsächlich einfach ignoranterer Umgang mit der Pandemie eine viel höhere Zahl an Erkrankten und Toten hervorgebracht hat.
Bildung in Corona-Zeiten
Mit Laptops durch die Krise
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Mehr als sechs Wochen waren bei uns die Schulen geschlossen, um die Verbreitung des COVID-19-Virus zu verlangsamen. Das sind bundesweit rd. 10 Millionen SchülerInnen, für die ein Homeschooling begann – oder auch nicht.
Anstrengend
Familienleben in Corona-Zeiten
Interview mit einem Familienvater
Wie geht eine Familie mit den Einschränkungen durch Corona um? Das wollte Larissa-Peiffer-Rüssmann wissen und interviewte den Vater einer vierköpfigen Familie mit Zwillingen im Alter von elf Jahren.
Die Institution Schule
Zielscheibe für Unternehmenswerbung
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Eine Chemiestunde, präsentiert von Nivea, dargestellt auf einem Smartboard gespendet von Siemens, Unterrichtsmaterialien von Henkel, vorne steht ein Lehrer mit einem T-Shirt von Bayer, in einer Kiste neben ihm weitere Unterrichtsmaterialien von BASF: Das alles findet in einer Schule statt, die den Namen von Gottlieb Daimler trägt. Diese Horrorvision ist die Titelseite eines Arbeitshefts der Otto-Brenner-Stiftung zum Lobbyismus in unserem Bildungssystem.*
Nicht nur Klimanotstand, auch Bildungsnotstand
Zwei Studien über die Jugend von heute
von lp
Im Herbst sind zwei Studien über Lebenslagen und Einstellungen von Kindern und Jugendlichen herausgekommen.
Lehrbücher umschreiben!
Das Europaparlament in den Fußstapfen Kaczynskis
von Andrej Hunko*
Das EU-Parlament ist traditionell nicht eben als Ort ausgewogener geschichtspolitischer Debatten und Resolutionen bekannt. Was sich dieses Parlament aber am 18.September 2019 mit einer erdrückenden Mehrheit von knapp 82 Prozent in der Resolution mit dem Titel «Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas» an Anmaßung, Ignoranz und Geschichtsverdrehung geleistet hat, geht weit über alles bisher dagewesene hinaus.
Erst Einstein, dann Eddington
Was kann Künstliche Intelligenz?
von Manuel Kellner
Überlegungen zur Künstlichen Intelligenz (KI) und ihren Grenzen sind nicht besonders sinnvoll ohne zu wissen, was Intelligenz heißen soll. Das aber liegt nicht auf der flachen Hand, auch wenn wir uns ganz naiv über die Dummheit anderer aufregen oder neue Forschungsergebnisse über die Intelligenzleistungen von Menschenaffen, Delfinen oder Rabenvögeln ohne weitere Bedenken fasziniert zur Kenntnis nehmen.
«Antifaschismus sollte ein Teil unserer DNA sein»
Eine Hamburger Schule bekennt sich zum Antifaschismus
Gespräch mit einer Schülerin
Staatsorgane stellen ein umkämpftes Terrain dar, zugleich sind sie verpflichtet, politisch «neutral» zu sein. Ihren Vertretern ist geboten, nicht parteipolitisch zu werben. Dies instrumentalisiert nun die AfD für sich: Diktieren zu können, was «Beeinflussung» ist, macht realen Einfluss erst aus. Die AfD führt damit einen Kampf gegen die Demokratie selbst.
Im vergangenen März wurde die Hamburger Ida-Ehre-Schule Gegenstand eines solchen Konflikts.
LESERBRIEF: Lehrerstreik in Polen ausgesetzt
Betr.: Den Lehrerinnen und Lehrern reicht es, SoZ 5/2019, S.9
von Norbert Kollenda
Im Artikel über den Lehrerstreik in der Mai-Ausgabe ist ein Fehler aufgetreten: Bei den Wahlgeschenken der PiS handelt es sich nicht um solche aus dem Jahr 2015, sondern aus 2019, vor den Europawahlen und auch mit Blick auf die kommenden Parlamentswahlen. Jetzt bekommen nicht die 700.000 Lehrer eine Lohnerhöhung, diese «Linken» wählen ja doch nicht die PiS. Es bekommen die 9 Millionen RentnerInnen seit Anfang Mai eine 13.Rente, schließlich sind sie potenzielle PiS-Wähler. 2015 gab die PiS nach der Regierungsübernahme ab dem 2.Kind 500 Zloty, jetzt gibt es schon ab dem 1.Kind 500 Zloty. Dankbare Eltern werden doch wohl die PiS wählen!?
