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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Nur Online Oktober 2019

‚Operation Ursula‘: Wohin treibt die EU?

von Klaus Dräger

Mit großer Fanfare („Eine Union, die mehr erreichen will“) stellte die künftige Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen ihre  politischen Leitlinien https://ec.europa.eu/commission/interim_de“ und die designierten Kommissionsmitglieder „https://ec.europa.eu/commission/interim/commissioners-designate_de“ vor.

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Nur Online Oktober 2019

GM-Streikende kämpfen an zwei Fronten

Beschäftigte wehren sich gegen weitere Spaltungen
von Jane Slaughter, Chris Brooks*

Fast 50000 UAW-Beschäftigte streiken gegen General Motors in den USA und gegen ein zweistufiges Einstellungssystem, das die Solidarität der Beschäftigten untergräbt. Doch die Mitglieder müssen möglicherweise an zwei Fronten kämpfen – gegen das Unternehmen und gegen ihre eigene Gewerkschaftsführung.

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Nur Online Oktober 2019

Die USA steuern auf einen Krieg zu

Kalkulierte Verschärfung von Konflikten
von Mohssen Massarrat*

Nach den jüngsten Luftangriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien hat die Trump-Regierung gegen die iranische Zentralbank und den Staatsfonds des Landes wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten Sanktionen verhängt.

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Nur Online Oktober 2019

Brandstiftung in Brasilien

Es wird eng für Bolsonaro
von Hermann Dierkes

Zur internationalen Empörung über die Abfackelung des Amazonas kommen jetzt unliebsame Enthüllungen hinzu.

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Nur Online Oktober 2019

«Herrschaft des Unrechts»

Wie juristische Begriffe zu politischen Kampfbegriffen werden
von Paul B. Kleiser

Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis: Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch. Stuttgart: Klett-Cotta, 2019. 263 S., 18 Euro

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Nur Online Oktober 2019

China 70 Jahre nach der Revolution

Weltmacht neuen Typs?
von Ingo Schmidt

Vor 70 Jahren verkündete Mao Zedong die Gründung der Volksrepublik China. In den folgenden Jahrzehnten präsentierte sich die chinesische KP als Vorkämpfer antiimperialistischer Bewegungen des Südens. Bevor Nixon und Mao sich 1972 in Peking trafen, war der US-Imperialismus für die KPCh ein Papiertiger. Danach avancierte die einstmals verbündete Sowjetunion zu einem «Sozialimperialisten».

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Nur Online Oktober 2019

Wahlwiederholung in Israel

Das erste Mal war es eine Tragödie, das zweite Mal ist es eine Farce
von Shir Hever*

«Laut aktueller Analyse in Ihrer Region wird die Wahlbeteiligung sehr niedrig sein. Im [linken] Tel Aviv und in den arabischen Gemeinden wird sie aber sehr hoch ausfallen. Bitte gehen Sie wählen!»
Diese Botschaft vom Vortag der Wahl am 17.9.19 wurde von der regierenden Likud-Partei am Wahltag selbst an hunderttausende Israelis geschickt.

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Nur Online Oktober 2019

Die Quadratur des Kreises

Trotz der Einigung zwischen den USA und der Türkei bleibt die Gefahr eines Krieges gegen Rojava hoch
von Nick Brauns

Der sog. Sicherheitsmechanismus, den die USA und die Türkei in Nordsyrien vereinbart haben, steht auf höchst unsicherem Grund.
Am zweiten Septemberwochenende fand erstmals eine gemeinsame Patrouillenfahrt von US-Soldaten und türkischen Militärs im Norden Syriens nahe der Stadt Tall Abyad statt. Es folgten gemeinsame Aufklärungsflüge mit Helikoptern über dem auch als Rojava bekannten Selbstverwaltungsgebiet.
«Die Patrouillen waren bei der autonomen Selbstverwaltung bereits im Vorfeld angemeldet worden und sind Teil des Abkommens, das die internationale Koalition geschlossen hat, um den Krieg fernzuhalten und die Stabilität in den Grenzgebieten zu sichern», erklärte das Militärbüro der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien im Anschluss.
Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) einschließlich der von Ankara als terroristisch angesehenen kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ hatten sich zuvor mit ihren schweren Waffen fünf Kilometer von der Grenze zur Türkei zurückgezogen und Befestigungsanlagen abgerissen. Die Kontrolle über das Grenzgebiet übernahmen stattdessen lokale Militärräte in Kooperation mit US-Truppen. All dies geschah im Rahmen eines «Sicherheitsmechanismus», auf den sich die NATO-Partner USA und Türkei unter indirekter Einbeziehung der SDF zuvor geeinigt hatten.

