Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Amerika 1. März 2026

USA: Terror und Gegenwehr

Nach den Morden von Minnesota fordern viele die Auflösung der ICE
von Dianne Feeley, Detroit

Noch bevor Trump im Januar 2025 sein Amt antrat, wussten Aktivisten in den Gemeinden, dass es notwendig war, eine neue Infrastruktur für Zufluchtsorte aufzubauen. Er hatte versprochen, die Grenze zu schließen und täglich 3000 Menschen abzuschieben. Er hatte alle Einwanderer als Kriminelle oder Terroristen bezeichnet, auch diejenigen, die einen Termin für eine Asylanhörung hatten. Diese Menschen haben bisher ebenso wie diejenigen, denen aufgrund von Klimakatastrophen oder Bürgerkriegen in ihren Ländern ein vorübergehender Schutzstatus gewährt wurde, eine Arbeitserlaubnis.

Amerika 1. März 2026

Minneapolis wehrt sich gegen Trumps Terrortruppe

Die Wut ist überall spürbarvon Randy Furst*Wie die meisten Einwohner von Minnesota und Minneapolis empfinde ich den Angriff der ICE als persönlichen Angriff. Ich lebe seit 1971 hier. Wir sind entsetzt, wütend und haben die Schnauze voll.Das Haus, in dem wir unsere Kinder großzogen, lag nur wenige Straßen von dem Ort entfernt, an dem die ICE am 7.Januar Renee Good erschossen hat.

Amerika 1. März 2026

Minnesota: Lehren aus einer gigantischen Bewegung

Wie organisiert man in den USA einen echten Generalstreik?
von Eric Blanc

Generalstreiks sind das wirksamste Kampfmittel der Arbeiterklasse. Die jüngsten Massenaktionen in Minnesota gegen den ICE-Terror waren wichtige Schritte in Richtung eines solchen Streiks, doch es bedarf noch viel mehr Organisation. Nachstehend einige Überlegungen, wie das zu schaffen wäre.

Amerika 1. Februar 2026

›Sie müssen tun, was ich sage‹

Das Gesicht der Diktatur Trump über Lateinamerika
von Tobias Lambert

Monatelang hat US-Präsident Donald Trump militärische Angriffe auf »Ziele an Land« in Venezuela angedroht. Die Bombardierungen in der Nacht auf den 3.Januar und die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro kamen dennoch überraschend.

Nur Online 10. Januar 2026

Entführung in Caracas


von Tariq Ali

Zwei Jahrzehnte bevor US-Streitkräfte an diesem Wochenende den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführten, hat Hugo Chávez dieses Vorgehen vorhergesagt:
„Vor Jahren sagte mir jemand: ‚Am Ende werden sie dich beschuldigen, ein Drogenhändler zu sein – dich persönlich – dich, Chávez. Nicht nur, dass die Regierung den Drogenhandel unterstützt oder zulässt – nein, nein, nein. Sie werden versuchen, die Noriega-Formel auf dich anzuwenden.‘ Sie suchen nach einer Möglichkeit, Chávez direkt mit dem Drogenhandel in Verbindung zu bringen. Und dann ist alles gegen einen „Drogenhändler-Präsidenten“ erlaubt, oder?“

Aufmacher 3 1. Januar 2026

Trump und Drogenbosse Hand in Hand

Inländische wie ausländische Gewalten versuchen in Honduras das ›richtige‹ Wahlergebnis durchzusetzen
von Leo Gabriel (aus Tegucigalpa)

Alle die, wie angekündigt, am 30.November in Honduras die ersten freien Wahlen nach dem Putsch vom Juni 2009 erwartet hatten, wurden bitter enttäuscht: Nicht nur gibt es auch vierzehn Tage danach wegen angeblicher »technischer Gebrechen« kein eindeutiges Wahlergebnis; wegen der massiven Intervention von Donald Trump kann von einer unabhängigen Meinungsfindung auch nicht die Rede sein.