Mit 550 Euro durch den Monat?
Ausbildungsvergütung unter der Armutsgrenze
von Manfred Dietenberger
Beginnen Schulabgänger eine Berufsausbildung, ist dies der Start in ein neues Leben. Bisher nur Taschengeldempfänger, halten sie die erste Ausbildungsvergütung vielleicht noch für viel Geld. Rasch stellt sich Ernüchterung ein, sie merken, vom ersten eigenen «Einkommen» können sie weder eine eigene Wohnung mieten, noch unabhängig von den Eltern auf eigenen Beinen stehen. Das ist skandalös, aber nicht neu: «Brauchst du ’nen billigen Arbeitsmann, schaff dir einen Lehrling an», war schon vor 50 Jahren eine der Parolen der Lehrlingsbewegung.
Den Lehrerinnen und Lehrern reicht es
Über 70 Prozent in Polen streiken
Gespräch mit Urszula Frey
Die Lehrer sind recht geduldig, das letzte Mal haben sie 1993 gestreikt. Sie sind es gewohnt, dass sie zu den Geringverdienern gehören. 2009 gab es eine Lohnerhöhung, aber die Inflation hat sie längst aufgefressen. Als die PiS im Angesicht der diesjährigen Europa-und Parlamentswahlen Geschenke verteilte, gehörten die 700.000 Lehrer nicht dazu, schließlich zählen sie nicht zu den potenziellen PiS-Wählern. Zu potentiellen PiS Wählern gehören aber die 9 Millionen Rentner, die in diesem Jahr bereits eine 13. Rente ausbezahlt bekommen haben. Nach der Regierungsübernahme 2015 gab es ab dem zweiten Kind außerdem 500 Zloty. Jetzt gibt es auch schon für das erste Kind 500 Zloty.
Urszula Frey unterrichtet seit 21 Jahren an einer Sonderschule und hat dementsprechende Zusatzqualifikationen wie etwa Pädagogik für Kinder mit Autismus, Asperger, Montessori-Pädagogik, u.a. Sie ist Mitglied der Gewerkschaft der Polnischen Lehrer (ZNP). Die ZNP ist die größte Lehrergewerkschaft, sie ist bei den Konservativen als links, ja gar als kommunistisch verschrien, es gibt sie mit kurzen Unterbrechungen (durch Krieg und Kriegsrecht) seit 1905, und sie war auch zu Zeiten der Volksrepublik aktiv. Mit Urszula sprach Norbert Kollenda für die SoZ.
Kampagne «Uni Kassel Unbefristet»
Angestellte an den Unis wehren sich gegen die Dauerbefristung ihrer Arbeitsverträge
Gespräch mit Frauke Banse
An der Uni Kassel arbeiten gut 3000 Beschäftigte. Viele von ihnen sind befristet angestellt. Neuverträge, ob volle Stellen oder Aufstockungen, waren 2017 über 90 Prozent befristet. Die Kampagne Uni Kassel Unbefristet hat sich vor etwa einem Jahr gegründet und will das ändern. Violetta Bock sprach darüber mit Frauke Banse, Politikwissenschaftlerin und aktiv in der Kampagne Uni Kassel Unbefristet.
An den Rand notiert
«Macht ihr eure Hausaufgaben…
von Rolf Euler
… dann machen wir unsere!» Ein guter Aufkleber auf dem Megafon der Sprecherinnen und Sprecher der Friday-for-Future-Demo am 15.März in Recklinghausen. Eine deutlich stärker als erwartet besuchte Demo und Kundgebung, nicht nur in der Region, machte deutlich, was seit Greta Thunbergs Alleingang entstanden ist: eine gute Bewegung gegen die Untätigkeit der Konzerne, Regierungen und Verantwortlichen in der Klimakrise.
