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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Nur Online Januar 2023

Niedrigwasser

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Die Elbe macht was sie will, und daher macht sie den Reedern und Schiffsmaklern und Logistikunternehmen Sorge: sie verschlammt! Wie in der Klimafrage lässt sich die Natur nicht alles »vorschreiben«, Physik wirkt immer, menschliche Pläne gehen dann mal im Niedrigwasser unter. So wurde im Herbst vom zuständigen Schifffahrtsamt der maximale Tiefgang für Schiffe um einen Meter verringert. Damit können nun von Cuxhaven nach Hamburg nur noch kleinere oder nicht mehr so voll beladene Schiffe in den Hamburger Hafen zum Ausladen fahren.

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Nur Online Januar 2023

Die USA

Eine destruktive Führungsmacht
von Ingo Schmidt

America is great again. Und wir dürfen dabei sein, wenn unter amerikanischer Führung dem russischen Bären die Zähne gezogen und dem chinesischen Drachen das Feuer ausgepustet wird. An der Wall Street klingeln die Kassen. Im Rest des Landes werden Stars and Stripes geschwenkt – und bei allem Patriotismus die Frage gestellt, ob der neue Krieg nicht aus heimischen Kassen bezahlt wird, statt dass die Führungsmacht von Verbündeten und Gegnern Tribute einspielt. Die Fähigkeit zu führen hinkt hinter den verkündeten Ansprüchen weit hinterher. Immer mehr erweisen sich die USA als ein Hindernis auf dem Weg zu einer freien Welt, sie sind eine destruktive Führungsmacht.

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Nur Online Dezember 2022

Gelaufen oder gegangen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Ende des Jahres ist vieles »gelaufen« – Ruhe zum Fest der Liebe wird gewünscht und nicht geschenkt. Die muss man sich schon selber besorgen. Am besten draußen und zu Fuß.

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Nur Online Dezember 2022

Steuersenkungen adé

Bizarr: Die Londoner City revoltiert gegen Steuersenkungen für Reiche
von Ingo Schmidt

Mitte Oktober bot Großbritannien ein ungewöhnliches Schauspiel: Anleger der City of London protestierten mit dem massenhaften Verkauf von britischen Pfund, Aktien und Staatsanleihen gegen eine Regierungsentscheidung der neu gewählten Tory-Premierministerin Liz Truss und lösten damit eine Finanzkrise aus, die nur eingedämmt werden konnte, weil die Zentralbank mit dem Ankauf von Wertpapieren gegensteuerte.

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Nur Online November 2022

Zeit verschwenden

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Anscheinend haben »wir« keine Zeit, schon gar nicht zu verschwenden, wenn »wir« auf die gegenwärtigen Krisenhäufungen reagieren wollen. Krieg und Inflation, Gasmangel und Pandemie, Reparaturanfälligkeit und Einsamkeit, Armut und Flucht – was soll man tun? Als politischer Mensch denkt man, es sollte zu jedem Problem eine Lösung, oder wenigstens einen Schritt dahin geben. Also nicht nur beim persönlichen Verhalten, sondern auch bei politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen.

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Nur Online November 2022

Europäische Union

Keine Zukunft, keine Alternativen
von Ingo Schmidt

Der russische Einmarsch in der Ukraine bot den Regierungen der EU-Länder die Gelegenheit, Einigkeit zu demonstrieren. Gegen das autokratische Putin-Regime werde das demokratische Europa zusammenstehen. Die praktische Antwort waren Sanktionen gegen Russland, insbesondere der Import von Öl, Gas und Kohle sollte schnellstens heruntergefahren und dann ganz gestoppt werden.