Aufmacher 3 1. Dezember 2025

Argentinien: Wahlsieg durch Erpressung

Durch Trump geschürte Angst vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch hat Milei den Wahlsieg beschert
Gespräch mit Claudio Katz

Bei den Zwischenwahlen am 27.Oktober 2025 hat der argentinischen Staatspräsident Javier Milei überraschend einen Erdrutschsieg davongetragen. Über diese Wendung sprach Carlos Aznárez von der Zeitschrift Resumen Latinoamericano (www.resumenlatinoamericano.org) mit dem linken argentinischen Ökonomen Claudio Katz.

Zur Person 1. Dezember 2025

Rosa Parks (1913–2005)

Unermüdliche Kämpferin gegen Rassismus
von Dianne Feeley

Zum 70. Jahrestag des Busboykotts in Montgomery (USA)
Am 1.Dezember 1955 geschah tief im Süden der USA, in Montgomery (Alabama), etwas, das dieses eher kleine Städtchen schon bald über die Grenzen des Landes hinaus bekannt machen sollte. Eine kleine, wohlgekleidete farbige Frau mittleren Alters weigerte sich, ihren Sitz für einen Weißen freizugeben. Daraufhin rief der weiße Busfahrer die Polizei, die die Delinquentin, ihr Name war Rosa Parks, festnahm.
Der Vorfall gilt als Start der modernen Bürgerrechtsbewegung, die in den 1960ern und 1970ern den institutionellen Rassismus in den USA zurückdrängen, wenn auch lange nicht aus der Welt schaffen konnte. Wir fragten Dianne Feeley in Detroit, wer diese ungewöhnliche Frau war, die nicht ganz ohne Absicht den Anstoß dazu gegeben hatte.

Film 1. November 2025

Apokalypse in den Tropen

Ein Film über Brasiliens Evangelikale
von Ayse Tekin

Der Film von Petra Costa* beleuchtet den anhaltenden politischen Kampf in Brasilien und die Hintergründe der Evangelikalen, die in jüngster Zeit in diesem Kampf die Politik des Landes geprägt haben.

Amerika 1. Oktober 2025

Trumps Abschiebepolitik stößt auf Hindernisse

Alles soll ihnen zeigen, dass sie gejagt werden
von Dianne Feeley

Die Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die größte Polizei- und Zollbehörde der USA. Sie untersteht dem Heimatschutzministerium und ist das zentrale Instrument, um Millionen von Migrant:innen aus dem Land zu schaffen. Doch ihre Razzien stoßen auf massiven Widerstand.

Kolumne Ingo Schmidt 1. Oktober 2025

Ihr Dollar, unser Problem

Federal Reserve, Weißes Haus und Wall Street
von Ingo Schmidt

Zentralbanker sind eine Klasse für sich: die Verkörperung ökonomischer Vernunft. Und damit ein notwendiges Gegengewicht zu den Börsianern, die oft manisch, manchmal depressiv und stets auf der Suche nach dem nächsten Kick sind.

Aufmacher 2 1. Oktober 2025

New York: Ein Sozialist im Tempel des Kapitals?

Zhoran Mamdani kandidiert für die Bürgermeisterwahlen in der größten US-Stadt
von Stephan Kimmerle, Seattle

Am 4.November wird der Bürgermeister von New York gewählt. Ein »lunatic communist«, ein wahnsinniger Kommunist, so Trump, steht kurz davor, Bürgermeister von New York zu werden. Zohran Mamdani liegt im Rennen vorn, aber sein Kurs ist offen. In einer Umfrage von Anfang September lag der sich offen als »demokratischer Sozialist« bezeichnende Mamdani mit 46 Prozent vor dem ehemaligen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (24 Prozent), dem Republikaner Curtis Sliwa (15 Prozent) und dem Amtsinhaber Eric Adams (9 Prozent). Sollten Adams und Sliwa ihre Kandidatur zurückziehen, kann es trotzdem eng werden.