Parteien haben kein Monopol auf politische Willensbildung
Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für Attac ist rechtlich unhaltbar
Gespräch mit Dirk Friedrichs
Dass Nichtregierungsorganisationen die Regierenden in Bedrängnis bringen, wurmt sie gewaltig. Seitdem die Deutsche Umwelthilfe für ihre Forderung nach Fahrverboten in deutschen Innenstädten einen Prozess nach dem anderen gewonnen hat, diskutiert die Bundesregierung offen darüber, wie sie ihr das Handwerk legen kann. Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit ist ein Hebel dafür. Dabei geht es nicht nur um die Umwelthilfe, der Angriff ist breiter angelegt.
Studentische Hilfskräfte
Tarifbewegung an den Unis breitet sich aus
von Daniel Urbach*
Nachdem in Berlin ein neuer Tarifvertrag für Studierende erstreikt werden konnte (TVStud), entstehen nun mit diesem Rückenwind an vielen Unis Initiativen, die ebenfalls einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte (SHK) erkämpfen wollen. Schließlich ist Berlin bis jetzt die einzige Stadt, in der es einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte gibt, und dieser strahlt wie ein Leuchtturm aus.
Wie Wikipedia Fakten manipuliert
Am Beispiel Israel–Palästina
von Arn Strohmeyer
Das «Universallexikon Wikipedia» ist nicht nur ins Gerede gekommen, es ist schlicht der Manipulation überführt worden. Und das auf einem äußerst wichtigen politischen Gebiet: dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.
Zwar wusste man bisher schon, dass das israelische «Ministerium für Strategische Angelegenheiten» eine gut ausgerüstete kleine «Armee» (eine «Gemeinschaft von Kämpfern» nennt man das dort) auf Wikipedia angesetzt hat, um jede Kritik an der israelischen Politik in Vergangenheit und Gegenwart zu löschen und sie durch proisraelische Inhalte zu ersetzen.
Kopftuchverbot für Mädchen?
Gegen rechtspopulistische Entscheidungen an Schulen
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Marode Schulgebäude, unbesetzte Schulleitungen, fehlendes Lehrpersonal, große Klassen, eine überbordende Bürokratie und damit verbunden eine steigende Arbeitsbelastung – das sind die Baustellen im Bildungsbereich in allen Bundesländern. Das gilt auch besonders für NRW. In dieser Situation fällt nun der Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet nicht besseres ein, als ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren einzuführen (ab 14 gilt die Religionsmündigkeit). Die rechtspopulistische FPÖ in Österreich hat es vorgemacht.
Auch Lehrer arbeiten auf Verschleiß
GEW kämpft für neue Arbeitszeitordnung
von Violetta Bock
Osterferien, sechs Wochen Sommerferien, Weihnachtsferien, wie schön wäre es, wieder in der Schule zu sein. Noch immer assoziieren viele den Lehrerberuf mit langen Ferien. Stattdessen herrscht Lehrermangel, allein an Grundschulen spricht man von 2000 fehlenden Lehrkräften. Und ebenso wie in der Pflege fehlen nicht nur Lehrer, die vorhandenen arbeiten auf Verschleiß. Eine neue Studie über die Arbeitszeit von Lehrern gibt der Forderung der GEW Niedersachsen nach Entlastung nun Vorschub.
Auch Studierende müssen essen
Studentische Beschäftigte an den Berliner Hochschulen streiken
von Victor Müller
Ihr Einsatz bleibt meistens kaum sichtbar, aber studentische Beschäftigte (SBs, auch studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskräfte genannt) erledigen an deutschen Hochschulen einen Großteil der wissenschaftlichen und didaktischen sowie der Verwaltungsarbeit. So könnten sie sich im Prinzip durch studiumrelevantes Arbeiten eine Existenzgrundlage schaffen. In Wirklichkeit aber zahlen viele Hochschulen nur den Mindestlohn, um die unterbezahlten Studierenden dann der Willkür der Professoren und der Verwaltungsbürokratie auszuliefern.
