Fossile Kostenfalle

Mit dem Leben konfrontiert – Neues aus dem Bundestag
von Violetta Bock

»Ich bin aus reiner Notwehr Aktivistin geworden«, sagt unsere Sachverständige im Energieausschuss bei der Anhörung zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Neben ihr sitzen Geschäftsführer und Experten von Heizungsbranche, Mieterbund, Verband kommunaler Unternehmen, Kommunen, Juristen und weitere.

Klima 30. Juni 2026

Comeback der Klimabewegung?

Massenaktionen von Ende Gelände im Ruhrgebiet
von Musa Kaplan

In den frühen Morgenstunden des 5.Juni schallen die Rufe hunderter Aktivist:innen über die Zeltfläche des Klimacamps in Hamm: »Auf geht’s – ab geht’s – Ende Gelände«. Einige Stunden später haben vier Finger ihre über das Ruhrgebiet verteilten Aktionsziele erreicht.

Buch 22. Mai 2026

Ernährungsdemokratie

Die Konzernmacht der Agrar- und Lebensmittelindustrie und Alternativen
von Volker Brauch

Konzernatlas. ­Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2026
Kostenfrei zu beziehen über die Heinrich-Böll-Stiftung, www.boell.de/konzernatlas

Buch 22. Mai 2026

Klima und Klassenkampf

Ihr Verhältnis aus polnischer Sicht
von Norbert Kollenda

Przemyslaw Wielgosz: Pogoda dla rewolucjonistów. Jak zmienic swiat w czasie katastrofy (Ein Wetter für Revolutionäre. Wie die Welt verändern in einer Zeit der Katastrophe)
Krakau: karakter, 2026

Aufmacher 2 21. Mai 2026

„Eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen“

Über die Verbindung von Klima- und sozialen Bewegungen zur Überwindung des Kapitalismus
Angela Klein im Gespräch mit Johanna Schellhagen

Johanna Schellhagen hat 2011 Labournet TV mitgegründet. Sie dreht, produziert und schneidet Videos und Dokumentarfilme.
Vor vier Jahren präsentierte sie ihren Film Der laute Frühling. In diesem Jahr erschien ihr Buch Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten ­erkämpfen. Mit Johanna Schellhagen sprach ­Angela Klein.

Klima 30. April 2026

Energiepolitik von vorgestern

An den Fossilen wird festgehalten, koste es was es wolle
von Wolfgang Pomrehn

Der Krieg gegen den Iran und den Libanon ging bei Redaktionsschluss in die siebente Woche. Millionen Menschen sind auf der Flucht, brennende Gas- und Ölförderanlagen und -lager sorgen für eine toxische Umweltverschmutzung, etliche Schulen, Krankenhäuser und Meerwasserentsalzungsanlagen wurden zerstört, Tausende Zivilisten getötet und der Weltwirtschaft schwerer Schaden zugefügt. Besonders hart ist Süd- und Südostasien betroffen, wo einige Länder Homeoffice-Pflicht und kostenlosen ÖPNV eingeführt haben; aber auch hierzulande sind die Folgen längst zu spüren.

Klima 30. April 2026

Gassüchtige Sauronisten

Klimakrise soll auf Teufel komm raus befeuert werden
von Wolfgang Pomrehn

Es ginge auch anders: Frankreich plant nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, bis 2030 20 Prozent seiner Erdgaseinfuhren durch Strom zu ersetzen. Zu diesem Zweck soll unter anderem der Einsatz von Wärmepumpen massiv vorangetrieben werden. Angesichts der Kapriolen schlagenden Gaspreise ein vernünftiger Ansatz und im Lichte der sich entfaltenden Klimakrise sowieso.

Klima 30. April 2026

Die Bio-Treppe ins Nichts

Katherina Reiche demontiert das Heizungsgesetz
von Klaus Meier

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat ein Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt. Das zentrale Ziel: Der Einbau von Öl- und Gasheizungen in Neubauten soll wieder ungehindert ermöglicht werden. Die Koalition aus Union und SPD hat dem zugestimmt. Laut Reiche geht es um »Vernunft, Freiheit und Tempo statt Verbote«.

Klima 30. April 2026

Das Klima in Zahlen

Zahlensalat
von wop

Es ist nicht gerade so, dass der Klimawandel gerade Pause machen würde, nur weil Kriegstreiber und andere Freunde der immer noch sehr gewinnträchtigen Steinzeittechnologien gerade viel Rückenwind haben. Im Gegenteil: Die Weltmeteorologie Organisation in Genf lässt in ihrer Jahresbilanz wissen, dass das planetare Klimasystem mehr und mehr aus den Fugen gerät. Mit 1,43 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau war das vergangene Jahr das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnung. Nur 2024 war wärmer und 2023 in etwa mit dem vergangenen Jahr gleichauf. Die Erwärmung hat sich in den letzten zehn Jahren sichtlich beschleunigt.

Klima 1. April 2026

Fossile Knechtschaft

Gas und Sprit weder billig noch sicher
von Wolfgang Pomrehn

Trumps und Netanyahus Krieg in Westasien verursacht nicht nur unendliches Leid. Bis zu einer Million Libanesinnen und Libanesen, 20 Prozent der Bevölkerung, mussten bereits vor der massiven Gewalt fliehen, heißt es bei der UNO-Flüchtlingshilfe. 280.000 Kinder seien von der Eskalation betroffen. Angst und Verlust würden ihren Alltag bestimmen. In Iran waren nach knapp drei Wochen Krieg drei Millionen Menschen auf der Flucht.

Klima 1. April 2026

Das Gebäudemodernisierungsgesetz

Zahlensalat
von Wolfgang Pomrehn

Die Bundesregierung ist auf dem besten Wege, die Verbraucherinnen und Verbraucher in eine regelrechte Kostenfalle zu locken. Mit dem zur Änderung anstehenden Gebäudemodernisierungsgesetz – ehemals Gebäudeenergiegesetz und als Heizungsgesetz bekannt – soll der Einbau neuer Gasheizungen wieder erlaubt sein. Wie bereits berichtet, kommen auf die Kunden jedoch langfristig steigende Abgaben für das Gasnetz zu, da dessen Kosten auf immer weniger Schultern verteilt werden.

Gesundheit 1. April 2026

Covid-19: Lernen aus der Pandemie

Bereit sein für Epidemien
von Matthias Becker

Sind wir mittlerweile bereit, die Covid-19-Pandemie aufzuarbeiten? Tatsächlich mauern viele Linke und tun die anstehende Aufarbeitung als »Pandemie-Revisionismus« ab. Aber es geht dabei um mehr als die Frage, wer damals recht hatte. Für eine sozialistische Gesundheitspolitik in den Zeiten der Vielfachkrise müssen wir selbstkritisch zurückschauen und uns auf die kommenden Gesundheitskrisen vorbereiten.

Klima 1. Februar 2026

Angriff auf Deutsche Umwelthilfe

Gegen Umweltschutz – Mit aller Gewalt
von Wolfgang Pomrehn

Umwelt- und Klimaschützer sind weltweit unter Beschuss: Je härter der Klassenkampf, je repressiver der jeweilige Staat, desto mehr.

Klima 1. Februar 2026

Zahlensalat

Massiver Energieverbrauch in KI-Datenzentren
von wop

Der Hype um Künstliche Intelligenz sowie die dafür benötigten Datenzentren drohen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verstärkten, warnt urgewald.

Klima 1. Februar 2026

Pakistan: Wer schadet, muss haften

Klimaklagen gegen RWE & Heidelberg Materials
von Karin Zennig

Während eine Klimakatastrophe die nächste jagt und die Institutionen des regelbasierten Multilateralismus demontiert werden, verteidigen 39 pakistanische Bäuerinnen und Bauern mutig ihr Recht, nicht geschädigt zu werden.

Klima 1. Februar 2026

Das Aus fürs Verbrenneraus

Verantwortungslos, dumm, folgenschwer
von Paul Michel

Jetzt schon wissen wir: 2025 wird wohl das zweit- oder drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Es war ein Jahr, in dem ein Extremwetter das nächste jagte: Starkregen, Stürme, Hitze, Trockenheit und Orkane: 45,4 °C in Katalonien, über 50 °C im Death Valley (USA) und im Norden Chinas.

Rand Rolf Euler 1. Januar 2026

Plastikmüll

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Im Gasometer Oberhausen gab es bis vor kurzem die Ausstellung Planet Ozean, in der auf großformatigen Bildern das Leben im Meer und seine Bedrohung gezeigt wurde. Mehrere Bilder zeigten die Verseuchung der Ufer und Meeresbuchten mit Plastikmüll. Das war der letzte Anlass, mal aufmerksamer einzukaufen.

Aufmacher 1 1. Januar 2026

Soziale Wärmewende statt neoliberale Kälte

Bei der Mietenkampagne geht es auch um die Heizungsfrage
von Violetta Bock

Steigende Mieten, explodierende Nebenkosten und unsichere Energiepreise prägen längst den Alltag großer Teile der Bevölkerung – während die Welt aus den Fugen gerät. Bei all den Krisen der Welt würden manche gern die Decke über den Kopf ziehen und gar nichts mehr von Politik hören. Doch die eigenen vier Wände sind auf Grund der gestiegenen Preise längst kein Ort mehr zum Durchatmen.

Klima 1. Januar 2026

Gerangel um die Wärmewende

Um was es geht. Was getan werden muss
von Klaus Meier

Anfang 2024 hatte die seinerzeit regierende Ampelkoalition beschlossen, dass Heizungen in Neubauten zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Eigentlich eine sinnvolle klimapolitische Maßnahme. Doch die mächtige Öl- und Gas-Lobby sah dadurch ihre Interessen massiv bedroht.

Klima 1. Januar 2026

Ökologische Souveränität

Von gegenseitiger Vernichtung zu planetarischer Langlebigkeit
von Sabrina Fernandes

Der nachstehende Beitrag von Sabrina Fernandes wurde zu Beginn der COP30 (10.–22.November) und mit Blick auf diesen veröffentlicht. Er diskutiert den Zusammenhang zwischen Antiimperialismus und Klimaschutz aus Sicht der Linken in Ländern des globalen Südens und aus ökologischer Perspektive. Wir bringen Auszüge daraus.

Klima 1. Januar 2026

Der reiche Norden knausert

Kampf um Klimagerechtigkeit wird immer dringlicher
von Wolfgang Pomrehn

Wieder eine UN-Klimakonferenz mit äußerst magerem Erlebnis. Nicht einmal auf eine klare Aussage zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern konnten sich die Regierungsvertreter einigen.

Klima 1. Januar 2026

Der Alternativgipfel in Belém

›Wir fordern ein Ende von Krieg und Ausbeutung‹
dokumentiert

Vom 12. bis zum 16.November tagte im brasilianischen Belém parallel zum UN-Klimagipfel auch ein sog. Gipfel der Völker (A cúpula dos povos), den diverse soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen mit Unterstützung der brasilianischen Regierung organisiert hatten.

Klima 1. Dezember 2025

Mangelware Klimaschutz

COP30, CCS und neue Gaskraftwerke
von Wolfgang Pomrehn

Wenn diese Zeitung in der letzten Novemberwoche ausgeliefert wird, ist im brasilianischen Belém gerade die UN-Klimakonferenz zu Ende gegangen, die COP30. Seit 30 Jahren finden diese Konferenzen jährlich statt. Über internationalen Klimaschutz wird sogar schon seit Ende der 80er Jahre verhandelt. Dabei geht es meist darum, wann und wieviel die reichen Länder zahlen, um den Ländern des Südens bei der Anpassung zu helfen, und natürlich darum, wer wann und wieviel seiner Treibhausgasemissionen reduzieren soll.

Kolumne Violetta Bock 1. Dezember 2025

Neues aus dem Bundestag

Shame on you, Merz
von Violetta Bock

Die Klimakonferenz COP30 hat das Klimathema wieder nach oben auf die Tagesordnung gerückt. Bei Redaktionsschluss ist das Ergebnis noch nicht absehbar. Die entscheidende Woche hat gerade erst begonnen. Bei der COP wird in stundenlangen Verhandlungen versucht, Einigung herzustellen zu Themen wie Just transition, Schutz der Wälder, Anpassungsmaßnahmen an die Klimakatastrophe, Ausstieg aus der fossilen Energie. Bei jedem einzelnen geht es um die Finanzierung und wie die Kosten global zwischen Verursachern und Betroffenen aufgeteilt werden.

Industrie 1. Dezember 2025

IKEA und die Nachhaltigkeit

Umweltverbrechen mit Umweltsiegeln
von Volker Brauch

Jeder kennt den freundlichen Möbelkonzern mit seinen blau-gelben, schwedischen Erkennungsfarben, der das IKEA-Lebensgefühl in die Wohnung bringt. Ein Konzern auf der grünen Wiese mit seinen großen gelben Buchstaben, der sich als der sympathische Möbelladen von nebenan darstellt.
?Ehemals 1943 von Ingvar Kamprad in Südschweden mit einem kleinen Handelsbetrieb gegründet, ist IKEA innerhalb von 80 Jahren zum weltumspannenden Imperium und zum weltgrößten Möbelhandelsunternehmen gewachsen. Der Konzern, mit seiner beispiellosen Expansion, betreibt 433 Einrichtungshäuser in 50 Ländern. Insgesamt bedient IKEA global mehr als 63 verschiedene Märkte. Allein in Deutschland, dem wichtigsten Markt von IKEA, gibt es 54 Verkaufsstandorte mit etwa 20.000 Beschäftigten.

Klima 1. Dezember 2025

Zahlensalat

Oxfam: Die Klimakrise ist eine Krise der Ungleichheit
von wop

Die Superreichen leben bekanntlich mit Luxusjachten, Privatjets und ähnlichem auf besonders großem Fuße, und die Hilfsorganisation Oxfam hat anlässlich der diesjährigen Klimaverhandlungen ausgerechnet, was das für den Klimaschutz bedeutet.

Klima 1. November 2025

Verhandeln bis es brennt

Die EU hat für die COP30 ihre Hausaufgaben nicht gemacht
von Wolfgang Pomrehn

Es wird mal wieder übers Klima ­gesprochen. Im brasilianischen ­Belém, an der Amazonasmündung, beginnt kurz nach Erscheinen dieser Ausgabe die diesjährige UN-Klimakonferenz, die 30. ihrer Art. Viel ist in den letzten 35 Jahren über Klimaschutz verhandelt und gestritten worden, doch geschehen ist wenig – viel zu wenig.

Aufmacher 1 1. November 2025

Never trust a CoP

Vor dem 30.UN-Klimagipfel in Brasilien
von Antônio Andrioli


Das langjährige Motto der Klimagerechtigkeitsbewegung gilt nach wie vor: Fossile Konzerne haben immer noch viel Einfluss auf den Weltklimagipfel, die Conference of the Parties (CoP). Die notwendigen Schritte zum Schutz des Klimas werden dort nicht gemacht. Klimaschutz bleibt Handarbeit – und das weiß auch die Bewegung in Brasilien, wo die UN-Klimakonferenz 2025 zum ersten Mal im größten Regenwald der Erde stattfindet: in Amazonien. Der Autor ist Politik- und Sozialwissenschaftler an der brasilianischen Universität UFFS und schreibt über die Situation und den Widerstand in Brasilien.n

Klima 1. November 2025

Klima und Klassenkampf

Wer zahlt den Preis der Zerstörung?
von John Clarke

Wenn wir an Klassenkampf denken, sehen wir meist Streiks oder Proteste gegen Sozialabbau. Doch die Klimakatastrophe wird zum zentralen Konfliktfeld der Arbeiter:innenbewegung werden. Denn wie bei der Covid-Pandemie treffen ihre Folgen Menschen ungleich – entlang sozialer, rassistischer und globaler Spaltungen.

Klima 1. November 2025

Schritte zur klimagerechten Gesellschaft

Die Rolle der Arbeit bei der Transformation
von Sarah Glynn

Wenn die Menschheit überleben will, muss sie ihre Gesellschaft grundlegend verändern. Die Klimakrise verlangt nichts weniger als eine Neuorganisation unserer Wirtschafts- und Lebensweise. Doch viele betrachten den Kapitalismus als naturgegeben und verteidigen ihn selbst dann, wenn er unser Überleben bedroht.

Klima 1. November 2025

Nach dem Scheitern des 1,5-Grad-Ziels

Wir stehen kurz vor den Points of no Return
von Annette Schlemm

Seit vielen Jahrzehnten wird vor drastischen Änderungen im Klimasystem durch menschliche Treibhausgasemissionen gewarnt, dennoch gehen die Emissionen immer weiter. Mittlerweile ist klar, dass das Ziel, unter einer globalen durchschnittlichen Temperaturerhöhung von 1,5 Grad zu bleiben, nicht mehr einzuhalten ist.

Klima 1. November 2025

Klimaschutz

30.Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimaschutzrahmenkonvention COP30
von Wolfgang Pomrehn

Mitte November wird mal wieder über internationalen Klimaschutz verhandelt. Die UNO-Mitglieder treffen sich zur 30.Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimaschutzrahmenkonvention. COP30 oder Conference of Parties wird das Event in der Sprache der Klimadiplomaten genannt. Seit 1995 finden diese Treffen jährlich statt. Mit dürftigem Erfolg.

Industrie 1. November 2025

Autoproduktion in Serbien

Wie grün ist der grüne Kapitalismus?
von Lars Hirsekorn

»Woher kommen die Rohstoffe für die Antriebswende? Welche Folgen hat der Abbau von Leichtmetallen wie Lithium und Kupfer?« Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Hinterkopf machte sich eine etwa 30köpfige Reisegruppe im September 2025 auf in die Republik Serbien.

Industrie 1. November 2025

Lithium

Ein Leichtmetall als geopolitischer Zankapfel
von Matthias Becker

Lithium wird oft als »weißes Gold« bezeichnet – wegen seiner Farbe und wegen seines Werts. Das chemische Element kann auf engem Raum große Mengen Energie speichern. Daher eignet es sich um Batterien herzustellen, die bekanntlich in immer mehr Fahrzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen stecken – vom Smartphone bis zum E-Bike. Der sogenannte »wirtschaftsstrategische Rohstoff« führt zu scharfen Konflikten zwischen den Weltmächten – wobei der Frontverlauf oft verwirrend und uneindeutig ist, so wie im Fall von Serbien.

Buch 1. November 2025

Klimakollaps und soziale Kämpfe

Etwas für den Gabentisch
von Angela Klein

Lisa Poettinger: Klimakollaps und soziale Kämpfe. Über Klimaschutz in einer ungerechten Welt. München: Oekom, 2025. 212 S., 18 Euro

Buch 1. November 2025

Grüner Kolonialismus

Ungerechte Energiewende
von Rolf Euler

Grüner Kolonialismus. Zwischen Energiewende und globaler ­Gerechtigkeit. Hrsg. Miriam Lang u.a. München: oekom, 2025. 336 S., 25 Euro

Klima 1. Oktober 2025

Energiewende rückwärts

Windkrafthersteller werden in die Zange genommen
von Wolfgang Pomrehn

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, bis 2024 noch Vorstand der E.on-Tochter Westenergie, will die Axt an die Energiewende legen und lieber neue Gaskraftwerke bauen. Anlagen mit 20 Gigawatt Leistung stehen auf der Wunschliste ihrer Auftraggeber. Die ersten Neubauten sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden.

Klima 1. Oktober 2025

Lang lebe der Verbrennermotor

IG Metall und Automobilindustrie gegen EU-Klimaschutzziele
von Thies Gleiss

Das Verfahren ist hinlänglich bekannt, der Zeitpunkt aber etwas verspätet: Immer dann, wenn eine neue Regierungsbildung und Koalitionsverhandlungen anstehen, haben sich in der Vergangenheit Unternehmerverbände und Gewerkschaftsvorstände in »gemeinsamen Erklärungen« oder »Mahnbriefen« zu gesellschaftlich strittigen Themen geäußert, wo soziale Interessen und Umweltschutz oder Friedenspolitik aufeinander prallen, und angeblich gemeinsame Forderungen vorgetragen.

Landwirtschaft 1. Oktober 2025

Alternativen für die Agrarproduktion

Wie Landwirtschaft ökologisch nachhaltig und solidarisch werden kann
von Matthias Becker

Landwirtschaft bedeutet: sich Sorgen machen. Kommt genug Regen? Genug Sonne? Wie wird das Erntewetter? Wegen der klimatischen Veränderungen wird der Anbau immer mehr zu einer Zitterpartie.

Klima 1. Oktober 2025

Klimakollapscamp: Jenseits der Dystopie

Ein Camp in Brandenburg bereitet sich vor
von Annette Schlemm

Dass die kapitalistische Produktions- und Lebensweise Menschen wie auch die außermenschliche Natur nur begrenzt reproduziert und letztlich zerstört, ist lange bekannt. Wie lange kann das noch gut gehen? Für viele ging es noch nie gut und inzwischen kommen die sog. »Polykrisen« auch im Herzen der Bestie an.

Industrie 1. Oktober 2025

Anti-IAA-Proteste: Antimilitaristisch und klassenbewusst

Das waren die Aktionstage gegen die Automesse in München
von Claudia Wangerin

Dass die Proteste gegen die Automesse IAA Mobility vom 9. bis 14.September in München dieses Jahr kleiner ausfielen als 2021 und 2023, war zu erwarten – obwohl das Organisationsteam nichts falsch gemacht hat und der noch aktive Teil der Klimabewegung schnell dazulernt. Aber der Reihe nach.

Amerika 1. Oktober 2025

Klimakrise, Männlichkeit und der neue Autoritarismus

›Das autoritäre Begehren begreifen‹
Interview mit Cara Daggett

Cara New Dagett ist US-amerikanische Politikwissenschaftlerin. Das Interview führten Karin Zennig und Christian Sälzer für den Rundbrief 2/25 von medico international, in dem die längere Originalversion zu lesen ist.

Wasser 1. Juli 2025

Recht auf Wasser

Klimaerwärmung, soziale Ungleichheit und industrielle Interessen bedrohen das Recht auf Wasser
von Gerhard Klas

Klimaerwärmung, soziale Ungleichheit und industrielle Interessen bedrohen das Recht auf Wasser. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Aber wer entscheidet eigentlich, wer wie viel davon bekommt? Wer leben darf, wer sterben muss? Konzerne machen Wasser knapp: durch Privatisierung, durch seine vorrangige Nutzung für industrielle Zwecke, durch Verschmutzung bis hin zur Vergiftung – ob bei Tesla in Brandenburg oder durch die Pharmaindustrie, ob in Uruguay, Guatemala oder Großbritannien. Und fast alle Regierungen spielen mit.

Wasser 1. Juli 2025

Wasserkrise in Uruguay

Massenproteste gegen Konzerninteressen
von Gerhard Klas

Uruguay steht zunehmend unter Druck: eine historische Dürre, steigende Temperaturen und sinkende Grundwasserspiegel haben das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas in eine dramatische Wasserkrise gestürzt. Während die klimatischen Herausforderungen nicht kurzfristig geändert werden können, rücken politische Entscheidungen und wirtschaftliche Interessen immer stärker in den Fokus der Kritik – insbesondere im Spannungsverhältnis zwischen öffentlicher Daseinsvorsorge und privatwirtschaftlichen Lösungen.

Wasser 1. Juli 2025

Wasserversorgung in Großbritannien

Teuer, gesundheitsgefährdend, überschuldet
von Terry Conway

Jede Woche berichten britische Medien über die hiesige Wasserkrise: im Juni wies die Umweltbehörde darauf hin, dass England bis zum Jahr 2055 eine Wasserknappheit von fünf Milliarden Litern im Jahr droht. Als Ursachen werden der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und die Bevölkerungskonzentration sowie die industrielle Entwicklung genannt, insbesondere die sehr durstigen Callcenter. Die Presse appelliert meist an individuelle Nutzer, ihren Verbrauch zu senken.

Wasser 1. Juli 2025

Die Pharmaindustrie: Auch eine Dreckschleuder

Die Europäische Union will Wassergroßverbraucher zur Kasse bitten
von Matthias Becker

Die Pharmaindustrie benutzt und verschmutzt riesige Wassermengen – höchste Zeit, sie in die finanzielle Verantwortung zu nehmen.

Metformin ist eines der häufigsten Medikamente überhaupt. Fast drei Millionen Diabetiker in Deutschland nehmen es täglich, um ihren Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Glücklicherweise kostet eine Tablette nur etwa zehn Cent. Aber damit könnte es bald zu Ende sein. Die Hersteller Zentiva und Sandoz drohten im Mai, das Arzneimittel nicht länger anzubieten.

Klima 1. Juli 2025

Vergiftete Zukunft

Moderne Brunnenvergifter
von Nele Johannsen

Dass Ewigkeitschemikalien fortwährend in die Umwelt gelangen, ist eine schleichende Katastrophe.

Was heute ins Grundwasser sickert, stammt oft aus vergangenen Jahrzehnten. Löschschäume, Industrieabwässer und kontaminierte Schlämme wurden lange bedenkenlos verwendet, was heute zu einem Umweltproblem ersten Ranges geführt hat. Denn die darin enthaltenen PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen*), sog. Ewigkeitschemikalien, sind schwer abbaubar und wandern langsam, aber stetig durch die Bodenschichten nach unten. Was einmal freigesetzt wurde, erreicht früher oder später das Grundwasser. Diese Kontamination ist weder sichtbar noch rückgängig zu machen.

Klima 1. Juli 2025

Energiestatistik

Zahlensalat
von Wolfgang Pomrehn

Rund 20 Prozent betrug 2024 der Anteil der Erneuerbaren am sog. Primärenergieverbrauch. Hört sich nach wenig an? Freunde der fossilen Industrien messen den Erfolg von Sonne, Wind und Co. aus genau diesem Grunde gerne an diesem sperrigen Begriff. Doch der Vergleich hinkt ziemlich. Der Einsatz von Primärenergie ist die falsche Messlatte, wie ein Blick in die Statistik zeigt.

Klima 1. Juli 2025

KlimaUNgerechtigkeit

Was die Klimakatastrophe mit Kapitalismus zu tun hat
von Rolf Euler

Die Wissenschaftlerin Friederike Otto hat nach »Wütendes Wetter« erneut ein aufrüttelndes Buch zum Klimawandel geschrieben. Diesmal geht es nicht hauptsächlich um die erneute Darstellung aller bekannten Aspekte der Krisen, sondern um die desaströsen Folgen für die Menschen in den vor allem betroffenen Gebieten. Ihre Hauptthese: »Der Klimawandel ist kein unverschuldeter Schicksalsschlag, er ist vor allem ein Unrecht.«

Friederike Otto: KlimaUngerechtigkeit. Berlin: Ullstein, 2023. 336 S., 14,99 Euro

Landwirtschaft 1. Juni 2025

Gemüse in Gefahr

Eine neue Bedrohung für Kartoffeln und Rüben
von Matthias Becker

Die Erzeuger von Zuckerrüben und Kartoffeln fürchten sich vor einem neuen Schädling: Die Schilf-Glasflügelzikade profitiert von den klimatischen und ökologischen Veränderungen, aber auch von den hausgemachten Problemen der kapitalistischen Landwirtschaft.

Klima 1. Mai 2025

Wasser in Bewegung

In Alfter bei Bonn vernetzten sich Aktivist:innen für gerechte Wasserverteilung
von Natalia Riedel

Wasser wird knapper – nicht nur im globalen Süden, sondern zunehmend auch in Deutschland. Rund 300 Menschen aus mehr als zehn Ländern versammelten sich vom 21. bis 23. März an der Alanus-Hochschule zur Konferenz »Wasser.Klima.Gerechtigkeit«, um sich über gerechte Wasserverteilung, lokale Konflikte und globale Perspektiven auszutauschen. Das große Interesse überraschte selbst die Veranstalter:innen.

Klima 1. Mai 2025

Schon 2,5 Grad über dem Soll

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Vor knapp vier Jahren erschien an dieser Stelle ein Beitrag mit der Überschrift »2 °C«. Es tut mir leid: Dieses Jahr lautet die Überschrift wie oben: Schlimmer geht immer!
Was hat sich getan, oder vielmehr nicht getan, dass wir die Gradzahl hier erhöhen müssen?

Klima 1. April 2025

Zu Besuch im Sündenwald

›RWE kümmert sich einfach nicht um unsere Leben‹
von Marina Hoffmann

Mal wieder ist im Rheinischen Braunkohlerevier ein Wäldchen besetzt, um es vor dem Abriss und den Kiesbaggern zu schützen. Marina Hoffmann war vor Ort…

Elektroschrott und kein Ende

Die Kehrseite der weltweiten Kommunikation und Mobilität
dokumentiert

Dass Tag für Tag Unmengen an Elektroschrott anfallen, ist allseits bekannt. Um welche Größenordnung es sich tatsächlich handelt, ist weitgehend unbekannt. Vom Handy bis zur Waschmaschine, vom Elektrokabel bis zum Bildschirm: in nur zwölf Jahren hat sich die Gesamtmenge an Elektroschrott weltweit fast verdoppelt.

Industrie 1. März 2025

Zerfleddert und ausgeschlachtet

Merz, der grüne Stahl und die Rettung von Thyssen-Krupp
von Klaus Meier

Wer nicht auf die Umstellung der Stahlproduktion auf umweltfreundliche Techniken setzt, der nimmt weitere Pleiten in der Industrie in Kauf.

Anfang Januar erklärte der Bundesvorsitzende der CDU, Friedrich Merz, auf einer Konferenz des CDU-Arbeitnehmerflügels: »Ich glaube persönlich nicht daran, dass der schnelle Wechsel hin zum wasserstoffbetriebenen Stahlwerk erfolgreich sein wird. Wo soll der Wasserstoff denn herkommen?«

Industrie 1. März 2025

Deutscher Energiehunger

Der Handel mit Wasserstoff verfestigt den ungleichen Tausch zwischen Nord und Süd
von Neelke Wagner

Deutschland will Wasserstoff einführen, selbst aus Lateinamerika. Dies sei zum beiderseitigen Vorteil, argumentiert die deutsche Energiediplomatie. Aber statt einer gleichberechtigten Partnerschaft droht die Fortschreibung des ungleichen Tauschs.
Neelke Wagner ist Referentin für Klima- und Ressourcengerechtigkeit beim Verein PowerShift. Ihr Text erschien zuerst in einer ausführlicheren Fassung in den Lateinamerika-Nachrichten (Nr.12, 2024).

Klima 1. Februar 2025

Lebensgefährliche Milliardäre

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Wir haben das erneut wärmste Jahr seit den Aufzeichnungen hinter uns. Wir sehen in Kalifornien riesige Wald- und Stadtbrände. Wir bemerken viele Entwicklungen deshalb spät, weil sie – bei exponentiellem Wachstum – schleichend anfangen und dann so schnell größer werden.
Exponentielles Wachstum gab es auch bei der Zahl der Milliardäre.

Europa 1. Februar 2025

Green Deal war gestern

Haushalt und Personal der neuen EU-Kommission
von Klaus Dräger und Herman Michiel

Nach geheimen politischen Verhandlungen zwischen den Regierungschefs, die den drei sogenannten »proeuropäischen« politischen Familien angehören, wurde Ursula von der Leyen Ende Juni 2024 für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Kommissionspräsidentin vorgeschlagen und vom Europäischen Parlament (EP) bestätigt.

Klima 1. Februar 2025

Von der Dunkelflaute zur Energiekrise?

Rechte Agitatoren hetzen gegen erneuerbare Energien
von Klaus Meier

Rechte Blogger, die FAZ und die Springer-Presse haben zum Jahresübergang ihre Kampagne gegen die Energiewende verschärft. Die Industrie würde abwandern, die Haushalte würden in eine finanzielle Krise geraten, Stromausfälle drohten. Was ist dran an diesen Behauptungen?

Nordafrika/Nahost 1. Februar 2025

Erneuerbare Energien

Vom Neokolonialismus in der Energiewende
von Nele Johannsen

Grüne Energie aus Tunesien: Mit riesigen Solarparks und grünem Wasserstoff soll das Land den europäischen Energiemarkt füttern. Die sozialen und ökologischen Kosten spielen dabei keine Rolle. Während Europa von den Großprojekten profitiert, sieht sich die tunesische Bevölkerung mit Landverlust, Wasserstress und unzureichender Beteiligung konfrontiert.

Klima 1. Februar 2025

Wie weiter mit der Klimabewegung?

Mit Vergesellschaftung gegen den drohenden ­Feudalfaschismus
von Tino Pfaff

Wie kann es für die Klimabewegung weitergehen, angesichts des Durchmarschs der Rechten? Der Umweltaktivist und Autor Tino Pfaff reflektiert seine eigene politische Entwicklung und warnt vor einem neuen Faschismus. Im letzten Jahr hat Tino Pfaff das Buch Vergesellschaftung und die sozialökologische Frage herausgegeben (Oekom-Verlag).

Buch 1. Februar 2025

Der Albtraum vom grünen Kapitalismus

Tesla zeigt, was alles bei uns schiefläuft
von Angela Klein

Heidemarie ­Schroeder: Eine Gigafabrik in Grünheide oder der Albtraum vom grünen Kapitalismus. Marburg: Büchner, 2025. 204 S., 22 Euro

Heidemarie Schroeder ist den SoZ-Lesenden durch ihre engagierte Berichterstattung über den Bau der Teslafabrik in Grünheide und den Widerstand dagegen wohl bekannt. Sie hat über die Jahre »die Eroberung eines kleinen Ortes im Berliner Umland durch den reichsten Mann der Welt« erlebt und soviele Einsichten in die Verhältnisse vor und hinter den Kulissen gewonnen, dass sie jetzt ein Buch darüber geschrieben hat.

Klima 1. Januar 2025

Rechte der Natur

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Im Oktober erging ein Urteil am Landgericht Erfurt, das in der Umweltszene Aufsehen erregte. In einem Verfahren um Schadenersatz wegen unzulässiger Dieselmotorabgaseinrichtung erklärte das Gericht, dass »die Beklagte Eigenrechte der Natur verletzt hat, die sich aus der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ergeben«.

Klima 1. Dezember 2024

UN-Klimakonferenz braucht Alternativen

Die UN-Klimakonferenz ist immer weniger ein Instrument, die Klimazerstörung zu bekämpfen
dokumentiert

Schon die COP28 im vergangenen Jahr in Dubai (VAE – Vereinigte Arabische Emirate) war kein Ort mehr, an dem Lösungen für die Klimakrise ausgehandelt werden. Es war ein internationaler Handelsplatz für falsche Lösungen und lukrative Kohlenstoffgeschäfte.

Klima 1. Dezember 2024

Für eine ökosozialistische Alternative

Die IV.Internationale will im Februar ein Manifest verabschieden
von Thies Gleiss

Der Weltkongress der IV.Internationale, der seit 1938 in Abständen von vier bis acht Jahren stattfindet und revolutionär-marxistische Parteien und Organisationen aus der ganzen Welt versammelt, will im Februar 2025 ein Ökosozialistisches Manifest verabschieden. Seit einigen Monaten gibt es dazu einen Entwurf.

Landwirtschaft 1. November 2024

Rettet den Boden vor den Konzernen

Vergesellschaftung auf dem Acker und in der Tierindustrie
von Paula Breitenbach

Die Landwirtschaft trägt erheblich zum Biodiversitätsverlust und zur Klimakatastrophe bei, zu Bodendegradation, Wasserverschmutzung und der Übernutzung von Ressourcen, aber auch zu unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Ausbeutung. All das wurzelt in den ökonomischen Rahmenbedingungen.

Verkehr 1. November 2024

Die Autoindustrie in der Systemkrise

Der sozialökologische Umbau ist nicht nur ökologisch, auch ökonomisch unverzichtbar
von Stephan Krull

Die Krisen in der Autoindustrie kommen regelmäßig, die Abstände verkürzen sich und die Krisen werden heftiger. Wie auch jetzt wieder geht es um Konkurrenz, um Märkte und Marktanteile, um den Aufbau und dann auch wieder die Zerstörung von Kapazitäten in geschrumpften Teilmärkten.

Arbeitskämpfe 1. November 2024

Tierindustrie abschaffen! Und dann?

Perspektiven für die Vergesellschaftung und Konversion von Tönnies und Co.
von Sebastian Schubert

Miese Arbeitsbedingungen, Tierleid, Verantwortung für Klimakrise und Umweltzerstörungen: Die Missstände in der Tierindustrie sind bekannt. Dennoch richten wir gegenwärtig wenig gegen die Macht der Konzerne aus. Aktivistische Gruppen diskutieren nun über Enteignung und fordern die Vergesellschaftung der Unternehmen zugunsten einer pflanzlich basierten Produktion.

Klima 1. November 2024

Das Elektroauto – Retter von Klima und Wohlstand?

Wie man es dreht und wendet – das E-Auto ist nicht grün
von Heidemarie Schroeder

Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise. Der Absatz insbesondere für batterieelektrische Automobile ist in der jüngsten Vergangenheit stark eingebrochen. Der Autokonzern Volkswagen will, um Kosten zu sparen, die über Jahrzehnte bestehende Beschäftigungsgarantie für seine Beschäftigten kündigen, gar von Werksschließungen ist die Rede.

Klima 1. Oktober 2024

Effektiv gegen die Klimakrise

Die Kampagne Debt for Climate fordert einen vollständigen ­Schuldenerlass für den globalen Süden
von Eva Hengstermann

Die Anpassung an eine Welt, die immer mehr von den Folgen des Klimawandels beeinflusst wird, ist nicht einfach. Vor allem aber ist sie teuer. Länder im globalen Süden bekommen die Auswirkungen der Erderwärmung in Form von Dürren, Fluten und anderen Umweltkatastrophen als erstes und am stärksten zu spüren – obwohl sie am wenigstens dafür verantwortlich sind.

AKW 1. Oktober 2024

Ewigkeiten

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Es gibt Zeiträume, die wir uns angesichts der Kürze des Lebens schlicht nicht richtig vorstellen können, und die schon mal »ewig« genannt werden.

Klima 1. September 2024

Tesla

Das Wasser und kein Ende
von Heidemarie Schroeder, Grünheide

Am 22.März 2022 feierte Elon Musk in seiner Tesla-Fabrik in Grünheide den »delivery day«: Nach nur zwei Jahren, während derer Bau und Genehmigungsverfahren parallel voranschritten, rollten die ersten E-Autos vom Band. Da am 22.März alljährlich auch der Weltwassertag begangen wird und der Standort wegen der Gefahren für das Trinkwasser von Beginn an in der Kritik stand, demonstrierten vor den Werkstoren Umweltverbände und Bürgerinitiativen, während im Werk Politprominenz feierte. Die Befürchtungen, die erstere hegten, bewahrheiten sich nun in Folge Stück für Stück.

Klima 1. September 2024

Klimagerechtigkeit trifft Antifa

System-Change-Camp in Erfurt
von Michael Schwarz

Um die lokale linke Bewegung im Angesicht eines drohenden Wahlsieges der AfD zu unterstützen, luden linke Klima-Aktivist:innen vom 5. bis 11.August zum System-Change-Camp in die thüringische Hauptstadt Erfurt ein. Im ganzen Bundesgebiet war in der Klimabewegung dazu aufgerufen worden, den Genoss:innen im Osten solidarisch zur Seite zu stehen.