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Nur Online Oktober 2022

Trockene Böden

An den Rand notiert
von Rolf Euler

»Jeden Morgen … geht die Sonne auf in der Wälder wundersamen Runde« – ein bekanntes Lied aus Die Mundorgel, der Text ist von Matthias Claudius, die Melodie von Karl Marx (dem Komponisten aus München). Vor vielen Jahren erinnerte mich auf dem Weg zur Frühschicht der Sonnenaufgang im Sommer über dem fernen Wald an dies Lied, und in diesen heißen Tagen geht mir erneut die Melodie nicht aus dem Kopf. Jetzt im Spätsommer mit dem Fahrrad durch die Felder erschrickt man über die Wirkung dieses sonnigen Sommers auf die Landschaft. Ob Ola Cällenius – um nur ein Beispiel zu nennen – das auch so sieht?
Der Mais ist geerntet, die Äcker bestehen aus reinem Sand, trocken und ohne die Spur von Feuchtigkeit. Auf den Weiden, die zum Teil mit Pferden oder Kühen belegt sind, sieht man braunes Gras, an dem die Tiere kauen. Wenn ein Trecker über die Felder fährt, zieht er eine riesige Staubwolke hinter sich her. Ab und zu werden Gemüsefelder beregnet. Ab und zu müht sich eine Buschreihe, ab und zu eine Baumgruppe durch die Hitze.
Vor der Stadt wurden von vor­aus­schauend denkenden Stadtplanern vor über hundert Jahren wunderbare Baumalleen angelegt. Unter den Linden liegt so viel trockenes Laub, als ob Oktober wäre. Der Wassermangel erreicht nun auch die westdeutsche Landwirtschaft, die ostdeutschen Landwirte haben damit schon länger zu tun.
In den schon aus vergangenen Jahren durch Trockenheit geschädigten Wäldern, etwa des Sauerlands, sieht man die abgestorbenen Fichten. Dort, wo sie schon geschlagen und aus dem Wald geschafft wurden, sind braune Hänge mit kaum Aufwuchs. Die Sonne geht über der Wälder stark geschädigter Runde auf – aber von wundersam kann nicht die Rede sein, denn der Klimawandel hat uns nachhaltig erreicht.
Was hat das mit Ola Cällenius zu tun? Der ist als Nachfolger von Dieter Zetsche Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Als solcher vertritt er die Linie des Konzerns mit aller Schärfe: Einsparung von 1,4 Milliarden Euro Personalkosten bis Ende dieses Jahres. Wegfall der kleineren Wagenklassen bei Mercedes. Mehr große SUV- und E-Mobilität. »Auf die Luxusklasse konzentrieren« heißt: Autos für Millionäre. Das Manager Magazin schreibt: »Die Zahl der Dollar-Millionäre wird nach Schätzungen … bis 2025 auf 84 Millionen Menschen steigen … deshalb das Angebot im obersten ihrer drei Segmente mit Autos, die ab 100000 Euro aufwärts kosten.«
Ola Cällenius signalisiert: Die Wälder, die Trockenheit, die Probleme der Rohstoffgewinnung, die sozialen Kosten der Autogesellschaft gehen uns nichts an. Wir wollen mehr verdienen, wir (die Luxuskonsumenten) wollen weiter die Welt verbrauchen ohne Ende, ob mit Diesel- oder E-Fuel- oder E-Antrieb – da malt man sich »grün« und bedient die Reichen.
Ja, die Sonne geht jeden Morgen auch für diese Klasse auf. Der Wälder wundersame Runde leidet. Das Lied kommt uns nicht mehr so positiv wie vor 50 Jahren über die Lippen.

Nur Online Oktober 2022

Finanzpolitik der Ampelkoalition

Für alle reicht es nicht
von Ingo Schmidt

Allen will die Regierung es recht machen. Steigende Rüstungsausgaben für die NATO-Verbündeten, etikettenschwindlerisch als Sondervermögen deklariert. Steuerentlastungen und Subventionen für Unternehmen und Haushalte, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Und das unter erschwerten Bedingungen:

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Nur Online September 2022

Klasse(n-)Zahlen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Aus der Wirtschaftsseite unserer Tageszeitung eines Tages Ende Juli: Klasse Zahlen für die Gewinne. Schlimme Zahlen für die sog. Sozialleistungsempfangenden. Also: Klassenzahlen – sie spiegeln unsere Klassengesellschaft.

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Nur Online September 2022

Ein glänzendes Geschäft

Kurze Geschichte der Preis-Profit-Inflation
von Ingo Schmidt

Inflation ist in aller Munde. Die Medien liefern den notwendigen Gesprächsstoff. In unzähligen Beiträgen werden die Inflationstreiber vorgeführt: Zentralbanker, Gewerkschaften, Russen und Chinesen. Und gewarnt: Wird denen nicht bald das Handwerk gelegt, wird die Inflation die Realwirtschaft abwürgen. Wie in den 1970er Jahren käme es zu Stagnation plus Inflation, kurz: Stagflation. Die historischen Vergleiche sind schief.

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