Neue Privatisierungsoffensive im Schulbau
Volksinitiative will den Berliner Linkssenat stoppen
von Werner Rügemer*
Ist Öffentlich-Private Partnerschaft ein besonders schlauer Trick, um die Schuldenbremse zu umgehen, oder ist es ein von der Bundesregierung gefördertes Mittel, um anlagesuchendem Kapital lukrative Aufträge zu verschaffen?
Neues Berliner Großprojekt
Senat privatisiert Schulgebäude
von David Stein
Berliner Schulen sind marode, und wie. Schuld daran ist nicht zuletzt die «rot-rote» Koalition, die zur Amtszeit von Wowereit «gespart hat, bis es quietscht». Nun müssen die Schulen aufwendig saniert werden. Und was tut der neue Senat? Privatisiert Schulgebäude und Schulflächen.
Im Koalitionsvertrag des Berliner Senats wurde Ende 2016 vereinbart, eine auf zehn Jahre angelegte Berliner Schulbauoffensive zu starten.
Ein Streik, der Schule machen sollte
Kasseler Schüler streiken gegen den Sanierungsstau
von Violetta Bock
Am 11.Dezember traten rund tausend Schülerinnen und Schüler in einen Streik, um auf die dringend notwendigen Sanierungen an Kasseler Schulen hinzuweisen.
Der Zustand der Kasseler Schulen ist seit längerem bekannt. Doch wurde darüber in der Öffentlichkeit bislang eher abstrakt diskutiert.
Grüße von der Heimatfront
Ostereier an die Front
von Anja Lorenz*
Die Schule sollte Kinder eigentlich zu kritischem Denken und Friedensliebe erziehen. Eine Lehrerin des Neckargemünder Max-Born-Gymnasiums ging jedoch ganz andere Wege.
Lernverhinderungsmaschinen
Die Digitalisierung im Bildungssektor und ihre Profiteure
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Die Sommerferien sind zu Ende – die Kinder und Jugendlichen kehren zurück in ihre Schulen und finden sie so vor, wie sie sie verlassen haben: marode Schulgebäude, defekte Toilettenanlagen, Turnhallen, in denen aus Sicherheitsgründen nicht mehr Ball gespielt werden darf, fehlende Klassen- und Ruheräume.
Randalierer oder Stasi-Agent?
Die Argumente, Andrej Holm loszuwerden, sind austauschbar
von Peter Nowak
Es ist schon einige Jahre her, dass Studierende in Berlin Universitätsräume besetzt haben, um Verbesserungen ihrer Studienbedingungen erkämpfen. Seit dem 17.Januar sind nun wieder Hochschulräume besetzt, nämlich die des Instituts für Sozialwissenschaft. Die Studierenden protestieren gegen die Entlassung des Stadtsoziologen Andrej Holm, der Mitte Januar nach wenigen Wochen als Staatssekretär zurücktreten musste.
Die PISA-Lüge
Bildung lässt sich nicht in Durchschnittswerten messen
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Früher hieß es: «Für das Leben lernen wir.» Heute muss es heißen: «Wir lernen für PISA, TIMSS und VERA.» Denn es wird getestet auf Teufel komm raus.
Fremdbestimmungsmaschinen
Über die Herrschaftsfunktionalität des Computereinsatzes im Bildungssystem
von Werner Seppmann
Die Initiativen zur Digitalisierung werden von jenen neoliberalen Kräften vorangetrieben, denen es um die Privatisierung möglichst vieler Sozialbereiche geht. Obwohl sie auf zentralen Feldern das Ziel schon erreicht haben, ist ihr «Entstaatlichungs»-Bemühen in einigen renditeträchtigen Segmenten ins Stocken geraten. Dazu gehört vorrangig der Bildungssektor.
Klassenorientierung – Erfolgsgarantie nicht inbegriffen
Zum 75. Geburtstag von Frank Deppe
von Thomas Goes
Ich habe nie bei Frank Deppe studiert. Als ich ihn das erste Mal erlebte, lag ich gerade in den letzten Zügen meiner Dissertation. Einen Bezug hatte ich dennoch zu ihm, und das schon seit Jahren. Als ich mein Studium an der Universität Oldenburg begann und anfing Hochschulpolitik zu machen, begegnete mir die sog. „Marburger Schule“ in Gestalt „unseres Lehrers Abendroths“. Es waren ältere GenossInnen in der PDS, die so zu sprechen pflegten. Das waren Erinnerungsreste, die mich erreichten.