Klima 1. September 2024

Climate Engineering

Gefährliches Versprechen zur Rettung der Welt
von Annette Schlemm

Annette Schlemm ist Physikerin, promovierte Philosophin, Buchautorin und aktiv im Klimanetz Jena. Ihr jüngstes Buch ist Climate Engineering. Wie wir uns technisch zu Tode siegen, statt die Gesellschaft zu revolutionieren

Gewerkschaften 1. Juli 2024

Zwischen Profitinteressen und Klimabewusstsein

Über die IG Metall und die sozialökologische Transformation
Gespräch mit Hans Köbrich

Bei der sozialökologischen Transformation gilt es nicht nur den Widerstand des Kapitals zu überwinden, sondern auch innergewerkschaftliche Zwänge.

Repression 1. Juli 2024

Spaltungsversuch

Verdachtsfall Ende Gelände
von Gerhard Klas

Hat tatsächlich irgendwer aus Sorge um die aktuellen politischen Entwicklungen auf den Verfassungsschutz als potenziellen Bündnispartner im Kampf gegen Rechts gehofft?
Der jüngste Bericht des Bundesverfassungsschutzes ist selbst Ausdruck der allgemeinen politischen Rechtsentwicklung: Erstmals hat die Bundesbehörde das Klimabündnis Ende Gelände als »Verdachtsfall« eingestuft, das nunmehr seit knapp zehn Jahren mit Blockaden und zivilem Ungehorsam gegen die Infrastruktur fossiler Energiekonzerne vorgeht.

Klima 1. Juli 2024

Klimaschutz – ein Mengenproblem

Ein klimaneutraler Umbau der Stahl- und Chemieindustrie geht nicht ohne Schrumpfung
von Klaus Meier

Die Konzerne der Stahl- und Chemiebranche haben die höchsten Treibhausgasemissionen und den höchsten Energieverbrauch im industriellen Umfeld. In der öffentlichen Diskussion geben sich die Konzerne optimistisch, dass sie ihre bisher hohen CO2-Emissionen auf Null reduzieren können. Dazu werden aber große Mengen an grünem Strom und grünem Wasserstoff benötigt. Es ist fraglich, ob dies möglich ist.

Arbeitskämpfe 1. Juni 2024

Alstom: Massenentlassungen geplant

Kapitalinteressen gegen Klimaschutz
von Gerhard Klas

Alstom, der größte europäische Hersteller von Schienenfahrzeugen, ist in der Krise. Den Preis dafür sollen jetzt Beschäftigte bezahlen – und in der Folge auch der Klimaschutz. Denn soll eine Verkehrswende erfolgreich sein, gibt es definitiv einen hohen Bedarf an Fachpersonal, das die Konzernführung jetzt in die Arbeitslosigkeit schicken will: Von 1500 geplanten Entlassungen weltweit, viele davon in den deutschen Werken in Henningsdorf bei Berlin und Görlitz, ist die Rede.

Stadt 1. Juni 2024

Stadt-Utopie

An den Rand notiert
von Rolf Euler

»Wir werden« – stand schon mal vor einigen Jahren am Rand – »noch immer Utopisten sein müssen.« Das gilt nach wie vor für die Zukunft unserer Städte, deren graue Mauern zu verlassen zumindest in Gedanken nötiger denn je ist.

Klima 1. Mai 2024

Klimaschutznovelle

FDP – Fickt Den Planeten
von Gerhard Klas

»Es drohen Fahrverbote«, donnerte Verkehrsminister Volker Wissing. Und die Koalitionspartner kuschten.
Dabei war es ein durchsichtiges Manöver: Ihm ist es gelungen, die nach dem alten Klimaschutzgesetz geltende Sektorentrennung bei Energie, Landwirtschaft, Bauen und Verkehr aufzuheben, weil sein Sektor am weitesten davon entfernt ist, die festgelegten Klimaschutzziele zu erreichen.

E-Panzer für die Bundeswehr?

Aufrüstung und Krieg verschärfen die Klimakrise
von Jacqueline Andres

Während der COP28 in Dubai hielten Aktivist:innen bei einem von der Women’s International League for Peace and Freedom organisierten Protest einen aufblasbaren Elefanten in Höhe: Er symbolisierte den unangesprochenen Elefanten im Raum – nämlich die vom Militär verursachten Emissionen.

Buch 1. Mai 2024

Kapitalismus als Stoffwechselstörung

Wie Ausbeutung der Arbeit und Zerstörung der Natur zusammenhängen
von Matthias Becker

Simon Schaupp: Stoffwechselpolitik. Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten. Berlin: Suhrkamp, 2024. 417 S., 24 Euro

Klima 7. April 2024

Grünes Gas für die Energiewende?

Geplanter Ausbau der Biogasproduktion stützt fossile Strukturen und hat weitreichende Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt
von Eva Gelinsky

Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die durch Putin veranlasste Drosselung der Gaslieferungen durch Gazprom, sind die europäischen Regierungen gezwungen, ihre Energieabhängigkeit von Russland zu verringern. Doch anstatt den fossilen Ausstieg konsequent voranzutreiben, geschieht das Gegenteil; in Europa investiert vor allem Deutschland in den Auf- und Ausbau von Flüssiggasanlagen (LNG). Diese Entwicklung, also die verstärkte Erschliessung und Nutzung fossiler Energieträger, lässt sich auch international beobachten; die »fossile Gegenoffensive«* läuft.

Staat/Parteien 2. April 2024

Zwischen Klimaleugnung und Ökofaschismus

Wie es der AfD gelingt, in der Klimafrage zu punkten
von Tatjana Söding & William Callison

Im Juni 2023, dem weltweit heißesten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wurden auch viele Teile Deutschlands von Überschwemmungen heimgesucht. Sturm und Hagel hinterließen im August in Bayern ein Bild der Verwüstung.

Industrie 1. April 2024

Tesla – Nein danke!

Grünheide sagt Nein zu Teslas Expansionsplänen
von Heidemarie Schroeder

Ganz Brandenburg jubelt Tesla zu? – nicht doch: In Grünheide stellt sich die Bevölkerung auf die Hinterbeine.

Klima 1. März 2024

Kommunale Klimakämpfe

Bahnhofswald Flensburg – Klüngel und Widerstand
von Hanna Poddig und Irene Thesing

Wie viele andere Städte auch versucht sich Flensburg mit repräsentativen Bauprojekten »aufzuwerten«: aktuell mit einem Bahnhofshotel samt Parkhaus. Auf dem Baugrund direkt neben dem Bahnhof stand jedoch ein kleiner Wald, der für das Millionenprojekt weichen sollte. Im Winter 2020/2021 war er für mehrere Monate besetzt, wurde dann geräumt und der sichtbarste Teil des Waldes gerodet.

Klima 1. März 2024

Dekarbonisierung

Gaskraftwerke mit CCS-Hintertürchen
von Klaus Meier

Die Ampelregierung hat Anfang Februar angekündigt, dass bis 2030 rund 20 neue Gaskraftwerke mit einer Leistung von 10 Gigawatt gebaut werden sollen. Sie sollen dann hochgefahren werden, wenn wenig Sonne scheint und großflächig Windstille herrscht. Also vor allem an windarmen, dunklen Wintertagen, sog. Dunkelflauten. Die neuen Gasmeiler sollen »wasserstoff-ready« sein. Das heißt, sie werden zunächst mit Erdgas betrieben, sollen in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre aber auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet werden.

Rand Rolf Euler 1. März 2024

Golf-Spieler

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Während im Radio als Erfolgsmeldung angekündigt wird, dass die Tesla-Fabrik in Grünheide wieder arbeitet, während die Absatzzahlen der deutschen Autohersteller steigen, während ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein mit 4 zu 3 Stimmen für den Bau einer hochsubventionierten Autobatteriefabrik auf dem platten Land stimmt, geht diese Meldung unter: »Der Golfstrom auf dem Weg zum Kollaps«.

Klima 1. Januar 2024

Nicht auf dem richtigen Weg

Die COP28 lässt den fossilen Energien freie Bahn
von Hanno Raußendorf

Am 13.Dezember ging mit einem Tag Verspätung die 28.Vertragsstaatenkonferenz (COP28) der Anfang der 90er Jahre verhandelten Klimarahmenkonvention in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Ende. Gastgeber war ein Erdölstaat und geleitet wurde die Veranstaltung von Sultan Ahmed Al Jaber, dem Geschäftsführer des staatlichen emiratischen Erdölkonzerns ADNOC. Al Jaber feierte das Ergebnis des knapp zweiwöchigen Massenspektakels mit den Worten: »Wir haben geliefert, zum erstenmal überhaupt haben wir einen Konsens über die Zukunft fossiler Energien.« Einen Konsens hat es in letzter Minute gegeben, »geliefert« haben die Delegierten allerdings nicht.

Globalisierung/Krieg 1. Januar 2024

Hamas, Gazakrieg und Klimabewegung

Ein Offener Brief an die Klimagerechtigkeitsbewegung
dokumentiert

Ziemlich einsam, so berichtet jedenfalls die Tageszeitung Taz, war es für die Vertreter:innen von Fridays for Future und anderen Klimabewegten aus Deutschland und Österreich bei den Protesten auf dem Weltklimagipfel COP 28 in Dubai: An vielen der international organisierten Aktionen konnten sie nicht teilnehmen, weil der Krieg im Gazastreifen dort immer wieder zur Sprache kam, sein Ende gefordert wurde, ebenso ein Ende der Apartheid und des Siedlerkolonialismus.

Klima 1. Dezember 2023

COP 28 in Dubai

Die CO2-Produktion wird noch kräftig gesteigert
von Hanno Raußendorf

Vom 30.November bis zum 12.Dezember findet in Dubai die 28.Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, COP 28) statt. Der Gastgeber, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), haben 2022 pro Tag rund 4 Millionen Barrel Erdöl gefördert. Ihre Hauptstadt Dubai ist synonym mit umweltzerstörenden Megaprojekten und rücksichtslosem, verschwenderischen Luxus, Refugium der Reichen und Superreichen dieser Welt – kein gut gewählter Tagungsort.

Staat/Parteien 1. Dezember 2023

Scholz auf Shoppingtour in Nigeria

Dreckige Energie von einem korrupten Regime in einem verwahrlosten Land
von Klaus Engert

»Das aber ist der Fluch der bösen Tat, daß sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären.«
Mit diesem Schiller-Zitat lässt sich die Energie- und Klimapolitik dieser und der vergangenen Bundesregierungen perfekt zusammenfassen.

Klima 1. November 2023

Es darf weiter gebaggert werden

Die fünfte Leitentscheidung Braunkohle des Landes NRW
von Hanno Raußendorf

Vergangenen Monat hat die Landesregierung NRW aus CDU und Grünen die neue Leitentscheidung Braunkohle vorgelegt. Sie setzt den planerischen Rahmen für die Braunkohlewirtschaft im Rheinischen Revier und definiert die zentralen Vorgaben für nachfolgende Braunkohlenplanverfahren – z.B. in bezug auf die konkreten Abbaugrenzen und die Lage des Tagebausees in Garzweiler.

Klima 1. November 2023

FfF und Ver.di fahren zusammen

Tarifvertrag Nahverkehr geht in die nächste Runde
von Violetta Bock

Fast 30000 Unterschriften sind bereits zusammen gekommen. Beim Klimastreik im September startete die Petition für einen Ausbau des ÖPNV und bessere Arbeitsbedingungen. Die Zusammenarbeit der Gewerkschaft Ver.di und von Fridays for Future ist damit gefestigter denn je.

Buch 1. November 2023

Ein Waldschützer alter Schule

Der Förster Georg Meister fordert: Rettet die Wälder!
von Matthias Becker

Georg Meister: Rettet unsere Wälder! Vermächtnis und Forderungen eines visionären Försters. Frankfurt am Main: Westend, 2023. 196 S., 36 Euro

Nur noch einer von fünf Bäumen in Deutschland ist nicht geschädigt, das geht aus Schätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor.

Film 1. November 2023

Brandfilme

Vergiss Meyn nicht, Deutschland 2023, Dokumentarfilm. Regie: Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff
von Peter Nowak

Am 19.September 2019 stürzte der Student der Medienakademie Köln, Steffen Meyn, im Hambacher Forst von einem Baum in den Tod. Er wollte eine Langzeitdokumentation über die Besetzung des Hambacher Forsts drehen. Als er starb, fand ein Polizeieinsatz statt, den er im Baumhaus dokumentieren wollte.
Vier Jahre nach seinem Tod haben Freund:innen und Kommiliton:innen mit dem Film Vergiss Meyn nicht seine Arbeit vollendet.

Klima 1. Oktober 2023

Dokumentiert

Das Heizungsgesetz sabotiert die Energiewende
dokumentiert

Von der Springer-Presse, CDU und FDP wurde das neue Gebäudeenergiegesetz geradezu verteufelt. Aber leistet es überhaupt einen Beitrag zu einer ökologisch verträglichen Energieversorgung? Keineswegs, argumentiert Klaus Schramm. Er ist Redakteur bei Radio Dreyeckland und aktiv in der Anti-Atom-Bewegung.

Klima 1. Oktober 2023

›Das Knie brechen, das dem globalen Süden im Nacken sitzt‹

Für eine radikale Schuldenstreichung
Gespräch mit Sunny Morgan von Debt for Climate

Der südafrikanische Klimaaktivist Sunny Morgan ist einer der Mitbegründer der weltweiten Debt-for-Climate-Bewegung, die sich im Rahmen der Klimadebatte für eine ­radikale Schuldenstreichung im globalen Süden einsetzt. Mit ihm sprach Eva Hengstermann

Klima 1. Oktober 2023

Revolution im Heizungskeller

Wie schaffen wir eine klimafreundliche und sozial verträgliche Wärmeversorgung?
von Kurt Rohrig

Dieses Jahr haben sich die Meldungen über extreme Wetterereignisse und damit verbundene Schäden dramatisch erhöht und zeigen deutlich, dass der Klimawandel mit zunehmender Geschwindigkeit auf uns zukommt. Wenn die Weltbevölkerung und vor allem die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen nicht drastisch senken, werden die Wetterereignisse neue Dimensionen annehmen und zu kaum vorstellbaren Entwicklungen von Hunger, Krieg und Armut führen.

Amerika 1. Oktober 2023

Ecuador: Sieg für die Artenvielfalt

Das Erdöl im Yasuní-Nationalpark bleibt im Boden
von Valeria Bajaña Bilbao

Am 20.August stoppte die Bevölkerung Ecuadors in einem historischen Referendum mit 59 Prozent die Ölförderung im Yasuní-Nationalpark. Zehn Jahre lang haben indigene Gemeinden und Naturschutzorganisationen einen intensiven Kampf darum geführt. Bis zu einem endgültigen Ende der Erdölförderung wird es aber noch ein langer Weg.

Amerika 1. Oktober 2023

Der Yasuní-Nationalpark

Ein einmaliges Reservoir von Flora und Fauna
von Angelica María Bernal

Im Jahr 2008 war Ecuador das erste Land, das die Rechte der Natur in der Verfassung verankerte.

Der Yasuní-Nationalpark befindet sich zum Teil auf angestammtem Gebiet der Waorani. Er ist einzigartig, da er die höchste Artenvielfalt je Quadratkilometer auf der Welt aufweist und Südamerikas Reichtum an Pflanzen-, Amphibien-, Vogel- und Säugetierarten hier voll zur Geltung kommt. Mehr als 150 bedrohte Arten sind dort beheimatet.

Buch 1. Oktober 2023

Ein zeitgemäßes Lob des Kommunismus

Kohei Saitos Plädoyer für einen Degrowth-Kommunismus
von Angela Klein

Kohei Saito: Systemsturz. Der Sieg der Natur über den ­Kapitalismus. Aus dem Japanischen von Gregor Wakounig. München: dtv, 2023. 320 S., 25 Euro

Kohei Saito, japanischer Marxist und Mitarbeiter der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), verfolgt mit dem Buch ein Anliegen, das er so direkt wie verständlich vermit­telt: Er erklärt, das nur der Kommunismus in der Lage ist, die stationäre Wirtschaft zu schaffen, die notwendig ist, damit der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und ein Überleben der Gattung in einem relativen Überfluss sichern kann.

Klima 1. September 2023

Der Kampf ums Wasser

Blue Community Berlin
von Dorothea Härlin und Johanna Erdmann

Am 22.März 2018 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus, dass Berlin eine »Blue Community« wird. Die Kanadierin Maude Barlow, Trägerin des alternativen Nobelpreises, initiierte dieses globale Projekt. Als weltbekannte Wasserkämpferin war sie beteiligt, als 2010 das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung in die UN-Charta aufgenommen wurde. Aber seitdem hat sich die Lage weltweit verschlechtert.

Klima 1. September 2023

Auf dem Pfad kapitalistischer Landnahme

Die Wasserstoffstrategie Deutschland 2020 und ihr Update 2023
von Adrian Mell

Rekordtemperaturen zu Wasser und zu Land, Überschwemmungen, Waldbrände und Tornados werden zur neuen Normalität auf dem Planeten. Die Klimakrise eskaliert. Doch die Klima- und Energiekrise ist nicht die einzige Krise im finanzdominierten Akkumulationsregime Deutschlands.

Klima 1. September 2023

Katastrophe Kunststoffmüll

Scharfe Maßnahmen sind überfällig
von Klaus Meier

Die Chemieindustrie ist in Deutschland nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau die drittgrößte Industriebranche. Ihre Produkte finden sich heute überall: Verpackungen, Reifen, Autositzpolster, Pestizide und Dünger auf den Feldern, aber auch Medikamente.

Militarisierung/Rüstung 1. September 2023

400 Kampfpanzer = 4000 Einwohner

Das Militär ist ein Tabuthema für den weltweiten Klimaschutz
von Elvi Claßen

Die im militärischen Zusammenhang erzeugten CO2-Emissionen (operativer Bereich, Rüstungsproduktion und Krieg) gelten weltweit als Tabuthema. Die Staaten der Welt geben aktuell nicht nur sechsmal so viel für ihr Militär aus wie für Klimaschutzmaßnahmen; der gesamte militärische CO2-Fußabdruck macht auch etwa 5,5 Prozent der globalen Emissionen aus. Wäre das Militär ein Land, wäre es der viertgrößte Emittent weltweit, nach China (33 Prozent), den USA (13 Prozent), Indien (7 Prozent) und vor Russland (5 Prozent); Deutschlands Anteil beträgt 1,8 Prozent.

Gewerkschaften 1. Juli 2023

Gewerkschaften dürfen nicht nur Partikularinteressen vertreten

›In der Klimafrage müssen die Gewerkschaften klassenbewusster werden‹
Gespräch mit Lisa Poettinger

Ohne – oder sogar gegen – die ­Arbeiterklasse wird kein wirksamer Klimaschutz möglich sein. Ein wachsender Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung versucht, die soziale Frage und die ökologische Krise gemeinsam anzugehen – auch in München.

Repression 1. Juli 2023

Repression

Von ›Umweltterroristen‹ und rechten Kavaliersdelikten
von Gerhard Klas

Bekenntnisse von Regierungspolitikern hören sich manchmal gut an, bleiben besonders dann aber ­ohne Konsequenz. Wenn die größte Terrorgefahr tatsächlich von rechts ausgeht, muss man sich schon fragen, warum dann ausgerechnet die Hausdurchsuchungen bei der Letzten Generation stattfinden und die Aktivist:innen der Klimabewegung trotz aller Transparenz und Offenheit als »kriminelle Vereinigung« eingestuft werden können.

Klima 1. Juli 2023

Bundesweite Strategiekonferenz der Klimabewegung

Der radikale Flügel will eine Allianz bilden
von Michael Schwarz

Vom 16. bis 18.Juni fand in Köln die jährliche Strategiekonferenz der Klimabewegung statt. Etwa 140 Teilnehmer:innen, von anarchistischen Kleingruppen bis zur Letzten Generation, diskutierten vier Tage lang über den Stand der Bewegung und die nächsten Schritte. Die Haltung zur Linkspartei und eine mögliche bewegungsübergreifende, antikapitalistische Allianz standen dabei im Vordergrund.

Klima 1. Juli 2023

Wolfsburg: Straßenbahnen statt Autos!

Repression gegen die Initiative VerkehrsWende läuft ins Leere
Gespräch mit Tobi Rosswog

Fast hätte es niemand bemerkt: Einen Tag nach den Hausdurchsuchungen bei der Letzten Generation Ende Mai durchsuchte die Polizei auch die Räume der Wolfsburger Initiative »VerkehrsWende«. Auf der Ökosozialistischen Konferenz der ISO sprach Gerhard Klas mit dem Umweltaktivisten ­Tobi Rosswog, der das dortige VerkehrsWende-Zentrum »Amsel 44« entscheidend mit aufgebaut hat (siehe auch SoZ 4/2023).

Klima 1. Juli 2023

Fischsterben

Die Oder hat sich nicht erholt
dokumentiert

Schon wieder sterben Fische in der Oder. Am 10.Juni holten Mitarbeiter der polnischen Wasserbehörde Body Polskie 450 Kilogramm Totfisch aus dem Gleiwitzer Kanal; schon am 20. und am 30.April waren tote Fische unterhalb der Mündung des Kanals in die Oder gemeldet worden.
Im vergangenen Sommer sind 50 Prozent der Fische, 85 Prozent der geschützten Arten und etwa 90 Prozent der Weichtiere in dem vergifteten Fluss gestorben.

Klima 1. Juli 2023

Es wird eng auf europäischen Meeren

Die Pläne für den Ausbau der Offshore-Windkraft
von Burkhard Ilschner

Ende Mai veranstaltete der lokale Industriekonzern Steelwind in Nordenham, ein auf Windkrafttechnik spezialisierter Stahlbauer, eine von derzeit vielen Konferenzen über Offshore-Windkraft. Gäste waren Angehörige der Landesregierung, der IG Metall Küste, des Verbands Schiffbau und Meerestechnik (VSM) sowie einer Lobbyorganisa­tion. Am Ende verkündeten sie alle in ihrer Nordenhamer Erklärung vollmundig: »Der Offshore-Windenergie gehört die Zukunft – sie bietet zahlreiche Chancen, die es zu nutzen gilt.«

Klima 1. Juli 2023

Ökosozialistische Konferenz der ISO 2023

Trotz Klimakatastrophe: bestes Wetter und gute Laune
von J.H.Wassermann/d.Red.

Knapp 100 Teilnehmende aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen und verschiedenen Regionen Deutschlands, zwei Dutzend Referent:innen und Podiumsteilnehmer:innen (darunter Gäste aus Frankreich, Luxemburg, Österreich, Brasilien und Kolumbien) haben vom 9. bis 11.Juni im Naturfreundehaus Köln-Kalk auf insgesamt drei Plenumsveranstaltungen und 23 Workshops intensive Diskussionen geführt.

Amerika 1. Juli 2023

Steinkohleabbau in Kolumbien

Das Volk der Yupka kämpft um sein Überleben
von der Redaktion

Eine Delegation des Volkes der Yupka aus Kolumbien kam am Ende einer mehrwöchigen Europatour durch fünf verschiedene Länder auf die Ökosozialistische Konferenz um zu berichten, was der Steinkohleabbau im Norden Kolumbiens an ihrem Land und ihrem Volk anrichtet. Sie werben dafür, dass wir den Konzernen, die in ihrem Land Steinkohle abbauen, und denen, die sie hierzulande kaufen, Dampf machen, dass die Rechte der indigenen Bevölkerung endlich anerkannt werden.

Klima 1. Juli 2023

Plastikmüll in Flüssen und Meeren

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Vor einigen Wochen tagte in Paris mal wieder eine UN-Konferenz zum kritischen Zustand der Erde: es ging um Kunststoffabfälle, ihre Beseitigung und den Plastikmüll in den Flüssen und Meeren. Dringende Reden wurden gehalten – man kennt es von den Klimakonferenzen. Beschlüsse wurden gefasst, das Problem aber weiter gewälzt.

Klima 1. Juni 2023

›Vielleicht sind wir vom sozialen Kipppunkt nicht mehr weit entfernt‹

Die Letzte Generation – was sie tun, was sie wollen
Irma Trommer im Gespräch mit Matthias Becker

Im April hattet ihr angekündigt, Berlin im Rahmen der Kampagne »Stadtstillstand« lahmzulegen, und habt die Zahl von Straßenblockaden und anderen Aktionen deutlich gesteigert. Wie erfolgreich war aus deiner Sicht die Frühjahrsoffensive?

Industrie 1. Juni 2023

Fass meine Industrie nicht an!

Billiger Strom für Energiefresser
von Matthias Becker

Einmal im Jahr lädt die Bundesregierung ein zum internationalen »klimapolitischen Dialog«. Dann werden Forderungen abgestimmt und Bündnisse geschmiedet für die nächste UN-Klimakonferenz – und Deutschland präsentiert sich der Weltöffentlichkeit als verantwortungsbewusst und ökologisch vorbildlich. Diesmal machten sich Außenministerin Baerbock und Kanzler Scholz für gemeinsame Ziele im Ausbau von Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft stark. »Ja, das ist etwas Neues!«, lobte sich die Ministerin in ihrer Rede selbst.

Verkehr 1. Juni 2023

Ganz Wolfsburg diskutiert über Straßenbahnen

In der Autostadt fand Anfang Mai ein ›Verkehrswendecamp‹ statt
von Toni Suricato

Soll sich die Gesellschaft ändern, muss sich die Produktion ändern. Was bedeutet das für die Klimakämpfe? Wie können wir verhindern, dass die ökologische und die soziale Frage gegeneinander ausgespielt werden? Auf einem Camp in der Wolfsburger Innenstadt diskutierten Klimaaktivist:innen dar­über mit Beschäftigten der Automobilindustrie.

Klima 1. Juni 2023

Wasser: knapp und schmutzig

Energiekonzerne sind die größten Verbraucher, die Landwirtschaft der größte Verschmutzer
von Gerhard Klas

Der Sommer steht vor der Tür – und das Wasser in den Urlaubsregionen wird knapp oder ist so verschmutzt, dass niemand mehr dorthin will. In Barcelona soll wegen Knappheit die Wassernutzung für Touristen eingeschränkt werden. An Karibikstränden bleiben die Sonnenliegen leer, weil es nach verfaulten Eiern und verdorbenem Fisch stinkt.

Klima 1. Juni 2023

Wasserstrategie der Bundesregierung

Wasserkrise, Klima und Landwirtschaft – Tiefgreifende ­Einschnitte sind erforderlich
von Bäuerin Paula Gioia von der AbL

Paula Gioia ist Imkerin und Bäuerin in einem Hofkollektiv in Brandenburg und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie im Koordinationskomitee der Europäischen Koordination der internationale Bewegung La Via Campesina.

Klima 1. Juni 2023

Frankreich: Der Kampf ums Wasser

Nicht allein die Dürre macht Trinkwasser knapp
von Christine Poupin

Massive und entschlossene Mobilisierungen gegen Megabecken, Frühjahrsbrände, Dürrewarnungen, Wasservergiftung… Die Nachrichten erinnern auf grausame Weise daran, wie lebensnotwendig Wasser ist und wie sehr der Zugang zu Wasser für alle sowohl durch das Klimachaos als auch durch die kapitalistische Aneignung ernsthaft bedroht ist.

Klima 1. Juni 2023

Knappheit in einer Welt des Überflusses

Wasserkrisen in Indonesien und ihre Ursachen
von Prathiwi Putri

Indonesien liegt auf dem Platz sieben der Länder mit den meisten erneuerbaren Süßwasserressourcen, wenn man die Europäische Union als Staatenbund mit einem Rang knapp über Indonesien ausklammert (an der Spitze liegt Brasilien, gefolgt von Russland, den USA, Kanada, China und Kolumbien). Indonesiens durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge pro Quadratmeter beträgt das ganze Jahr über 180 bis 280 mm; in Deutschland sind es 35 bis 100 mm. Wohin fließt das Wasser auf dem Archipel, wer zapft das Regenwasser an und profitiert davon?

Europa 1. Mai 2023

Europa

Es herrscht Klassenkampf
von Violetta Bock

Mai 2023. Vor unseren Augen gärt es in der Welt. Erschüttert hat uns der Angriff Russlands auf die Ukraine. Stimmen für Verhandlungen werden lauter. Ein Ende der Eskalation zeichnet sich nicht ab.

Klima 1. Mai 2023

Die Ampel

Gelbrote Karte für den Klimaschutz
von Rolf Euler

Die Beschlüsse der Regierungsberatung von Ende März sind eine erneute Ohrfeige für alle, die für Klimaziele kämpfen, für alle, die die Grünen trotz aller Bedenken wegen ihres ökologischen Programms gewählt haben. Dass die Grünen sich den Vorstellungen der Autominister beugen, dass der Bundeskanzler erneut (wie alle vor ihm) die längst beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen in die Tonne kloppt, ist schon starker Tobak.

Klima 1. Mai 2023

Die Reichen zerstören die Welt

Klimaschutz ist Klassenkampf
von Gerhard Klas

Es ist ja nicht so, als hätte es niemand vermutet: Reiche tragen mehr zur Klimakatastrophe bei als Arme. Das World Inequality Lab, angesiedelt bei der Ecole d’Economie in Paris, hat nun erstmals in seinem Jahresreport die ökonomische Vermögens- und Einkommensungleichheit mit dem CO2-Ausstoß ins Verhältnis gesetzt. Der erste Report war 2018 erschienen, unter anderem editiert vom Ungleichheitsforscher Thomas Piketty.

Klima 1. Mai 2023

Wie weiter mit der Klimagerechtigkeitsbewegung?

Szenarien vom Anti-Kohle-Protest zur Gegenmacht
von Eva Hengstermann

Lützerath markierte symbolisch wie real die 1,5-Grad-Linie. Im Januar wurde der Abriss des Dorfes mit brutaler Staatsgewalt durchgeboxt. Mit dieser Entwicklung steht der Klimabewegung im Rheinland nun das bevor, was bundesweit schon länger gilt: Die Loslösung vom Anti-Kohleprotest, ohne die Kohle ganz aus dem Blick zu verlieren.

Industrie 1. Mai 2023

Tesla in Grünheide

Der Lohndrücker in der deutschen Autoindustrie…und das Verhältnis der IG Metall zum Elektroauto
von Heidemarie Schröder

Vor gut einem Jahr, Ende März 2022, wurde Teslas Elektroauto­fabrik in Grünheide eröffnet. Inzwischen liegt ein Antrag auf deren erste Erweiterung vor.

Klima 1. Mai 2023

Grundwasser für Massentierhaltung

In Sainte-Soline geht die französische Polizei geht mit Brachialgewalt gegen Umweltschützer:innen vor
von Bernard Schmid

»Ökoterrorismus« lautete in Frankreich in den letzten Oktober- und ersten Novembertagen das Reizwort der Woche. Es bezog sich auf Vorfälle bei einer Demonstration am dritten Oktoberwochenende in Sainte-Soline, zu der 6000–8000 Menschen kamen. Dort wurden laut Angaben der Regierung um die sechzig Gendameriebeamte verletzt, umgekehrt sprachen Protestbeteiligte von sechzig verletzten Demonstrant:innen.

Klima 1. Mai 2023

The Last Winter of Gas

Erstmals Gegenwind für die Europäische Gaskonferenz in Wien
von Paul Stern

Die trotzige Parole Last Winter of Gas passte der Gaslobby natürlich nicht. Denn die vom 27. bis 29.März 2023 in Wien versammelten europäischen Gaskonzerne hatten allen Grund zum Feiern.

Als Krisengewinnler und Triebkräfte des EU-Klassifikationsschemas, das Investitionen in Atomkraft und Gas als nachhaltig einstuft, fuhren sie gigantische Profite ein.

Rand Rolf Euler 1. Mai 2023

Ostermarsch

An den Rand notiert
von Rolf Euler

In diesem Jahr nahmen an den Ostermärschen im Ruhrgebiet mehrere hundert Menschen teil. Nach mehreren Auftaktkundgebungen im Rheinland gab es eine Fahrradstaffette von Essen über Gelsenkirchen und Herne nach Bochum am Ostersonntag. Am Montag ging es dann zu Fuß von Dortmund-Dorstfeld in die Innenstadt. Unter dem Hauptmotto »Waffenstillstand statt Waffenlieferungen! Aufrüstung stoppen! Für Frieden und Klimaschutz!« starteten die Teilnehmenden durch die Städte.

Klima 1. Mai 2023

Ein Bündnis mit Hindernissen

Zum Stand der Zusammenarbeit von Klimaaktiven und Gewerkschaften
von Jakob Schäfer

Sozial-ökologische Transformationskonflikte und linke Strategien. Prokla, Heft 210, März 2023. 176 S., 15 Euro

In insgesamt neun Beiträgen gehen die verschiedene Autor:innen auf die unterschiedlichen Konfliktkonstellationen von Umweltbewegung und abhängig Beschäftigten ein und erörtern mögliche Strategien für ein gemeinsames Programm.

Afrika 1. April 2023

Kenia

Klimapolitik gegen die Armen
Ein Gespräch mit David Otieno*

Die 2016 gegründete KPL ist eine Bewegung kenianischer Landwirte und Verbraucher, die sich für eine nachhaltige Agrarökologie und Ernährungssouveränität einsetzt. Sie ist Teil der internationalen Bewegung La Via Campesina. Abdruck des Interviews mit freundlicher Genehmigung aus dem Rundbrief 3/22 von medico international.

Industrie 1. April 2023

Straßenbahnen statt Autos!

Kollegen und Umweltschützerinnen fordern gemeinsam eine Produktionsumstellung bei VW
Gespräch mit Lars Hirsekorn und Tobi Rosswog

In Wolfsburg, dem weltweit größten Standort von Volkswagen, regt sich sozialökologischer Widerstand. Eine Initiative von Umweltschützern und Gewerkschaftern wirbt für eine industrielle Umrüstung, weg von Individualverkehrsmitteln und hin zu Bahnen. Ausgerechnet in der Autostadt Wolfsburg, sozusagen im Herzen der Bestie Automobilindustrie, kämpfen sie für eine Verkehrswende, die nicht auf Kosten der Lohnabhängigen geht. Die SoZ sprach mit dem Mitglied des VW-Betriebsrats, Lars Hirsekorn, und dem Umweltaktivisten Tobi Rosswog. Das Interview führte Matthias Becker.

Arbeitskämpfe 1. April 2023

GKN Florenz

Fabrikbesetzung für das Klima
von Paul Michel

Das Collettivo di Fabbrica GKN kämpft gegen die Schließung einer Zulieferfabrik der Automobilindustrie nahe Florenz. Das Kollektiv fordert einen radikalen ökologischen Umbau der Produktion. Aus dem Abwehrkampf einer einzelnen Belegschaft ist ein breites Bündnis aus Beschäftigten, Klimaaktivistinnen und Wissenschaftlern geworden.

Klima 1. April 2023

Da geht noch mehr…

Der Klimastreiktag für die Mobilitätswende am 3.März
von Helmut Born

Für den 3.März hatte Fridays for Future gemeinsam mit Ver.di zu einem globalen Klimastreiktag aufgerufen. Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bot eine gute Gelegenheit, dass auch Beschäftigte des öffentlichen Personennahverkehrs sich an diesem Tag beteiligten.

Klimagerechtigkeit oder Kriegswirtschaft

Krieg: einer der ganz großen Umweltsünder
von Gerhard Klas

Das Militär ist eine Umweltsau: Ein Panzer des Typs Leopard 2 verbraucht im Gelände mehr als 500 Liter Diesel auf 100 Kilometer, Kampfflugzeuge bis zu 5000 Liter Kerosin innerhalb einer Stunde. Es ist kein Geheimnis, wird aber im Rahmen des Weltklimaberichts nicht erfasst: Das Militär ist weltweit einer der größten Treibhausgasemittenten.

Klima 1. März 2023

Ausstieg aus fossilen Öl- und Gasheizungen

Wie kann eine ökologische Wärmewende aussehen?
von Klaus Meier

Das Heizen der Gebäude mit Kohle, Öl und Erdgas verursacht rund ein Viertel der deutschen Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig wird die Wärmeversorgung für viele Menschen aufgrund der gestiegenen Preise zur existenziellen Kostenfalle. Der grüne Wirtschaftsminister Habeck gibt zwar vor, dass er klimapolitisch umsteuern will. Doch in der Praxis lässt er überdimensionierte LNG-Terminals bauen und zeichnet extrem langfristige Flüssiggaslieferverträge. Zudem hat seine Wärmepumpenförderung eine Schlagseite: Sie orientiert vor allem auf Einfamilienhäuser statt auf die Menschen in den städtischen Regionen.

Klima 1. März 2023

EU-Mercosur-Abkommen

Ein Geschenk an die Autoindustrie
von Thomas Fritz

1999 beschloss die EU mit den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay eine engere wirtschaftliche Partnerschaft. Zwanzig Jahre lang wurde um ein Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur verhandelt. Im Juli 2019, als der rechtsextreme Jair Bolsonaro Präsident Brasiliens war, kam es zu einer politischen Einigung.

Klima 1. März 2023

Zwischen Radikalisierung und Ausweitung

International sucht die Klimabewegung nach neuen Wegen
von Christophe Aguiton

Ist der Kapitalismus mit den Maßnahmen vereinbar, die notwendig sind, um sich dem Klimawandel wirklich entgegenzustellen? Diese Frage steht seit den ersten Schritten der Umweltbewegungen im Mittelpunkt der Debatten – bei Nichtregierungsorganisationen, die sich noch vor dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro in einer großen Koalition, dem Climate Action Network organisierten, oder bei politischen Kräften wie den Grünen in Deutschland.

Klima 1. März 2023

Wie werden wir unaufhaltsam?

Die Aufgaben und Chancen der Bewegung nach Lützerath
Gespräch mit Vertreter:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung

Maria Inti Metzendorf ist 41 Jahre alt, Gesundheitswissenschaftlerin und aktiv bei Scientist Rebellion

Jan will anonym bleiben und ist aktiv bei Zucker im Tank (ZIMT)

Irma Trommer ist Schauspielerin und engagiert sich bei Letzte Generation

Mit ihnen sprachen Matthias Becker und Gerhard Klas

Klima 2. Februar 2023

Klima und Klasse

›Wir brauchen breite gesellschaftliche Bündnisse‹
›Justice is Global‹ will aktive Beschäftigungsbündnisse gegen die Klimakatastrophe
Gespräch mit Georg Rainov

Georg Rainov ist seit November 2021 bei »Justice is Global Europe«, aktiv. Ziel dieses Organizing-Kollektivs ist es, aktivistische Beschäftigtenbündnisse für eine sozialökologische Transformation der Wirtschaft aufzubauen, um so Klima und Klasse zu verbinden. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit.

