Als das Unmögliche geschah
Vor 40 Jahren flog in der Sowjetunion ein Akw in die Luft
von Wolfgang Pomrehn
Am 26.April ist es 40 Jahre her, dass sich in der Sowjetunion, unweit von Kiew die bis dahin schwerste Atomkatastrophe Europas ereignete. Gewaltige Mengen radioaktiven Materials wurden freigesetzt. Winde verteilten sie und der Regen wusch den Strahlenstaub unter anderem über Bayern, Österreich, der Tschechoslowakei und Teilen Skandinaviens aus. Explosionen verteilten radioaktive Splitter in der Nachbarschaft. Am stärksten betroffen waren die umliegenden Gebiete in der nordöstlichen Ukraine und im angrenzenden Weißrussland.
Zu spät, zu teuer, zu alt
Von einer echten Renaissance der Atomenergie kann nicht die Rede sein
von Wolfgang Pomrehn
Es soll offensichtlich mal wieder eine Renaissance der Atomkraft herbeigeredet werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält die Windkraft für eine Übergangstechnologie und meint, man solle lieber neue Atomkraftwerke (Akw) bauen, seine vom Energiekonzern E.on übergewechselte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält die Energiewende für viel zu schnell und liebäugelt mit neuen Akw, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (ebenfalls CDU) hält den deutschen (Teil-)Ausstieg aus der Atomenergie für einen Fehler.
Atomare Zeitenwende
Wie Deutschland wieder lernt, die Bombe zu lieben
von Claudia Haydt
Anfang Januar 2026 sorgte ein LinkedIn-Post für Aufsehen: Frank Pieper, Direktor für Strategie an der Führungsakademie der Bundeswehr, erklärte öffentlich, Deutschland brauche eigene Atomwaffen – »in erster Linie mobile taktische«. Geteilt wurde dieser Post und der damit verbundene Vorstoß unter anderem vom CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter.
Atommüll: Es gibt kein sicheres Endlager
Von Kartoffelscheunen, Castorlawinen und Abkürzungen in die Sackgasse
von Helge Bauer
37 deutsche Atomkraftwerke (Akw) haben in etwa 60 Jahren 27.000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle produziert. Wenn einst die letzten Brennstäbe aus den Abklingbecken der Akw entfernt sind, werden sie 1900 Castorbehälter gefüllt haben. Einige dieser Stoffe brauchen eine Million Jahre, bis ihre Strahlung weitgehend abgeklungen ist. Das entspricht in etwa 33.000 menschlichen Generationen. Bisher kommt der Homo sapiens auf etwa 12.000 Generationen.
15 Jahre Fukushima
Zahlensalat
von Wolfgang Pomrehn
Am 11.März sind es 15 Jahre her, dass ein schweres Seebeben der Stärke 9 bis 9,1 nordöstlich von Tokio einen gewaltigen Tsunami auslöste. Auf einer Länge von 180 Kilometern hatte sich der Meeresboden um sechs bis acht Meter verschoben. Zuvor waren weltweit nur drei Beben in der Geschichte der bis 1900 zurückreichenden seismischen Aufzeichnungen stärker. Rund 18.000 Menschen fanden den Tod, über 2500 gelten bis heute als vermisst. Mehr als 450.000 Menschen wurden obdachlos.
Ewigkeiten
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Es gibt Zeiträume, die wir uns angesichts der Kürze des Lebens schlicht nicht richtig vorstellen können, und die schon mal »ewig« genannt werden.
Frankreich und die Atomkraft
Mit dem Fuß auf dem Gaspedal
von Christine Poupin
Das »große Abenteuer der zivilen Kernenergie« ist eine der fixen Ideen von Emmanuel Macron und wird von seiner Ministerin für den ökologischen Übergang als »ein großer ökologischer Fortschritt durch die Mobilisierung aller Hebel der Dekarbonisierung zur Bekämpfung der Klimaerwärmung« bezeichnet.
Frischkäse
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Das Zeitalter der sauberen endlosen Stromerzeugung aus Kernenergie ist erneut näher gerückt – so klang es im Dezember aus den Nachrichtenspalten. Es geht um Kernfusion, die seit vielen Jahren mit Milliardenaufwand in Forschungszentren erprobt wird. Ein »Durchbruch« aus den USA wurde verkündet: erstmals sei mehr Energie aus einem Experiment erzeugt als hineingesteckt worden.
Kleine modulare Atomkraftwerke
Eine neue alptraumhafte Bedrohung
von Klaus Meier
Die sog. IV. Generation von Atomkraftwerken ist weitaus gefährlicher als die bestehenden
Wenn man den aktuellen Umfragen Glauben schenken darf, ist es den Atombefürwortern in Deutschland dank eines medialen Trommelfeuers tatsächlich gelungen, wieder eine Mehrheit für den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke zu erreichen. Es wäre eine Fehler, wenn die Ökologiebewegung dies auf die leichte Schulter nehmen würde.
Atomare Kakophonie
Warum AKWs die Energiefrage nicht lösen können
von Klaus Meier
Seit Wochen trommeln Union und FDP, unterstützt von den Medien des Springer-Konzerns, dafür, dass die drei Atomkraftwerke Emsland, Neckarwestheim-2 und Isar-2 über den gesetzlichen Abschalttermin Ende 2022 hinaus am Netz bleiben sollen. Besonders laut ist CSU-Chef Söder, der keinerlei Sicherheitsprobleme sieht. Sein Hauptargument ist ein Gutachten vom TÜV Süd, das die bayerische Landesregierung selbst eingeholt hatte.
Die ‹Greenwash›-Versuche der deutschen Atomlobby
Zu teuer, zu gefährlich, zu spät
von Wolfgang Pomrehn
Alle Jahre wieder. Immer, wenn es auf die herbstliche UN-Klimakonferenz zugeht, werden die Reste der deutschen Atomlobby aktiv, um die Trommeln für ihre alten Meiler zu rühren.
Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel
Solidarität mit der Bürgerinitiative
von Michael Lorenz
Am 12. Mai 2021 fand vor dem Verwaltungsgericht Schleswig ein von zwölf Wedeler Anwohnerinnen und Anwohnern angestrengtes Verfahren gegen die ätzenden Partikelemissionen des Kohlekraftwerks Wedel statt. Beklagte war das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR), dass die Genehmigung für den Kraftwerksbetrieb, dem Betreiber Wärme Hamburg GmbH, verbieten sollte, so lange von dort gesundheitliche oder materielle Schäden ausgingen. Nach einer über 5-stündigen mündlichen Verhandlung wies das Gericht die Klagen ab.