Widerstreitende Interessen
Noch Anfang August schien ein türkischer Einmarsch in das nordsyrische Selbstverwaltungsgebiet unmittelbar bevorzustehen. Die türkische Regierung forderte eine 30 Kilometer tiefe «Sicherheitszone» entlang der 380 Kilometer langen Grenzlinie östlich des Euphrat. Eine solche Besatzungszone würde alle kurdischen Siedlungsgebiete und die meisten größeren Städte der Region umfassen. Ankara will dort einen Teil der 3,5 Millionen in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge ansiedeln, was einen massiven demografischen Wandel zulasten der kurdischen Bevölkerung bedeuten würde.
Ein Einmarsch in das Selbstverwaltungsgebiet in Nordsyrien hätte das durch Ankaras Kauf russischer S400-Luftabwehrraketen schon angespannte Verhältnis zwischen den NATO-Mächten USA und Türkei weiter eskalieren lassen. Doch auf der jährlichen Sitzung des Obersten Militärrats der Türkei am 1.August hatte Verteidigungsminister Hulusi Akar angeordnet, diejenigen Generäle, die eine Kooperation mit den USA ablehnen, in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken.
Nachdem die NATO-Kontrolle über den Generalstab auf diese Weise wieder vollständig hergestellt war, einigten sich Vertreter des türkischen und des US-Militärs auf die Bildung eines gemeinsamen Operationszentrums in der Stadt Sanliurfa zur Umsetzung der von Ankara geforderten «Sicherheitszone». Konkret vereinbart wurde bislang allerdings nur der eingangs beschriebene «Sicherheitsmechanismus».
Dies bot der türkischen Führung zwar die Chance, den angekündigten Angriff auf Nordsyrien ohne Gesichtsverlust erst einmal zurückzustellen. Allerdings ist der «Sicherheitsmechanismus» weitgehend symbolischer Natur. Denn er ermöglicht zwar der türkischen Armee, alle paar Wochen bei gemeinsamen Patrouillen mit den US-Streitkräften in Nordsyrien Flagge zu zeigen.
Doch Ankara ist nicht verborgen geblieben, dass es sich bei den Militärräten, die nun anstelle von SDF und YPG/YPJ die Kontrolle über das Grenzgebiet ausüben, lediglich um eine föderale Neustrukturierung der Verteidigungskräfte der Selbstverwaltungsregion handelt.

Die Militärräte
Mit der Bildung der aus örtlichen Kräften gebildeten Militärräte wurde bereits im Mai begonnen, nachdem zuvor der letzte vom sog. Islamischen Staat kontrollierte Ort Baghouz im Osten Syriens befreit werden konnte. Waren für die Befreiung der vom IS besetzten Gebiete und Städte noch große mobile Truppenverbände notwendig, so erfordert der Kampf gegen die nun zum Guerillakrieg mit Anschlägen, Morden und Sabotageaktionen übergegangenen IS-Zellen im Untergrund eine Stärkung lokaler Sicherheitsstrukturen der ortsansässigen und ortskundigen Bevölkerung.
Die Bildung der an die örtlichen Volksräte angebundenen Militärräte, die ihre eigenen Kommandanten und Kommandantinnen wählen, entspricht zudem der Forderung des Vordenkers der kurdischen Freiheitsbewegung, Abdullah Öcalan, wonach jede selbstverwaltete Einheit in der Lage sein muss, sich auch selbst zu verteidigen. Diese Ideologie des auf multiethnischer rätedemokratischer Selbstverwaltung beruhenden Demokratischen Konföderalismus ist es, die von Ankara als terroristisch angesehen wird, egal ob ihre Träger in Nordsyrien Kurden, Araber, Assyrer oder Turkmenen sind.
Entsprechend unzufrieden zeigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit der Umsetzung der «Sicherheitszone». «Es scheint ganz so, als ob unser Verbündeter nach einer Sicherheitszone für die terroristische Organisation und nicht für uns trachtet», klagte Erdogan, und «dass das, was die USA wollen und das was wir wollen, nicht dasselbe ist».
Was die USA wollen, ist dabei in erster Linie eine Stabilisierung in Nordsyrien, um ein Wiederaufleben des IS zu verhindern und zugleich den Einfluss des syrischen Regimes und seiner iranischen und russischen Unterstützer zurückzudrängen.
Der Versuch der US-Regierung, dies mit dem Schutzbedürfnis ihrer lediglich taktischen kurdischen Verbündeten in Nordsyrien einerseits, dem Interesse ihres strategischen NATO-Partners Türkei nach Zerschlagung des «kurdischen Terrorkorridors» andererseits unter einen Hut zu bringen, gestaltet sich mithin als der unmögliche Versuch einer Quadratur des Kreises.
Die Gefahr, dass die USA dem Drängen der türkischen Regierung nachgeben und einen begrenzten türkischen Einmarsch in das Selbstverwaltungsgebiet zulassen, um im Gegenzug die Türkei wieder aus dem russischen Orbit herauszuziehen, ist real und die Gefahr eines Krieges gegen Rojava somit keineswegs gebannt.
Sollte die Sicherheitsvereinbarung mit Ankara scheitern und die USA sich gar aus Syrien zurückziehen, würden die SDF eher ein Abkommen mit dem Assad-Regime und dessen Schutzmacht Russland schließen, als unter türkischer Besatzung zu leben, erklärte der SDF-Oberkommandierende Mazlum Kobani. Er brachte damit eine andere Option ins Spiel, die bislang allerdings an dem Beharren der Regierung in Damaskus auf vollständiger Unterwerfung der Selbstverwaltungsregion gescheitert ist.

Nur Online Oktober 2019

Labour und der Brexit: Kein Vorteil für die Linke

Die Fokussierung auf den Brexit drängt Labour ins Abseits
von Daniel Finn/New Left Review*

Aus sicherer Entfernung kann die Auseinandersetzung um den Brexit als Lehrstück über die Zersetzung bürgerlicher Herrschaft gelesen werden. Und darüber wäre man nicht traurig – käme Labour denn dabei über die Rolle als Retterin bürgerlicher Institutionen hinaus (links von Labour kommt auch nicht viel zustan­de).

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Nur Online Oktober 2019

Die Demokratie und ihr «Unterbau»

Der Wiener Strache-Skandal – Ausnahme oder Regel?
von Helmut Dahmer*

«Wenn der Vizi mit Komplizi auf Ibizi wird zum Strizzi…»
Von athenischer, amerikanischer, britischer, französischer, israelischer, auch deutscher (Repräsentativ-)«Demokratie» ist tagaus, tagein die Rede. Dabei werden die verschiedenartigen Voraussetzungen dieser Staatsformen gewohnheitsmäßig beschwiegen oder stillschweigend vorausgesetzt.

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