Klima 2. Februar 2023

Lützerath

Der Kampf ist nicht zu Ende
von Angela Klein

Lützerath ist geräumt, der Kampf um die 1,5-Grad-Grenze verloren. Die Räumung ging schneller und trotz allem reibungsloser vor sich, als von den Besetzer:innen erwartet, die Gegenseite hatte sich gut vorbereitet. RWE hat jetzt freie Bahn. Der politische Riss zwischen der Klimagerechtigkeitsbewegung und dem politischen Establishment, allen voran den Grünen, aber bleibt.

Klima 1. Februar 2023

Lützerath u.a.: Angriffe auf die Klimabewegung

Kommt jetzt ein Bundeskongress?
von Gerhard Klas

Oberflächlich betrachtet hat das Jahr für die Klimagerechtigkeitsbewegung schlecht angefangen: Das Dorf Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier haben RWE und die NRW-Landesregierung dank eines martialischen Polizeiaufgebots innerhalb einer Woche abgeräumt und zerstört. Dabei hatte sich die Klimabewegung monatelang auf die Räumung vorbereitet, dutzende Baumhäuser, technisch raffinierte Barrikaden und Tunnel errichtet. Und über ihre Presseteams und soziale Medien für zwei Wochen die Schlagzeilen dominiert.

Klima 1. Februar 2023

Die Klimakatastrophe gilt den Polizeiministern nicht als Notstand

Die Kriminalisierung der Klimagerechtigkeitsbewegung hat viele Gesichter
von Britta Rabe

Die Razzien am 13.Dezember 2022 bei der Letzten Generation kamen mit Ansage: Erst am 2.Dezember hatte sich die Innenministerkonferenz darauf verständigt, ein umfassendes Lagebild über die Gruppe zu erstellen und künftig womöglich als kriminelle Vereinigung nach §129 StGB zu behandeln. Nur elf Tage später folgten Hausdurchsuchungen bei mehreren Personen bundesweit, angeordnet durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin in Brandenburg. Aufhänger waren mehrere Aktionen bei der PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt im April 2022.

Buch 1. Februar 2023

Ökofaschismus

Klima und Rechte
von Heiko Koch

Sam Moore, Alex Robert: Außen grün, innen braun. Wie Rechtsextreme Klimakrise und Naturschutz für ihre Zwecke benutzen. München: Oekom, 2022. 208 S., 22 Euro

Repression 1. Januar 2023

Repression

Klima schützen ist kein Verbrechen
von Gerhard Klas

»Razzia: Türen aufgebrochen bei fossiler Lobby und Regierenden. Natürlich nicht«, titelte ironisch die Letzte Generation bei Twitter, als Mitte Dezember elf Wohnungen ihrer Mitstreiter:innen von der Polizei durchsucht wurden. Offensichtlich sollten die Hausdurchsuchungen den Eindruck erwecken, die Letzte Generation sei ebenso gefährlich wie die rechtsradikalen Reichsbürger, gegen die es eine Woche zuvor eine bundesweite Razzia gab. Das ist ebenso absurd wie die Begründung der Hausdurchsuchungen: Verdacht auf Gründung einer kriminellen Vereinigung.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Wir haben es satt!

Gutes Essen für alle statt Profite für wenige
dokumentiert

Aufruf zur Demonstration am 21.Januar 2023 in Berlin, 12 Uhr am Brandenburger Tor
Zusammenstehen für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, für Klima-, Tier- und Umweltschutz, für globale Gerechtigkeit und gesundes Essen für alle.

Klima 1. Januar 2023

Lützerath: Die Grünen werden dafür bezahlen

Selbst Umwelt-NGOs gehen auf Distanz zur ›Umweltpartei‹
von Hanno Raußendorf

Der Kampf um das Dorf Lützerath spitzt sich zu. Es bleibt als einziges Dorf von der Abbaggerung durch die Braunkohleförderung in Garzweiler II bedroht. Der Weiler ist unterdessen vom Stromnetz abgekoppelt, RWE droht mit der Räumung der besetzten Häuser bis spätestens Februar, will das Dorf noch in diesem Winter abreißen. Der zuständige Polizeipräsident Dirk Weinspach hat eine Räumung in diesem Jahr ausgeschlossen. Der Kampf um den Erhalt des Dorfes dürfte daher ziemlich bald nach der Jahreswende beginnen.

Klima 1. Januar 2023

Barrikaden, Beton und Stahlträger

Showdown zum Erhalt der 1,5-Grad-Grenze
von Michael Schwarz

Plötzlich ist der Strom weg: Direkt zu Beginn der ersten Kälteperiode des Winters kappt RWE die Leitungen, die das besetzte Dorf Lützerath im ganzen mit Strom versorgen. Bis dahin hatten die über hundert dauerhaften Bewohner:innen immerhin ihre Laptops, WLAN-Router und einige Heizlüfter mit Energie versorgen können. Das ist jetzt vorbei, auch wenn Greenpeace mit einer Notstromversorgung aus Solarpaneelen einspringt. Und mit der Kälte verdichten sich auch die Zeichen, dass für den Januar 2023 mit einer Räumung zu rechnen ist.

Klima 1. Januar 2023

COP27 in Sharm-el-Sheikh

Es waren immer die USA und Großbritannien, die sich quer gestellt haben
Gespräch mit Farooq Tariq

Du hast in deiner Eigenschaft als Vertreter der landlosen Bauern an der pakistanischen Delegation beim UN-Klimagipfel teilgenommen. Wie konntest du deren Interessen vertreten?

Klima 1. Januar 2023

Niedrigwasser

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Die Elbe macht was sie will, und daher macht sie den Reedern und Schiffsmaklern und Logistikunternehmen Sorge: sie verschlammt! Wie in der Klimafrage lässt sich die Natur nicht alles »vorschreiben«, Physik wirkt immer, menschliche Pläne gehen dann mal im Niedrigwasser unter. So wurde im Herbst vom zuständigen Schifffahrtsamt der maximale Tiefgang für Schiffe um einen Meter verringert. Damit können nun von Cuxhaven nach Hamburg nur noch kleinere oder nicht mehr so voll beladene Schiffe in den Hamburger Hafen zum Ausladen fahren.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Den Ausverkauf öffentlichen Bodens stoppen

Aktionsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft fordert Transparenz bei der Verpachtung
von Dorothee Sterz

»Öffentliches Land nach öffentlichen Interessen verpachten«, so lautet die Grundidee der Gemeinwohlverpachtungskampagne der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Unter diesem Motto haben Bauern und Bäuerinnen am 25.November im ganzen Bundesgebiet vor den Rathäusern ihrer Kommunen für eine Reform in der Vergabe öffentlicher Flächen demonstriert.
Traktoren rollten in die Städte und Gemeinden, aber auch Enten, Mistgabeln und Schubkarren voll Gemüse zeigten Ziele und Ursprung der Forderungen.

Buch 1. Januar 2023

Der Atlas der Weltwirtschaft

Versuch einer marktwirtschaftlichen Lösung des Klimaproblems
von Angela Klein

Heiner Flassbeck u.a.: Atlas der Weltwirtschaft 2022/23. Frankfurt/M.: Westend, 2022. 130 S., 19,95 Euro

Dieser Atlas ist kein Buch. Es ist ein Nachschlagewerk, eine Faktensammlung, angereichert mit zahllosen, sorgfältig aufbereiteten Grafiken und Tabellen, die zentralen Themen und Fragestellungen zugeordnet sind. Über die Fakten hinaus und angelehnt an sie werden im Text Interpretationen angeboten, die man nicht teilen muss. Sie bieten dennoch wertvolle Einsichten, weil sie unsere unübersichtliche Welt nach Kriterien ordnen, die offengelegt werden. So findet man in diesem Atlas Hilfestellungen, sich in ihr zurechtzufinden.

Klima 1. Dezember 2022

COP27

Ein Sieg der Lobbyisten
von Gerhard Klas

»Dass es so weiter geht, ist die Katastrophe«, schrieb der marxistische Philosoph Walter Benjamin mit Blick auf den Vormarsch der Faschisten Ende der 30er Jahre. Von der Klimakrise konnte er noch nichts wissen, aber seine Worte klingen angesichts der aktuellen Ergebnisse des Weltklimagipfels in Ägypten erstaunlich aktuell. Anders als Karl Marx sah er Revolutionen nicht als Lokomotive der Weltgeschichte, sondern als »Griff des Menschengeschlechts nach der Notbremse«.

Klima 1. Dezember 2022

Klimabewegung

Über spektakuläre Aktionen hinaus
von Christian Stache

Angesichts der Reaktionen auf die kleine Herbstoffensive der liberalen Fraktion der Klimabewegung um Gruppen wie Die Letzte Generation und Scientists for Future in Deutschland ist man geneigt, einen alten linken Gassenhauer zu bemühen: »Kriminell ist das fossile Kapital…« Den Zusatz: »nicht der Widerstand dagegen!« muss man schon herunterschlucken, wenn man sich die Aktionen anschaut, wegen denen Grüne bis AfD, private Konzernmedien und Teile der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten sowie ein rechter Social-Media-Mob ein Riesengezeter veranstalten: Kartoffelbrei auf verglasten Kunstwerken, Straßenblockaden, Farbe auf Parteizentralen, Ankleben in Museen und auf Straßen.

Klima 1. Dezember 2022

David gegen Goliat

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg hat mit Tesla einen harten Gegner – es ist aber nicht der einzige
von Heidemarie Schroeder

Im Südosten Berlins hat vor einem halben Jahr die Gigafactory von Tesla ihre Produktion aufgenommen. Das Tesla-Areal ist Wasserschutzgebiet, so dass das Anlegen von Bohrungen und das Hantieren mit wassergefährdenden Stoffen per Gesetz verboten sind. Eigentlich, denn für Tesla gelten andere Regeln.

Klima 1. Dezember 2022

Vollgas Rückwärtsgang

Die Bundesregierung errichtet eine neue Infrastruktur für Erdgas
von Matthias Becker

Entgegen aller klimapolitischen Vernunft baut die Bundesregierung mit den Flüssiggasterminals in der Nordsee eine neue fossile Infrastruktur. Constantin Zerger, Leiter des Bereichs Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH), hat auf einer Onlinekonferenz von Fridays for Future mit dem Titel »Gerechte Wege aus der Krise« die einzelnen Vorhaben dargestellt. Hier eine Zusammenfassung der Redaktion.

Klima 1. Dezember 2022

Schwere Straftat oder rechtfertigender Notstand?

Gegen die Klimabewegung wird jetzt die Keule geschwungen
von Moritz Binzer

Der Tod einer Radfahrerin in Berlin hätte eine Steilvorlage sein können für viele wichtige Debatten. Etwa für die Frage, ob 49 Millionen Autos, die deutsche Straßen verstopfen, zu viele sind – das sind mehr Autos als auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Auch die Verkehrssicherheit für Radfahrer:innen hätte ein paar Schlagzeilen verdient. Die Kreuzung, wo der tödliche Unfall geschah, ist berüchtigt, trotzdem gibt es keine Umbaumaßnahmen.

Gesundheit 1. Dezember 2022

Gelaufen oder gegangen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Ende des Jahres ist vieles »gelaufen« – Ruhe zum Fest der Liebe wird gewünscht und nicht geschenkt. Die muss man sich schon selber besorgen. Am besten draußen und zu Fuß.

Nur Online 23. November 2022

Proteste der letzten Generation

Tomatensuppe, Kartoffelbrei und allerlei Klebstoff
Ein Kommentar von Hanno Raußendorf

Seit Wochen tobt ein Sturm der Entrüstung durch die Medien. Aufgeregt wird über Tomatensuppe und Kartoffelbrei auf alten Ölschinken diskutiert – ob die Bilder dadurch gefährdet wurden und ob die von der letzten Generation so was dürfen. Ich hätte stattdessen lieber weiter über die Klimakatastrophe geredet.

Staat/Parteien 1. November 2022

Grüne und Krieg

Die grüne Balance finden
von Albrecht Kieser

Es ist leichter, Menschen zu regieren, denen Angst und Schrecken die Sinne verschlägt und die Sprache vernebelt. Leute also, die nur noch dem einzigen Ziel folgen, stündlich ihr nacktes Überleben zu sichern. Allerdings: Wer nichts mehr zu verlieren hat, könnte noch wütender werden als Uneinsichtige. Die Balance zu finden zwischen erlaubter Kritik und volksgemeinschaftlichem Schulterschluss, ist also heute eine vorrangige staatspolitische Aufgabe.

Klima 1. November 2022

RWE & Co. enteignen

Selber anpacken – Enteignen statt Krise!
von Matthias Becker

Anfang Oktober trafen sich in Berlin drei Tage lang Aktive und Wissenschaftler zu einer »Vergesellschaftungskonferenz«. Auch »RWE & Co. enteignen« nahmen teil. Veranstaltet wurde die Konferenz vom ASTA der TU Berlin, der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Attac, Berlin 21, Fridays for Future, dem Institut Solidarische Moderne, dem Konzeptwerk Neue Ökonomie, Oxfam Deutschland, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Gemeingut in BürgerInnenhand und dem Forschungsverbund »Strukturwandel des Eigentums«.

Industrie 1. November 2022

Wem dient der Strommarkt?

Der liberale Strommarkt ist eine Subvention für Konzerne und fossile Energien
von Wolfgang Pomrehn

Energiepreise sind in aller Munde. Kein Wunder, denn ihr Anstieg hat mitunter existenzbedrohende Ausmaße. Energieversorgung ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für den einzelnen Menschen etwas ganz Elementares. Ohne Energie kein Heizen, kein Warmwasser, kein Kochen, keine Mobilität. Sie ist sozusagen ein Lebensmittel und entsprechend trifft der enorme Kostenanstieg viele von uns in den unteren Einkommensschichten besonders hart.

Industrie 1. November 2022

Stahlindustrie transformieren!

Ein Konzept für eine sozialökologische Zukunft der Arbeit
von Hanno Raußendorf

Unter dem obigen Titel haben ­Ulrike Eifler und Christian Leye ­einen Sammelband herausgegeben und Mitte September vorgestellt. Ulrike Eifler ist stellvertretende Landessprecherin der LINKEN in NRW und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft in der Partei. Christian Leye ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Bundestags, dort wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion und hat seinen Wahlkreis im regelmäßig stahlkrisengeschüttelten Duisburg.

Staat/Parteien 1. November 2022

Lützerath und die Grünen

Eine Erklärung des Naturführers und Waldpädagogen Michael Zobel
dokumentiert

Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der Partei Bündnis90/Die Grünen.
Der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat, war die Pressekonferenz im Wirtschaftsministerium mit Mona Neubauer, Robert Habeck und dem CEO von RWE am 6.Oktober. Offener und schamloser kann man nicht nach außen manifestieren, wer eigentlich die wichtigen Zukunftsentscheidungen in unserem Land trifft. Der Chef eines unsäglichen Konzerns und Klimazerstörers auf Augenhöhe mit den Minister:innen? Das kann ich nicht aushalten.

Gesellschaft 1. November 2022

Zeit verschwenden

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Anscheinend haben »wir« keine Zeit, schon gar nicht zu verschwenden, wenn »wir« auf die gegenwärtigen Krisenhäufungen reagieren wollen. Krieg und Inflation, Gasmangel und Pandemie, Reparaturanfälligkeit und Einsamkeit, Armut und Flucht – was soll man tun? Als politischer Mensch denkt man, es sollte zu jedem Problem eine Lösung, oder wenigstens einen Schritt dahin geben. Also nicht nur beim persönlichen Verhalten, sondern auch bei politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen.

Klima 1. November 2022

Gesellschaftliche Gegenmacht und Sabotage

Aktivist:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung melden sich mit zwei Büchern zu Wort
von Gerhard Klas

Ende Gelände: We shut shit down. Hamburg: Edition Nautilus, 2022. 208 S., 16 Euro

Zucker im Tank (Hrsg.): Glitzer im Kohlestaub. Vom Kampf um Klimagerechtigkeit und Autonomie. Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2022. 416 S., 19,80 Euro

Klima 1. Oktober 2022

›Eine Radikalisierung ist unerlässlich‹

Welche Mittel sind erforderlich, um die Klimawende real einzuläuten?
Gespräch mit Matilde Alvim

Die Klimagerechtigkeitsbewegung diskutiert derzeit über die Wahl der Mittel. Während die letzte Generation Verkehrsadern blockiert, konzentriert sich Ende Gelände auf die fossile Energieversorgung und Wärmeproduktion. Einige Aktivist:innen aus der internationalen Vernetzung von Fridays for Future wollen jetzt mit Besetzungen von Schulen und Universitäten die nächste Eskalationsstufe einleiten.

Klima 1. Oktober 2022

Wagenknechts Rede im Bundestag

Von richtiger und falscher Kritik
von Angela Klein

In ihrer Bundestagsrede hat Sahra Wagenknecht den Zorn der arbeitenden Klasse darüber zum Ausdruck gebracht, dass in einem Land, dessen Reichtum in keinem Verhältnis zur Armut seiner Bevölkerung steht, die einfachen Haushalte mit einer Gasumlage die Gewinne von Konzernen aufbessern sollen, die sich eh eine goldene Nase an den gestiegenen Energiepreisen verdienen. Und dass die Rüstungskonzerne 100 Mrd. extra einsacken, während Hartz-IV-Empfänger:innen mit 50 Euro im Monat abgespeist werden.

Klima 1. Oktober 2022

Hotspot Lützerath

Grüne Glaubwürdigkeit
von Moritz Binzer

Während überall in Europa die Wälder brennen und Pakistan von der schlimmsten Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes heimgesucht wurde, setzen RWE und die Landesregierung NRW weiterhin auf den Klimakiller Braunkohle.

Klima 1. Oktober 2022

9-Euro-Fonds

Mit zivilem Ungehorsam für günstigen Nahverkehr
von Gerhard Klas

»Wir starten den 9-Euro-Fonds, damit das 9-Euro Ticket bleibt«, kündigte Ende August eine Initiative von Klima- und Verkehrswende-Aktivist:innen aus Berlin an. Sie will damit an die populäre Aktion der Bundesregierung anknüpfen, an der sich 53 Millionen Menschen beteiligten und die Ende August ausgelaufen ist.

Klima 1. Oktober 2022

Das Fischesterben in der Oder kommt nicht überraschend

›Die Einleitung von Grubenabwässern erfolgt praktisch ohne jegliche Kontrolle‹
Gespräch mit Dominik Dobrowolski

Die Vergiftung der Oder im Juli und August führte möglicherweise zu über tausend Tonnen getöteter Fische. Die langfristigen und weiträumigen Folgen für Ökosysteme und menschliche Nutzer:innen sind noch gar nicht abzusehen. Das war eine »Katastrophe mit Ansage«, sagen polnische Umweltschützer. Die Aufsichtsbehörden seien unterfinanziert oder nicht daran interessiert, die giftigen Einleitungen zu unterbinden.

Klima 1. Oktober 2022

Mangelhaft bis ungenügend

Ein Jahr Klimapolitik der neuen Bundesregierung
von Hanno Raußendorf

Ein Jahr ist seit der letzten Bundestagswahl vergangen. Seit einem Jahr gibt es neue Mehrheitsverhältnisse im Bundestag und so manche hatten große Hoffnungen für den Klimaschutz, da in der neuen Bundesregierung Die Grünen nicht nur das Amt der Umweltministerin besetzen, sondern auch einen Minister für Wirtschaft und Klimaschutz stellen. »Mehr Fortschritt wagen« hatten SPD, Grüne und FDP – Willy Brandt zitierend – ihren Koalitionsvertrag überschrieben. Wieviel Fortschritt aber hat die Regierung in Berlin bislang für das Klima gebracht? Zeit für eine unvollständige Zwischenbilanz.

Klima 1. Oktober 2022

Trockene Böden

An den Rand notiertvon Rolf Euler

»Jeden Morgen … geht die Sonne auf in der Wälder wundersamen Runde« – ein bekanntes Lied aus Die Mundorgel, der Text ist von Matthias Claudius, die Melodie von Karl Marx (dem Komponisten aus München). Vor vielen Jahren erinnerte mich auf dem Weg zur Frühschicht der Sonnenaufgang im Sommer über dem fernen Wald an dies Lied, und in diesen heißen Tagen geht mir erneut die Melodie nicht aus dem Kopf. Jetzt im Spätsommer mit dem Fahrrad durch die Felder erschrickt man über die Wirkung dieses sonnigen Sommers auf die Landschaft. Ob Ola Cällenius – um nur ein Beispiel zu nennen – das auch so sieht?Der Mais ist geerntet, die Äcker bestehen aus reinem Sand, trocken und ohne die Spur von Feuchtigkeit.

Buch 1. Oktober 2022

Aus dem Zwang zur Akkumulation aussteigen

Einführung in die Postwachstumsdebatte
von Peter Nowak

Matthias Schmelzer, Andrea Vetter: Degrowth/­Post­wachstum zur ­Einführung. Hamburg: Junius, 2021. 256 S.,15,90 Euro

Startseite 1. September 2022

Bezahlt wird nicht!

Solidarität mit wem?
von Angela Klein

»Heizung, Brot und Frieden« fordert eine Berliner Initiative gegen die Teuerungswelle in diesem Herbst. Die Losung spielt auf die Parole an, unter der die russische Revolution die Beendigung des Ersten Weltkriegs und den Sturz des Zaren erkämpfte. Eine ähnliche Initiative gegen die Preissteigerungen macht sich in Großbritannien breit und nennt sich Enough! (Es reicht!).

Klima 1. September 2022

9-Euro-Ticket

›Der einzige Strohhalm, den wir haben‹
Gespräch mit Lukas Meyer

Ein breites Bündnis von Jugend­organisationen fordert von der Bundesregierung die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets bis mindestens Ende des Jahres. Langfristig soll der ÖPNV bundesweit kostenlos gestaltet werden. Diese Maßnahmen sollen mit massiven Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur und den Aufbau von mehr Personal einhergehen.

Europa 1. September 2022

Bauernproteste

Systemwechsel statt Abwehrkämpfe
von Georg Janßen

Seit Wochen gibt es in den Niederlanden heftige Proteste von Bäuerinnen und Bauern gegen drastische Verschärfungen von Umweltauflagen. Ein Drittel der Betriebe befürchtet das Aus. In Deutschland gibt es dafür vielerorts Unterstützung.

Klima 1. September 2022

Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge

Klimagerechtigkeit Kassel erklärt, warum Erdgas sabotiert werden muss
dokumentiert

Zwischen Pipelinerohren bei Wilhelmshaven flirrt die Luft in der Sommerhitze. Zusammen mit 2000 Klimagerechtigkeitsaktivist:innen aus dutzenden Ländern stellen wir uns Maschinen von RWE dort in den Weg, wo sie unter Polizeischutz Stahl in den Boden treiben. Mitten im Wattenmeer soll nach dem Willen vom grünen Bundeswirtschaftsminister eines von zwölf Terminals für Flüssiggas (LNG) entstehen.

Startseite 1. September 2022

›Wir nehmen den Gasausstieg selbst in die Hand‹

Eindrücke von den Aktionen gegen das LNG-Terminal in Hamburg
von Ravi T. Kühnel

Die Sonne brutzelt, das Gas fließt, ganz Hamburg genießt den Sommer. Ganz Hamburg? Nein, ein von der Klimagerechtigkeitsbewegung bevölkertes Camp im Altonaer Volkspark hört nicht auf, dem Klimawandel Widerstand zu leisten.

Europa 1. September 2022

Ist Gasunabhängigkeit von Russland wirklich so eine gute Idee?

Gründe gegen einen kurzfristig vollständigen Verzicht auf russisches Gas
von Hanno Raußendorf

Dem Überfall Russlands auf die Ukraine begegnet auch Deutschland mit Sanktionen auf Gasimporte. Die Folgen sind einschneidend. Die dringend notwendige Klimawende gerät dabei aus dem Blick.

Globalisierung/Krieg 1. September 2022

Eine Tobinsteuer für Warenterminmärkte

Die Finanzialisierung der Lebensmittelrohstoffmärkte und der ­Klimawandel sind auf Dauer die größten Preistreiber
von David Stein

Seit Anfang August das Abkommen zwischen Russland und die Ukraine über die Getreidelieferungen in Kraft getreten ist und von drei Häfen in Odessa wieder Getreide exportiert werden kann, sinken an den internationalen Rohstoffbörsen die Weizenpreise wieder auf Vorkriegsniveau; Mitte Mai 2022 hatten sie bisher nie erreichte Höhen erreicht. Gleiches gilt für Mais und Raps. Allein die Aussicht auf eine Einigung ließ dies die Preise sinken.

Buch 1. September 2022

Eine Revolte der Natur

Was die Pandemie uns über den Wahn der Naturbeherrschung sagt
von Angela Klein

Wolfgang Hien: Eine Revolte der Natur. Gesellschaftskritik in ­Zeiten der Pandemie. Berlin: Die Buch­macher, 2022. 110 S., 8 Euro

Das Büchlein zählt nur 110 Seiten, doch die haben es in sich.

Klima 1. September 2022

›Das zerbrechliche Paradies‹

Eine Ausstellung im Gasometer Oberhausen
von Rolf Euler

Der Gasometer in Oberhausen ist schon lange Ausflugsziel erster Güte und die Ausstellung, die jetzt dort läuft, ist noch einmal einen ausführlichen Besuch wert. Sie heißt »Das zerbrechliche Paradies« und betrifft den gegenwärtigen bedrohten Zustand des Lebenssystems Erde.

Klima 31. August 2022

POLNISCHE PRESSESCHAU 179, 25.08.2022

Hat die Oder außerdem ganzen Periodensystem noch H2O? Onet.pl 25.08.2022

Fische haben keinen Sauerstoff. Wie Jacek Harlukowicz und Pawel Pawlik von Onet herausfanden, wurden lange vor dem großen Fischsterben in den Nebenflüssen der Oder, insbesondere im Gleiwitzer Kanal und im Fluss Klodnica, Stickstoff-, Chlorid, Natrium-, Kalium, Eisen-, Sulfat und Quecksilbergehalte festgestellt, die über allen Normen lagen. Dies ist auf die unkontrollierte Einleitung von Abwässern aus nahe gelegenen Fabriken zurückzuführen.

Klima 1. Juli 2022

Aufruf

‹Klima schützen & Lützerath erhalten›
dokumentiert

Lützerath lebt ist eine der Initiativen, die den ­vorliegenden Aufruf initiiert haben
(https://luetzerathlebt.info/)

Arbeitswelt 1. Juli 2022

Die Ökosozialistische Konferenz

«Die große Rolle rückwärts und wie wir sie aufhalten können»
dokumentiert

Die Konferenz der ISO (Internationale Sozialistische Organisation, deutsche Sektion der IV.Internationale) fand vom 17. bis 19.Juni in Köln statt.

Arbeitswelt 1. Juli 2022

Zur Transformation in der Automobilindustrie

Klima in den Gewerkschaften, Arbeit in der Umweltbewegung
von Carsten Büchling

«Das Geschäftsmodell der Automobilindustrie, jedes Jahr 70 bis 80 Millionen neue Autos in den Weltmarkt zu pumpen, ist nicht mehr zeitgemäß. Mit einem Bestand von 1,4 Milliarden Autos weltweit ist die Grenze des Aushaltbaren für Mensch und Natur sehr wahrscheinlich erreicht.»*

Klima 1. Juli 2022

Grünanlagen, Grünanklagen

An den Rand notiertvon Rolf Euler

Diese langen hellen Sommerabende mit dem Fahrrad durch die Felder, die Gerste wird schon langsam gelb, der Roggen steht hoch, die Linden blühen und duften, und bis abends um halb elf singen die Vögel in den Gärten. In der Dämmerung Fledermäuse auf der Jagd nach den wenigen Mücken in diesen trockenen Wochen. Ja, das Ruhrgebiet ist «grüner geworden».

Ja, in den Städten gibt es grüne Oasen zwischen SUV-Stellplätzen, Straßenfluchten, Marktplätzen und Schottergärten. Ja, die Schwerindustrie ist fast völlig aus dem Blickfeld verschwunden, verschwunden die Arbeitsplätze, betoniert die Brachen.

Klima 1. Juli 2022

Reine Propaganda

‹Bundeswehr & Umweltschutz – ein unzertrennliches Paar›
von Kathrin Vogler

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 haben sich fast alle Staaten der Erde völkerrechtlich verbindlich verpflichtet, Maßnahmen zur ergreifen, den Klimawandel zu bekämpfen. Die fortgesetzte weltweite Aufrüstung, Rüstungsproduktion und Krieg stehen der Erreichung dieses Ziels allerdings auf vielfache Weise im Weg. Trotzdem blenden die beteiligten Staaten bis heute die Frage nach ihrem militärisch bedingten CO2-Fußabdruck systematisch aus.

Klima 1. Juli 2022

‹Lerne du deinen Kopf in die Erde stecken›…

Die unwiderrufliche Zerstörung unserer Lebensgrundlagen ruft Angst und Wut hervor. Wie kann die Klimagerechtigkeitsbewegung damit ­umgehen? Versuch einer Annäherung
von Matthias Becker

Die psychologische Forschung beschäftigt sich zunehmend mit Emotionen wie Angst, Wut und Trauer, die durch die ökologische Krise ausgelöst werden. Für die Klima­gerechtigkeitsbewegung ist der Umgang damit nicht einfach. Denn Angstbewältigung und Hoffnung können nur auf einer wirksamen gesellschaftlichen Reaktion gründen. Kann die Psychologie überhaupt einen Beitrag dazu leisten, die Klimakrise zu verstehen? Oder wenigstens, ihre mögliche Folge zu ertragen: das Ende der menschlichen Zivilisation?

Arbeitswelt 1. Juli 2022

Der laute Frühling

Ein Dokumentarfilm über Klima und Arbeitswelt von Johanna Schellhagen
von Moritz Binzer

­Der laute Frühling, Deutschland 2022, Dokumentarfilm, 62 Min., Regie: Johanna Schellhagen
Kinostart: 4.8.2022. Es werden lokale Gruppen gesucht, die eine Filmvorführung in einem Kino oder sozialen Zentrum organisieren möchten.

Buch 1. Juli 2022

Pandemie und Klimakrise

Eine kopernikanische Wende ist eingeleitet, meint der Wissenschaftssoziologe Bruno Latour
von Gerhard Klas

Nach der Pandemie gibt es kein Zurück mehr zum alten Leben, meint der französische Philosoph und Wissenschaftssoziologe Bruno Latour in seinem neuesten Buch, das er vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine geschrieben hat. Die Klimakrise wird die Menschheit zu einem neuen Naturverständnis zwingen, zu mehr «Erdverbundenheit», wie der postmoderne Theoretiker formuliert. Eine Zäsur, die er mit der kopernikanischen Wende vergleicht.

Nur Online 23. Juni 2022

Tschüss russisches Gas …

… hallo schnelle Dekarbonisierung
von Simon Pirani*

Drei Monate nach dem Krieg des Kremls gegen die Ukraine arbeiten europäische Politiker an Plänen, die Importe fossiler Brennstoffe aus Russland auf Null zu reduzieren. Die Europäische Kommission will die Gasimporte bis 2027 stoppen – Klimaschützer aber sagen, dies ist viel früher möglich.

Klima 1. Juni 2022

Bezahlbarer Wohnraum statt A100

In Berlin machen Mieter:innen und Clubs gegen den Ausbau der Autobahn mobil
von Peter Nowak

«A100 – holen wir uns die Stadt zurück», heißt es auf der Homepage des Berliner Landesverbands der Grünen. Damit protestieren sie gegen die Ankündigung der Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Daniela Kluckert, Gelder für die Weiterführung des Stadtrings A100 vom Treptower Park bis zur Storkower Straße in Prenzlauer Berg freizugeben.

Militär weltweit auf Platz sechs der größten Umweltsünder

Militär und Klima: Rüstungsproduktion und Krieg schaden nicht nur dem Menschen, auch dem Klima
von Lorenz Küppers

In der öffentlichen Diskussion rund um die Reduktion von Umweltbelastungen erhält ein entscheidender Sektor viel zu wenig Aufmerksamkeit – das Militär. Das Militär ist für enorme Treibhausgasemissionen und Feinstaubbelastungen verantwortlich. Panzer, Flugzeuge, Schiffe – sie alle verbrauchen immense Mengen an Treibstoff, ob im Krieg oder bei Übungen.

Buch 1. Juni 2022

Weniger ist mehr und ohne Wachstum sind wir glücklicher

Vorstellung des neuen Bestsellers von Jason Hickel
von Paul Michel

Jason Hickel ist Anthropologe. Er lehrt an der London School of Economics und ist einer der bekanntesten Protagonisten der Degrowth-Strömung (Postwachstumsströmung). Er schreibt regelmäßig für Zeitungen wie The Guardian über Themen wie globale Ungerechtigkeit, Postwachstum und ökologisches Wirtschaften. Eines seiner Bücher ist The Divide. A Brief Guide to Global Inequality and its Solutions (2017).

Gesellschaft 1. Juni 2022

Was wirklich zählt: Gutes Leben ohne Wachstum

Soziale Gleichheit und Existenzsicherheit sind für das «Glücksempfinden» viel wichtiger
von Paul Michel

Seit Jahrzehnten erzählt man uns, wir bräuchten Wachstum, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Dabei wird immer offenkundiger, dass das auf die Produktion von immer mehr Konsumartikeln fokussierte, kapitalistische System den Planeten zugrunde richtet und unser aller Leben bedroht.

Industrie 1. Juni 2022

Der erste Schritt: Die Unsinnsproduktion beenden

Sehr viel von dem, was heute produziert wird, ist unnötig oder schädlich
von Paul Michel

«Der Kapitalismus ist eine gigantische energiefressende Maschine», sagt Hickel. «Wir müssen das wahnsinnige Tempo von Extraktion, Produktion und Abfall verlangsamen, genauso wie das wahnsinnige Tempo unseres Lebens …

Gesellschaft 1. Juni 2022

Wir brauchen kein Wirtschaftswachstum, damit es allen gut geht

Plädoyer für einen ökosozialistischen Degrowth
aus Monthly Review

Der nachfolgende Text wurde von Vertreter:innen der Degrowth-Bewegung und von Ökosozialist:innen gemeinsam erstellt. Er erschien in der Aprilausgabe des linken US-amerikanischen Monatsmagazins Monthly Review. Wir danken Monthly Review für die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Textes.

Industrie 1. Mai 2022

Krieg, Braunkohle und Lützerath

An der Frontlinie der Klimakrise
von Moritz Binzer

An einem sonnigen Sonntag im April versammeln sich einmal mehr hunderte Menschen in Lützerath. Von den ursprünglichen Bewohnern lebt bis auf den Bauern ­Eckardt Heukamp niemand mehr in dem kleinen Dorf an der Kante der Braunkohlegrube Garzweiler. Aber auf den Dorfwiesen und in den Bäumen des Wäldchens haben Klimaaktivist:innen viele Dutzend Zelte und Holzhütten errichtet.

Gemeingüter 1. Mai 2022

Fruchtbarer Boden

Das knappe Gut
von Eva Blum*

Böden sind nicht nur als Anbauflächen für Lebensmittel von zentraler Bedeutung. Sie sind auch Wasser- und CO2 -Speicher, regulieren die Temperatur und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Doch ihr Zustand verschlechtert sich – global und auch in Europa; fruchtbarer Boden ist ein knappes Gut.

Krieg überschattet Klimaaktionskonferenz

Klimabewegung richtet sich neu aus und könnte den Krieg als Steilvorlage nutzen
von Mark Kortjan*

Am Wochenende vom 25. bis 27.2. fand die Aktionskonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung (AKKON!) statt. Dort sprach man über Pläne, Strategien und Kampagnen für die kommenden Monate. Zeitgleich zur Online-Konferenz überschlugen sich die Ereignisse in der Ukraine. Der Krieg dient jedoch auch als Steilvorlage für die Klimabewegung.

Gemeingüter 1. April 2022

LNG-Terminals, koste es, was es wolle

Grüner Minister will Klimakrise mit Frackinggas befeuern
von Wolfgang Pomrehn

Werden wir in Zukunft bei den Gaslieferungen von den USA abhängig statt von Russland? Das ist keine gute Idee. Und es ginge anders.

Europa 1. April 2022

Lobautunnel

Zäher Widerstand gegen Straßenprojekt in Wien
von Paul Stern

Nach mehrmonatigem Stillstand räumte die Polizei am 1.Februar 2022 eine von zwei besetzten Baustellen des Bauvorhabens Stadtstraße (Budgetansatz 460 Millionen Euro). Was euphemistisch Stadtstraße genannt wird, ist eine teils untertunnelte, vierspurige Autobahn. Sie ist 3,3 km lang und führt durch fruchtbares Ackerland.

Klima 1. April 2022

Energieeffizienter Hausbau

Wer profitiert?
von Gaston Kirsche

Staatliche Förderungen für neue energiesparende Häuser wurden Ende Januar gestoppt. Seit Ende Februar werden wieder Sanierungen vorhandener Bauten gefördert, ab März gibt es wieder Förderungen für Neubauten. Wer profitiert nun von all dem?

Erdgasknappheit müssen wir nicht mit mehr Kohle ausgleichen

Öl-, Gas- und Stromverbrauch lassen sich schnell verringern
von Klaus Meier

Die Ampelregierung und ganz besonders die Grünen starteten vor wenigen Monaten mit dem Versprechen eines schnellen ökologischen Umbaus. Darunter ein Ausstieg aus der Kohle bis 2030. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine trat die Wirklichkeit hinter dem schönen Schein hervor:

Industrie 1. März 2022

Wer hätte das gedacht:

Klimafreundliche Konzerne gibt’s nicht
von Gerhard Klas

Manchmal ist nicht nur die Nachricht selbst von Belang, sondern besonders der Umgang damit. Er sei «überrascht und enttäuscht davon, wie wenig verlässlich die Klimaversprechen der untersuchten Unternehmen sind», erklärte Thomas Day, Hauptautor des ersten Corporate Climate Responsiblity Monitor, erstellt von der in Köln und Berlin ansässigen Denkfabrik New Climate Institute.

Gemeingüter 1. März 2022

Billionen Tonnen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

An große Zahlen haben wir uns im Zusammenhang mit der Finanzkrise und der Datenerzeugung gewöhnt. Eine Million (Mega…) – was ist das schon bei Euros oder Bytes? Der heutige Mensch rechnet in Milliarden (Giga…) und Billionen (Tera…) – seien es Vermögen (von Privaten), Schulden (von Staaten) oder Daten (in Bytes).

Klima 1. März 2022

‹Warum ich für Die LINKE kandidiere›

Aktivismus in den Landtag von NRW bringen
dokumentiert

Nicolin Gabrysch ist mit 45 Jahren Mutter zweier Kinder. Sie ist bei «Parents for Future» aktiv und sitzt für die «Klimafreunde» (Teil der bundesweiten «Klimalisten») im Kölner Stadtrat. Nun kandidiert sie auf Listenplatz 5 der Partei Die LINKE zu den Landtagswahlen in NRW.