«Keiner schiebt uns weg! Denn unsere Arbeit, die ist richtig gut…»
Impressionen vom Besuch beim Streik des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) in Kassel
Violetta Kuhn im Gespräch mit Streikenden
Rund 150.000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) sind seit dem 8.Mai im unbefristeten Streik – Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Kita-Leiterinnen, Erzieherinnen, Heilpädagoginnen und Kinderpflegerinnen, die bei den Kommunen angestellt sind. Zur Urabstimmung aufgerufen waren rund 240.000 kommunale Beschäftigte: ein Drittel der insgesamt im Sozial- und Erziehungsdienst Beschäftigten. Die Mehrheit ist bei großen freien Trägern wie Caritas, Diakonie oder AWO angestellt.
Kinder wichtiger als Autos
Erzieherinnen im Streik für ihre berufliche Aufwertung
von Manuel Kellner
Kinder sind die Zukunft, sagt man. Als kinderarmes Land müsste Deutschland eigentlich ein besonderes Interesse daran haben, der eigenen Zukunft die besten Bedingungen zu bereiten – und das heißt vor allem der verantwortungsvollen Arbeit der Erzieherinnen (und später der Lehrerinnen und Lehrer) eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung entgegenzubringen.
Tarifpolitik in Hessen – Aktion Düstere Zukunft
Sonderweg für den öffentlichen Dienst
von Lutz Getzschmann
Die Verhandlungen der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst (Ver.di, GEW, GdP) mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Erhöhung der Gehälter für die Beschäftigten der Bundesländer sind abgeschlossen. Für die angestellten Lehrerinnen und Lehrer geht der Kampf jedoch weiter, weil sich die TdL beharrlich weigert, ernsthafte Verhandlungen über eine einheitliche und angemessene Lehrkräfte-Entgeltordnung zu führen, die bundesweite Standards setzt und die willkürliche Entlohnungspraxis der einzelnen Landesregierungen beendet.
Privatschulen im Aufwind
Spaltung des Bildungswesens
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Der Privatschulboom hält an. Der Nationale Bildungsbericht 2014 spricht von 3500 allgemeinbildenden Privatschulen, ein Anstieg von 58% gegenüber 1998/99. Die Zahl der privaten Grundschulen hat sich in diesem Zeitraum «mehr als verdoppelt», in Ostdeutschland «nahezu versechsfacht». Infolge der demografischen Entwicklung sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen deutschlandweit um 18%, an Privatschulen hingegen stieg sie um 37,6%.
Studi-Wohnheime statt Luxuslofts!
Bundesweite Aktionswoche «Studis gegen Wohnungsnot»
von Kerstin Wolter, Max Manzey
In der Woche vom 4. bis 8.November protestieren Studierende im Rahmen von bundesweiten Aktionstagen in über 17 deutschen Universitätsstädten gegen steigende Mieten. Anlass dafür war die sich seit Jahren zuspitzende Wohnungsnot unter Studierenden.
Selbständige Schule – prekäre Lehrer
Die Praxis der Budgetierung führt zu Lohndumping auch an Schulen
von Lutz Getzschmann
Auch im Bildungswesen ziehen zunehmend Formen ungesicherter Beschäftigung ein, an den Universitäten wie im Bereich der Weiterbildung. Und auch an Schulen nehmen befristete Verträgen, Dequalifizierung und Lohndumping zu.
Doppelter Abiturjahrgang in NRW
G8 und die Folgeprobleme
von Rolf Euler
Die Schulzeit in den Gymnasien in NRW wurde auf acht Jahre verkürzt. Einer alten Forderung der Unternehmerverbände, die Ausbildungszeit samt Studium zu verkürzen, um die Lebensarbeitszeit zu verlängern, wurde entsprochen.
Miese Ausbildung, miese Bezahlung, Diskriminierung
Azubis 2011
von Manfred Dietenberger
Es ist unerträglich, dass auch zum Ausbildungsstart Ende August/Anfang September 2011 rund 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren ohne eine qualifizierte, abgeschlossene Berufsausbildung sind.