Arbeitswelt 1. März 2022

Höchste Eisenbahn für einen ‹Spurwechsel›

Mario Candeias und Stephan Krull legen eine Studie über das Arbeitskräftepotenzial einer Mobilitätswende ‹weg vom Auto› vor
von Paul Michel

Wer bisher mit der von der Autoindustrie propagierten Losung, das Elektroauto sei die klimafreundliche Alternative zu Diesel- und Benzinstinkern, unzufrieden ist, tut sich schwer. Dass eine Verkehrswende weg von der Straße hin zu Bussen, Straßenbahnen, Zügen und Fahrrad sinnvoll ist, leuchtet inzwischen immer mehr Menschen ein. Aber von der Produktionsseite her betrachtet scheint vielen die Produktion von Elektroautos «alternativlos».

Arbeitswelt 1. März 2022

Massenentlassungen bei Ford, Continental und Alstom: Es fehlt nicht das Geld für den ökologischen Umbau, es fehlt der Wille

Wie Klimabewegung und Automobilarbeiter zusammenkommen können
von Klaus Meier

Es ist heute allgemeiner gesellschaftlicher Konsens, dass der öffentliche Personenverkehr dringend ausgebaut werden muss. Auch die Ampelkoalition hat dies so formuliert. Umso irritierender ist, was real abläuft. Statt die Produktionskapazitäten des Schienenfahrzeugbaus auszuweiten, werden sie im Gegenteil gerade abgewrackt.

Arbeitswelt 1. Februar 2022

Eine Million Klimajobs

Der ökologische Umbau ist machbar, sagt eine Studie britischer Gewerkschafter:innen
von Paul Michel

Die Autor:innen der Studie sind Teil einer Gruppe namens Campaign against Climate Change. Das ist ein Zusammenschluss von Gewerkschafter:innen für Klimaschutz, der von acht britischen Gewerkschaften unterstützt wird.

Klima 1. Februar 2022

Erdöl, Erdgas, Kohle

Lasst sie im Boden!
von Mohssen Massarrat

Beträchtliche Anstrengungen der Klimapolitik laufen ins Leere, weil die globalen Anbieter fossiler Energiequellen die Welt mit billigem Erdöl, Erdgas und Kohle beliefern. Solange das so weitergeht, bleibt die Wirtschaft im Würgegriff der fossilen Energieträger.

Klima 1. Februar 2022

Habecks Green New Deal

Grüner Klimaturbo führt zu Ökokolonialismus
von Moritz Binzer

Achtzig Prozent Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 will Robert Habeck mit seinem Klima-Turbo erzielen, eine Verdoppelung gegenüber heute. Doch der Maßnahmenkatalog ist kein Grund für die Klimabewegung, die Sektkorken knallen zu lassen.

Klima 1. Februar 2022

Debatte

‹Bürgerbegehren oder direkte Verhandlungen?›
dokumentiert

Was ist der bessere Weg, eine Stadt mit Ökostrom zu versorgen? – eine Kölner Kontroverse

Die «Klimawende Köln» startete im September 2020 die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren mit dem klaren Ziel: Die RheinEnergie AG verkauft 2030 ausschließlich Ökostrom. Zu hundert Prozent.

Industrie 1. Februar 2022

Nachhaltig in die Katastrophe

Erdgas verdient das grüne Label nicht, das die EU ihm anheftet – als Brückentechnologie kommt es zu spät
von Wolfgang Pomrehn

Eines muss man den Regierenden in Paris und Berlin lassen: Der Deal wurde gut eingefädelt. Macron bekommt für seine Atomkraftwerke das Etikett «nachhaltig», Scholz für die Erdgasinfrastruktur.

Handel/Banken 1. Februar 2022

Inflation: Daten, Erklärungen, Politik (Teil 3)

Energiepreise und Kosten der Naturzerstörung
von Ingo Schmidt

Die Armen sitzen bald im Kalten. Das Autofahren wird teurer. Und wahrscheinlich gehen in Deutschland bald die Lichter aus. Wenn die Politik nicht bald was unternimmt, um billiges Öl und Gas auf den deutschen, europäischen oder westlichen Markt zu bringen. Putin soll mehr liefern. Die Chinesen nicht alles aufkaufen. CO2-Steuer und Emissionshandel abschaffen, zumindest erstmal aussetzen.

Klima 1. Februar 2022

‹Wir brauchen Mut zur Offensive›

Die Ampel, Die LINKE und die ­Herausforderungen einer Klimagerechtigkeitspolitik
von Lorenz Gösta Beutin*

Die neue Bundesregierung sei die letzte, die Deutschland noch auf den Weg zur Begrenzung der Erd­erhitzung auf 1,5 °C bringen könne, hatte die Bewegung Fridays for Future während des Wahlkampfs verkündet.

Film 1. Februar 2022

Blockbuster zur Klimakrise

Don’t look up – auf Netflix
von Gerhard Klas

Der Film Don’t look up ist eine böse und finstere Satire, die ganz absichtlich an den gesellschaftlichen Umgang mit der Klimakrise erinnert. Er startete Anfang Dezember in einigen Kinos und wurde dann am 24.Dezember von Netflix angeboten, wo er innerhalb eines Monats zum zweitmeistgesehenen Film des Streamingdienstes wurde.

Klima 24. Dezember 2021

Der Koalitionsvertrag

Ökologische Transformation im Dienste des unbegrenzten Wachstums
von Angela Klein

Um es deutlich zu sagen: Der Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung ist eine klare Absage an das 1,5-Grad-Ziel, nicht einmal mehr in der Phrase wird es aufrechterhalten.

Das Klimaziel, das die Regierung erreichen will, ist denkbar weich formuliert: Klimaneutralität bis 2045.

Klima 24. Dezember 2021

‹Mehr Fortschritt wagen›?

Die agrarpolitischen Weichenstellungen im Koalitionsvertrag sind bestenfalls Flickwerk
von Eva L. Blum

Vor gut 20 Jahren stürzte die Rinderkrankheit BSE die damals amtierende rot-grüne Regierung in eine schwere Krise. Die neu eingesetzte Landwirtschaftsministerin Renate Künast von den Grünen, brachte in ihrer ersten Regierungserklärung am 8.Februar 2001 den bis dahin kaum bekannten Begriff «Agrarwende» in die politische Debatte.

Industrie 24. Dezember 2021

Tesla: Eine Gigafactory in Grünheide

Die Genehmigung von Tesla bietet einen Vorgeschmack auf die Industriepolitik der Ampelregierung
von Heidemarie Schroeder*

Im November 2019 kürte Elon Musk Grünheide im südöstlichen Berliner Randgebiet zum Standort für seine «Gigafactory». Es lohnt sich, diese Standortwahl genauer zu betrachten, um zu verstehen, warum die Euphorie um die Werksansiedlung nicht von allen Menschen geteilt wird.

Klima 24. Dezember 2021

Klima der Solidarität gegen Polizeigewalt

Aktivist:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung wehren sich gegen staatliche Angriffe
von Michael Schwartz*

Manchmal lassen sich gesellschaftliche Widersprüche erkennen, indem wir Bilder von mehreren Schauplätzen vergleichen. Im vergangenen November fand im schottischen Glasgow die 26.Weltklimakonferenz statt. Deutsche Politiker:innen überschlugen sich mit Bekräftigungen, wie wichtig konsequenter Klimaschutz heute sei. Tatsächlich ist die Klimakrise aus der öffentlichen Debatte nicht mehr wegzudenken – ein Verdienst der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung, die seit Jahrzehnten mit tausenden kleinen und großen Aktionen darauf aufmerksam macht.

Europa 24. Dezember 2021

Atempause für den Nationalpark

Der Bau des Lobau-Tunnels ist einstweilen gestoppt
von Paul Stern

Seit September 2021 verhindern Aktivist:innen der österreichischen Klimagerechtigkeitsbewegung den Bau einer Stadtautobahn in Wien.

Klima 24. Dezember 2021

Der Marsch in den ökoliberalen Wettbewerbsstaat

Der Sozialstaat wird weiter geschwächt – jetzt unter angeblich ökologischen Vorzeichen
von Angela Klein

Für ihre Vorhaben will die Ampel-Regierung eine regelrechte Gründerzeitstimmung erzeugen. Vor allem ihre weitreichenden Digitalisierungspläne greifen tief in die Strukturen der Gesellschaft ein – sofern sie realisiert werden.

Klima 24. Dezember 2021

Digitalisierung – die neue Wachstumsstrategie der Autokonzerne

Autonomes Fahren löst die Verkehrsprobleme nicht, es verschärft sie
von Klaus Meier*

Der Automarkt in den entwickelten kapitalistischen Ländern ist tendenziell übersättigt. In den Städten wird immer mehr Menschen bewusst, dass der allgegenwärtige Autoverkehr, die Staus, der Lärm und die Luftverschmutzung ihre Bewegungsfreiheit und ihre Gesundheit beeinträchtigen. Den großen Fahrzeugkonzernen droht dadurch auf Dauer der Verlust von Märkten und Profiten. Aber sie haben eine Gegenstrategie. Sie heißt Digitalisierung und Autonomisierung der Fahrzeuge.

Gesundheit 1. Dezember 2021

Beredtes Schweigen

Die WHO hat die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide heruntergesetzt
von Rolf Euler

Beredtes Schweigen herrschte, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide empfohlen hatte. Ein kleiner Artikel in der Lokalzeitung, eine Meldung in den ARD-Nachrichten, ein längerer Artikel in einer Wochenzeitung – das war’s zu einer eher wichtigen klimapolitischen Entscheidung.

AKW 1. Dezember 2021

Die ‹Greenwash›-Versuche der deutschen Atomlobby

Zu teuer, zu gefährlich, zu spät
von Wolfgang Pomrehn

Alle Jahre wieder. Immer, wenn es auf die herbstliche UN-Klimakonferenz zugeht, werden die Reste der deutschen Atomlobby aktiv, um die Trommeln für ihre alten Meiler zu rühren.

Globalisierung/Krieg 1. Dezember 2021

Der letzte Kampf der Menschheit – der Kampf für das Leben

Auf der Demonstration am 31.10. in Lützerath sprach der Kolumbianer Juan Pablo Gutiérrez
dokumentiert

Juan Pablo Gutiérrez ist Fotograf und internationaler Gesandter des Volkes der Yupka in Kolumbien.
Die Yupka sind Teil des Netzwerks der Indigenen in Kolumbien (ONIC). Sie kämpfen gegen einen gigantischen Steinkohletagebau, der ihr ­Territorium und ihre Lebensgrundlagen bedroht.

Amerika 1. Dezember 2021

Blutkohle in Kolumbien

Vertreibung, Umweltzerstörung, Mord und Widerstand
von Margaret Buslay*

In den 80er Jahren begann der Kohleabbau im Norden Kolumbiens. El Cerrejón, die größte Kohlemine Lateinamerikas, baut auf 690 qkm jährlich rund 30 Millionen Tonnen Steinkohle ab. Sie gehört dem Schweizer Rohstoffgiganten Glencore. 2020 förderte Glencore weltweit 126,2 Mio. Tonnen Kohle. Glencore wird satte Profite erwarten können, da der Kohlepreis auf dem Weltmarkt in diesem Jahr rasant gestiegen ist.
Die Kohle aus Kolumbien wird u.a. auch im deutschen Kraftwerk Datteln verfeuert.

Arbeitskämpfe 1. Dezember 2021

Die IG Metall und der sozial-ökologische Umbau

Die Automobilgewerkschaft meldet sich mit eigenen Vorstellungen zu Wort
von Christiaan Boissevain, München

Der derzeitige «ökologische» Umbau der Wirtschaft ruft auch die IG Metall auf den Plan. Sie will, dass dieser sozial gerecht gestaltet wird. Dafür hat sie am 29.Oktober einen bundesweiten Aktionstag durchgeführt. Der Testfall für ihre Vorstellungen wird die Schließung des Bosch-Werks in München.

Klima 1. Dezember 2021

Glasgow flops, direct action rocks!

Die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen sind abermals gescheitert
von Gerhard Klas

Mit 40.000 Teilnehmenden war Glasgow der größte Klimagipfel, den es je gab. Ähnlich wie der Gipfel in Kopenhagen 2009 wurde seine Bedeutung symbolisch aufgeladen: Der britische Premier Boris Johnson sprach vom «inklusivsten Gipfel» aller Zeiten und meinte damit die Teilnahme vieler Betroffener vor allem aus dem globalen Süden. Sie sollten eine Stimme bekommen. Aber es kam ganz anders.

Buch 1. Dezember 2021

Die falsche Klimastrategie der Vereinten Nationen

Mehr erneuerbare Energien… und mehr Emissionen
von Daniel Tanuro

Die versprochene «Klimaneutralität» bedeutet keinen «globalen ­Ausstieg» aus den fossilen Brennstoffen.

Allen hehren Versprechungen zum Trotz steigen die CO2-Emissionen ständig weiter. Die größten Umweltverschmutzer wetten einfach darauf, dass bis 2050, oder sogar 2060, Technologien bereitstehen werden, das emittierte Kohlen­dioxid wieder «einzufangen».

Handel/Banken 1. Dezember 2021

Finanzhaie gebärden sich als Klimaretter

Wie Akteure des privaten Finanzsektors die UN-Klimaagenda übernehmen
von Lorenz Küppers

Zentral für die aktuellen Entwicklungen rund um die Klimaagenda ist das 2015 im Zuge des Pariser Abkommens vereinbarte Ziel, Finanzströme in Richtung niedrigerer Treibhausgasemissionen zu lenken und mit einer klimaresilienten Entwicklung kompatibel zu machen. Bei der COP26 wurde die Umsetzung dieses Vorhabens erstmals diskutiert. Der vorliegende Artikel stützt sich überwiegend auf eine Recherche des Corporate Europe Observatory und des Transnational Institute.

Klima 1. Dezember 2021

Im Rollstuhl gegen Kohleabbau

Während der COP26 wurde das Kraftwerk Neurath blockiert
von Gerhard Klas

«Große Worte, keine Wirkung» lautete das Motto der etwa vierzig Klimaaktivist:innen, die am 5.November anlässlich der COP26 die Kohlezufuhr zum Braunkohlekraftwerk Neurath zwischen Aachen und Köln blockiert haben. «Wir müssen schon selbst aktiv werden», so Lee Groene, die sich an der Gleisblockade im Norden des Kraftwerks beteiligte.

Klima 1. November 2021

Verschärftes Polizeiaufgabengesetz öffnet der Willkür Tür und Tor

‹Unterlassen Sie das Demonstrieren, es könnte strafrechtliche Konsequenzen haben›
Gespräch mit Lisa Poettinger

Lisa Poettinger ist 25 Jahre alt, studiert Lehramt und Schulpsychologie.
Sie war ursprünglich im Geflüchtetenbereich aktiv und engagiert sich seit zwei Jahren im Klima- und Umweltbereich.
Seither ist sie Mitglied bei Extinction Rebellion München. Sie war Sprecherin des Bündnisses #noIAA, hat sich aber auch bei Waldbesetzungen, bei «Sand im Getriebe» und im Wahlkampf der LINKEN eingebracht. In die Partei ist sie nach der Wahl eingetreten.

Klima 1. November 2021

Kölner Klüngel

Initiative Klimawende verhindert Bürgerbegehren
von Gerhard Klas

Einige Kölner:innen blickten am Tag der Bundestagswahl wehmütig nach Berlin, denn nicht nur dort hätte es zeitgleich einen Bürgerentscheid geben sollen: In Köln wollte die Initiative Klimawende den regionalen Energieversorger Rheinenergie AG zum Umstieg auf 100 prozentige Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen bis 2030 verpflichten.

Globalisierung/Krieg 1. November 2021

NoWarNoWarming

Militär, Rüstung und Krieg zerstören das Klima
von Hanno Raußendorf

Fünf Tage vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz (31.10.–12.11.) haben Klima- und Friedensaktivist:innen gefordert, endlich auch die militärischen CO2-Emissionen in die Vereinbarungen zum Schutz des Klimas einbeziehen – weltweit haben 25000 Gruppen und Einzelpersonen eine entsprechende Petition im Internet unterschrieben.

Klima 1. November 2021

Neues Leben in Lützerath: Hier werden die 1,5 Grad verteidigt

Bewohner:innen des Rheinischen Reviers und Unterstützer:innen rüsten sich, um den Baggern entgegenzutreten
von Moritz Binzer

Das Dorf Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier ist der neue Schauplatz für den Kampf um Klimagerechtigkeit in Deutschland. RWE will an die darunterliegende Kohle. Ein Landwirt und zugezogene Unterstützer:innen setzen sich zur Wehr.

Klima 1. November 2021

Ohne Tempolimit in die Klimakrise

Was wir brauchen, ist keine Ampel, sondern ein Stoppschild
von zwei Aktivistinnen bei Fridays for Future

Bundestagswahl 2021. Noch nie war eine Wahl so richtungsentscheidend wie diese. Die Sondierungsgespräche sind gerade erst abgeschlossen, die Koalitionsverhandlungen noch nicht im Gange, und schon jetzt steht die Ampel eindeutig auf gelb.

Arbeitswelt 1. Oktober 2021

Bosch will Münchener Werk schließen – kein Bedarf mehr für Benzinpumpen

Umstellung der Produktion auf Umweltprodukte gefordert
Interview mit Miyase Erdogan

Miyase Erdogan arbeitet seit 34 Jahren bei der Firma Bosch in München. Sie ist Ersatzbetriebsrätin und Vertrauensfrau.
Das Gespräch führte Bea ­Sassermann.

Klima 1. Oktober 2021

Nach der Wahl ist nicht vor der Wahl

Die junge Generation und die Grünen
von Gerhard Klas

24.September, zwei Tage vor der Bundestagswahl. In hipper Pose, begleitet von ihrer Entourage und zahlreichen Fotografen, präsentierte sich Annalena Baerbock als Speerspitze der Klimabewegung auf der Kölner Demo von Fridays for Future. Eine peinliche Inszenierung, denn immerhin kritisieren FfF auch das Grünen-Programm als völlig unzulänglich, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Industrie 1. Oktober 2021

Die IAA war ein Erfolg – für ihre Gegner

Die Leistungsschau der deutschen Autoindustrie zeigt sich nicht auf der Höhe der Zeit
von Angela Klein

Die Internationale Automobilausstellung (IAA), die Leistungsschau der exportorientierten deutschen Industrie, hat ihren Höhepunkt hinter sich. Auch die Orientierung auf Elektroantriebe hat ihr zu keinem neuen Aufschwung verholfen. Aufschwung gibt es hingegen auf der Seite der Gegner:innen des motorisierten Individualverkehrs.

Industrie 1. Oktober 2021

‹Armin Laschet muss zurücktreten!›

Das RWE-Tribunal zieht die Konsequenz aus vier Gerichtsurteilen zum Thema Braunkohle
von Alfred Weinberg*

Unbeeindruckt von vier Gerichtsurteilen aus diesem Jahr, die einmütig die Rechtswidrigkeit der Kohlepolitik der Landesregierung von NRW unter der Führung von Armin Laschet feststellten, will RWE ab dem 1.Oktober sein Treiben fortsetzen. Dazu hat das RWE-Tribunal am 23.9. nun einen Spruch gefällt – vernichtend für Armin Laschet: «Die unrechtmäßigen Räumungen im Interesse von RWE dürfen sich in Lützerath nicht wiederholen – Armin Laschet muss zurücktreten!»

Industrie 1. Oktober 2021

Der Hambi ist noch da, Lützi bleibt auch

Lützerath: ein gallisches Dorf sagt dem Braunkohleriesen RWE den Kampf anvon Moritz Binzer

40000 Menschen haben bisher für die Braunkohle ihre Dörfer im Rheinland verlassen müssen – damit die größte Dreckschleuder Europas, RWE, weiter CO2 in die Luft pusten darf. Weitere fünf Dörfer sollen noch weichen, das Dorf Lützerath am Rande des Tagebaus Garzweiler in der Nähe von Erkelenz soll als erstes an die Reihe kommen. Doch die Region wehrt sich. Und diesmal stehen alle auf – ein neues Wyhl liegt in der Luft.

Lützerath lebt.

Industrie 1. Oktober 2021

Ungehorsam gegen Fleischkonzerne

Das Bündnis zwischen Klimaaktivisten, Bäuerinnen und Beschäftigten in der Tierindustrie entwickelt sich nur mühsam
von Friedrich Kirsch*

Im Sommer vergangenen Jahres stand die Fleischindustrie plötzlich im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte: Ein Schlachthof nach dem anderen entwickelte sich zum Corona-Hotspot. Den traurigen Höhepunkt markierte im Juni der Ausbruch bei Tönnies mit 1413 infizierten Arbeiter:innen.

Gesellschaft 1. Oktober 2021

Zurück zur Normalität?

Verdrängung ökologischer Problemevon Ingo Schmidt*

Im zweiten Jahr der Pandemie versprechen Politiker quer durchs Parteienspektrum ein Zurück zur Normalität. Das Wahlvolk hört es gerne. Auch wenn es sonst nichts von der Politik hören will. Aber was ist schon normal? Eine Welt, in der die Reichen und Mächtigen vom Rest nicht gerade respektiert, aber akzeptiert werden?

Klima 1. Oktober 2021

Kann ökologischer Landbau die Welt ernähren?

Globaler Wandel in der Lebensmittelproduktion nötig
von Tina Ress

Die Frage unserer Ernährung spielt in vielen Diskussionen eine zunehmende Rolle. Sie ist nicht nur für die Gegenwart existenziell, sondern auch für unsere weitere Zukunft, denn Schätzungen zufolge wird die Weltbevölkerung im Jahr 2050 knapp zehn Milliarden Menschen zählen. Diese Menschen müssen sich ernähren können. Welche Formen des Landbaus werden für unsere Zukunft notwendig sein? Kann ökologischer Landbau die Lösung sein und die wachsende Weltbevölkerung ernähren?

Klima 1. Oktober 2021

Nicht nur global, auch kommunal

Die Ernährungswende erfordert eine klimafreundliche Lebensmittelproduktion
von Tina Ress*

Global denken – lokal handeln hieß mal eine Parole der Grünen. Auch eine alternative Agrarpolitik muss unten anfangen und kann durch entsprechende Kommunalpolitik wirksam unterstützt werden. Nachstehend zeigen wir auf, was an regionalen Ansätzen, Angeboten und Projektideen heute schon möglich ist.

Haushalt/Schulden 1. September 2021

Bewegte Aussichten

Der Abgang der großen Moderatorin lüftet den Deckel über den Widersprüchen – und schafft Raum für gesellschaftliche ­Bewegungen von unten
von Angela Klein

Alles sieht danach aus, dass die Weiter-so-Politik sich fortsetzt – ungerührt vom diesjährigen Katastrophensommer. Weder das Hochwasser in der Eifel noch die verheerenden Waldbrände und Hitzewellen, die uns anzeigen, dass größere Teile der Erde bald unbewohnbar werden können, bringen die dickfelligen Profitanbeter aus der Ruhe. Kein Wunder, dass die Parteien von Union bis Grüne immer weniger voneinander unterscheidbar werden, in den Umfragen immer enger zusammenrücken und nach der Wahl so gut wie jede Regierungskombination denkbar ist, die Die LINKE und die AfD ausschließt.

Industrie 1. September 2021

RWE: 50 Prozent mehr Braunkohle

Trotz Klimakatastrophe
von Rolf Euler

Für viele Menschen weltweit wird die Klimakrise angesichts von Überflutungen und Bränden zu einer Klimakatastrophe wird und alle Welt redet darüber, wie dringend die Vermeidung weiteren Treibhausgasausstoßes ist. Die deutsche Energiewirtschafthat im ersten Halbjahr mehr davon erzeugt als zuvor. Wie man hört, «aufgrund des kalten Winters».

Klima 1. September 2021

‹Weil die Politik versagt, brauchen wir zivilen Ungehorsam›

Scientists for Future fragen: Wie weit darf Wissenschaft sich politisch einmischen?
Gespräch mit Mathis Bönte*

Die Debatte um die Rolle der Wissenschaft nimmt Fahrt auf. Als mit Fridays for Future die Jugend gegen den Klimawandel aufbegehrte, gab es nicht wenige Politiker:innen, die der neuen Bewegung Ahnungslosigkeit unterstellten. Das war auch in Deutschland der Startschuss für Scientists for Future (S4F). Zahlreiche Wissenschaftler:innen verteidigten die wissenschaftlichen Aussagen der Jugendbewegung gegen bornierte Politiker. Überall entstanden seitdem Ortsgruppen, auch prominente Wissenschaft­ler:innen gehören dazu. Nun stellt sich die Frage: Wie weit soll sich die Wissenschaft einmischen?

Klima 1. September 2021

Die Erde brennt

Rund um den Globus gab es in diesem Sommer Umweltkatastrophen –
sie hängen miteinander zusammen und haben eine gemeinsame Ursache
von Phil Hearse*

Von Oregon in den Vereinigten Staaten über Antalya und Bodrum in der Türkei bis zu einigen der kältesten Gebiete Sibiriens haben im letzten Monat Waldbrände bei Temperaturen von über 40°C tausende Hektar verwüstet. Gleichzeitig gab es katastrophale Überschwemmungen in Deutschland und China.

Industrie 1. September 2021

IAA mit grünem Mäntelchen

Zur Internationalen Automobilausstellung in München sind viele Gegenaktionen geplant
von Paul Michel

Mit einem neuen Konzept will die Automesse ihr Image als klimaschädliche PS-Show hinter sich lassen. Der neue Name «IAA-Mobility» soll ihr ein «grünes» Image verleihen.

Klima 1. September 2021

‹Monumentales Systemversagen›

Die Flutkatastrophe bringt es an den Tag: Der neoliberale Staat scheitert beim Schutz der Bevölkerung
von Hanno Raußendorf*

«Tief Mitteleuropa» nennen Meteorologen die Großwetterlage, die Mitte Juli über Deutschland binnen 24 Stunden bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter ausgeschüttet hat. 220 Menschen sind in Deutschland und Belgien in den Fluten um ihr Leben gekommen. Die Wassermassen haben einen Sachschaden von mehreren Milliarden Euro hinterlassen.

Industrie 1. September 2021

Wasserstoff – ein Energiefresser

Erneuerbarer Strom braucht Speicher – aber Batteriezellen sind schmutzig.
Kann Wasserstoff die Alternative sein?
von Klaus Meier*

In den Debatten über Klimaschutz ist heute das Thema Wasserstoff (H2) allerorten präsent. Das H2-Gas besitzt das Potenzial, viele industrielle Prozesse zu dekarbonisieren – Teile der Chemieindustrie oder auch die Stahlherstellung. Auch mit Wasserstoff angetriebene Lkw, Schiffe und kleinere Flugzeuge sind prinzipiell als klimaneutrale Lösungen möglich. Aber es gibt dafür Grenzen, die zu beachten sind. Die kapitalistische Wachstumsparty einfach mit Wasserstoff fortzusetzen, wird nicht gehen.

Klima 1. September 2021

Hitchhiker to the galaxy

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Der Sommer der Überschwemmungen und Brände brachte in heftiger und oft tödlicher Art noch mehr Aufklärung über die Probleme, vor denen die Menschheit und die Natur stehen. Im Gegensatz dazu übertrumpfen sich die reichsten Menschen mit «Erfolgsmeldungen» ihrer Fahrt in den nahen Weltraum.

Buch 1. September 2021

Cyril Dion: Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen

Bielefeld: Kamphausen Media, 2017. 296 S., 19,95 Euro
von Rolf Euler

Mit den Veränderungen, die wegen des Klimas nötig sind, befassen sich immer mehr Sachbuchbestseller, von Hirschhausen über Frank Schätzing bis zu Maja Göpel. Einfach mal «die Welt retten», oder unsere Welt «neu denken» – das schafft einen sicheren Trend auf dem Buchmarkt. Ein Buch aus dem Jahr 2017 – es fußt auf dem gleichnamigen Film von 2015 – ist da schon fast in Vergessenheit geraten.

Nur Online 18. Juli 2021

Das ist keine Naturkatastrophe

Überschwemmungen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden
von Daniel Tanuro

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels haben die schrecklichen Überschwemmungen in Belgien, Teilen von Deutschland und den Niederlanden mehr als 200 Menschen getötet. Zehntausende haben ihr Heim, haben alles verloren und werden für immer traumatisiert bleiben.

Arbeitswelt 1. Juli 2021

Sparen wir CO2, wenn wir die Arbeitszeit verkürzen?

Eine Studie des Umweltbundesamts über den Klimaschutzeffekt von Arbeitszeitverkürzung
von Rolf Euler

Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes, die von mehreren Wissenschaftler:innen und dem Ökoinstitut in Freiburg erstellt wurde, geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen eine Arbeitszeitverkürzung den CO2-Ausstoß vermindern würde. Es sei gleich vorweggenommen: Das Ergebnis ist eher mager, es zeigt aber auch, dass die Rechnung mit noch zu vielen Unbekannten gemacht wird.

Klima 1. Juli 2021

Mit zivilem Ungehorsam gegen den Ökozid

Wie an Hand von Ende Gelände, mit zivilem Ungehorsam der Kapitalismus in Frage gestellt werden kann
von Mark Kortjan*

Auch beim Klima nehmen die Herrschenden nur Rücksicht auf die Profite, nicht auf das Leben der Bevölkerungsmehrheit. Mit massenhaften entschlossenen Regelübertretungen gelingt es dennoch, die Öffentlichkeit zu mobilisieren.

Buch 1. Juli 2021

Ohne Sand keine Häuser, keine Straßen

Der Bauboom in den Städten stößt bald an Grenzen – wenn nämlich der Sand für den Beton ausgeht
von Gerhard Klas

Vince Beiser: Sand. Wie uns eine wertvolle Ressour­ce durch die Finger rinnt. München: Oekom, 2021. 320 S., 26 Euro

Nur Online 23. Juni 2021

Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel

Solidarität mit der Bürgerinitiative
von Michael Lorenz

Am 12. Mai 2021 fand vor dem Verwaltungsgericht Schleswig ein von zwölf Wedeler Anwohnerinnen und Anwohnern angestrengtes Verfahren gegen die ätzenden Partikelemissionen des Kohlekraftwerks Wedel statt. Beklagte war das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR), dass die Genehmigung für den Kraftwerksbetrieb, dem Betreiber Wärme Hamburg GmbH, verbieten sollte, so lange von dort gesundheitliche oder materielle Schäden ausgingen. Nach einer über 5-stündigen mündlichen Verhandlung wies das Gericht die Klagen ab.

Arbeitswelt 1. Juni 2021

Klimakrise und Klassenpolitik gehören zusammen

Ist die Herausforderung durch den Klimawandel ein Nebenwiderspruch? Ist das der neue Hauptwiderspruch? Und löst ein Green New Deal unsere Probleme?
Gespräch mit Nora Bräcklein und Michael Heldt

Michael Heldt ist gelernter Werkzeugmacher, arbeitet für die ISO und ist lokal in einer Nahverkehrsinitiative aktiv, sowie Teil von OKG (Organisieren–Kämpfen–Gewinnen)
Nora Bräcklein hat Sonderpädagogik studiert. Sie ist aktiv in der ISO und in flüchtlingssolidarischen Zusammenhängen.

Klima 1. Juni 2021

Wundersames Verfassungsgericht

oder: Was hat das Bundesverfassungsgericht zum Klimaschutzgesetz des Bundes wirklich beschlossen?
von Hanno Raußendorf*

Der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat mit seinem Ende April veröffentlichten Beschluss vom 24.März 2021 das Bundes-Klimaschutzgesetz für in Teilen verfassungswidrig erklärt, weil es in die grundrechtlich garantierten Freiheitsrechte zukünftiger Generationen in nicht verfassungskonformer Weise eingreift.

Klima 1. Juni 2021

Die Klimagerechtigkeitsbewegung braucht einen langen Atem

Die Gruppe ausgeCO2hlt ist seit 2011 im Rheinischen Revier aktiv
von Moritz Binzer*

Die Entstehung der Kampagne ausgeCO2hlt ist eng verknüpft mit dem Widerstand im Rheinischen Braunkohlerevier.

Buch 1. Juni 2021

Faschisten leugnen den Klimawandel – warum?

Der weiße Mann beherrscht die Welt, weil er ein schnelles Auto hat. ­Dem Technorassismus auf der Spur
von Andreas Malm

Zwei Tendenzen greifen derzeit ineinander: der Anstieg der Temperaturen und der Aufstieg der extremen Rechten. Was passiert, wenn beide aufeinander treffen? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen beiden?

Buch 1. Juni 2021

2° C

An den Rand notiert
von Rolf Euler

So knapp wie diese Überschrift ist einer der Lesens nötigsten Buchtitel, die in den letzten Tagen auf meinen Tisch kamen. Das Buch ist etwas mehr als fünf Jahre alt und erschien im Zusammenhang mit der Klimakonferenz in Paris.* Und doch soll dies keine Buchbesprechung, sondern ein Appell sein.

Gesellschaft 1. Juni 2021

Ökosozialismus

Haben oder Sein?
von Michael Löwy

Wie bisher können wir nicht weiterleben, das wissen wir. Aber muss eine Gesellschaft, die im Einklang mit der Natur wirtschaftet, in eine Diktatur der Bedürfnisse münden? Nein. Doch ohne ­Rücksicht auf die soziale Frage geht es nicht.

Klima 1. Juni 2021

Der «grüne Kapitalismus» hält nicht, was er verspricht

Die Rolle der Planung im ökosozialistischen Übergang
von Michael Löwy*

Für jeden ernsthaften Prozess des sozial-ökologischen Übergangs ist wirtschaftliche Planung erforderlich, das leuchtet immer mehr Menschen ein

Klima 1. Juni 2021

Frauen und Natur – für einen ökosozialistischen Feminismus

Frauen – weltweit an der Spitze im Kampf gegen die Umwelt­zerstörung
von Jess Spear*

Wo immer die Kräfte der Zerstörung versuchen, Bäume zu fällen, unsere Luft und unser Wasser zu verschmutzen und die Erde für Mineralien abzureißen, führen Frauen den Widerstand an.

Buch 1. Juni 2021

Der Mensch – eine zerstörerische Kraft

Macht euch die Erde untertan? Das hat schlimme Folgen. Erle C. Ellis sucht im ­Gestein nach Markern für die neue Erdepoche – das Anthropozän
von Gerhard Klas

Erle C. Ellis: Anthropozän. Das Zeitalter des ­Menschen – eine ­Einführung. München: Oekom, 2020. 256 S., 18 Euro

Film 1. Mai 2021

‹Ich war lange ignorant, was die Klimakrise angeht›

Dreharbeiten für labournet.tv The Loud Spring über die globale Klimabewegung
Interview mit Johanna Schellhagen

Du führst seit vielen Jahren Interviews mit Menschen, die in verschiedenen Teilen der Welt Arbeitskämpfe führen. Für euer neues Projekt habt ihr euch jetzt der internationalen Klimabewegung zugewandt. Wie kam es zu diesem neuen Fokus? Gibt es Schnittstellen?

Klima 1. Mai 2021

Galgenfrist für die Dörfer im Rheinischen Revier

Die «Leitentscheidung Braunkohle» der NRW-Regierung entscheidet nichts
von Hanno Raußendorf*

Ende März hat die NRW-Landesregierung ihre neue Leitentscheidung Braunkohle vorgestellt. Sie setzt den planerischen Rahmen für die Braunkohlewirtschaft im Rheinischen Revier bis 2038 fest und ist auf teils wütenden Protest gestoßen. Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND NRW, bezeichnete sie als einen «Angriff auf das Wohl der Allgemeinheit».

Klima 1. Mai 2021

Die Danni-Saat ausbringen

Im Dannenröder Wald fand ein Klimacamp zum Austausch über die Verkehrswende statt
von Moritz Binzer

Vom 9. bis 18.April wurde mit dem Klimacamp am Dannenröder Wald die politische Camp-Saison eingeleitet. Das Camp fand trotz Corona-Pandemie als angemeldete Mahnwache statt. Es gab hohe Hygienestandards, dennoch musste in der zweiten Hälfte der Camp-Woche die Notbremse gezogen werden.

Arbeitskämpfe 1. April 2021

Umweltfragen? Nicht unser Bier

Ver.di-Tarifvertrag zum Kohleausstieg stärkt RWE den Rücken
von Helmut Born

Im September 2019 hat der Bundeskongress der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di einen Beschluss «Nachhaltige Wirtschaft und aktiver Staat» gefasst. Darin ist die Forderung nach dem Erhalt des Hambacher Waldes und der Dörfer im Rheinischen Revier enthalten. Für die Umsetzung dieser Forderung ist seither in der Gewerkschaft so gut wie nichts passiert.

Buch 1. April 2021

Buchtipp

Robert Wallace: Was Covid-19 mit der ökologischen Krise, dem Raubbau an der Natur und dem Agrobusiness zu tun hat. Mit einem Vorwort von Matthias Martin Becker. Köln: Papyrossa, 2021. 206 S., 20 Euro
von Gerhard Klas

Die Corona-Pandemie ist keine Naturkatastrophe. Wie andere Epidemien des 21.Jahrhunderts ist sie eine Folge des menschlichen Raubbaus an der Natur. Das ist die These, die Rob Wallace, US-amerikanischer Evolutionsbiologe und Epidemiologe, in seinem Buch aufstellt.

Amerika 1. April 2021

Kanada

Fast ein Global Player im Ölgeschäft
von Ingo Schmidt*

Wenn es um Öl geht, stehen der Mittlere Osten, die USA, vielleicht Russland oder noch Venezuela, Libyen und Nigeria im Mittelpunkt des Interesses. Fast immer vergessen wird Kanada, genauer gesagt die Provinz Alberta, auf deren Territorium rund zehn Prozent der weltweit bekannten Ölreserven lagern.

Asien/Australien 1. April 2021

Mensch oder Natur? Der grüne Konflikt

Im Namen des Naturschutzes werden Indigene und Kleinbauern vertrieben
von Kathrin Hartmann

Schutzgebiete sollen die Zerstörung der Wälder aufhalten. Sie sollen ein wichtiger Beitrag zur Rettung des Klimas sein und neuerdings auch helfen, der Verbreitung neuer Virenerkrankungen vorzubeugen. Aber so wie dieser Naturschutz praktiziert wird, geht er häufig auf Kosten Indigener und Kleinbauern.

Industrie 1. April 2021

Für die Klimakatastrophe wesentlich mitverantwortlich

Die industrielle Landwirtschaft
dokumentiert

Sie hat 2018 ebensoviel CO2-Äquivalente produziert wie die Industrieprozesse (63,6 Millionen Tonnen).
Sie ist auch für die Verbreitung von Viren verantwortlich, die von Nutztieren auf Menschen überspringen.

Gesundheit 1. April 2021

Wege des Virus und seiner Bekämpfung

Die Pandemie aus der Sicht eines Ökologen
von Marius Gilbert*

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Pandemie, ausgelöst durch Erreger aus der Tierindustrie, ausbricht.
Wenn man sich Krankheiten von einer ökologischen und nicht von einer medizinischen Ausbildung her nähert, dann betrachtet man Krankheitserreger als Teil eines Ökosystems. Das ist eine ganz andere Perspektive als die von Medizinern oder Tierärzten, die dazu ausgebildet sind, Krankheitserreger in Verbindung mit Heilung zu betrachten.

Klima 1. März 2021

Anthropozän

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Selbst wenn Paul Crutzen, der vor kurzem verstorbene niederländische Wissenschaftler, nur wegen der Erforschung des Ozonlochs und der Ursachen durch FCKW bekannt geworden wäre, wäre dieser «Rand» nötig, daran zu erinnern.

Gewerkschaften 1. März 2021

Klimagerechtigkeit

Wo bleibt das Konzept der Gewerkschaften?
von Helmut Born

Wenn von Klimagerechtigkeit die Rede ist, geht der erste Gedanke an die Folgen des Klimawandels für die Länder des globalen Südens und wie sie bewältigt werden können: Die (kapitalistischen) Industrienationen tragen die Hauptverantwortung für den Klimawandel, sie müssen daher auch für die Folgen aufkommen.

Handel/Banken 1. März 2021

So halten wir den Klimawandel nicht auf

Internetnutzung und Energieverbrauch
von Kerem Schamberger*

Wie oft denken wir darüber nach, wieviel Energie das Verschicken einer E-Mail kostet? Oder ein Klick auf YouTube? Und das «Mining» von Kryptowährungen?

Arbeitswelt 1. März 2021

Ver.di und Fridays for Future

Hand in Hand für die Einhaltung der Pariser Klimaziele?
von Helmut Born

Anfang Februar hat der Ver.di-Vorsitzende Frank Werneke auf einer Pressekonferenz die Forderungen seiner Gewerkschaft für die Parteien zu den Bundestagswahlen der Öffentlichkeit vorgestellt und eine gemeinsame Kampagne mit Fridays for Future und angekündigt.

Industrie 1. März 2021

Wer verursacht die CO2-Emissionen?

Die Klassenfrage in der Klimafrage und das Fliegen
von Moritz Binzer

Die globale Flugindustrie ist am Boden. Sie verzeichnet in den stark von Corona betroffenen Ländern Einbrüche bis zu 90 Prozent.

Arbeitswelt 1. März 2021

Eine neue Studie

Subventionen in der Tierindustrie
von Tina Ress

Das bundesweite Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie veröffentlicht gerade eine neue Studie, die aufzeigt, wie die Tierindustrie durch staatliche Finanzierung am Leben erhalten wird und wie diese Finanzierung die wegen der klimaschädlichen Auswirkungen des tierbasierten Agrarsektors notwendige Transformation verhindert.

Industrie 1. März 2021

Leserbrief: Die «Zukunftsprojekte» von ZF: Klimaschädliche Mogelpackungen

Betr.: Artikel von Manfred Dietenberger in SoZ 2/2021, S.8
von Paul Michel

Im Artikel «Für die Zukunft gerüstet – Der Autozulieferer ZF legt in Sachen E-Mobilität einen neuen Gang ein» stellt Manfred Dietenberger dar, woran das Unternehmen ZF, einer der größten deutschen Autozulieferer mit Sitz in Friedrichshafen, arbeitet.

Arbeitskämpfe 2. Februar 2021

Endlich vereint

Gewerkschaften und Umweltverbände in Frankreich Hand in Hand
von Bernard Schmid

Er will sozialen Kampf und Ökologie in Einklang bringen, und das in einem Industriezweig, dessen Produktion jedenfalls in ihrer bisherigen Form unter Klima- und Umweltgesichtspunkten nicht wünschenswert ist – die Rede ist vom Arbeitskampf beim französischen Energiekonzern Total am Raffineriestandort Grandpuits, gut fünfzig Kilometer östlich von Paris.

Gesellschaft 2. Februar 2021

«Wir müssen unsere Solidarität mit den jungen Leuten zeigen»

Auch Christinnen und Christen sind aktiv im Widerstand gegen den
Abriss der Dörfer im Rheinischen Revier

Gespräch mit Negen Jansen

Seit Jahrhunderten sind die Kirchen in den ländlichen Gebieten eine wichtige Institution. Dorfbewohner werden dort getauft, heiraten und beerdigen ihre Angehörigen auf dem kirchlichen Friedhof. In den Braunkohleregionen werden die Kirchen – viele stehen unter Denkmalschutz – zusammen mit den Dörfern zerstört.

Klima 2. Februar 2021

Wir stellen vor:

Initiative für einen Klima-BürgerInnenrat in Deutschland
von gk

Am 25.Januar war es so weit: Zwei Sprecher der Initiative «Klima-Mitbestimmung-jetzt» stellten im Bundestag ihre Petition für einen Klima-BürgerInnenrat vor.

Industrie 2. Februar 2021

Mobilitätswende statt CARpitalism

Wie weiter mit der Bewegung?
von Moritz Binzer

Mit etwa 800 Kilometern neuer Autobahn in Deutschland soll in den nächsten Jahren der Individualverkehr weiter gefördert werden. Die Besetzung im Dannenröder Wald lässt auf mehr Widerstand hoffen.

Klima 1. Februar 2021

Autobahnbau stop!

Für einen «Mietendeckel der Mobilität»
von Sabine Leidig

Der Straßenbau in Deutschland ist das Ergebnis fossiler Planwirtschaft und hat wachsende Verkehrsströme zu Folge. Ohne Rebellion werden die Weichen nicht umgestellt.

Industrie 1. Februar 2021

NRW-Regierung verheimlicht Kohlegutachten

Jetzt erst recht: Alle Dörfer bleiben
von Michael Schwartz*

Für die Aktiven von «Alle Dörfer Bleiben» kam die Neuigkeit wie ein letzter Knall am Ende eines bewegten Herbstes.

Gemeingüter 5. Januar 2021

Geschenkt

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Anfang Dezember kommt viel Papier zusätzlich zur Tageszeitung ins Haus: Vorschläge zum Schenken zu Weihnachten, Mode, Parfum, Uhren, Spielzeug – wer hat, dem wird gegeben…

Klima 5. Januar 2021

Berlin: Internationale Grüne Woche

Zukunftsfähiger Agrarsektor oder «weiter so»?
von Tina Reß

Die alljährliche Internationale Grüne Woche in Berlin – nun steht sie also wieder an, mitten in einer Pandemie, daher im digitalen Format.

Klima 5. Januar 2021

Dannenröder Wald

Eine Delle für die Autogesellschaft
von Moritz Binzer*

Die Baumhäuser im Dannenröder Wald gegen den Ausbau der A49 wurden geräumt. Aber die Besetzung war nur der Anfang, denn der Kampf gegen das Modell des fossilen Individualverkehrs nimmt gerade erst Fahrt auf.

Klima 1. Dezember 2020

Autopartei? Nein Danke!

Vom Abschied einer Umweltpartei
von Gerhard Klas

«Die Wahrheit ist, dass auch die nächste Bundesregierung Straßen bauen und Kompromisse machen wird», schreibt der Taz-Kolumnist Peter Unfried Ende Oktober.

Klima 1. Dezember 2020

Ökolandwirtschaft?

Die EU-Agrarwende ist abgesagt
von Hanno Raußendorf*

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist der größte Haushaltsposten der Europäischen Union. 58 Milliarden Euro sind es allein in diesem Jahr, mehr als ein Drittel des Gesamtbudgets. Derzeit verhandelt die EU über die Fortsetzung der GAP in den nächsten sieben Jahren.

Klima 1. Dezember 2020

Die Staatsgewalt nutzen…

…um die Klimakatastrophe aufzuhalten
Interview mit Andreas Malm

Immer noch zeigen sich die Staaten wenig entschlossen, Maßnahmen zur Bewältigung des Klimanotstands zu ergreifen. Klimawandel ist aber kein Problem der Zukunft mehr – die Staatsmacht muss jetzt genutzt werden, um eine drastische Neuordnung der Volkswirtschaften durchzusetzen.

Nur Online 3. November 2020

Strukturwandel per Tarifvertrag

IG BCE und Ver.di schließen Tarifvertrag mit Energieunternehmen für den Strukturwandel ab
von Helmut Born

Seit Ende August gibt es die ersten Tarifverträge mit Energieunternehmen, gezeichnet von Ver.di und der IG BCE.

Klima 1. November 2020

Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann

Eine Studie des Wuppertal-Instituts im Auftrag von Fridays for Future
von Hanno Raußendorf*

Wir haben noch höchstens 4,2 Gigatonnen CO2
Mitte Oktober hat Fridays for Future (FFF) eine Studie* vorgestellt, die aufzeigen will, wie Deutschland seinen Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels leisten kann.

Klima 1. November 2020

Polizeiübergriffe gegen Ende Gelände

«Die Polizei ist aggressiver, weil die Stimmung danach ist»
Gespräch mit Christian Mertens

Am Wochenende vom 26./27.September ging die Polizei mit erheblicher Brutalität und Willkür gegen die Demonstrierenden und Blockierenden vor.

Klima 1. November 2020

Zucker im Tank (ZimT)

Wir stellen vor
von Michael Schwarz

Wer tummelt sich eigentlich alles in der Klimagerechtigkeitsbewegung? In den kommenden Ausgaben stellen wir einige Gruppen vor, zunächst solche, die im Rheinischen Revier entstanden sind.

Industrie 1. November 2020

Tesla fällt und baut und baut und fällt…

…ganz ohne Genehmigung
von Rolf Euler

Wenn Grünheide in der Bretagne läge und Elon Musk Cäsar wäre, welche Comic-Reihe könnte man über die Pläne für die Tesla-Autofabrik machen! Aber so…

AKW 1. November 2020

Atommüllendlager

Oben bleiben!
von Klaus Engert

Wohin mit der immer weiter anschwellenden Menge an Strahlenmüll aus den weltweit 442 Atomreaktoren in 31 Ländern?

Arbeitswelt 1. November 2020

Ökologische Konversion kann Arbeitsplätze sichern

Die Situation und mögliche Perspektiven
von Klaus Meier

Die deutsche Autoindustrie befindet sich in einer tiefen Krise. Insbesondere die großen und kleinen Zulieferer planen überall Betriebsschließungen und eine massive Arbeitsplatzvernichtungen. Anders als noch 2008/2009 handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Konjunktur-, sondern um eine Strukturkrise.

Arbeitswelt 1. November 2020

«Wo ist die Ladestation? Beim Aldi!»

Automobilindustrie und Transformation aus der Sicht der Beschäftigten
von Jörn Boewe, Stephan Krull, Johannes Schulten

Was denken die Beschäftigten der Autoindustrie über die Verkehrswende? Sind ihnen die Klimaziele egal, wenn es um ihre Arbeitsplätze geht? Oder folgen sie einfach den Vorgaben des Unternehmens? Weder noch lautet das Zwischenergebnis einer Studie zur sozialökologischen Mobilitätswende, die die drei Autoren Jörn Boewe, Stephan Krull und Johannes Schulten derzeit im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung durchführen.

Amerika 1. November 2020

Antônio Andrioli: Brasilien zwischen Hoffnung und ­Illusionen. Kritische Blicke auf ein Land in der (Öko-)Krise

München: Oekom, 2020. 280 S., 26 Euro
von Hermann Dierkes

Der brasilianische Agrarwissenschaftler Antônio Inácio Andrioli ist in Deutschland vor allem in der Umwelt- und alternativen Agrarbewegung bekannt. Seine in Osnabrück entstandene Dissertation über genmanipuliertes Soja wurde bereits 2007 als Buch veröffentlicht.*

Buch 1. November 2020

Ein linker Green New Deal ist keine angemessene Strategie

Fünf Gegenargumente
von Christian Zeller

Bernd Riexinger, Co-Vorsitzender der Partei DIE LINKE von 2012 bis 2020, legt einen programmatischen und strategischen Vorschlag für einen linken Green New Deal vor.*

Arbeitskämpfe 1. November 2020

Transformation?

Arbeitsplätze sichern und Klima schützen!
Ein Vortrag von Bernd Riexinger

Der nachstehende Text ist die leicht überarbeitete Mitschrift eines Vortrags, den Bernd ­Riexinger am 2.Oktober in Stuttgart im Rahmen einer von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten Podiumsdiskussion zum Thema «Linker Green New Deal für die Mobilitätswende – eine sozial-ökologische Transformation der (Auto-)Industrie» gehalten hat.

Klima 1. Oktober 2020

Wasser fürs Revier

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Der Sommer war mal wieder zu trocken in den Monaten April bis August. Der jetzige Regen kann die Schäden, die in den Wäldern entstanden sind, nicht mehr ausgleichen, da die Vegetationsperiode weitgehend abgeschlossen ist.

Amerika 1. Oktober 2020

Ein Schrei für das Leben

Die erste Weltversammlung für den Amazonas
von Christophe Aguiton

Am 18. und 19.Juli fand die erste Weltversammlung für das Amazonasgebiet statt, sie war ein bemerkenswerter Erfolg.

Arbeitswelt 1. Oktober 2020

Ver.di und der Kampf gegen die Klimakatastrophe

Die Gewerkschaft muss eigene Vorschläge für den ökosozialen Umbau machen
von Helmut Born

Auf dem Ver.di-Bundeskongress im September 2019 spielte der Kampf gegen den Klimawandel eine bedeutende Rolle.

Industrie 1. Oktober 2020

«Wir haben gute Chancen»

Die Gruppe «Menschenrecht vor Bergrecht» will im Rheinischen Braunkohlerevier die Abbaggerung von Dörfern verhindern
Gespräch mit Birgit Cichy

Die SoZ stellt nach und nach neue Klimagerechtigkeitsgruppen vor, die sich im Rheinischen Braunkohlerevier im Zuge dem Kampfs um den Hambacher Wald gebildet haben. Eine davon ist «Menschenrecht vor Bergrecht». Birgit Cichy erklärt uns, was die Gruppe vorhat.

Arbeitswelt 1. Oktober 2020

Stahlkochen CO2-frei

Die Technologie dafür gibt es
von Klaus Meier

In SoZ 9/2020 stellten wir Möglichkeiten für einen Umbau der Chemieindustrie vor. Hier nun vom selben Autor ein Vorschlag für den klimaneutralen Umbau der Stahlindustrie.

Klima 1. Oktober 2020

Wald statt Asphalt

Der Widerstand im Dannenröder Wald ist ein Fixpunkt im Kampf um gerechte Mobilität
von Ina Schaf, Hazel Rahn*

Das Jahr 2020 stellte auch die Klimagerechtigkeitsbewegung bisher vor gewaltige Herausforderungen. Für ihre drängenden Anliegen musste bei zum Teil stark eingeschränkten Aktionsmöglichkeiten medialer Raum gänzlich neu erkämpft werden.

Europa 1. Oktober 2020

Etwas besser, aber noch lange nicht gut

Der European Green Deal der EU-Kommission
von Hanno Raußendorf*

Vergangenen Dezember erregte die Kommissionspräsidentin von der Leyen einige Aufmerksamkeit, indem sie einen sog. «European Green Deal» vorschlug, mit dem Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf null reduziert werden sollen. Europa solle «der erste klimaneutrale Kontinent der Welt» werden.

Klima 1. September 2020

«Es müssen die Konzerne blockiert werden»

Panorama eines Aktionswochenendes gegen den fossilen Kapitalismus
dokumentiert

«Aufstand mit Abstand – Klima retten, Kapitalismus überwinden». Unter diesem Motto fanden am Wochenende vom 8. und 9.August bundesweit in über zehn Städten mehr als 15 Aktionen für ein Ende des fossilen Kapitalismus und für Klimagerechtigkeit statt.

Geschichte 1. September 2020

Heimat und Vertreibung in Deutschland

Ein Bericht aus dem Rheinischen Revier
dokumentiert

Sabine Schölermann stammt aus Garzweiler. Auf einer Veranstaltung der Naturfreunde Köln im Vorfeld der Großdemonstration am 30.8. hat sie berichtet, wie sie in ihrer Jugend die Vertreibung aus dem Dorf erlebt hat.
Garzweiler war ein alter Ort, urkundlich erwähnt schon im 12.Jahrhundert.

Klima 1. September 2020

Klimabewegung

Zwischen Kanzlertermin und direkter Aktion
von Gerhard Klas

Der Termin von Greta Thunberg und Luisa Neubauer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Mitte August ist, betrachtet mensch die Dynamik von Fridays for Future, nachvollziehbar.

Arbeitswelt 1. September 2020

Konzerninterner Standortkrieg in Sicht

Beim neuen Vertrag mit ZF Friedrichshafen zahlen die Beschäftigten nur drauf
von Manfred Dietenberger

Die normative Kraft des Faktischen zwang den Autozulieferer ZF Friedrichshafen Anfang August zu einem historischen Beschluss: Künftig will er keine Antriebskomponenten mehr entwickeln, die nur für Fahrzeuge mit reinen Verbrennungsmotoren geeignet sind.

Gesundheit 1. September 2020

Der Weltagrarbericht 2020: Noch 60 Ernten?

Oder reicht der Boden für weitere 4 Milliarden Menschen?
Zusammenstellung von Angela Klein

Der neue Weltagrarbericht der UN-Welternährungsorganisation FAO ist in der öffentlichen Aufmerksamkeit untergegangen. Dabei enthält er alarmierende Nachrichten: Die Zahl der Menschen, die hungern, steigt weltweit kontinuierlich an, seit 2014, als die Zahlen erstmals wieder nach oben gingen, um 60 auf 690 Millionen. 750 Millionen sind unterernährt, fast ein Zehntel der Weltbevölkerung.

Industrie 1. September 2020

2-Emissionen">Chemieindustrie ohne CO2-Emissionen

Wie kann das gehen?
von Klaus Meier

Die Chemieindustrie gehört zusammen mit dem Automobilsektor und dem Maschinenbau zu den größten deutschen Industriebranchen. Sie hat einen sehr hohen Treibhausgasausstoß und auch ihr Stromverbrauch ist überdimensioniert. Die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ist ohne einen ökologischen Umbau der Chemieindustrie nicht erreichbar.

Industrie 18. August 2020

«Musk»elspiele in Brandenburg

Gigafactory für Tesla-Autos
von Rolf Euler

Kennen Sie das Theaterstück von Dürrenmatt Der Besuch der alten Dame? Die Pläne des amerikanischen Milliardärs Elon Musk erinnern irgendwie daran – warum wohl?

Klima 18. August 2020

Corona, Klima, Krisenlogik

Saufgelage mit Mundschutz
von Gerhard Klas

Die Corona-Krise geht vorbei. Irgendwann ist ein Impfstoff gefunden – bis das nächste Virus kommt. Dennoch wurden, um viele tausend Tote zu verhindern, Grundrechte massiv eingeschränkt und finanzielle Mittel im kaum erwarteten Ausmaß locker gemacht.

Klima 18. August 2020

Alle Dörfer bleiben!

Klimabewegung im Lockdown
von Martin Schwarz

Die vom Tagebau bedrohten Garzweiler-Dörfer – aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden. Das Klimacamp im Rheinland – abgesagt. Die Massenblockade von Ende Gelände – auf irgendwann im September verschoben. Oder doch nicht?

Globalisierung/Krieg 18. August 2020

Palmöl und Marderhund

Wo Wälder für Plantagen abgeholzt werden, bleibt Einheimischen oft nur die Wilderei
von Kathrin Hartmann

Die Corona-Krise hat auf beunruhigende Weise etwas geschafft, woran sich viele Organisationen die Zähne ausgebissen haben: Sie hat soziale und ökologische Verheerungen sichtbar gemacht, die lange bekannt waren, aber ignoriert wurden.

Klima 1. Juli 2020

Offene Taschen für die Verbrenner

Das Kohlegesetz ist ein Geldsegen für RWE & Co.
von Hanno Raußendorf

Noch vor der Sommerpause des Bundestags will die Bundesregierung das sog. Kohleausstiegsgesetz durch das Parlament bringen. Sein Name führt allerdings in die Irre. Tatsächlich könnte es die Kohleverstromung künstlich verlängern.

Industrie 1. Juli 2020

Mit Wasserstoff zum grünen Kapitalismus?

Ohne Rückbau der Produktion funktioniert das nicht
von Klaus Meier

Anfang Juni 2020 verkündete die Bundesregierung ihre «Nationale Wasserstoffstrategie». Bei Wasserstofftechnologien soll die BRD «die Nummer 1 in der Welt» werden, tönte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Dies sei die größte Innovation im Bereich Klimaschutz und Energiewende seit der Einführung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG). Was steckt dahinter?

Klima 1. Juli 2020

Wir haben noch ein halbes Jahr

Das Konjunkturprogramm treibt die Treibhausgasemissionen hoch
und hat für Soziales nur Peanuts übrig
von Wolfgang Pomrehn

Wir haben noch ein halbes Jahr. Entweder gelingt es uns jetzt, die Trendwende zu verfestigen oder die im Pariser Klimaabkommen verabredeten Ziele werden nicht mehr einzuhalten sein.

Buch 1. Juli 2020

Klimarevolution

Was denn sonst
von Thies Gleiss

Christian Zeller: Revolution für das Klima. Warum wir eine ökosozialistische Alternative brauchen. München: Oekom, 2020. 242 S., 22 Euro

Klima 1. Juni 2020

Blühstreifen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Der neue Umweltbericht der zuständigen Ministerin mahnt erneut – und ziemlich sicher ohne deutliche Folgen – den schlechten Zustand der Natur an.

Asien/Australien 1. Juni 2020

Wie Seuchen entstehen

Der evolutionäre Dampfkochtopf hinter der kapitalistischen Urbanisierung
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Die Pandemie, die das Virus SARS-CoV-2 derzeit verursacht, ist wie seine Vorläufer SARS-CoV, die Vogelgrippe und die Schweinegrippe an der Schnittstelle von Ökonomie und Epidemiologie entstanden.

Es gibt keine Wildnis

«Wilde» Gebiete sind der globalen Ökonomie immanent
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Der Ausbruch der Corona-Pandemie ist weniger eindeutig mit dem Kern des agroindustriellen Systems verbunden als die Schweine- oder Vogelgrippe. Einerseits ist noch nicht vollständig geklärt, woher das Virus kommt.

Der Kapitalismus hat keine Grenze mehr

Dem Ökosystem wird die Chance genommen Übertragungsketten zu unterbrechen
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Es ist eine Tatsache, dass die «natürliche» Sphäre bereits vollständig unter das globale kapitalistische System subsumiert ist. Diesem ist es gelungen, die elementaren klimatischen Bedingungen zu verändern und so viele vorkapitalistische Ökosysteme zu verwüsten, dass die übriggebliebenen nicht mehr so funktionieren wie in der Vergangenheit.

Landgrabbing und die Folgen

Zerstörung von Ökosystemen kann Seuchen hervorbringen
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Die Corona-Pandemie wird oft so dargestellt, als wäre sie eine Art Naturkatastrophe – bestenfalls als wahllos, schlimmstenfalls werden die «unreinen» kulturellen Praktiken der armen Waldbewohner verantwortlich gemacht.

Buch 1. Juni 2020

Grüner wird’s nicht

Kapitalismus geht vor Klimaschutz
von Gerhard Klas

Kathrin Hartmann: Grüner wird’s nicht. Warum wir mit der ökologischen Krise völlig falsch umgehen. München: Blessing, 2020. 174 Seiten, 14 Euro

Industrie 1. Mai 2020

Ein tödlicher Systemfehler

Corona, Kapitalismus und Natur
von Marijke Colle*

Innerhalb weniger Tage stand im Monat März die gesamte Automobilindustrie still. Ende März wurden bereits 1,2 Millionen Pkw weniger produziert. Die gesamte Luftfahrtindustrie ist am Boden.

Klima 1. Mai 2020

Fridays for Future

«Soziale Forderungen werden bei uns jetzt viel mehr diskutiert»
Gespräch mit FfF-AktivistInnen

Nach dem Klimapaket der Bundesregierung und der erzwungenen Aktionspause durch Corona suchen Fridays for Future neue Wege

Klima 1. Mai 2020

Corona for Future?

Eine Chance für den Klimaschutz
von Tim Kühnel

Die Corona Krise beeinträchtigt das Leben von uns allen. Doch sie hat auch durchaus ihre positiven Seiten. Das Klima scheint sich zu erholen. Aber hat die Krise auch langfristig positive Auswirkungen auf unser Klima und was können wir aus ihr lernen?

Arbeitswelt 22. April 2020

Tarifrunde Nahverkehr

Corona spitzt zu, woran das Verkehrssystem krankt
von Violetta Bock

In diesem Jahr steht bundesweit die Tarifrunde Nahverkehr mit den kommunalen Arbeitgebern an, damit bietet sich eine einzigartige Chance, soziale und ökologische Fragen gemeinsam zu thematisieren: Arbeit und Mobilität, Klima und Klasse.

Klima 26. März 2020

Die Rettung der Alten Eiche von Castrop-Rauxel

Schutz des Biotops vor dem Bebauungsplan wichtig
von Ulrich Häpke

BaumschützerInnen haben in Castrop-Rauxel eine 250 Jahre alte Eiche vorerst vor der Rodung bewahrt. Sie sollte als einer von 300 Bäumen für ein neues Baugebiet geopfert werden. Unter anderem durch die fünfmonatige Besetzung durch den Aktivisten «Hambi Potter» ist «die Alte Eiche» nun auch überregional bekannt.

Amerika 26. März 2020

Mercosur und EU

Nichts als Auto gegen Kuh?
von Antônio Inácio Andrioli*

Durch das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur ist vorgesehen, mehr billiges Fleisch und Soja aus Lateinamerika zu importieren – ausgerechnet Produkte, die vor Ort mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden sind.

Klima 25. März 2020

Der Acker bleibt

Guter Boden und Perspektiven auf dem Land statt Logistikzentrum
Gespräch mit AktivistInnen

Seit Mai 2019 besetzen AktivistInnen in Neu-Eichenberg südlich von Hannover einen 80 Hektar großen Acker, um zu verhindern, dass hier ein Logistikgebiet entsteht. Violetta Bock sprach Ende Februar mit vier AktivistInnen, nachfolgend A., B., C., D. genannt, über ihre Erfahrungen und Motivation.

Amerika 25. März 2020

First-Nations-Proteste gegen Pipeline-Bau

Landrechte, Ökologie und fossiles Kapital in Kanada
von Ingo Schmidt

5.Februar 2020: In voller Kampfmontur, mit Nachtsichtgeräten ausgestattet, beginnen Einheiten der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) mit der Räumung eines Protestcamps der Wet’suet’wen-Nation im Norden von British Columbia. Durch das Gebiet der Wet’suet’wen soll eine Flüssiggaspipeline gebaut werden.

Klima 1. März 2020

Das Monstrum von Datteln

Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 ist alles andere als «sauber»
von Rolf Euler

Im nördlichen Ruhrgebiet ragt ein Kühlturm gut sichtbar über alle anderen Erhöhungen und Gebäude, höher als der Kölner Dom: Es ist das umstrittenste Kraftwerk der Republik, Datteln 4. In der Klimabewegung ist dieses Kraftwerk zum neuen Angelpunkt von Protesten geworden.

Globales Ökosozialistisches Netzwerk

Politik und Projekt des Ökosozialismus über die Grenzen der Nationalstaaten hinaus nötig
von Wilfried Dubois

Ende Januar trat ein Global Ecosocialist Network (GEN) an die Öffentlichkeit. Zum Selbstverständnis des Netzwerks heißt es auf seiner Webseite (www.globalecosocialistnetwork.net):

Klima 1. März 2020

«Wir gehen jetzt in die Städte»

Im Rheinischen Braunkohlerevier wehrt sich das Bündnis
«Alle Dörfer bleiben» gegen die geplanten Abbaggerungen

Gespräch mit David Dresen

Die Wut ist groß: Die Braunkohle soll im Boden bleiben, nicht einmal der Kohlekompromiss der Bundesregierung braucht eine Erweiterung des Tagebaus Garzweiler – und trotzdem sollen fünf Dörfer abgerissen werden. Ein Racheakt oder nur eine Machtdemonstration?

Klima 1. Februar 2020

Geestrücken

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Bei der in diesen Wochen vordringlichen Beschäftigung mit den Feuern in Australien fällt noch ein anderes Bild des Klimawandels auf: das der bedrohten Küsten.

Asien/Australien 1. Februar 2020

Ein klimatischer «tipping point»

Megafeuer in Australien
von Daniel Tanuro

Der Ausdruck «tipping point» bezeichnet den Punkt, wo ein Systems von einem Zustand des Gleichgewichts in ein anderes «kippt», den Moment also, ab dem es nicht mehr möglich ist zu verhindern, dass aufgehäufte quantitative Änderungen in eine neuen Qualität umschlagen. Der Begriff wird in unterschiedlichsten Bereichen verwendet, von Bevölkerungsstudien über die Sozialwissenschaften bis zum Klimawandel.

Asien/Australien 1. Februar 2020

Enteignet Siemens!

Australien brennt – Siemens zündelt
von Gerhard Klas

«Eigentum verpflichtet» und soll auch dem «Wohle der Allgemeinheit dienen»? Die Siemens-Affäre ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Widerspruch zwischen Kapital und Allgemeinwohl durch einen Paragrafen im Grundgesetz nicht zu überwinden ist.

Klima 1. Februar 2020

Der Kohlekompromiss ist tot und begraben

Der Abschaltplan von Bund und Ländern fällt noch weiter hinter die Klimaziele zurück
von Hanno Raußendorf*

Am 15.Januar haben sich die Ministerpräsidenten der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Nordrhein-Westfalen mit der Bundesregierung auf einen Abschaltplan für die Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke geeinigt.

Klima 1. Februar 2020

Der Rachefeldzug der Obrigkeit

Repression zwischen Stieleichen, Hainbuchen und Maiglöckchen im Hambacher Wald
Interview mit Todde Kemmerich

Von einer Öffentlichkeit, bei der die Klimagerechtigkeitsbewegung mehrheitlich große Sympathie genießt, weitgehend ignoriert, begegnen ihr Staat und RWE seit Jahren mit Repression.

Klima 1. Februar 2020

Wir haben es satt!

Bauernhöfe unterstützen – Tiere und Klima schützen!
von Violetta Bock

Gut 170 Trecker tuckerten am 18.Januar durch die Hauptstadt, gefolgt von 27000 Demonstrierenden aller Altersgruppen mit bunten Schildern mit kreativen Sprüchen. Sie machen sich stark für einen Wandel in der Agrarpolitik.

Nur Online 21. Januar 2020

Offener Brief an Greta Thunberg

Einladung an das Andere Davos
dokumentiert

Liebe GenossInnen,

Am 7. Januar 2020 hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg angekündigt am World Economic Forum (WEF) in Davos teilzunehmen.

Arbeitswelt 1. Januar 2020

Raue Zeiten – schon vor der Krise!

Arbeitsplatzabbau in der Autoindustrie
von H.N.

«Digitalisierung», «Elektromobilität», «Klimawandel» und Co. sind in aller Munde. Die «Transformation» des Spätkapitalismus haben Kapital und Politik in Deutschland und der EU längst eingeleitet.

Klima 1. Januar 2020

Die Messe ist noch nicht gesungen

Erste Freisprüche im Verfahren gegen die «Eschweiler-Fünf»
von Hanno Raußendorf

Das Amtsgericht Eschweiler hat Angeklagte der Klimagerechtigkeitsbewegung überraschend in wesentlichen Anklagepunkten freigesprochen.

Gemeingüter 1. Januar 2020

Mach dunkel!

Gegen Lichtverschmutzung
von Rolf Euler

Beim Gang durch die Innenstadt im Dezember gehen die Vorweihnachtsgedanken oft in Richtung Zorn.

Industrie 1. Januar 2020

Green New Deal: Ein Feigenblatt für die Umwelt

In Deutschland und in den USA
von ak

Unter einem Green New Deal stellen sich viele Menschen etwas sehr verschiedenes vor.

Amerika 1. Januar 2020

Viele Vorschläge und kein Beschluss

Die Diskussion über den Green New Deal in den USA
von Angela Klein

Für einen Green New Deal macht sich seit zehn Jahren die Grüne Partei in den USA stark.

Amerika 1. Januar 2020

Welch ein Green New Deal?

Howie Hawkins fordert einen ökosozialistischen Green New Deal
von Howie Hawkins*

Howie Hawkins hat 1984 die Grüne Partei in den USA mitgegründet. Seit 2010 hat er sich mehrfach mit einem Green-New-Deal-Programm für die Kandidatur der Grünen zu den Gouverneurswahlen von New York beworben; im kommenden Jahr will er damit als Präsidentschaftskandidat der Grünen antreten. Hawkins ist Mitglied von Solidarity.¹

Bildung 1. Januar 2020

Nicht nur Klimanotstand, auch Bildungsnotstand

Zwei Studien über die Jugend von heute
von lp

Im Herbst sind zwei Studien über Lebenslagen und Einstellungen von Kindern und Jugendlichen herausgekommen.

Arbeitswelt 1. Januar 2020

«Die Rahmenbedingungen müssen stimmen»

Dann kann der Bauer auch Klima- und Insektenschutz
Gespräch mit Elisabeth Fresen (AbL)

In Brüssel werden derzeit die Fördermittel für Landwirtschaft für die Periode 2021–2027 ausgehandelt. Die Agrarförderung ist mit bislang 40 Prozent der größte Posten im EU-Haushalt. Dieser Beitrag soll erheblich gekürzt werden, nämlich auf etwa 28 Prozent – zum einen weil die EU mit Großbritannien demnächst einen Nettozahler verliert, zum anderen weil die EU ihre Prioritäten verschiebt – u.a. in Richtung Aufrüstung.

Gesellschaft 1. Januar 2020

Die Ideologie des «Green New Deal»

Weder neu noch grün
von Bruno Kern

«Wer keinen Begriff von der kapita­listischen Gesellschaft hat und diese implizit als das höchste Stadium einer natürlich sich vollziehenden Menschheitsentwicklung versteht, die oder der hat der Krise wenig mehr als rein technische und marktförmige Lösungen entgegenzusetzen.»
Markus Wissen, der Berliner Sozialwissenschaftler, hat vor kurzem mit diesem prägnanten Satz den ideologischen Gehalt des sog. «Green New Deal» (GND) treffsicher entlarvt.

Klima 1. Dezember 2019

LESERBRIEF

Betr.: Greta Thunberg und die fff-Bewegung
dokumentiert

Beschreiben können wir diese neue Bewegung. Einschätzen können wir sie nicht.
Und nicht nur den Linken geht es so. Auch der «Politik». Das politische Establishment flippt aus, gerät in Panik. Nicht weil Greta mit der Apokalypse droht, sondern weil sie alle politischen Regeln und Gewissheiten umstößt.

Gewerkschaften 1. Dezember 2019

#NeustartKlima am 29.November

Diesmal sind auch die Studierenden dabei
von Violetta Bock

Nach dem lächerlichen Klimapäckchen der Bundesregierung wird am 29.11. erneut zum Klimastreik aufgerufen. Diesmal unter dem Hashtag NeustartKlima. Denn vom 2. bis 13.Dezember treffen sich Politiker aller UN-Staaten in Madrid auf der Weltklimakonferenz, um die Einhaltung der internationalen Klimaziele zu überprüfen.

AKW 1. Dezember 2019

Die Atomindustrie sieht neue Chancen

Atomenergiegegner schlagen Alarm
dokumentiert

Mit ihrer Entscheidung, die Abstandsregelung für Windräder auch zu kleinen Siedlungen (1000 Meter!) drastisch zu verschärfen und trotz des gebotenen Ausstiegs aus der Kohle neue Kohlekraftwerke in Betrieb zu nehmen wie in Datteln sendet die Bundesregierung ein weiteres Mal das deutliche Signal, dass sie die Erneuerbaren Energien, sofern dies Energien aus nicht fossilen Quellen sind, zurückzudrängen wünscht. Woher aber soll dann CO2-freier Strom kommen? Aus der Atomkraft, natürlich.

Industrie 1. Dezember 2019

«Sie lügen wie gedruckt»

Abfuhr für Klimagerechtigkeitsbewegung
von Angela Klein

Spätestens auf dem UN-Klimagipfel im September in New York haben die Regierenden verstanden, dass sie die Fridays for Future nicht vereinnahmen können. Das war, als ihnen Greta Thunberg auf den Kopf zurief: «Ihr habt uns verraten. Das werden wir euch nie verzeihen.»
Mit solchen Äußerungen ist sie nicht allein.

Klima 1. November 2019

An den Rand notiert

Rand fürs Fahrrad
von Rolf Euler

Wer von der Verkehrswende spricht, lobt in der Regel das Radfahren als Alternative zum motorisierten (Auto-)Verkehr. Es gibt «fahrradfreundliche Städte» und sogar Fahrradschnellstrecken. Wer eine Kompass-Wanderkarte des Ruhrgebiets betrachtet, hat, ebenso wie der Tourist auf den Halden, den Eindruck: Es ist ja ganz grün hier! Die Radwege sind grün markiert und ziehen sich durchs Revier.

Klima 1. November 2019

Klimawandel – eine Frage des Rechts?

Aufruf einer Initiative von Juristinnen und Juristen
dokumentiert

Einer der eindrücklichsten Anblicke der Kölner Demonstration am 20.September war ein Block von Anwälten und Richtern in Roben. Sie trugen selbstgemalte Schilder und verteilten ein Flugblatt. Darin warfen sie die Frage auf, welches Recht höher steht: das Recht auf Leben oder das auf Privateigentum? Wir geben es nachstehend nur unwesentlich gekürzt wieder.

Arbeitswelt 1. November 2019

Umweltorientierung von Gewerkschaften

Von den australischen Bauarbeitern lernen, heißt siegen lernen
von Manfred Dietenberger

In letzter Zeit spielen die Themen Klimawandel und Transformation der Industrie bei den deutschen Gewerkschaften wieder eine wichtige Rolle.

Flucht/Migration 1. November 2019

Traumschiffe und Alptraumschiffe

Flüchtlingsboot trifft Traumschiff im Mittelmeer
von Ellen Diederich*

Am Sonnabend, den 14.September 2019, gab es in Hamburg wieder den Cruise Day, den Tag also, an dem sich Kreuzfahrtschiffe der Öffentlichkeit vorstellen. Etwa 250000 BesucherInnen kamen. Ich sah einen Bericht in den Nachrichten. In der darauffolgenden Nacht hatte ich einen Alptraum.

Klima 1. November 2019

Angriff der Elektro-Roller

Hoher Ressourcenverbrauch und arbeitsrechtliche Problematik
von Rolf Euler

Wenn richtige Umweltschutzprojekte so schnell durch die Gesetzgebung getrieben würden, wie die Genehmigung von E-Rollern oder Streetscootern im Juni des Jahres, sähe es erfreulicher für das Klima aus.
Auf einmal stehen die Straßen voll mit grünen, roten oder blauen Gefährten.

Klima 1. November 2019

Wie geht es weiter nach dem globalen Klimastreiktag am 20.9.?