Hamburg: Volksentscheid über die Primarschule
Ein Lehrstück in Schulklassenkampf
Ergebnisse, Folgen, Fragen
von Horst Bethge
In Hamburg hat die Oberschicht denen da unten gezeigt, was sie unter Klassenkampf versteht.
Die Niederlage der Verfechter der sechsjährigen gemeinsamen Primarschule geht in ihrer Bedeutung weit über die zur Abstimmung stehende Frage hinaus, sogar über die Bildungspolitik hinaus. Zwar ist zwei Jahre längeres gemeinsames Lernen nur ein ganz wenig mehr soziale Bildungsgerechtigkeit, ein Schritt in die richtige Richtung, noch keine Überwindung des Bildungsprivilegs oder Abschaffung des Gymnasiums. Aber selbst das geht dem Großbürgertum zu weit
Bertelsmann’s Einfluss auf die Hochschulpolitik
Marktorientierung statt öffentlicher Kontrolle
von Klaus Stein
Privat vor Staat galt lange Zeit als besser. Die anhaltenden studentischen Proteste gegen die Bildungsmisere zeigen: Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Rentabilitätsorientierung ist ein sachfremder Geist in die Hochschulen eingezogen. Hauptverantwortliche ist die Bertelsmann Stiftung.
Im Profil: Bertelsmann
Die Bertelsmann-Stiftung besteht seit 1977. Sie hält über 76% des Aktienkapitals des viertgrößten Medienkonzerns der Welt, der Bertelsmann AG, den Rest hält die Familie Mohn. Hauptsitz ist Gütersloh.
Gemeinsam lernen in einer Schule für alle
Deutsches Schulsystem verstößt gegen UN-Konvention
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Im März 2010 fand in Köln ein dreitägiger Kongress statt unter dem Titel «Eine Schule für Alle. Vielfalt leben!», veranstaltet vom Elternverein Mittendrin e.V. in Kooperation mit der Uni Köln. Referenten aus ganz Deutschland und dem Ausland und mehr als 2500 Teilnehmer waren angereist, um sich der Aufgabe zu stellen, wie in Deutschland ein «inklusives» Bildungssystem aufgebaut werden kann, in dem alle Kinder ganz selbstverständlich gemeinsam lernen und kein Kind aussortiert wird.
Boom bei den Privatschulen
Wie Kommerzielle und Evangelikale sich auf dem Bildungsmarkt breitmachen
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Der Staat zieht sich zunehmend aus der Bildungsfinanzierung zurück, Bildung wird vermehrt zur Privatsache.
Der Bildungsbereich wird zu einem Markt, auf dem Wettbewerb herrscht und wo private Investoren die Ware Bildung für diejenigen anbieten, die zahlen können.
Stiftungen und Konzerne erobern die Schulen
Wie sie die Privatisierung der Bildung betreiben
von Larissa Peiffer-Rüssmann
Schleichend breitet sich seit Jahren der privatwirtschaftliche Einfluss auf Inhalte und Ausgestaltung des öffentlichen Bildungswesens aus und krempelt es von Grund auf um. Betroffen sind alle Bereiche – Kindergärten, Schulen, Hochschulen bis zur Weiterbildung.
Wir haben unsere Forderungen auch an den Finanzminister gestellt
Die österreichischen Studierenden haben im WS 2009/2010 mit spektakulären Besetzungsaktionen ab Ende Oktober einen Stein ins Rollen gebracht; die Bewegung gegen die Wiedereinführung von Klassenschranken in der Bildungspolitik breitete sich flächendeckend aus und mündete in eine internationale Aktionswoche.
Die SoZ sprach mit Roman Birke, einem Streikaktivisten an der Uni Wien.
Solidaritätsadresse an die Studierenden
von Jean Ziegler
Liebe Genossinnen und Genossen,
Die Universität ist eine großartige Anstalt. Sie ist eine Zivilisationserrungenschaft, ein Meilenstein in der Geschichte der Emanzipation der Menschen. Geschaffen wurde sie von der radikalen Revolution von 1848. Heute ist sie eine einsame Insel, ein Freiraum im Dschungel des globalisierten Raubtierkapitalismus.