«Wir brauchen etwas komplett Neues»
Gespräch mit Fridays for Future

Auf den gewaltigen Streikerfolg am 20.9. folgte die kalte Du­sche: Die Bundesregierung hat mit ih­rem Klimapäckchen der jungen Generation die kalte Schulter ge­zeigt. Wie wirkt das auf sie? Und wie wollen sie jetzt weitermachen? Darüber sprach die SoZ mit zwei Aktiven von Fridays for Future in München: Lydia und Leonhard.

Klima 1. November 2019

Extreme Rechte und Klimapopulismus

Hasskampagne gegen Greta Thunberg
von Yorgos Mitralias*

Seit Wochen ist Greta Thunberg Zielscheibe einer heftigen und vulgären Aggression mit dem Ziel, sie zu diskreditieren und mit ihr auch die zunehmend radikaler und massiver werdende Bewegung der jungen Menschen, die sich von ihrem Beispiel inspirieren lassen.
An vorderster Front der Kampagne gegen Greta, die von hunderten von Texten und oft sehr vulgären Fotomontagen genährt wird, agieren drei führende Parteien der extremen Rechten Europas: das französische Rassemblement National, die deutsche AfD und die britische UKIP.

Nur Online 1. November 2019

Leserbrief: Greta Thunberg und die fff-Bewegung

Beschreiben können wir diese neue Bewegung. Einschätzen können wir sie nicht
dokumentiert

Und nicht nur den Linken geht es so. Auch der „Politik“. Das politische Establishment flippt aus, gerät in Panik. Nicht weil Greta mit der Apokalypse droht, sondern weil sie alle politischen Regeln und Gewissheiten umstößt.

Nur Online 16. Oktober 2019

Greta Thunberg und die fff-Bewegung

Beschreiben können wir diese neue Bewegung. Einschätzen können wir sie nicht. 

Und nicht nur den Linken geht es so. Auch der „Politik“. Das politische Establishment flippt aus, gerät in Panik. Nicht weil Greta mit der Apokalypse droht, sondern weil sie alle politischen Regeln und Gewissheiten umstößt.

Klima 1. Oktober 2019

Innenminister Reul unter Druck

Die Räumung des Hambacher Waldes vor einem Jahr holt die Landesregierung von NRW nun ein
von Hanno von Raußendorf *

Im September vor einem Jahr ist auf Betreiben der Landesregierung und im Interesse von RWE eines der größten Polizeiaufgebote in der Geschichte von NRW in den Hambacher Wald eingefallen. Mit schwerem Gerät und Hundertschaften aus dem gesamten Bundesgebiet wurden die etwa 80 Baumhäuser und Hochstände im Wald zerstört und die Waldbesetzung, oft unter Anwendung von Gewalt, vertrieben.

Industrie 1. Oktober 2019

Blick zurück nach vorn

Auto, Umwelt, Verkehr – Produktionskonversion revisited
von Tom Adler*

Im April 2019, im Vorfeld der Mobilisierungen gegen die IAA als Hochamt des ignoranten «Weiter so!» der Autoindustriellen und ihrer Lobby, organisierte die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Frankfurt die Tagung «Car Crash».

Gewerkschaften 1. Oktober 2019

Proteste gegen die IAA

Ein großer Erfolg
von Paul Michel

Was waren das für Zeiten, als wir uns bei der IAA ungestört in Szene setzen konnten und dafür gefeiert wurden, mag mancher Manger der Autoindustrie in diesen Tagen im stillen Kämmerlein sinniert haben. Doch in diesem Jahr war alles ganz anders als sonst.

Klima 1. Oktober 2019

«An den Ursachen der Klimakrise vorbei»

Bündnisse der Klimagerechtigkeitsbewegung kritisieren Pläne des Klimakabinetts. Aktionen zivilen Ungehorsams geplant
dokumentiert

Gemeinsame Pressemitteilung von Am Boden bleiben, ausgeCo2hlt, DeCOALonize Europe, Ende Gelände, Free the Soil, Gastivists, Gerechte1komma5, Interventionistische Linke, Sand im Getriebe

Klima 1. Oktober 2019

Klimapäckchen der Bundesregierung

«Zu wenig, zu langsam, zu spät» (Scientists for Future)
von Wolfgang Pomrehn

Der Berg hat gekreißt und gebar – wenig überraschend – eine Maus.
Am 20.September hat in Berlin das sogenannte Klimakabinett der Bundesregierung (Kanzlerin + die Ministerinnen und Minister für Wirtschaft, Umwelt, Verkehr, Finanzen, Inneres, Kanzleramt, Landwirtschaft sowie der Chef des Presseamts) seinen Plan für den Klimaschutz in den kommenden Jahren vorgelegt, und zwar offensichtlich ziemlich unbeeindruckt von den gleichzeitig stattfindenden, historisch zu nennenden Protesten.

Amerika 1. Oktober 2019

Brandstiftung in Brasilien

Es wird eng für Bolsonaro
von Hermann Dierkes

Zur internationalen Empörung über die Abfackelung des Amazonas kommen jetzt unliebsame Enthüllungen hinzu.

Nur Online 30. September 2019

Greta Thunberg: Rede vor der UN-Klimakonferenz

Wie könnt ihr es wagen!
dokumentiert

Hier ist alles falsch. Ich sollte nicht hier stehen. Eigentlich sollte ich wieder in der Schule auf der anderen Seite des Ozeans sein. Dennoch kommt ihr alle zu mir, um zu hoffen? Wie könnt ihr es wagen!

Klima 4. September 2019

Klima, Klasse, Kapitalismus

Verkehrsinitiativen und Infrastrukturkonzepte benötigt
von Michael Heldt

Öko, Bio, Nachhaltig – fast jede Kinowerbung versucht derzeit damit zu punkten. Ein Indiz dafür, dass niemand an der Fridays-for-Future-Bewegung vorbeikommt. Die immer noch weit verbreitete Hoffnung auf einen grünen Kapitalismus zeigt nicht zuletzt der anhaltende Hype der Grünen. Er verspricht Stillstand und Wandel zu gleich. Ein gesichertes «Weiter so» für einen selbst und Wandel für die anderen, die einfach mal anders einkaufen sollten. Bloß: Das Ende der Klimakatastrophe kann man sich nicht kaufen. Die Klimakatastrophe muss auf mehreren Gebieten angegangen werden:

Industrie 4. September 2019

Kapital ist Katastrophe

Neue Studien beweisen das einmal mehr
von Manuel Kellner

Die einer linksradikalen Gesinnung gelinde gesagt unverdächtige Zeitschrift Focus nannte die Ergebnisse einer neuen Studie aus der Schweiz eine «Ohrfeige» für die Leugner des menschengemachten Klimawandels.

Arbeitswelt 4. September 2019

«Um alles zu verändern, brauchen wir alle!»

Gewerkschaftliche Vorbereitungen auf den 20.9.
von der Redaktion

Fridays for Future haben für den 20.September zu einem weltweiten Generalstreik für den Schutz des Klimas aufgerufen. In Deutschland planen sie Aktionen in mehreren hundert Städten. Das ist ihr dritter globaler Klimastreik.
Wie sehr sich die Gewerkschaften davon wirklich angesprochen fühlen, das wird sich am 20.9. weisen. Bislang gibt es Absichtserklärungen, von konkreten Vorbereitungen konnten wir nur sporadisch erfahren. Mindestens aber die Erklärungslage ist für deutsche Gewerkschaften einzigartig: Mit Ausnahme der IG BCE (von der IGM ist bislang noch nichts bekannt) rufen allen anderen DGB-Gewerkschaften einschließlich des DGB selbst dazu auf, sich an den Aktionen zu beteiligen.

Klima 4. September 2019

Naturgesetze schließen keine Kompromisse

Eindrücke vom 1.Sommerkongress der Fridays for Future
von Angela Klein

Er machte einen sehr wohlbehüteten Eindruck, dieser 1.Kongress von Fridays for Future. 1600 ausschließlich junge Leute hatten sich Anfang August im Revierpark in Dortmund getroffen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen, Handlungsstrategien zu entwerfen und sich besser zu vernetzen. Die wenigen Alten, die zu sehen waren, waren entweder Presseleute oder Referierende oder Orgahelfende.

Industrie 4. September 2019

Die Zukunft ist autofrei

Es ist nicht nur der Motor, es ist das Auto selbst
von Angela Klein

Die Autoindustrie ist nicht nur eine der Schlüsselindustrien des globalen Kapitalismus, sondern auch die Schlüsselindustrie des deutschen Kapitalismus: Ob beim Exportvolumen oder bei den Arbeitsplätzen, Deutschland ist Autoland wie kein anderes auf der Welt.

Industrie 1. September 2019

Das Auto ist eine Massenvernichtungs­waffe

Eine Streitschrift gegen motorisierten Individualverkehr (MIV) und die Massenvernichtungswaffe Auto
von Angela Klein

Klaus Gietinger: Vollbremsung. Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen. Frankfurt/M.: Westend, 2019. 192 S., 16,50 Euro

Gleich das erste Kapitel belegt mit umfangreichem aktuellem Zahlenwerk, dass der Begriff Massenvernichtungswaffe nicht nur polemisch ist. Laut Umwelt- und Prognose-Institut wird sich in zehn Jahren, wenn der Trend nicht umgekehrt wird, der Bestand an Pkw auf 2,3 Milliarden verdoppelt haben – ebenso die Zahl der Verkehrstoten.

Industrie 1. September 2019

Sinnvoller Antrieb für E-Autos?

Strom aus grünem Wasserstoff als Treibstoff für Straßenfahrzeuge oder Strom aus Traktionsakkus?
von Carl Lewerenz*

Wenn über alternative Antriebskonzepte für den motorisierten Individualverkehr gesprochen wird, also vor allem über Elektromotorisierung, dann ist damit fast immer verbunden, dass über Reduzierung des Verkehrs, alternative Verkehrskonzepte oder Umstellung auf öffentlichen Verkehr geschwiegen wird. Warum ist klar: Die Autoindustrie verdient an Autos, nicht an Straßenbahnen, Lokomotiven, und sie verdient auch weniger an Bussen.

Europa 1. September 2019

Klimastreik Schweiz präsentiert Charta

Eine Initiative im Vorfeld der Parlamentswahlen am 20.Oktober
dokumentiert

Am 20.August hat der Klimastreik Schweiz eine Charta für die kommenden Wahlen veröffentlicht und eine Webseite eingerichtet, auf der alle Kandidierenden zu den Forderungen der Bewegung Stellung nehmen und mitteilen können, was sie selbst gegen die Klimakrise tun wollen.
Das alles findet nicht nur virtuell statt. Es gibt großformatige Ausdrucke der Charta und Flyer, zum öffentlichen Auftakt der Kampagne ganz analog verteilt werden. Medien sind zu diesem Anlass herzlich eingeladen.

Amerika 1. September 2019

Wo das E-Auto zum Fluch wird

Lithiumabbau in Südamerika bedroht indigene Völker und zerstört die Umwelt
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Elektroautos sind in aller Munde, sie werden gefeiert als das Auto der Zukunft, aber sie verstopfen die Straßen genau so wie herkömmliche Autos und benötigen im Ruhezustand den gleichen Platz wie jedes andere Auto.
Sie sollen die Energiewende einläuten, vor allem den CO2-Ausstoß verringern, doch für die Elektromobilität werden Batterien benötigt. Um diese Elektroautobatterien herzustellen, wird vor allem Lithium gebraucht, ebenso Kobalt.
In den nächsten Jahren werden Unmengen dieser Rohstoffe benötigt, auch Smartphones und Laptops brauchen Lithium-Ionen-Akkus ebenso wie E-Scooter. Die Nachfrage nach Lithium nimmt deshalb rasant zu.

Arbeitswelt 1. September 2019

Projekt Arbeit und Mobilität 2030

Nicht nur den Motor wechseln, sondern das System!
von Stephan Krull

Ende Juni 2019 fand der x-te «Autogipfel» im Kanzleramt statt. Thematische Schwerpunkte des informellen Austauschs waren «künftige technologische Herausforderungen für die Automobilindustrie in Deutschland, deren Wettbewerbsfähigkeit sowie die Auswirkungen des Wandels auf Arbeitswelt und Beschäftigung im Automobilsektor» (so das Bundeskanzleramt). An dem Ge­spräch nahmen die Kanzlerin, mehrere Minister, die Spitzen von Union und SPD sowie Vertreter der Automobilbranche und der Gewerkschaft teil; Umweltverbände und Verkehrsinitiativen sucht man bei dieser «Konzertierten Aktion Mobilität» vergeblich.

Arbeitswelt 1. September 2019

Zur gemeinsamen Erklärung von IG Metall und Umweltverbänden zur Klimakrise

Die Forderungen sind eher verzweifelt als politisch sinnvoll
von Thies Gleiss

Die Gemeinsame Erklärung von IGM und Umweltverbänden ist spektakulär.

Klima 1. September 2019

Ökosteuern und die Verpreisung der Natur

Mit marktwirtschaftlichen Methoden die Folgen der Marktwirtschaft bekämpfen?
von Thies Gleiss

Die Debatte über die Möglichkeit, die zerstörerischen Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise auf Klima und Umwelt mit marktwirtschaftlichen Mittel und Methoden aufzuhalten oder gar zurückzudrängen, läuft schon sehr lange. Der Autor hat dazu bereits vor 31 Jahren im Magazin der Sozialistischen Zeitung vom Dezember 1988 einen längeren Artikel veröffentlicht, der noch immer aktuell ist.*

Klima 1. September 2019

Die Grünen

Die neue Partei des Kapitals
von Thies Gleiss

Die Grünen haben in ihrer vierzigjährigen Geschichte drei unterschiedliche Phasen ihres Parteidaseins durchlaufen. In ihrem ersten knappen Jahrzehnt waren sie eine linke, rebellische, sich auf soziale Bewegungen beziehende Partei, die sehr viele Elemente im bürgerlichen und parlamentarischen Politikbetrieb aufgemischt hat, die aber vor allem mit Ökologie, Klima- und Umweltzerstörung ein neues Jahrhundertthema gesetzt hat.

Gesellschaft 1. September 2019

Pflanzenkost – die Grundlage einer neuen Weltanschauung

Erinnerungen an Gustav Struve
von Manfred Dietenberger

Viele Revolutionäre waren auch Vegetarier. Die frühe Arbeiterbewegung hatte diesbezüglich ein ganzheitliches Bild.
Auch in bezug auf die Ernährung ist das Private auch politisch. Ethische Argumente für den Vegetarismus gibt es fast so lang wie die Menschheit.
Daneben gibt es auch gute ökonomische und ernährungswissenschaftliche Gründe dafür, diese stammen hauptsächlich aus dem 19.und 20.Jahrhundert. Und noch manch anderes spricht für Fleischverzicht, es ist ziemlich neu dazugekommen unter dem Stichwort «Klimawandel».

Nur Online 21. August 2019

Für einen offiziellen Streikaufruf für den 20.9.!

Aufruf von Gewerkschafter*innen an die Spitzen aller Gewerkschaften

Für den 20. September ruft Fridays for Future (FFF) zu einem “globalen Streik” unter dem Motto #AlleFürsKlima auf. Häufig fällt in dem Zusammenhang das Wort vom “Generalstreik für das Klima”. Als Gewerkschafter*innen begrüßen wir den Aufruf von FFF, dass sich die Gewerkschaften und alle Beschäftigten an den Klimastreiks beteiligen sollen.

Klima 1. Juli 2019

Über Bäume reden

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Viele unserer Leserinnen und Leser werden die Worte von Bertolt Brecht aus dem Gedicht «An die Nachgeborenen» kennen: «Was sind das für Zeiten, wo | Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist | Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!» Wie wäre es mit einer Aktualisierung: «Was sind das für Zeiten, wo, wenn nicht über Bäume gesprochen wird, dies ein Schweigen über Untaten einschließt.»

Europa 1. Juli 2019

Die Schweiz – ein ökologisches Vorbild?

Das Nachbarland hat die CO2-Steuer schon 2008 eingeführt
von Lothar Moser*

Die deutsche Bundesumweltministerin Svenja Schulze preist ihr Modell eines CO2-Gesetzes mit den Worten: «Es soll praktikabel, wirksam und sozial gerecht sein». Lernen könne man von der Schweiz. Wie aber sieht es dort aus?

Klima 1. Juli 2019

Die CO2-Steuer

Unzureichendes Lenkungsinstrument für den Klimaschutz
von Franz Garnreiter*

Für einen Besorgten ist es wohl ziemlich selbstverständlich, in einem Wirtschaftssystem, in dem wirtschaftliche Aktivitäten nur dann durchgeführt werden, wenn sie privat rentabel sind, verheerend schädliche Aktivitäten richtig teuer zu machen. Die Frage ist aber: Reicht das zur Abwehr der Klimazerstörung? Dazu einige Anmerkungen.

Arbeitswelt 1. Juli 2019

Gewerkschaften und Umwelt

Die Mitglieder sind gefragt
von Manfred Dietenberger

Grün ist gegenwärtig nicht nur «in», sondern regierungsfähig. Das verwundert nicht. Seit Mitte der 70er Jahre brennt sich hierzulande das Thema Umweltzerstöhrung ins Bewusstsein immer größer werdenden Teile der Bevölkerung.

Nur Online 20. Juni 2019

Fridays for Future – Klimastreik in Aachen

Fridays for Future rufen zu erstem internationalen Streik auf
dokumentiert

Mehrere nationale Abteilungen von Fridays for Future rufen die Europäer*innen zu einem internationalen Klimastreik am 21. Juni 2019 in Aachen, Deutschland, auf.

Klima 1. Juni 2019

Schulterschluss mit den Schülerdemos

Die CO2-Steuer wäre eine gemeinsame Forderung, wenn sie hoch genug ausfällt
von Wolfgang Pomrehn

Bekommt der Ausstoß von CO2 endlich einen Preis? Eine Tonne des mit Abstand wichtigsten Treibhausgases aus menschlicher Aktivität verursacht Schäden in Höhe von 180 Euro, schätzt das Umweltbundesamt.
Die Schülerbewegung Fridays for Future mit ihren inzwischen rund 500 Ortsgruppen im ganzen Land fordert die Besteuerung der Emissionen, wobei die Höhe der CO2-Steuer schrittweise, aber rasch auf 180 Euro pro Tonne angehoben werden soll.

Industrie 1. Juni 2019

Ein Ratschlag…

…gegen das Auto
dokumentiert

Am 27.April hatte die Rosa-Luxemburg-Stiftung zu einem «Ratschlag gegen das Auto» nach Frankfurt am Main eingeladen. Mit 50–60 Leuten war der Besuch der Tagung nicht überragend. Auffällig war allerdings, dass diesmal auch halbwegs «Prominente» da waren: Winfried Wolf, Klaus Gietinger, Sabine Leidig, Stefan Krull, Klaus Meier.

Handel/Banken 1. Juni 2019

Industriepolitik? Teufelszeug!

Der kurzfristige Profit ist dem deutschen Kapital allemal näher als der ökologische Umbau
von Ingo Schmidt

Mai 2019: Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert spricht von Vergesellschaftung. Die CSU warnt, Kühnert wolle die SPD zur SED machen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sekundiert, er könne sich noch an andere falsche Vorschläge aus seiner Juso-Zeit erinnern, sei aber froh, dass diese 30 Jahre zurückliege. Abwehrreflexe aus der Zeit des Kalten Krieges: Schon die Nennung des S-Worts erinnert die Blockparteien des Kapitals an die Unsicherheit über die eigene Zukunft.

Klima 1. Juni 2019

Weltweiter Streik for Future

Am 20.September 2019
dokumentiert

Am 24.Mai sind in 110 Ländern bei mehr als 1350 Veranstaltungen wieder Hunderttausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um Maßnahmen hier und jetzt gegen den Klimawandel zu fordern. Da die Politik so beharrlich nicht, oder nur höchst unzureichend reagiert, verlieren sie allmählich die Geduld. Sie haben deshalb beschlossen, den Druck im Kessel zu erhöhen und am 20.September mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche for Future zu beginnen.

Handel/Banken 1. Juni 2019

Bayer-Hauptversammlung

Vorstand nicht entlastet
von Axel Köhler-Schnura

Die langjährigen Protest- und Widerstandsaktionen bei Bayer mündeten auf der Hauptversammlung 2019 in eine historische Premiere: 55,5 Prozent aller anwesenden Aktionäre stimmten gegen den Antrag des Vorstands auf Entlastung. Vor der Hauptversammlung beteiligten sich 800 Menschen an einer Kundgebung; etwa 500 Jugendliche demonstrierten durch Bonn gegen Bayer.

Klima 1. Mai 2019

Zweiter bundesweiter Ratschlag für Nulltarif

Parking Day zum gemeinsamen Aktionstag machen
von Tim Kühnel*

Am Samstag, dem 6.April, fand in Kassel der zweite bundesweite Ratschlag zum Thema Nulltarif statt. Eingeladen waren verschiedene Initiativen und Organisationen aus Deutschland, die sich mit dem Thema Nulltarif beschäftigen. Die Initiative Nahverkehr für alle aus Kassel organisierte diesen Ratschlag bereits das zweite Mal.
Zu Beginn stellten ausgewählte Initiativen ihre Arbeit vor.

Buch 1. Mai 2019

Winfried Wolf: Mit dem Elektroauto in die Sackgasse. Warum E-Mobilität den Klimawandel beschleunigt

Wien: Promedia, 2019. 216 S., 17,90 Euro
von Rolf Euler

Über den Titel des Buches stolpert man erstmal: Ist nicht gerade die Vermeidung des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen und damit des CO2-Ausstoßes ein dringendes Ziel und müsste das nicht im Verkehr durch den Einsatz von elektrischen Antrieben geschehen? Wieso dann Sackgasse?
Der Autor Winfried Wolf ist seit Jahrzehnten als Kritiker der Autokonzerne und als Verteidiger des öffentlichen Verkehrs bekannt. Seine Untersuchung zu den technischen, gesellschaftlichen und Umweltfolgen des Elektroautos sind überzeugend dargelegt: Tatsächlich handelt es sich um den Versuch der Autokonzerne, aus allen Krisen des motorisierten Individualverkehrs heraus eine neue Stufe der profitorientierten Autoproduktion zu erreichen.

Industrie 1. Mai 2019

Von Reformlüge zu Reformlüge

Elektromobilität beschleunigt Klimawandel
von Winfried Wolf

Immer, wenn die Weltautobranche eine ökonomische und eine Glaubwürdigkeitskrise erlebt, präsentiert sie eine neue Reformidee: Katalysator. SwatchCar. Biosprit. Aktuell ist dies das Elektro-Auto, veredelt als «Elektromobilität».
Allen diesen «inneren Reformen» der Autogesellschaft gemein ist: Sie dienen einem grün lackierten Weiter so. Dabei sind gerade die Versprechungen der «Elektromobilität» tönern.

Klima 1. April 2019

Mehr Wertschätzung für die bäuerliche Landwirtschaft

Über das erfolgreiche Volksbegehren für die Rettung der Arten
Gespräch mit Rosi Reindl

In Bayern gab es Mitte Februar ein Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt. Dort müssen die Leute auf die Ämter, um unterschreiben zu können. Trotzdem haben 18,4 Prozent der Bevölkerung unterzeichnet. Daraufhin hat die bayrische Staatsregierung einen Runden Tisch beim Bayrischen Landtag einberufen. Auf der Grundlage von dessen Arbeiten will die Staatsregierung einen Gesetzesentwurf vorlegen, der «noch besser» sein soll als der Text des Volksbegehrens.

Klima 1. April 2019

Die ganze Bäckerei – DGB

Rede auf der Kundgebung der Schülerinnen und Schüler vor dem Landtag in Düsseldorf am 22.März 2019
von Winfried Wolf

Mein Beitrag geht auf drei Punkte ein: erstens auf das Klima und die Verkehrspolitik im allgemeinen und die Alternativen. Zweitens auf das Totschlagargument mit den Arbeitsplätzen. Und drittens auf die notwendige Weltbewegung einer ALL-days-for-future-Bewegung.

Klima 1. April 2019

Kaum noch Insekten übrig

Neue Studie mit dramatischen Befunden
von Manuel Kellner

Vor 252 Millionen Jahren waren 90 Prozent aller irdischen Lebensformen ausgestorben. Vor 65 Millionen Jahren verschwanden die großen Dinosaurier und andere große Wirbeltiere. In beiden Fällen waren Menschen nicht dafür verantwortlich. Heute ist das anders: «Wenn wir nichts ändern, können die Insekten in einigen Jahrzehnten ganz ausgestorben sein.»

Industrie 1. März 2019

Klimaschutz

Auto im Visier
von Angela Klein

Was die Umweltbelastungen angeht, wird derzeit auf der politischen Bühne das Stück aufgeführt «Bezahlt wird nicht» – dafür nämlich, dass Deutschland der sechsgrößte Emittent von Treibhausgasen auf der Welt ist (mit einem Anteil von 2,6 Prozent) – bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von 1,2 Prozent.
Der Verkehrssektor war 2016 mit über 18 Prozent daran beteiligt, dies ist fast ausschließlich dem Straßenverkehr geschuldet.

Industrie 1. März 2019

Hambi bleibt! Alle Dörfer bleiben!

Der Bericht der Kohlekommission ist kein Kompromiss
von der Redaktion

Wenn die Bundesregierung gehofft hatte, mit der Einrichtung einer Kommission und der Einbindung der Umweltverbände darin könne sie ein Instrument schaffen, das die Auseinandersetzungen um den Braunkohleabbau «befrieden» könne, hat sie sich geschnitten. Dafür hat die Kommission mit der alleinigen Aussicht auf den Erhalt des Hambacher Forsts zu wenig angeboten.

Klima 1. März 2019

Reaktionen auf den Bericht der Kohlekommission

Energiekonzerne halten sich nicht an Empfehlungen
dokumentiert

RWE und Landesregierung
Die Energiekonzerne RWE und LEAG fühlen sich durch die Empfehlungen der Kohlekommission nicht im geringsten gebunden. Ende Januar hat RWE ohne erkennbare Notwendigkeit einen Kahlschlag im Keyenberg/Kuckumer Wald durchgeführt. 30 Meter von bewohnten Häusern entfernt, ließ der Konzern am Wochenende Pumpstationen für Brunnen bauen; rechtswidrig wurden auf Eigentumsflächen Gräben und Wälle gebaut. Weitere Ackerflächen sollen enteignet werden.

Klima 1. März 2019

20 Jahre weiter Kohleabbau? Nicht mit uns!

Die Ergebnisse der Kohlekommission – Kompromiss oder Instrumentalisierung?
von Angela Klein

Um die 50 Leute finden sich am Montag nach dem Schlussmarathon der Kohlekommission im Evangelischen Gemeindesaal in Buir ein, eine der Gemeinden, die darum bangen musste, dass sich die Abbruchkante des Tagebaus Hambach buchstäblich bis zu ihrer Haustüre vorfrisst. Diese Gefahr scheint gebannt, die Kohlekommission hat in ihren Bericht geschrieben: «Die Kommission hält es für wünschenswert, dass der Hambacher Forst erhalten bleibt.» Dahinter wird NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) schlecht zurückfallen können, will er nicht riskieren, dass dies als einseitige Kündigung des «Kohlekompromisses» verstanden wird. Vernehmbares Aufatmen bei der Initiative Buirer für Buir.

Klima 1. März 2019

System change – Not climate change

Eine neue, weltweite SchülerInnenbewegung gegen die
Klimakatastrophe ist entstanden
von Christiaan Boissevain

Innerhalb weniger Wochen hat sich auf Basis einer Aktion der schwedischen Schülerin Greta Thunberg (16 Jahre) eine «SchülerInnenstreikbewegung für ein besseres Klima» entwickelt. Inzwischen gehen jeden Freitag weltweit zehntausende junge Menschen gleichzeitig auf die Straße, um ihre Wut zum Ausdruck zu bringen und Ansprüche auf eine Zukunft ohne Klimakatastrophe zu stellen. Ihre Klagen werden den Herrschenden buchstäblich vor die Füße geworfen.

Klima 1. März 2019

Schülerstreik «Friday for Future» (F4F)

«Wir wollen Veränderungen haben»
Interview mit Schülerin Antonia

Antonia ist 19 Jahre alt und eine der Organisatorinnen des Schülerstreiks Friday for Future in München. Christiaan und Hans-Peter sprachen mit ihr über diese neue Jugendbewegung.

Klima 1. März 2019

Dreizehn Punkte für einen ökosozialistischen Dringlichkeitsplan

Bewegung für den Sozialismus, Zürich
dokumentiert

Ist es noch möglich, die durch Klimaerwärmung bewirkte gesellschaftliche Katastrophe zu vermeiden? Ja, aber der Aufwand ist enorm.
Die Aufgabe kann nur gelingen, wenn wir die gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen in einer demokratischen und gerechten Perspektive verschmelzen.

Europa 1. März 2019

Den Klimanotstand ausrufen!

Massive Klimastreiks in der Schweiz
dokumentiert

In einigen Ländern ist die Klimastreikbewegung richtig massiv – neben Deutschland sind das vor allem die Schweiz, Belgien und Großbritannien. In der Schweiz hat sie sogar – wenn auch nur symbolisch – die Politik in die Pflicht genommen.
Am 18.Januar sind in 16 Schweizer Städten mehr als 22000 Schülerinnen und Schüler dem Aufruf von Klimastreik Schweiz gefolgt und auf die Straße gegangen – das war der größte Schülerprotest in der Schweiz seit 16 Jahren, und das, obwohl zahlreiche Schulen mit disziplinarischen Maßnahmen gegen die Streikenden gedroht hatten.

Klima 1. März 2019

«Sie sind nicht reif genug, um die Dinge beim Namen zu nennen»

Rede von Greta Thunberg auf der UN-Klimakonferenz in Kattowice, am 12.Dezember 2018
dokumentiert

Ich heiße Great Thunberg, bin 15 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich spreche für Climate Justice Now.
Viele Menschen sagen, dass Schweden ja nur ein kleines Land ist und das, was wir tun, nicht von Bedeutung ist. Ich habe aber gelernt, das man nie zu klein sein kann, um etwas zu verändern.
Und wenn es einige wenige Kinder schaffen, weltweit in die Schlagzeilen zu kommen, nur weil sie nicht in die Schule gehen, dann stellen Sie sich doch vor, was wir alle zusammen tun könnten, wenn wir nur richtig wollen.

Nur Online 1. Februar 2019

Mobilisierung verstärken!

Im Rheinischen Revier (und mehr noch in der Lausitz) geht es jetzt um die Wurst
von Angela Klein


Gelingt es, jetzt definitiv durchzusetzen, dass der Hambacher Wald bleibt? Gelingt es, soviel Druck zu machen, dass die Dörfer rund um den Tagebau Garzweiler nicht abgebaggert werden? Gelingt es, den Kampf gegen die Kohle so stark auszubauen, dass auch die bedrohten Dörfer in der Lausitz bleiben können?

Darum wird es in den nächsten Wochen und Monaten gehen.
Nur Online 1. Februar 2019

Hambi muss bleiben! Alle Dörfer müssen bleiben!

Das Ergebnis der Kohlekommission ist zu zaghaft, es braucht mehr Druck von unten
von Angela Klein

Um die 50 Leute finden sich am Montag nach dem Schlussmarathon der Kohlekommission im Evangelischen Gemeindesaal in Buir ein, eine der Gemeinden, die darum bangen musste, dass sich die Abbruchkante des Tagebaus Hambach buchstäblich bis zu ihrer Haustüre vorfrisst. Diese Gefahr scheint gebannt, die Kohlekommission hat in ihren Bericht geschrieben: „Die Kommission hält es für wünschenswert, dass der Hambacher Forst erhalten bleibt.“ Dahinter kann NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) schlecht zurückfallen, will er nicht riskieren, dass dies als einseitige Kündigung des „Kohlekompromisses“ verstanden wird. Vernehmbares Aufatmen bei der Initiative Buirer für Buir.

Klima 1. Februar 2019

Die Klimagerechtigkeitsbewegung wächst zusammen

Bericht von der Strategie- und Aktionskonferenz
von Hanno von Raußendorf

Mitte Januar trafen sich in Kassel 150 Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten aus etwa 60 verschiedenen Gruppen überall aus dem Bundesgebiet zur 2.Strategie- und Aktionskonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung. Dies war die Fortsetzung eines Treffens auf dem Klimacamp im Rheinland im August vergangenen Jahres.

Arbeitswelt 1. Februar 2019

Konversion …

… das Gebot der Stunde
von Angela Klein

Gewerkschaftliche Erneuerung betrifft auch die Frage, was wir produzieren
Ökologische Fragen kommen auf der Streikkonferenz Mitte Februar nur am Rande vor: Eine einzige AG «Gewerkschaftliche Antworten auf die Krise der Automobilindustrie» befasst sich dort u.a. mit Fragen der Verkehrswende.

Arbeitswelt 1. Februar 2019

Arbeitsplätze oder Klima?

Das ist eine falsche Frage – Argumente gegen das Elektroauto
von Stephan Krull

Volkswagen hat vor Jahresende 2018 für aufgeregte Debatten gesorgt: 7000 Stellen sollen in Emden und Hannover wegfallen, weil diese Standorte – wie das Werk in Zwickau – für E-Autos umgebaut werden. Die Ankündigung wurde in einen Zusammenhang mit der Konferenz von Katowice und den Beschlüssen der EU zu CO2-Emissionen gestellt.

Europa 2. Januar 2019

Hand in Hand für einen «gerechten Übergang»

Der Internationale Gewerkschaftsbund und die polnische Regierung beim UN-Klimagipfel in Katowice
von Daniel Tanuro

Gleich zu Anfang des UN-Klimagipfels in Katowice (2.–14.12.2018) hat die gastgebende polnische Regierung eine Resolution unterbreitet, die einen «gerechten Übergang» fordert. Darin hat Staatspräsident Andrzej Duda nachdrücklich die Bedeutung des sozialen Konsenses für eine erfolgreiche Umweltpolitik hervorgehoben. An die Adresse des französischen Staatspräsidenten gerichtet nahm er Bezug auf die Demonstrationen der gelben Westen und gab Macron den guten Rat, «die Erklärung für einen gerechten Übergang aufzugreifen, ein Wegweiser für ein gutes Gleichgewicht zwischen einer kohlearmen Wirtschaft, neuen Arbeitsplätzen und Lebensqualität».

Industrie 1. Januar 2019

Kohleausstieg bis 2030

Wie es geht
von Klaus Meier

Eigentlich sollte die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission ihren Abschlussbericht für einen Ausstieg aus der deutschen Kohleverstromung Ende Dezember vorlegen. Doch eine Einigung der Kommissionsmitglieder gab es nicht. Zuletzt hatten die Ministerpräsidenten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs reklamiert, dass angeblich «Geist und Intention des gegenwärtigen Berichtsentwurfs für die betroffenen Länder nicht akzeptabel» seien. Wegen dieser Intervention und weil es massive inhaltliche Differenzen gab, wurde der Abschlussbericht der Kommission auf den Februar 2019 vertagt. Zeit genug, um sich über die Möglichkeiten des Kohleausstiegs klar zu werden.

Nur Online 5. Dezember 2018

Zur Klimakrise

Klimakatastrophe und ökosozialistische Alternativen
von Manuel Kellner*

Der jüngste Bericht des Weltklimarats erklärt, wie notwendig drastische Maßnahmen sind, um die Erwärmung der Erdatmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad Celsius einzudämmen. Sogar das wäre noch viel. Die Folgen des Klimawandels machen sich ja heute schon dramatisch bemerkbar. Um das Ziel zu erreichen, müssen die globalen CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent zurückgefahren werden.

Klima 1. Dezember 2018

Tausende besetzten wieder die Kohlebahn im rheinischen Revier

Pressesprecherin von Ende Gelände berichtet
Interview mit Selma Richter

Auf der Webseite von Ende Gelände erklärt ihr, dass 6500 Menschen am letzten Oktoberwochenende an eurer Aktion im rheinischen Braunkohlerevier teilgenommen haben. Damit war sie die größte Aktion zivilen Ungehorsams, die es bisher im Zusammenhang mit der Braunkohle gegeben hat. Hat euch das nicht überrascht? Schließlich hat es vorher den Entscheid vom Oberverwaltungsgericht gegeben, die Rodungen im Hambacher Forst vorerst zu stoppen. Trotzdem sind so viele gekommen. Wie erklärt ihr euch das?
Wir haben schon damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr sehr viele sein werden, weil unser Anliegen durch die Zuspitzung des Konflikts mit RWE und der Landesregierung in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viel mediale Aufmerksamkeit bekommen hat, wodurch der Konflikt noch mal deutlicher geworden ist und besser bebildert wurde.

Klima 1. Dezember 2018

Das deutsche Kohlebudget reicht nur bis 2026

Die Kohlekommission verfehlt mit dem anvisierten Kohleausstieg bis 2038 das Ziel
von Kai Hasse

Die Klimapolitik der Bundesregierung steht politisch unter Druck. Der Hitzesommer und die extreme Trockenheit in diesem Jahr haben vielen Menschen verdeutlicht, dass die Klimaänderungen zu einem Katastrophenszenario führen werden, wenn nicht endlich deutliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Klima 1. November 2018

«Es kommt immer anders…

…wenn man denkt!»
von Rolf Euler

Diesen freundlichen Spruch las ich auf einem T-Shirt eines Mitwanderers bei der Hambach-Kundgebung Anfang Oktober. Den vielen Menschen war sicher auch die Erleichterung über den Spruch des Oberlandesgerichts anzumerken – da war das Original-Zitiat «…als man denkt» ebenfalls berechtigt.

Industrie 1. November 2018

Der Dieseldeal ist eine Luftnummer

Kommentar & Meinung
von Paul Michel

Als am Tag nach der Dieselgipfelnacht die Bundesregierung die Ergebnisse präsentierte, wähnten sich etliche Journalisten auf einer Autoverkaufsshow. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze erklärte den Diesel höchstpersönlich zur Zukunftstechnologie und der CSU-Verkehrsminister Scheurer pries in Autoverkäufermanier «attraktive Leasingangebote» sowie Prämien und Sonderangebote der einzelnen Autohersteller.

Klima 1. November 2018

Ich bin in den drei Jahren ein anderer Mensch geworden

Ein Gespräch mit LUNA, die drei Jahre lang im Hambacher Wald gewohnt hat
Interview mit einer Aktivistin

Ohne die Baumschützer gäbe es den Wald nicht mehr, Antje Grothus wird nicht müde, das immer wieder zu betonen. Grund genug für die SoZ, einmal mit jenen zu sprechen, über die immer wieder gesprochen wurde, die aber selbst in der Öffentlichkeit wenig in Erscheinung getreten sind.

Klima 1. November 2018

Der Bericht des Weltklimarats sagt:…

…Die Wende weg von den fossilen Energien muss viel schneller kommen
von Wolfgang Pomrehn

Während die IG BCE noch die Kohlekommission bestürmt, die Energiewende ja nicht zu überstürzen, mahnt der UN-Klimarat an, dass die globalen Emissionen bis 2030 um 45 Prozent zurückgefahren sein müssen.

Industrie 1. November 2018

Großzügiger Vorruhestand und sterbende Städte

Erfahrungen mit den Anpassungsmaßnahmen im Steinkohlebergbau
von Rolf Euler

Die heftigen Auseinandersetzungen um den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung geben Anlass, auf das Ende des Steinkohlebergbaus im Saar- und Ruhrgebiet zu blicken, und wie dieser nach Ansicht der Gewerkschaft «sozialverträglich» gestaltet wurde.

Klima 1. November 2018

Was hat das OVG Münster entschieden?

Das juristische Tauziehen um den Hambacher Wald
von Hanno Raußendorf*

In seinem Eilbeschluss vom 5.10. hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschieden, dass die RWE Power AG den Hambacher Wald nicht roden darf, bis über die Klage des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) NRW gegen den Hauptbetriebsplan 2018–2020 für den Braunkohletagebau Hambach entschieden ist. Damit ist der Wald für die Dauer des Verfahrens, geschätzte weitere zwei Jahre, vorläufig gerettet.

Nur Online 8. Oktober 2018

Hambi bleibt!

von Angela Klein
50.000 Menschen haben am 6. Oktober auf einem Acker vor dem Hambacher Forst den tags zuvor vom Oberverwaltungsgericht Münster verhängten Rodungsstopp gefeiert. Organisiert hatten diese größte Demonstration, die der Landstrich je gesehen hat, die drei großen Umweltverbände BUND, Greenpeace und Naturfreunde, im Verbund mit Campact und unterstützt von den Initiativen Buirer für Buir, Ende Gelände und vielen, vielen anderen.
Geschichte 1. Oktober 2018

30 Jahre Wackersdorf

Lieber nachvollziehen, als am Mythos stricken – Ein Zeitzeuge erinnert sich
von Theo Völkl

Dieser Tage ist ein Film über den Widerstand gegen die Wideraufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf in den 80er Jahren angelaufen. Letztlich konnte die Anlage verhindert werden, doch war dies nicht allein das Verdienst der Bewegung – es kam viel zusammen. Ein Lehrstück für den Hambacher Forst?

Globalisierung/Krieg 1. Oktober 2018

Was tun gegen die wachsende Müllflut?

Wegwerfverpackungen und Gegenstrategien
von Klaus Meier

Auf der Erde wird immer mehr Verpackungsmüll produziert. Besonders Plastik erweist sich als kritisch. Die Weltmeere sind voll davon. An ursprünglich idyllischen Stränden in Afrika oder Asien, wo der Müll nicht regelmäßig eingesammelt wird, sieht es heute aus wie auf wilden Müllkippen.

Nur Online 21. September 2018

Noch sind die Messen nicht gesungen!

Nach dem Tod eines Journalisten muss die Landesregierung einen Rückzieher machen.

Im Hambacher Forst spitzt sich die Lage zu. Nach dem tragischen Tod eines Medienaktivisten – den die Polizei nicht den Besetzern in die Schuhe geschoben hat und die Besetzer nur indirekt der Polizei – musste die Landesregierung den vorläufigen Stop der Räumungen verfügen. Der Medienblogger Steffen M. kam zu Tode, als er aus einiger Entfernung filmte, wie Polizisten auf einer roten Hebebühne an einen Aktivisten im Baum heranfahren. Dabei stürzte er von der Hängebrücke, die war beschädigt. Steffen wollte die Aktivitäten der Polizei im Wald dokumentieren. Die Firma Gerken, die die Hebebühnen verleiht, hat diese nach dem tödlichen Unglück aus dem Wald zurückgezogen, weil sie mit dem Polizeieinsatz dort nicht einverstanden ist.

Trotz des Räumungsstops der Landesregierung hat die Polizei nur zwei Tage später die Räumungsarbeiten wieder aufgenommen. Sie räumte Barrikaden auf Straßen und Sitzblockaden von Menschen im Norden des Waldes.

Klima 21. September 2018

Der Widerstand gegen die Rodung vom Hambacher Forst weitet sich aus

Am Sonntag, dem 16.September waren wieder 7000 Menschen im Wald, haben Räumungsfahrzeuge und Gefängnissammeltransporter blockiert, mit Erfolg. Einigen ist es gelungen, frische Bäume zu pflanzen, was die Polizei versucht hat zu verhindern. An die tausend konnten trotz der Absperrungen in den Wald eindringen, ein paar haben sich sofort wieder daran gemacht, neue Baumhäuser zu bauen.

Klima 1. September 2018

Der letzte Strohhalm

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Strohhalme, die gar nicht aus Stroh, sondern aus Plastik sind, geisterten tagelang durch die Presse. Als die Hitzewelle noch im Anmarsch, die Meere aber schon länger geschädigt waren, entwickelte die EU Pläne zur Reduzierung des Plastikmülls. Es gibt zwar seit gefühlt hundert Jahren keinen echten Strohhalm aus Getreidestroh mehr, aber es scheint nur zu verständlich, dass diejenigen, die der Öffentlichkeit weismachen, sie täten der Umwelt einen Dienst, zum erstbesten Strohhalm greifen, dem Plastikhalm den Garaus zu machen.

Klima 1. September 2018

Das 9.Klimacamp im Rheinland 2018

Wie weiter mit den Protesten gegen die Braunkohle?
von Hanno von Raußendorf

Das diesjährige Klimacamp im Rheinland diente vor allem der Vorbereitung der Aktionen im kommenden Jahr.

Ein fröhliches «Herzlich willkommen» schallt dem Besucher aus dem Zelt am Eingang des Klimacamps entgegen. Die Wiese, einige Kilometer südöstlich von Erkelenz, kommt bekannt vor, war das «Klimacamp im Rheinland» doch im vergangenen Jahr schon an gleicher Stelle. Schnell bekommt der Neuankömmling erklärt, wo alles ist und wie alles funktioniert.

Europa 1. September 2018

Auch in Polen entsteht eine ­Klimabewegung

Nahe Konin* fand Mitte Juli das erste Klimacamp des Landes statt
dokumentiert

Polen, Tschechien, Niederlande – die Bewegung gegen den Abbau fossiler Energien, insbesondere gegen die besonders klimaschädliche Braunkohle und das Fracking, breitet sich europaweit aus. Nach dem Beispiel und den spektakulären Aktionen von Ende Gelände werden an entsprechenden Standorten Klimacamps, Blockadeaktionen und Demonstrationen organisiert.

Europa 1. September 2018

«Die Grenzen sind wir!»

Proteste gegen Braunkohleabbau in ­Tschechien
dokumentiert

Vom 27.Juni bis 1.Juli fanden Aktionen gegen den Braunkohletageabbau auch in Nordböhmen statt.

Zusammen mit 500 Menschen aus ganz Europa nahmen Aktive von «Ende Gelände» an einer Aktion zivilen Ungehorsams im nordböhmischen Braunkohlerevier teil.

Gemeingüter 1. September 2018

Raus aus der Kohle, aber wann?

Technische Voraussetzungen und Zeithorizonte
von Hanno von Raußendorf*

Klimabewegung, Umweltverbände, GRÜNE und DIE LINKE fordern ihn vehement, die Regierungsparteien in Berlin würden ihn am liebsten auf eine möglichst lange Bank schieben: die Rede ist vom Kohleausstieg. Er ist in aller Munde, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Zeitrahmen aber ist er machbar?

Klima 1. September 2018

Der besondere Sommer 2018

Extreme Dürre und Hitzewellen
von Klaus Meier

Die Jahre 2014–2017 waren die bisher vier heißesten seit den weltweiten Wetteraufzeichnungen. Zehn der 15 wärmsten Jahre Deutschlands liegen in diesem Jahrhundert. In diesem Sommer lag zudem die Trockenheit auf Rekord­niveau: Zwischen April und Juli war bisher noch nie ein so geringer Niederschlag registriert worden. Einige Gebiete im Osten waren so trocken wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor fünf Jahrzehnten. In Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und in einigen Gebieten im Osten Bayerns ist der Untergrund bis auf zwei Meter Tiefe völlig ausgetrocknet.

Klima 1. Juli 2018

Die Kohlekommission nimmt ihre Arbeit auf

Koalition der Bremser
von Hanno von Raußendorf

Wird die «Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» in der Lage sein, für einen schnellen Stopp der Braunkohleförderung, die Abschaltung dreckiger Kohlekraftwerke und die Einhaltung der Klimaziele aus dem Klimaabkommen von Paris zu sorgen? Die Zeichen stehen schlecht.

Arbeitswelt 6. Juni 2018

Der Bauer kann zusehen …

Zur Agrarpolitik der EU
von Hanno von Raußendorf*

Seit den Römischen Verträgen von 1957 betreibt Europa eine gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Überaus erfolgreich war sie in Hinblick auf das dort formulierte Ziel der „Versorgungssicherung mit Lebensmitteln zu angemessenen Preisen durch Produktivitätssteigerung“. Ernährte ein Landwirt zur Zeit der römischen Verträge noch um die zehn Personen, so sind es heute in etwa 140. Nicht so gut funktioniert hat die „Steigerung des pro Kopf Einkommens, um den in der Landwirtschaft beschäftigten eine angemessene Lebenshaltung zu gewährleisten“. Das mittlere Einkommen je Landwirt in Deutschland liegt um etwa 9 Prozent unter einem gewerblichen Vergleichslohn.

Klima 1. Juni 2018

Bestürzend schön

Natur erleben
von Rolf Euler

Rad- und Wandertage in diesem sonnigen Frühjahr verführen mich, an den Rand mal über Schönheiten am Wege zu schreiben.

Die renaturierte Seseke, ein früher begradigtes und abwasserführendes kleines Nebenflüsschen der Lippe zwischen Kamen und Hamm, umfließt mit klarem Wasser wieder Kurven und Steine, Nachpflanzungen von Hasel- und Weidenbüschen am Ufer, freundliche Weggestaltung für Radler und Fußgänger.

Industrie 1. Juni 2018

Die Herbstaktionen von Ende Gelände

Energieversorgung demokratisieren, Wald und Klima retten
von Robin Herbst*

«Ende Gelände!» wird diesen Herbst mit einer Massenaktion zivilen Ungehorsams den Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier schützen. Der Kampf gegen den Energieriesen RWE wirft die grundsätzliche Frage auf: Wollen wir eine weitere Machtkonzentration von Stromkonzernen – oder eine solidarische Gesellschaft, die ihre Energieversorgung ökologisch, dezentral, demokratisch und für alle bezahlbar gestaltet?

Europa 1. Juni 2018

In Groningen bebt die Erde

Gegen Gas und für Klimagerechtigkeit in den Niederlanden
von Johanna Frei*

Im August werden Hunderte internationale Aktivistinnen und Aktivisten in der niederländischen Provinz Groningen zu einem Protestcamp erwartet. Der Grund: In Groningen bebt immer wieder die Erde.

Das letzte große Beben ereignete sich im Januar 2018 mit einer Stärke von 3,4 auf der Richterskala. Die Beben werden durch die seit 1963 betriebene massive Erdgasförderung in der Region verursacht.

Industrie 1. Mai 2018

Artensterben und Agroindustrie

Der Kampf gegen Glyphosat geht in die nächste Runde
von Klaus Meier

Im Sommer 2017 veröffentlichten deutsche Wissenschaftler eine Studie, wonach hierzulande 80 Prozent aller Insekten in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten verschwunden sind. Peter Berthold, ein anerkannter Biologe und langjähriger Leiter des Max-Planck-Instituts für Vogelkunde, schreibt, dass sich die hiesige Vogelpopulation im Vergleich zum 19.Jahrhundert um über 80 Prozent verringert hat.

Buch 1. Mai 2018

Digital: Smart und grün?

Informations- und Kommunikationstechnik verbraucht 10 Prozent der weltweiten Stromnachfrage
von Rolf Euler

Steffen Lange, Tilman Santarius: Smarte Grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit. München: Oekom, 2018. 268 S., 15 €

Der Oekom-Verlag bietet ein kritisches Buch zum rasanten Wachstum der IT-Industrie an, das sich mit dem Mythos dessen angeblich «grüner» Entwicklung auseinandersetzt. Was wird wirklich «gespart» bei Computern, Smartphones und Internet?

Arbeitswelt 1. April 2018

VW – Zahlen nach dem Skandal

11 Milliarden : 50 Millionen : 4100 Euro
von Rolf Euler

Der Volkswagenkonzern steigerte seinen Gewinn für die Aktionäre im Jahr 2017 auf über 11 Milliarden Euro, mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Die Vergütung der Vorstände stieg um gut 25 Prozent auf 50 Millionen Euro, wovon allein der Vorstandsvorsitzende Müller über 10 Millionen einstreicht. Nicht unerwähnt soll sein, dass jeder VW-Mitarbeiter eine Jahresprämie von 4100 Euro bekommt.

Klima 1. April 2018

200 Straßen- und 200 Seilbahnen

Ein Einstieg in die ökologische Verkehrswende wäre innerhalb von 15 Jahren möglich
von Klaus Meier

Anfang Februar 2018 überraschten drei Minister der amtierenden schwarz-roten Koalition die Öffentlichkeit mit dem Vorschlag zur Einführung eines Nulltarifs für Busse und Bahnen des Nahverkehrs.

Industrie 1. April 2018

Tschüss Kohle

Hamburger Volksinitiative
von Michael Lorenz

Am 21.Februar startete die Volksinitiative «Tschüss Kohle» vor dem Hamburger Rathaus ihre Unterschriftensammlung, um den Hamburger Senat zu einem schnellen und gesetzlich festgelegten Ausstieg aus der Kohleverbrennung in Hamburg zu verpflichten.

Industrie 1. April 2018

RWE–E.on

Weiter Teil des Problems
von Wolfgang Pomrehn

Eigentlich läuft doch alles ganz gut mit der Energiewende, oder für einige vielleicht zu gut? Im zurückliegenden Jahr hat es noch einmal einen kräftigen Anstieg der Stromproduktion aus  erneuerbaren Energien gegeben.

Klima 1. März 2018

Virginia und Miami unter Wasser

Der Meeresspiegel steigt mehr als doppelt so schnell wie angenommen
von Manuel Kellner

Der Meeresspiegel steigt mehr als doppelt so schnell wie bislang vermutet. Das zeigt eine neue Studie (PNAS, Steve Nerem und andere*) vom Februar dieses Jahres. Danach wird er im Jahr 2100 doppelt so hoch sein als bisher angenommen. Dies ist immer noch eine eher konservative Schätzung.

In Wirklichkeit ist die Lage dramatischer.

Klima 1. Februar 2018

Folgen der Erderwärmung

Eiszeit…
von Rolf Euler

…hätten wir die gern, angesichts der Erderwärmung? Eiszeit gibt’s in den massiv elektrisch klimatisierten Hochhäusern der Metropolen und in den Wohnhäusern der Wüstenstädte für die Reichen, mit künstlich bewässerten Golfplätzen. Eiszeit gibt’s aber nicht mehr für die an nordpolare Gewässer angrenzenden Gebiete.

Was gibt es stattdessen? Große Wald- und Buschbrände in den USA und Südeuropa. Heftige Tropenhurrikans. Stürme in Europa.

Gemeingüter 1. Januar 2018

Verkehr verkehrt

Rückschritt statt Fortschritt
von Rolf Euler

Jahrelang haben die deutsche Bundesregierung und die EU versucht, althergebrachte Industriepolitik mit grünem Anstrich zu versehen. Der Versuch ist gescheitert, das wird besonders an der Entwicklung des Verkehrs in Deutschland deutlich.

Gemeingüter 1. Januar 2018

Verkehr ideologiefrei – wie geht das?

Die Vorstellungen der Landesregierung NRW
von Hanno von Raußendorf*

«Eine ideologiefreie Verkehrspolitik» will die neue NRW-Landesregierung aus CDU und FDP: «Menschen sollen frei von staatlicher Bevormundung selber entscheiden können, welches Verkehrsmittel für sie das geeignete ist. Aufgabe der öffentlichen Hand ist dabei, individuelle Mobilität für alle zu gewährleisten.»

Gemeingüter 1. Januar 2018

Güter auf die Schiene?

Ja, aber sicher! Und mit eigenen Strecken!
von Günther Wagner*

Anfang der 90er Jahre hat die EU-Kommission Korridore für den Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene festgelegt. Ein zentraler Korridor ist die Verbindung vom Hafen Rotterdam durch das Rheintal und die Schweiz nach Genua. Der Verlauf dieser Route von den Raffinerien in Genua und Rotterdam über Basel (Novartis, Roche, Syngenta), Ludwigshafen (BASF), Frankfurt am Main (Hoechst), Leverkusen und Krefeld-Uerdingen (Bayer) macht deutlich, dass es vor allem die Chemieindustrie ist, die diese Verbindung nutzt und von ihr profitiert.

Industrie 1. Januar 2018

Riskant über den Rhein

Die neue Brücke bei Leverkusen führt über eine Mülldeponie
von Hanno von Raußendorf

Seit 1923 gibt es in Leverkusen im Stadtteil Wiesdorf entlang des Rheins eine Deponie. Sie wurde zunächst von der Farbenfabrik, dann der I.G. Farben und später vom Bayer-Konzern genutzt. Neben viel Bauschutt und Siedlungsabfällen wurden dort zu etwa 15 Prozent auch Chemieproduktionsabfälle abgekippt, insgesamt 6,5 Millionen Tonnen.

Industrie 1. Januar 2018

RWE updates: Hambacher Forst bleibt/Goldregen

Vorläufiger Erfolg gegen RWE
dokumentiert

Pünktlich nach dem UN-Klimagipfel Anfang November in Bonn rasselten im Hambacher Forst wieder die Kettensägen, wurden wieder Bäume gefällt, damit noch mehr Braunkohle aus der Erde geholt werden kann. Noch betraf es nicht das besetzte Waldstück, aber die Polizei ging schon wieder mit Pfefferspray gegen die Waldbesetzer vor. Doch dann kam alles anders. Und das liegt daran, dass der BUND gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln, das RWE die Fortsetzung der Rodungsarbeiten genehmigt hatte, beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster in Revision ging – und damit Erfolg hatte.

Gemeingüter 1. Januar 2018

Fahrradfahren in der Stadt

Noch wenig Anreiz umzusteigen
von Rolf Euler

Die autogerechte Stadt war jahrzehntelang das planerische Ziel fast aller Stadtverwaltungen in Deutschland. Gemessen an den Ergebnissen in Form von Staus und Wegezeiten für Autofahrende gilt dieses Ziel inzwischen als verfehlt. Unschädlichere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrende wurden jedoch vernachlässigt bis verdrängt, erst vor wenigen Jahren hat ein Umdenken angefangen, auch weil einige Städte Fahrradbeauftragte mit Wissen und Verantwortung eingestellt haben.

Gemeingüter 1. Januar 2018

Die Initiative «Nahverkehr für alle» in Kassel

Jetzt geht’s Richtung Nulltarif
von vb

Dreckige Luft in Innenstädten, Dieselskandal, Feinstaubtote, Klimawandel, steigende Ungleichheit und wachsende Armut…

Unter dem Schlagwort «Verkehrswende» sind in zahlreichen Städten Bündnisse zur Steigerung der Lebensqualität entstanden. Damit die Verkehrswende gelingt, muss der motorisierte Individualverkehr zurückgedrängt werden.

Gesellschaft 1. Januar 2018

Ausbau im Reiseverkehr

Alles andere als ökologischer Tourismus
von der Redaktion

Kreuzfahrten

Für die Reichen der Welt – sorry, liebe deutsche Gutverdienende, das seid auch ihr – werden in der nächsten Zeit ungeachtet aller Klima- und Umweltprobleme immer größere und immer neue Kreuzfahrtschiffe gebaut. Die Reedereien geben bekannt, dass 2017 zehn Schiffe mit einer Bruttoraumzahl von rund 1,1 Millionen gebaut und ausgeliefert wurden.

Klima 16. Dezember 2017

Raus aus der Kohle

Münchner gewinnen Bürgerbegehren gegen Steinkohlekraftwerk
von Hanspeter Gase

Der Protest gegen den Kohle­abbau erobert die Städte. Während in Köln das braunkohlenbefeuerte Heizkraftwerk Merkenich per Stadtratsbeschluss stillgelegt werden soll, man weiß nur noch nicht wann und wie, hat die Münchner Bevölkerung die Ab­schaltung von Block 2 des Heizkraftwerks (HKW) Nord bis zum 31.12.2022 per Bürgerbegehren gegen den Stadtrat erzwungen.

Buch 16. Dezember 2017

Gerth M. Neugebauer: Erde in Not

Wien: Promedia, 2017. 216 S., 19,90 Euro
von Rolf Euler

Alles achtet auf die Klimaentwicklung und die oft fruchtlosen Verhandlungen zur Begrenzung der Treibhausgase. Inzwischen findet jedoch «heimlich» eine weitere Katastrophe für den Planeten statt: die Vernichtung fruchtbaren Bodens durch die globalisierte und technisierte Produktionsweise.

Globalisierung/Krieg 3. Dezember 2017

COP 23 – UN Klimakonferenz

Der Kohleausstieg steht auf der Tagesordnung
von Wolfgang Pomrehn

Es war nicht viel erwartet worden, und es ist nicht allzu viel herausgekommen, bei dieser Klimakonferenz. Zum 23. Mal hatte man sich getroffen, seitdem die UN-Klimaschutzrahmenkonvention in Kraft getreten ist. Darin haben sich die Staaten der Welt – und es haben tatsächlich inzwischen alle, oder so gut wie alle UN-Mitglieder, auch die USA, die Konvention ratifiziert – verpflichtet, das globale Klima zu schützen und gefährliche Veränderungen zu vermeiden. Seitdem ist viel zu wenig geschehen und die Industriestaaten haben ihre Emissionen bei weitem nicht genügend reduziert, um den Anstieg in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu kompensieren, wie einst versprochen, aber vertraglich nie richtig fixiert worden war.

Klima 3. Dezember 2017

Kleine Tiere, große Folgen

Das Insektensterben hat dramatische Auswirkungen
von Manuel Kellner

Eine neue Studie des Wissenschaftsmagazins PLOS One* stellt fest, dass in den letzten 27 Jahren die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland um über 75 Prozent abgenommen hat. Hierfür wurden seit 1989 Daten ausgewertet, die von ehrenamtlichen Insektenkundlern unter Anleitung des Entomologischen Vereins Krefeld gesammelt wurden.

Klima 1. Dezember 2017

Tolle Tage im Rheinland

Proteste gegen Kohleverbrennung nehmen Fahrt auf
von Angela Klein

Vor dem UN-Klimagipfel in Bonn, der COP 23 (6.–17.November), ist der Druck auf der Straße gegen die weitere Verbrennung von Kohle nochmal mächtig angeschwollen. Dies hat auch damit zu tun, dass Deutschland seine Klimaschutzziele verfehlen wird, wenn die neu zu bildende Koalition den Ausstieg aus der Kohle nicht vorantreibt.

Amerika 1. Dezember 2017

«Wir brauchen nicht noch mehr Autos»

Die Gewerkschaftsaktivistin zur Situation in der US-Autoindustrie
Gespräch mit Dianne Feeley

Dianne Feeley lebt in Detroit und hat früher bei Ford und bei American Axle, einem Autozulieferer, gearbeitet. Sie ist auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben im Local 22 der United Autoworkers (UAW) aktiv und schreibt für Labor Notes, der wichtigsten Zeitschrift konsequenter Gewerkschaftsaktiven in den USA. Sie gehört zum Herausgeberkreis der Zeitschrift Against the Current und zur Leitung der marxistischen Organisation Solidarity. Für die SoZ sprach Paul Michel mit Dianne Feeley.

Globalisierung/Krieg 1. Dezember 2017

Globale Containerschifffahrt

Wo die Ausbeutung am ärgsten ist
von Manuel Kellner

Ohne die menschenunwürdigen und naturzerstörerischen, weltumspannenden und unterpreisigen Transporte gäbe es keine Globalisierung.

Fünfzigtausend Handelsschiffe, die weitaus meisten von ihnen mit Containern beladen, tragen 90 Prozent des globalen Güterverkehrs. Die Menschen an Bord spiegeln die internationale Arbeitsteilung und die Ungleichheit der Lage der Beschäftigten weltweit.

Klima 1. November 2017

Weitere vier Jahre Stillstand in Sachen Klima?

Nicht doch: Auf nach Bonn am 4.11.
von Wolfgang Pomrehn

In Bonn tagt vom 6. bis zum 17.November die diesjährige UN-Klimakonferenz. Einlader ist der Pazifikstaat Fiji, der die Konferenz aber am Sitz der UN-Klimaschutzrahmenkonvention abhalten lässt. Auf dem Programm der endlos nun bereits ins dritte Jahrzehnt dahinziehenden Gespräche steht die Umsetzung der Pariser Klimaschutzvereinbarung, jenes denkbar unverbindlichen Minivertrags, der vor allem aus Selbstverpflichtungen der Staaten besteht.

Klima 31. Oktober 2017

Mooswände statt Klimaschutz

Ohne Moos…
von Rolf Euler

…nichts los! Das denken sich jetzt clevere Geschäftsleute angesichts von Klimaänderung und Schadstoffausstoß in den Städten. Da wurde dann eine Mooswand schnell zum «City-Tree» deklariert und für die «Grüne Hauptstadt Europas» vor und in den Hauptbahnhof in Essen platziert. Weitere Städte haben auch schon Mooswände aufgestellt, andere überlegen das noch.

Klima 21. Oktober 2017

Insekten- und Vogelsterben

Dramatische neue Befunde

von Manuel Kellner

Eine neue Studie des Fachmagazins PLOS ONE* stellt fest, dass in den letzten 27 Jahren die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland um über 75% abgenommen hat. Hierfür wurden seit 1989 Daten ausgewertet, die von ehrenamtlichen Insektenkundlern unter Anleitung des Entomologischen Vereins Krefeld gesammelt wurden.

Buch 1. Oktober 2017

Bruno Latour: Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime.

Berlin: Suhrkamp, 2017. 522 S., 32 €
von Gerhard Klas

Eher geht die Welt unter…

Gaia ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, die Göttin, die die Erde verkörpert. Ihr Problem: Sie ist von einer Krankheit befallen, die Menschheit heißt. So könnte man eine Grundthese von Bruno Latours Buch Kampf um Gaia skizzieren.

Klima 6. September 2017

Protest gegen Braunkohle nimmt Fahrt auf

Zwölf Tage organisieren, diskutieren, vernetzen, blockieren
Klimacamp und Aktionstage im Rheinland (18. bis 29.8.) – ein Bericht

von Angela Klein

Acht „Finger“ von Ende Gelände sind von Donnerstagabend, dem 24.8., an in mehreren Wellen vom Klimacamp in der Nähe von Erkelenz losgezogen, ihr gemeinsames Ziel war, auf den unterschiedlichsten Wegen und an den verschiedensten Stellen auf die Hambachbahn zu kommen – eine Kohlebahn, die die geförderte Braunkohle zu den nahe gelegenen Kraftwerken transportiert.

Industrie 1. September 2017

Diesel-Software Update

Der Betrug nach dem Betrug?
von Klaus Meier

Seit September 2015 ist bekannt, dass Volkswagen seine Dieselfahrzeuge für Prüfstandsuntersuchungen speziell manipuliert hat. Auch andere Autohersteller haben Tricks benutzt wie das sog. Thermofenster, um sich die Reinigung der Dieselabgase zu ersparen. Und es hat sogar kartellartige Absprachen zwischen den Autokonzernen gegeben, um eine effektive Dieselabgasreinigung zu verhindern.

Klima 1. September 2017

Eine Bilanz der Klimapolitik der Großen Koalition

Deutschland könnte seine Klimaziele einhalten, wenn die Regierung das wollte
von Wolfgang Pomrehn

Die Politik der Großen Koalition hat sich in den letzten vier Jahren auf dem Feld der Klimapolitik vor allem durch Untätigkeit ausgezeichnet. Die deutschen Treibhausgasemissionen stagnieren praktisch seit 2009 und stiegen zuletzt sogar wieder leicht.

Das Klimaschutzziel, die deutschen Emissionen bis 2020 auf 60 Prozent des 1990er Niveaus zu drücken, scheint inzwischen in fast unerreichbarer Ferne zu liegen.

Afrika 1. September 2017

Luzifer als Dauergast. Hitzewellen machen Nordafrika und Nahen Osten unbewohnbar

Der Einwanderungsdruck wird zunehmen
von Klaus Meier

Der Sommer macht keinen Spaß mehr. Was Klimawandel bedeutet und wie stark er uns schon auf den Pelz rückt, erlebten in diesem Sommer die Länder Südeuropas: Die Hitzewelle Luzifer produzierte Dauertemperaturen über 40 °C und kaum nächtliche ­Abkühlung. In Süditalien wurden zeitweise Temperaturen von 50 °C gemessen, die Bürgermeister haben die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben. In Portugal leidet fast das gesamte Land unter der Hitze, das Wasser wird knapp. In Bosnien droht ein großflächiger Stromausfall, in allen südeuropäischen Ländern wüten ausgedehnte Waldbrände. Auch die Landwirtschaft leidet:

Gesellschaft 1. September 2017

Das Massensterben der Wirbeltiere

Eine neue Studie gibt Alarmstufe Rot
von Manuel Kellner

Am 10.Juli ist im Mitteilungsblatt der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA, PNAS, eine neue Studie zum Massensterben der Wirbeltiere erschienen.* Die Autoren sind Gerardo Ceballos von der Unabhängigen Nationalen Universität von Mexiko sowie Paul Ehrlich und Rodolfo Dirzo von der Stanford University, Kalifornien. Sie reiht sich zwar ein in eine ganze Reihe von Studien zum dramatischen Verfall der Biodiversität, lässt die Alarmglocken aber in besonderem Maße schrillen.

Arbeitswelt 1. September 2017

Rettung des Klimas oder Rettung der Arbeitsplätze?

Klimabündnis diskutiert über den Umgang mit Gewerkschaften und Kohlekumpel
von Peter Nowak

Das Ende-Gelände-Bündnis plant vom 24. bis 29.August weitere Aktionen gegen für den Ausstieg aus der Kohlewirtschaft im Rheinischen Braunkohlerevier. Es dürfte interessant sein, ob es gelingt, zumindest mit einigen der dort Beschäftigten und vielleicht auch einigen Gewerkschaftern in den Dialog zu treten.

Nur Online 30. August 2017

‚Ausstieg aus dem Autowahn‘ – ein Win-Win-Projekt

Dieselgate ist nur ein Auslöser für die wichtige Debatte über die Autogesellschaft.
Im nachstehenden Interview skizziert Winfried Wolf den Umstieg in eine
nachhaltige Mobilität. Das Interview führte für die SoZ Paul Michel.


In der öffentlichen Diskussion im Gefolge der Enthüllung von „Dieselgate“ trugen die Autokonzerne einige Schrammen davon. Als UmweltschützerInnen angesichts der Tatsache, dass den Bossen die eigenen Profite wichtiger sind als die Gesundheit und das Leben der Menschen, von „organisierter Kriminalität“ von Seiten der Autobosse sprachen, wurde das auch von Teilen der bürgerlichen Presse aufgegriffen.  Sind das lediglich rhetorische Floskeln von geringer Halbwertzeit oder hat sich an der Haltung gegenüber den Autokonzernen grundsätzlich etwas verändert? Sind jetzt die Chancen gestiegen, gegen die Bosse der Autoindustrie umweltverträglichere Mobilitätskonzepte durchzusetzen?

Gesellschaft 2. Juli 2017

Vogelfutter

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Diese Kolumne wird an einem dieser schönen Sommerabende im Garten geschrieben. Eine Leuchte erhellt den Tisch, in der Dunkelheit drumherum fliegen Glühwürmchen. Ein Igel schleicht durchs Gebüsch und über den Rasen. Idylle pur, denkt man.

Aber etwas fehlt. Keine Motten und Nachtfalter tanzen ums Licht. Keine Mücke summt und sticht. Abends sieht man wenige Mauersegler, wo früher ein Schwarm über den Häusern Kreise zog.

Gewerkschaften 2. Juli 2017

Wissen, wo unsere Interessen liegen

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter engagieren sich für Klimaschutz
von Bea Sassermann*

Aufgrund des alarmierenden Klimawandels sind heiße Diskussionen um den Braunkohletagebau entbrannt. Politiker erklimmen rhetorische Höhen auf Klimagipfeln, Gewerkschaften sorgen sich um Arbeitsplätze, Anwohner müssen riesigen Kratern weichen, Aktivisten besetzen Schaufelbagger.

Besonders letzteres hat im vergangenen Jahr die Gewerkschaft IG BCE auf den Plan gerufen.

Klima 2. Juli 2017

Schwarz-Gelb in NRW

Vorsintflutliche Klimapolitik
dokumentiert

Bei der Energiewende hinkt Nordrhein-Westfalen weit hinterher. Nur 13 Prozent seines Stroms bezieht das bevölkerungsreichste Bundesland bislang aus erneuerbaren Quellen. Bundesweit liegt der Grünstromanteil hingegen bei rund einem Drittel. NRW ist nach wie vor Kohleland und für mehr als 30 Prozent der bundesweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Daran will die schwarz-gelbe Koalition wenig ändern.

Bewegung 2. Juli 2017

Anstehende Termine im August:

Klimacamp und Aktionstage im Rheinland
dokumentiert

18.–29.8.: Klimacamps im Rheinland

In diesem Zeitraum sollen im Rahmen des Flächenkonzepts 2017 vielfältige Bildungs- und Kulturveranstaltungen sowie Protestaktionen verschiedener Akteure veranstaltet werden. Auch die Degrowth-Sommerschule wird 2017 wieder auf dem Camp zu Gast sein.

Arbeitswelt 2. Juli 2017

Konversion ist möglich

Die Zukunft der Arbeitsplätze liegt bei den Erneuerbaren
dokumentiert

Eine neue Studie vom April 2017, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat, spannt den Bogen weiter als die Ver.di-Studie.

Sehr akribisch werden dort für das Lausitzer und das Rheinische Braunkohlerevier der Zuwachs an Wertschöpfung und an Beschäftigung aufgeführt, wenn der Braunkohlebergbau bis 2030 aufgegeben und stattdessen in erneuerbare Energien investiert wird.

Klima 1. Juli 2017

Kumpel, lass die Kohle sein…

…sattel lieber um auf Erneuerbare
von Angela Klein

Das Aus für die Kohleverstromung ist keine Frage mehr des Ob, nur noch des Wann und des Wie. Während Ver.di aber die Hand aufhält und errechnet, was es kostet, wenn die Beschäftigten vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden, fragt Greenpeace, wo neue Arbeitsplätze herkommen können. Die IG BCE ist vollends abgetaucht.

AKW 1. Juli 2017

Stop Tihange und Doel

50000 demonstrierten in drei Ländern gegen Bröckel-AKW
Gespräch mit Leo Tubbax

Zehntausende haben am 25.Juni mit einer 90 Kilometer langen Menschenkette im Dreiländereck zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien für die sofortige Abschaltung von zwei belgischen Atommeilern demonstriert. «Wir bedanken uns ganz herzlich bei 50000 Teilnehmenden», erklärte die grenzüberschreitende Initiative Stop Tihange auf Twitter.

Klima 1. Mai 2017

Aufrüstung im Skizirkus

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Am Rande – wie es sich für diese Rubrik gehört – einer Reise merken wir, wie die Berge von der Spekulation vereinnahmt werden. Die Alpen werden aufgerüstet. Das liegt am schwindenden Schnee. Nicht nur, dass die Gletscher schmelzen, es gibt auch weniger Schnee im Winter und er bleibt in den Tälern nicht mehr so lange liegen. Den Alpenorten droht teilweise der Tourismus wegzubrechen.

Gemeingüter 1. April 2017

Verkehrter Minister

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Der für den Verkehr zuständige Minister beharrt auf politischen Gesetzesänderungen, deren Folgen für die Autofahrer sehr bald spürbar würden. Und das in einem Wahljahr, in dem es möglich ist, dass die CSU der zukünftigen Regierungskoalition nicht mehr angehört. Und das obwohl der CO2-Ausstoß des Verkehrs in Deutschland in den letzten zwei Jahren gestiegen ist, obwohl im Umweltplan der Regierung eine Reduzierung bis 2020 vorgesehen ist.

Gewerkschaften 1. April 2017

«Gewerkschafter für Klimaschutz» beim Klimacamp dabei

Gemeinsamer Kampf gegen Braunkohleförderung
von Helmut Born

Die Bewegung gegen Braunkohle gewinnt an Breite. Dieses Jahr wird erstmals eine Gewerkschafterinitiative im Rheinland dabei sein.

Am 11.März trafen sich Unterstützer und Unterstützerinnen der Initiative «Gewerkschafter für Klimaschutz» in Düsseldorf, um über die Entwicklung der Positionen in den Gewerkschaften und ihre Aktivitäten im Rahmen des Klimacamps im Rheinland zu beraten.

Amerika 1. März 2017

Trump macht nicht nur «Zicken»

Ernste Risiken für Weltfrieden und Klima
von Daniel Tanuro

Trump hat ein Projekt: Er will die USA führen, wie man ein Großunternehmen führt, aus ihr eine Festung des «christlich-jüdischen Kapitalismus» machen, sie radikal umstrukturieren, um sie wieder zum unangefochtenen Welthegemon zu machen. Keine Schonfrist für das Personal, Brutalität gegenüber den Konkurrenten, Ignoranz gegenüber der äußeren Umwelt – mit solchem Verhalten überträgt er sein privates Geschäftsgebaren auf die Gesellschaft.

Arbeitswelt 1. Februar 2017

RWE am Ende? Teil 1

Wie steht es um den Konzern und welche Strategien verfolgt er?
von Alfred Weinberg

Dem Energiekonzern RWE geht es schon seit längerem nicht gut, zuletzt konnte er keine Dividenden an die Aktionäre – darunter viele Kommunen in NRW – auszahlen. Wie wird es weiter gehen, ist RWE zu groß, um zu scheitern? Wie agiert der Konzern im Rheinischen Braunkohlerevier, der sogenannten Cluster-Region? Könnte es eine Enteignung von RWE geben?

Buch 1. Februar 2017

Bernhard Knierim: Ohne Auto leben. Handbuch für den Verkehrsalltag

Wien: Promedia, 2016. 176 S., 14,90 Euro
von Rolf Euler

Im Nachgang zum Thema der letzten SoZ – VW, die Autogesellschaft und die Verkehrswende – empfehle ich das Buch von Bernhard Knierim: Ohne Auto leben.

Gemeingüter 1. Januar 2017

Dekarbonisierung des Verkehrssystems: Sind Elektroautos eine Alternative?

Die harte Wirklichkeit der Ressourcenendlichkeit
von Klaus Meier

Noch vor nicht allzu langer Zeit haben die deutschen Autokonzerne über Elektroautos nur gespottet. Das hat sich geändert. Woher rührt diese plötzliche Umkehr?

Arbeitswelt 1. Januar 2017

Wege zu einer Konversion der Autoindustrie

Die Vernunft muss bewaffnet werden
von Lars Henriksson*

Wenn der private Pkw keine Zukunft hat, sollen dann die Beschäftigten in der Automobilbranche alle nach Hause gehen, wie die Bergarbeiter im Steinkohlebergbau, deren Arbeitsplätze ersatzlos gestrichen wurden?

Gemeingüter 1. Januar 2017

Schiene, Schiene, Schiene…

Skizzen für alternative Verkehrskonzepte
von Rolf Euler

Der kleine Ort Speicher in der Eifel wurde durch die pfiffige Idee der Mitfahrerbank bekannt, eine einfache Bank in der Ortsmitte, auf die sich Menschen samt Schilder mit dem Nahziel setzen, um von Autofahrern dorthin mitgenommen zu werden, wo der öffentliche Nahverkehr nicht hinkommt.

Klima 13. Dezember 2016

Kali+Salz, Teil 3 – Eine andere Kali-Gewinnung ist möglich

Konzernleitung und Politik fahren die Kaliproduktion vor die Wand
von Achim Lotz, Marjana Schott

Die Probleme mit der Abfallentsorgung beim Düngemittelhersteller Kali und Salz (K+S) haben sich 2016 so zugespitzt, dass die Kaliproduktion zeitweise ausgesetzt und die Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt werden mussten. Das Umweltproblem von K+S ist hausgemacht: das Konzernmanagement und eine fahrlässige Politik mehrerer hessischer Landesregierungen unterschiedlicher Couleur haben den Entsorgungsnotstand und den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen zu verantworten.

Globalisierung/Krieg 1. Dezember 2016

Klimaverhandlungen in Marrakesch

Öl und Kohle sind Vergangenheit
von Wolfgang Pomrehn

Die dürftigen Ergebnisse der diesjährigen UN-Klimakonferenz stehen in einem eigenartigen Gegensatz zu den fast euphorischen Reaktionen vieler Regierungen und auch mancher beobachtenden Umweltorganisation. Der allgemeine Tenor ist: Egal ob in den USA demnächst ein erklärter Mann der Öl- und Frackingindustrie ins Weiße Haus einzieht, wir machen weiter. Von einem nicht aufzuhaltenden Impuls (irreversable momentum) ist die Rede.

Amerika 1. Dezember 2016

North Dakota Pipeline – Der Ölkrieg in den USA

Standing Rock wird zum Symbol des Widerstands
von Dattel*

Wer in diesen Tagen auf die Berichterstattung der Medien blickt, könnte meinen, das Schicksal der Welt würde vom Ausgang der Wahlen in den USA abhängen. Für viele steht bereits fest, dass die großen Konzerne und Banken in jedem Fall die Hauptgewinner der Wahl sind. Doch abseits des Spektakels bröckelt die Vormachtstellung der USA an allen Enden.

Klima 1. November 2016

In vier Jahren muss hier Schluss sein

Sollen die Klimaziele eingehalten werden, darf im Hambacher Forst nur noch bis 2020 Braunkohle abgebaut werden
Gespräch mit Antje Grothus

Antje Grothus ist eine der persönlich Betroffenen von den negativen Auswirkungen des Tagebaus Hambach. Als im Dezember 2007 ruchbar wurde, dass die Autobahn A4 verlegt werden sollte, hat sie den Verein Buirer für Buir mitgegründet, dessen Sprecherin sie ist.

Klima 1. November 2016

Der K+S-Krimi, Teil 2 – Umweltschutz oder Aktiengewinn?

Gebeutelte Beschäftigte, ein Runder Tisch, die Werra-Weser-Anrainerkonferenz und ein EU-Vertragsverletzungsverfahren
von Marjana Schott*

Rund um Kali und Salz tobt ein Kampf um Umwelt, Arbeitsplätze und Profite. Dahinter verbirgt sich eine facettenreiche Geschichte. In SoZ 10/2016 wurde der allgemeine Konflikt beleuchtet, hier konzentrieren wir uns auf den scheinbaren Konflikt zwischen Umweltschutz und Arbeitsplätzen.

Klima 1. November 2016

Stoppt Braunkohle

Der Hambacher Forst muss erhalten bleiben
von Angela Klein

Am 17.Oktober begann erneut die Rodungssaison für den Hambacher Forst. Dieser Wald, nahe der Bahnstrecke zwischen Kerpen und Düren, etwa 25 Kilometer vor den Toren von Köln gelegen, ist besonders schutzwürdig, weil er auf eine 12000 Jahre alte Geschichte blickt und zu den wenigen naturnahen Wäldern in Deutschland gehört, deren Entwicklung seit der Wiederbewaldung nach dem Ende der letzten Eiszeit nie unterbrochen wurde.

Klima 1. November 2016

Gegen Braunkohleabbau in der Lausitz

Ringen um Klimaschutz und Arbeitsplätze
von Klaus Meier

Pfingsten 2016: Im kleinen Ort Welzow in der Lausitz demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den weiteren Abbau von Braunkohle in der Region. Die protestierenden Einheimischen sorgen sich, dass ihre Dörfer und ihr Lebensumfeld in naher Zukunft den gefräßigen Braunkohlebaggern zum Opfer fallen. Damit sind sie unter den in der Region Ansässigen aber eine kleine Minderheit.

Industrie 1. Oktober 2016

Dieselgate – Deutsche Autokonzerne in der Sackgasse

Welche Zukunft, welche Alternative?
von Klaus Meier*

Seit über einem Jahr sind die Medien voll von immer neuen Enthüllungen über den Skandal der Automobilkonzerne: Wie sie beim Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge betrügen, wie sie Fahrzeugtests manipulieren oder dass sie die Stickoxidgrenzwerte um ein Vielfaches überschreiten.

Gemeingüter 1. Oktober 2016

Der Krimi K+S

Wie die hessische Landesregierung und der Düngemittelkonzern K+S mit Arbeitsplätzen spielen und das Trinkwasser verseuchen (Teil 1)
von Marjana Schott*

Seit über 100 Jahren wird an der Grenze zwischen Nordhessen und Thüringen an der Werra Kali abgebaut. Seit eben dieser Zeit bedeutet das Unternehmensgewinne und  Arbeitsplätze sowie Umweltprobleme. Es wird davon ausgegangen, dass die Kalivorkommen unter Tage noch für weitere 30 bis 50 Jahre reichen.

Gewerkschaften 1. September 2016

IG BCE attackiert Klimaschützer

Ein Schlag ins Wasser
von Helmut Born

Das Klimacamp im Rheinland, das in diesem Jahr vom 19. bis 29.August stattfand, hatte sich nur kleinere Aktionen vorgenommen. Doch deren Ankündigung reichte schon aus, den Hauptvorstand der IG BCE auf die Palme zu bringen.

Gewerkschaften 1. September 2016

IG BCE setzt aufs falsche Pferd

Die Zeit der Braunkohle ist abgelaufen
von Helmut Born

Für den 26.8.2016 hatte die IG BCE zu einer Demonstration gegen die Gewalt von Öko-Aktivisten, gegen Personalabbau und gegen die verfehlte Energiepolitik aufgerufen. Die Demo sollte in Immerath, mitten im Rheinischen Braunkohlegebiet stattfinden, wo RWE plant noch zahlreiche Dörfer den gefräßigen Baggern zu opfern und glattzumachen. Angeblich sollten 2000 Menschen an der Demo teilnehmen. Zwei Tage vorher sagte der Bezirksleiter der IG BCE die Demo ab.

Gewerkschaften 1. September 2016

Reaktion einer Bürgerinitiative auf die Initiative der IG BCE

«Suchen Sie sich für Ihre Demonstration einen anderen Ort!»
dokumentiert

Brief des ehemaligen Vorsitzenden der Bürger­initiative Stop Rheinbraun an einen Vertreter der IG BCE anlässlich der angekündigten Demonstration «Schnauze voll».

Gemeingüter 1. Juli 2016

10 Fragen zu Glyphosat

Monsanto’s Pflanzenvernichter und seine Auswirkungen
dokumentiert

  1. Was ist Glyphosat und wie wirkt es?

Glyphosat ist das am meisten eingesetzte Pflanzengift der Welt. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Je häufiger glyphosathaltige Pestizide angewendet werden, desto eher entstehen allerdings auch resistente Populationen von Beikräutern, die durch das Mittel eigentlich vernichtet werden sollen.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Agrarkonzerne schaden unserer Gesundheit

Die Fusionswelle in der Agrochemie schafft Monopolisten, die den Zugang zur Agrarproduktion vollständig unter ihre Kontrolle bringen – zum Schaden für Mensch und Natur
von Angela Klein

Seit vier Jahren demonstrieren alljährlich weltweit Menschen aus Stadt und Land gegen das Treiben der Agrarkonzerne, insbesondere gegen Genpflanzen und krebserregende Pflanzenvernichtungsmittel wie Glyphosat, das in Deutschland vorwiegend zum Einsatz kommt.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Bayer will Größter werden

Mit dem Monsanto-Deal wäre die Zulassung von Glyphosat in der EU kaum noch zu verhindern
von E.André Waldmann

Die Bayer AG will den in der Öffentlichkeit verrufenen US-Konzern Monsanto übernehmen. Am 23.Mai 2016 legte der Konzern ein offizielles Kaufangebot in Höhe von 62 Mrd. US-Dollar vor, das entspricht einem Barangebot von 122 US-Dollar pro Aktie. Es wäre der mit Abstand größte Zukauf in der Bayer-Geschichte.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Syngenta im globalen Agrarkapitalismus

Dem Agromulti auf der Spur
von Silva Lieberherr*

Am 21.Mai 2016 gingen in Basel über 2000 Menschen beim March against Monsanto and Syngenta gegen die beiden Agrarkonzerne auf die Straße – eine große Zahl für die kleine Stadt am Rheinknie.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Tauziehen um Glyphosat in der EU

Verbot oder Zulassung?
dokumentiert*

Dank starker Mobilisierung durch eine breite Koalition von Bürgergruppen einschließlich Gewerkschaften ist es gelungen, die erneute EU-Zulassung von Glyphosat – weltweit das am meisten eingesetzte Herbizid und Wirkstoff in Monsantos Roundup – vorerst zu blockieren. Die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen lavieren zwischen dem Druck der in der Glyphosattaskforce organisierten Agrochemielobby und dem nicht nachlassenden Aufbegehren der Bevölkerung.

Klima 1. Juni 2016

Ende Gelände in der Lausitz

«Du bist bunt, vielfältig und wächst verdammt schnell»
von Hannes Lindenberg*

Am Pfingstwochenende lud das Bündnis Ende Gelände erstmals in die Lausitz ein, um dort in einer Aktion massenhaften zivilen Ungehorsams den sofortigen Kohleausstieg zu fordern und ein Zeichen für Klimagerechtigkeit, dezentrale erneuerbare Energieversorgung und einen sozial und ökologisch verträglichen Wandel unseres Wirtschaftssystems zu setzen. Das Ziel der Aktion wurde schon ein halbes Jahr vorher publik gemacht: die Blockade der Braunkohleförderung und Braunkohleinfrastruktur.

AKW 1. Juni 2016

Rückstellungen Atomenergie – Das Ende des Verursacherprinzips

60 Milliarden Folgekosten bleiben beim Steuerzahler hängen
von Jochen Stay*

«Gewinne privatisieren, Risiken vergesellschaften» – so lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen, was die Atom-Finanz-Kommission zum Umgang mit den Folgekosten der Atomkraft erarbeitet hat.

Klima 1. Juni 2016

Aktiv gegen den Klimaschutz

Gabriels Novelle des EEG nimmt die Windenergie aufs Korn
von Klaus Meier

Deutschland muss bis zum Jahr 2035 komplett aus der Kohleverstromung ausgestiegen sein, wenn es die Klimaziele von Paris einhalten will. Doch die Bundesregierung tut das Gegenteil.

Klima 4. Mai 2016

RWE und die Braunkohle

Spatenstich, Razzia und Aktionärsversamnlung
von Angela Huemer

Im Rheinischen Braunkohlerevier steht die Umsiedlung der letzten Dörfer an.

Industrie 1. Mai 2016

Volkswagen-Abgasbetrug

Schmierentheater Vorstandsbezüge
von Stephan Krull*

Dem Vorstand von VW fehlt das Gespür für den Ernst der Lage, er sorgt sich um seine Millionen-Boni statt um Arbeitsplätze. Den Protest der Öffentlichkeit konnte der Aufsichtsrat jedoch nicht ignorieren. Dem Vernehmen nach müsse jetzt «angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch bei den Vorstandsvergütungen gesetzt werden», berichtete die Agentur Reuters.

Industrie 1. April 2016

Das Fazit aus dem Berliner Klimaabkommen: Ein Kohleausstiegsgesetz muss her

Doch die Bundesregierung plant anderes
von Wolfgang Pomrehn

Vier Monate sind es nun bald her, dass die UN-Klimakonferenz in Paris endlich eine neue internationale Vereinbarung zum Klimaschutz erarbeitet hat. Ab 2020 soll sie gelten. Voraussetzung ist allerdings, dass sie von einer ausreichenden Zahl von Staaten ratifiziert wird.

Gewerkschaften 1. April 2016

Ver.di rückt von eindeutigem Pro-Kohle-Kurs ab

Gewerkschaftsrat beschließt Priorität für Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung
dokumentiert

Ohne die Beschäftigten in der Energiewirtschaft ist ein Umsteuern in der Energiepolitik, das diesen Namen verdient, nicht machbar. Es ist deshalb von großer Bedeutung, was die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di dazu diskutiert und beschließt.

Europa 1. April 2016

Teure «billige» Kohle

Auch in Polen ist das Festhalten an der Kohleverstromung ein teures Unterfangen
von Norbert Kollenda

Durch den Kohlebergbau ist in Polen eine Konzentration von abhängig Beschäftigten sowohl im Bergbau als auch in der nachfolgenden Industrie entstanden. Bei Erdöl und Erdgas gibt es diese Arbeitermacht nicht, da können die Eigentümer (oder Putin) mehr oder weniger machen, was sie wollen.

Industrie 2. März 2016

Abgas-Skandal wird fortgesetzt

Autoindustrie darf jetzt ganz legal doppelt soviel Dreck machen
von Rolf Euler

Die vollmundigen Äußerungen aller Verkehrspolitiker, nach Aufdeckung des Abgasskandals beim VW würden Konsequenzen gezogen, erweisen sich erneut als Kniebeuge vor der Autolobby.
Während es anscheinend tatsächlich gelingen kann, mit technischen Maßnahmen einen Dieselmotor auch im Fahrbetrieb an die sehr niedrigen kalifornischen Grenzwerte anzupassen, überschreiten in neueren Tests in Europa immer mehr Fahrzeuge auch der neuen Euro-Norm 6 im praktischen Fahrbetrieb die einzuhaltenden Grenzwerte um das Mehrfache – so bei getesteten Fiat-, Renault- und Daimler-Benz-Fahrzeugen.

Klima 1. Februar 2016

Raus aus der Kohleverstromung!

Ein Ausstiegsszenario der Agora Energiewende
von Rolf Euler

Die Bundesregierung kann ihre klimapolitischen Ziele bis 2040, also innerhalb der nächsten 25 Jahre, nur erreichen, wenn sie aus der Stromerzeugung durch Braun- und Steinkohlekraftwerke aussteigt. Das zeigt eine kürzlich erschienene Studie des Instituts Agora in Berlin.*

Klima 1. Februar 2016

Hambacher Forst

Das Roden geht weiter – der Widerstand auch
von ah, ak

Wie von Waldschützern seit langem befürchtet und von den Behörden offiziell erlaubt, werden die Rodungen im Hambacher Forst fortgesetzt, diesmal auch südlich der ehemaligen Autobahn A4. Es sollen Schneisen entstehen, damit Grundwasserbrunnen gebaut werden können. Am 21.Januar hatten die Bauarbeiten Folgen: Bei einem von privaten Sicherheitsdiensten flankierten Versuch, Blockaden zu entfernen, kam es zu Auseinandersetzungen.

Amerika 1. Februar 2016

Flint/Michigan, USA

Verseuchtes Trinkwasser – ein Ewigkeitsproblem
von Angela Huemer

Um zu sparen holten die Bewohner von Flint, Michigan, seit April 2014 ihr Wasser aus dem gleichnamigen Fluss. Unbehandelt. Die Folge: unabsehbare Gesundheitsschäden durch Bleivergiftungen. Es lohnt sich im Detail nachzusehen, wie es zu einer solchen Verschmutzung des Trinkwassers in einem der reichsten Länder der Welt kommen konnte.

Klima 1. Januar 2016

Klimagipfel in Paris

Ein Abkommen nach den Wünschen des Kapitals
von Daniel Tanuro

Wer sich über die Klimaabkommen von Paris freut, unterstreicht vor allem, dass es das Ziel enthält, «in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen den menschengemachten Treibhausgasemissionen und deren Absorption zu erreichen».

Europa 1. Januar 2016

Ist die Klimabewegung die Zukunft des Antikapitalismus?

Eine erste politische Bilanz der Proteste gegen den UN-Klimagipfel
aus Regards.fr*

Der Ausnahmezustand hat verhindert, dass die Aktionen rund um den Klimagipfel in Paris den Massencharakter annehmen konnten, der im Vorfeld erhofft worden war. Erschwerend kam hinzu, dass das Bündnis Coalition Climat 21 uneins war, wie es darauf reagieren sollte. Dennoch haben in den beiden ersten Dezemberwochen zahlreiche Aktionen stattgefunden, an denen jeweils Tausende beteiligt waren.

Klima 1. Januar 2016

Das Flehen der Erde und das Flehen der Armen

Laudato Si – eine systemkritische Enzyklika
von Michael Löwy*

Die Umweltenzyklika von Papst Franziskus ist aus religiöser, sozialer und politischer Sicht ein Ereignis von globaler Bedeutung. Zieht man den enormen weltweiten Einfluss der Katholischen Kirche in Betracht, so ist sie ein entscheidender Beitrag zur Entwicklung eines kritischen ökologischen Bewusstseins. Von ernsthaften Verteidigern der Umwelt wurde sie mit Enthusiasmus aufgenommen, doch unter Religiös-Konservativen, Vertretern des Kapitals und Ideologen der «marktwirtschaftlichen Ökologie» sorgte sie für Ablehnung und Unruhe.

Globalisierung/Krieg 1. Dezember 2015

«Die Klimaverhandlungen sind eine Farce»

Forderung nach Strategiewechsel in der Bewegung gegen Klimawandel
Gespräch mit Pablo Solón

Seit die Vereinten Nationen im Jahr 1992 eine Klimarahmenkonvention angenommen haben, hat es zwei Klimaabkommen der Staaten gegeben, die der Konvention beigetreten sind (bis heute 146 Länder): das Kyoto-Protokoll 1997, das die Klimaziele für den Zeitraum 2008–2012 festlegte; und das Abkommen von Cancún 2010, das für den Zeitraum 2012–2020 gilt. Cancún beschloss, was in Kopenhagen 2009 gescheitert war: dass nämlich keine gemeinsamen verpflichtenden Klimaziele benannt werden, sondern die Partnerländer der Konvention jeweils freiwillige Absichtserklärungen formulieren.

Industrie 1. Dezember 2015

VW – Das Auto. Das Kapital.

Die Unmöglichkeit eines grünen Kapitalismus
von Daniel Tanuro*

«VW – Das Auto.» So lautete der arrogante Werbespruch. Ungewöhnlich bei dieser Art von Botschaft spiegelt der Punkt am Ende eine eiserne Entschlossenheit, tyrannisch und ausschließlich. Doch das Flaggschiff der Qualität «Made in Germany» wurde auf frischer Tat ertappt, und zwar gleich beim zweifachen Betrug: den Stickoxid- und den Kohlendioxidemissionen. VW verdient nun einen Ehrenplatz in der Anthologie der Beispiele für die Unmöglichkeit eines grünen Kapitalismus.

Industrie 1. Dezember 2015

Das Kartell der Autogesellschaft

Wer kauft eigentlich alle diese Autos?
von Rolf Euler

Die Aufdeckung weiterer Abgasgrenzwertüberschreitungen auch im CO2-Bereich bei VW wirft ein weiteres Licht auf das Kartell der Autolobby, das ganz sicher nicht nur bei VW funktioniert und durch seine Einflussnahme die dringend notwendige Senkung der Abgasgrenzwerte ständig negativ beeinflusst.

Industrie 1. Dezember 2015

Die Wirtschaft «dekarbonisieren» – was bedeutet das?

Unsere Produktion muss schrumpfen, will sie nachhaltig werden
von Klaus Meier

Auf dem Gipfeltreffen der G7-Staaten im Juni 2015 im bayrischen Elmau verkündeten die anwesenden Staats- und Regierungschefs eine «Dekarbonisierung der Weltwirtschaft». Kurz danach signalisierte die große Teilnahme am Klimacamp im Rheinland, dass hier Potenzial für eine neue Massenbewegung liegt. Die Mehrzahl der klimabewegten Menschen will eine Abkehr von der Kohle. Doch wirft dies neue Fragen auf. Sie müssen geklärt werden, damit die Klimabewegung erfolgreich sein kann.

Industrie 1. Dezember 2015

Herzlichen Glückwunsch, RWE!

Offener Brief an den RWE-Konzern, Essen
von Ende Gelände

Am Wochenende vom 24./25. Oktober einigte sich Bundeswirtschaftsminister Gabriel mit den Spitzen der drei Braunkohlefresser RWE, Vattenfall und Mibrag auf einen Beitrag zur Verbesserung der deutschen Klimabilanz. Die Anti-Kohle-Initiative «Ende Gelände» kommentierte die Einigung mit einem Offenen Brief.

Klima 1. Dezember 2015

Deutsche Klimaziele

dokumentiert

Die deutschen Klimaziele datieren aus dem Jahr 2007: Da beschloss die Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40% gemessen an 1990 zu reduzieren. An diesen Zielen hält sie bislang auch mit Blick auf die Klimaverhandlungen im Dezember dieses Jahres in Paris fest. Bis Ende 2014 waren jedoch erst 24% erreicht, 16% stehen noch aus. Die Bundesregierung schob deshalb vor einem Jahr ein Aktionsprogramm «Klimaschutz 2020» nach. Damit sollte die Lücke geschlossen werden.

Klima 1. November 2015

Warum sollen wir nach Paris fahren?

Ein Einblick in die Entwicklung der Bewegung gegen den Klimawandel
Gespräch mit Julien Rivoire (Koalition Klima21)

Vom 30.November bis zum 11.Dezember findet auf dem alten Flughafengelände von Paris, Le Bourget, die 21.UN-Klimakonferenz statt. Das Ergebnis verspricht auch diesmal, kümmerlich auszufallen. Doch die Gegenmobilisierungen der Klimaaktivisten kündigen sich so gewaltig an, dass das Datum verspricht, in die Geschichte einzugehen. 500.000 Teilnehmende erwarten die Organisatoren, das französische Bündnis coalitionclimat21 («Koalition Klima21»), in den beiden ersten Dezemberwochen – es wäre die größte Mobilisierung, die Frankreich je gesehen hat.

Nur Online 30. Oktober 2015

Klimaproteste in Paris/Frankreich/überall im Überblick

Plan für die Klimaaktionen vom 28.11.–12.12.2015

Es gibt vier Schwerpunkte der Mobilisierung in den zwei Wochen:

Bewegung 1. September 2015

Protest im Tagebau Garzweiler

Über tausend Menschen gegen Kohle
von Jan Schiffer

Seit Jahren gibt es im Rheinischen Braunkohlerevier Proteste gegen den Konzern RWE. Doch während sie bisher immer in recht kleinem Rahmen stattfanden und größtenteils einen appellativen Charakter hatten, hat sich das diesen Sommer entgültig geändert: Am 15.August blockierten etwa 1300 Menschen bei der Massenaktion zivilen Ungehorsams «Ende Gelände» die Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler. Parallel dazu drückten über 800 Personen auf der Demonstration «Kohleausstieg jetzt!» ihre Solidarität mit den Protesten aus.

Bewegung 1. September 2015

Ende Gelände

Eindrücke von einer sehr erfolgreichen Aktion
von Jonas (IL Berlin)

Was in diesem Jahr im Rheinland passiert ist, hatte für mich in vielerlei Hinsicht eine neue Dimension. Klar, es waren viel mehr Leute als die Jahre davor, aber auch einige andere Punkte waren ziemlich spannend.

Bewegung 1. September 2015

«Es tönen die Lieder, wir kommen bald wieder»

Erfolgreiche Besetzung auch im Tagebau Hambacher Forst
dokumentiert

Nur eine Woche nach der erfolgreichen Besetzungsaktion der Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler wurde am 22.August im Hambacher Forst, der für die Erweiterung des Braunkohleabbaus platt gemacht werden soll, das Hauptförderband besetzt, es musste gestoppt werden.
Der Hambacher Forst gehört ebenfalls zum Rheinischen Braunkohlerevier und liegt gegenüber vom Tagebau Garzweiler.

Nur Online 20. August 2015

Garzweiler – keine Deeskalationsstrategie

Enge Zusammenarbeit von RWE und Polizei

von Jürgen Döschner

Die Mobilisierung „Ende Gelände“ im rheinischen Braunkohlerevier war ein Erfolg. Die Bewegung gegen die Verursacher des Klimawandels wird Jahr für Jahr stärker. In unserer nächsten Printausgabe Anfang September erscheinen Beiträge dazu. Im Folgenden dokumentieren wir einen Beitrag zum Vorgehen von Polizei und RWE-Sicherheitsdienst gegen die Protestierenden.

Klima 1. Juli 2015

Kampf ums Klima – Verkappte Blockade

G7-Staaten nehmen sich auch beim Klima das Recht des Stärkeren heraus
von Wolfgang Pomrehn

Große Worte, hehre Versprechen. Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten haben auf ihrem 360-Millionen-Euro-Gipfel angekündigt, sie wollen die Wirtschaft «dekarbonisieren», also so umstellen, dass keine Treibhausgase mehr in der Atmosphäre angereichert werden.

Klima 1. Juli 2015

Die Kohle muss im Boden bleiben

Das begrenzte Kohlenstoffbudget und die Divestmentkampagne
von Klaus Meier

Im Jahr 2009 veröffentlichte eine Gruppe von renommierten Klimawissenschaftlern, darunter Malte Meinshausen vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), in der Zeitschrift Nature eine Untersuchung über das globale Kohlenstoffbudget. Sie kam zur Schlussfolgerung, dass die Kohlendioxidmenge, die von der Menschheit freigesetzt werden darf, bis 2050 maximal 2900 Milliarden Tonnen umfassen darf. Andernfalls würde sich die Erde um mehr als 2°C aufheizen.

Klima 1. Juli 2015

Was ist Ökosozialismus?

Was der soziale Kampf mit dem Kampf gegen den Klimawandel zu tun hat
von Daniel Tanuro

Dass die ökologische und die soziale Frage zusammengedacht werden müssen, diese Einsicht gewinnt an Boden, und zwar umso mehr, je konkreter die Auseinandersetzung um die Energiewende wird. Das ist aber leichter gesagt als getan: Im Fokus der Gewerkschaften steht der ökosoziale Umbau bislang nicht, eher sind sie noch auf Verteidigung bestehender Profitmodelle gepolt und bereiten sich wenig auf den unvermeidlichen Strukturwandel vor. Auf der Seite der Klimaschützer geraten deshalb als soziale Akteure auch eher die Bevölkerungen des Südens mit ihrer Forderung nach Klimagerechtigkeit in den Blick.

Gewerkschaften 1. Juni 2015

«Blackout» oder Energiewende mit RWE?

Braunkohlekonzerne machen mobil – und schicken die Gewerkschaften vor
von Rolf Euler

Im April fanden mehrere energiepolitisch wichtige Ereignisse statt. Das waren zum einen die Hauptversammlungen der großen Energiekonzerne E.on und RWE, da waren zum anderen zwei Demonstrationen: im rheinischen Braunkohlerevier gegen die weitere Nutzung der Braunkohle die eine, in Berlin für die weitere Nutzung der Braunkohle die andere.

Bewegung 1. Mai 2015

Früher Atomfilz – heute Kohlefilz

Gewerkschaftsführer für Braunkohle

von Manuel Kellner

Man glaubt, man ist im falschen Film. Für den 25.April rief die IG Bergbau-Chemie-Energie (BCE) zu einer Demonstration «Gegen den sozialen Blackout ganzer Regionen» in Berlin auf. «100.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Nicht mit uns.»

Gemeingüter 1. April 2015

Kampf ums Klima

Angriff auf die Braunkohle richtiger Ansatz

Gespräch mit Tadzio Müller

In Köln findet vom 10. bis 12.April die eine internationale Aktionskonferenz «Kampf ums Klima» statt.* Sie will den Fokus der Umweltbewegung auf den Kampf für den Ausstieg aus der Kohle, vor allem aus der Braunkohle, lenken.

Gemeingüter 1. April 2015

Energiewende muss sozial werden

Alternativen zum derzeitigen Chaos

von Michael Aggelidis*

Die Energiewende ist in großer Gefahr, weil die vier großen Energiekonzerne sie um jeden Preis stoppen wollen.

Angeblich wollen RWE, E.on, Vattenfall und EnBW aus den fossilen Energien aussteigen.

Klima 1. April 2015

Lieber Kohle als Windkraft

In NRW kommt der Klimaschutz unter die Räder

von Heidemarie Behrens

Seit fünf Jahren regiert in Nordrhein-Westfalen Rot/Grün, seit drei Jahren mit eigener absoluter Mehrheit. Was hat diese Mehrheit NRW bisher gebracht?

Gemeingüter 1. April 2015

Das Erneuerbare Energien Gesetz

Das EEG: Eine kleine Geschichte

vom isw-report

Wieso wird der Strom immer teurer, obwohl die erneuerbaren Energien den Strompreis an der Leipziger Börse manchmal unter Null drücken? Die Antwort auf diesen Widersinn findet sich in der Neuordnung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

AKW 1. April 2015

Die CSU und die Energiewende

Onshore oder Offshore?

von Paul B. Kleiser

Man könnte die Bocksprünge, die der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer immer wieder vollführt und mit denen er die Große Koalition in Berlin ein ums andere Mal in die Bredouille bringt, mit seiner unsteten Natur in Verbindung bringen. Tatsächlich verbergen sich dahinter eine Reihe von Schwierigkeiten und Widersprüche der «Energiewende», die teilweise in Bayern besonders ausgeprägt sind.

Klima 1. April 2015

Kapitalismus vs. Klima

Naomi Klein spürt Alternativen nach*

von Gerhard Klas

Der Umstieg auf eine klimaneutrale Produktions- und Lebensweise ist machbar. Dies aufzuzeigen ist das Anliegen des neues Buches von Naomi Klein.

Gewerkschaften 1. Januar 2015

DGB im Schlepptau…

… der Energiewirtschaft

von Rolf Euler

Der DGB sammelt Unterschriften «für bezahlbaren Strom und gute Arbeitsplätze» (www.igbce.de/themen/energie/unterschriftenaktion). Ein erfreuliches Anliegen? Es scheint eher, als ob hier Lobbyarbeit für die Braunkohleindustrie betrieben wird, für RWE, Vattenfall und die von ihnen abhängigen Industrien.

AKW 1. Januar 2015

E.on baut um

Keine falschen Hoffnungen

von Rolf Euler

Die Überraschung schien E.on gelungen: Als die ersten Meldungen über einen Strategiewandel des Energiekonzerns herauskamen, klangen sie wie ein Ausstieg aus der «schmutzigen» Stromproduktion und eine Wende hin zu den erneuerbaren Energien. Das sollte sich schnell als vage Hoffnung herausstellen.

Klima 1. Januar 2015

Kein Prima Klima in Lima

Enttäuschender Kompromiss

von Angela Klein

«In Lima sollten die Fundamente für den Weltklimavertrag von Paris 2015 gelegt werden, doch es wurde nicht einmal die Baugrube fertig gestellt», sagt Martin Kaiser, Leiter des internationalen Klimateams von Greenpeace. «Der mühsam errungene Kompromiss ist enttäuschend, denn er verschiebt die wichtigsten Streitpunkte auf nächstes Jahr, statt erste Lösungen zu beschließen.»

Bewegung 1. Januar 2015

Privatpolizei knüppelt RWE Weg frei

Besetzung und Widerstand im Hambacher Forst

von Angela Klein

Seit dem 14.April 2012 ist der Hambacher Forst vor den Toren von Köln von Gegnern des Braunkohletagebaus besetzt; mehrfach wurde er mit Gewalt geräumt und anschließend wieder besetzt. Der auftraggebende Energiekonzern RWE greift dabei zu Methoden am Rande der Legalität.

Klima 1. Januar 2015

Maßlose Rohstoffausbeutung

 

Die drohende Verknappung und die ökologischen Folgen

von Klaus Meier

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Imperativ bei der Energiegewinnung. Nachhaltigkeit ist im Umgang mit allen, vor allem den nicht nachwachsenden, Rohstoffen gefordert. Das kapitalistische Wirtschaftssystem tut aber das Gegenteil: Immer mehr Waren, die sich immer schneller verschleißen, fressen unwiederbringlich immer größere Ressourcenmengen.

Klima 1. Januar 2015

Ökosozialistische Kreislaufwirtschaf

Wie kann sie funktionieren?

von Klaus Meier

Die Zerstörungen, die die kapitalistische Produktionsweise anrichtet, ist heute von lokalen auf globale Dimensionen angewachsen. Es werden zu viele Waren in zu kurzer Zeit in Umlauf gebracht, zu viele Rohstoffe verbraucht, zu viel Müll und zu viele Gifte produziert. Unser begrenzter Planet wird von den damit verbundenen Stoffströmen zunehmend überfordert.

Amerika 1. Dezember 2014

400000 in New York für Ausstieg aus Kohle und Öl

Neuer Schwung in der Bewegung für Klimagerechtigkeit

von Patrick Bond

«Nicht auf dem Planeten Erde!» Die Bewegung für Klimagerechtigkeit hat die Beschränkung auf Umweltfragen überwunden und ist auf dem Weg zu einer globalen Bewegung, die die von fossilen Brennstoffen getriebene Produktion mit all ihren Folgeerscheinungen – Armut, Exportwirtschaft, Migration, Artensterben – grundsätzlich in Frage stellt. Patrick Bond hat an der Demonstration in New York teilgenommen und seine Eindrücke in einem Artikel für den venezolanischen Sender TeleSur festgehalten.

Klima 1. Dezember 2014

Der Fünfte Bericht des Weltklimarats schlägt Alarm

Hauptverursacher des Klimawandels:
fossile Brennstoffe und industrielle Fertigung

von Daniel Tanuro

Die Expertengruppe des Weltklimarats IPCC hat gerade ihren zusammenfassenden Fünften Bericht sowie eine kürzere Fassung für die politischen Entscheider veröffentlicht.* Die Diagnose überrascht nicht: Die Erwärmung der Erdatmosphäre geht weiter und ist hauptsächlich auf die Verbrennung der fossilen Brennstoffe zurückzuführen.

Bewegung 1. Dezember 2014

Widerstand gegen Braunkohle im Rheinland

Bewegung gegen die Dreckschleudern trotzt einem Goliath

von Alfred Emilio Weinberg

Die Region um Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen ist ein Katastrophengebiet wie das Wendland, das «Atom-Müll-Land». Sie ist im Begriff, auch Kristallisationspunkt des Widerstands zu werden – hier gegen die zerstörerische Braunkohle.

Klima 1. November 2014

Bei der Fernwärme will Vattenfall in Hamburg nicht loslassen

Zwischenbilanz des Volksentscheids «Hamburgs Netze»

von Gaston Kirsche

Vor einem Jahr fand in Hamburg ein erfolgreicher Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze statt.

Parallel zur Bundestagswahl wurde am 22.September 2013 abgestimmt. Die Beteiligung war entsprechend hoch, eine knappe, aber eindeutige Mehrheit von 50,9% stimmte für die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze: Die Stadt solle das Gas- und das Stromnetz sowie die Fernwärmeversorgung wieder zu 100% von den beiden Konzernen Vattenfall und E.on in die Öffentliche Hand holen.

Gemeingüter 14. Juni 2014

Gabriel macht Energiepolitik für die Konzerne

EEG-Novelle bestraft Verbraucher und schwächt Energiegenossenschaften

von Wolfgang Pomrehn

Es war durchaus eine bunte und lebhafte Demonstration, die da am 10.Mai vom Berliner Hauptbahnhof an Kanzleramt, Bundestag und Brandenburger Tor vorbei zur CDU-Bundeszentrale zog. Sie war laut, und es waren Menschen aller Altersgruppen dabei. Aber es waren zu wenig.

Nur 12000 Menschen hatten sich aus allen Ecken der Republik auf den Weg gemacht, um für die Verteidigung der Energiewende zu demonstrieren. Ihr Anliegen: Die zwei Tage zuvor erstmals im Parlament debattierte Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu Fall zu bringen.

Gemeingüter 2. Juni 2014

Gabriel macht Energiepolitik für die Konzerne

EEG-Novelle bestraft Verbraucher und schwächt Energiegenossenschaften

von Wolfgang Pomrehn

Es war durchaus eine bunte und lebhafte Demonstration, die da am 10.Mai vom Berliner Hauptbahnhof an Kanzleramt, Bundestag und Brandenburger Tor vorbei zur CDU-Bundeszentrale zog. Sie war laut, und es waren Menschen aller Altersgruppen dabei. Aber es waren zu wenig.

Das Geschäft mit der Erderwärmung…

…und das ökosozialistische Ei des Kolumbus

von Daniel Tanuro

Alle Parteien haben den Kampf gegen den Klimawandel in ihre Programme aufgenommen. Doch die Erwärmung der Erdatmosphäre nimmt immer schneller zu. In den 90er Jahren erwärmte die Atmosphäre sich noch um 1% jährlich, im darauffolgenden Jahrzehnt beschleunigte sich der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bereits auf 3%. Derzeit schwankt er um einen Wert von 2%, trotz der wirtschaftlichen Flaute.

Klima 21. Dezember 2013

Im Wettbewerb der Konzerne gehen die Klimaziele unter

Fossile und nukleare Energie noch immer subventioniert

von Daniel Tanuro

Am 7.11. pilgerten Hannelore Kraft und Peter Altmaier, Gesprächspartner in der Arbeitsgruppe Energie der großen Koalition, nach Brüssel, um die EEG-Rabatte für Großverbraucher gegen EU-Kommissar Joaquín Almunia zu verteidigen, der darin eine Wettbewerbsverzerrung sieht.Sie betraten ausgetretene Pfade: vor ihnen hatten Größere bei der EU-Kommission antichambriert.

Asien/Australien 21. Dezember 2013

Soforthilfe für Opfer der Katastrophe auf den Pilippinen

Dringender Aufruf für Spenden

von Pierre Rousset

Der Verein Europe Solidaire sans frontières (ESSF, Solidarisches Europa ohne Grenzen) ruft dringend zu Spenden auf. Pierre Rousset schreibt dazu auf www.europe-solidaire.org:

Asien/Australien 21. Dezember 2013

Verantwortungslosigkeit und Korruption – nicht nur auf den Philippinen

Zwei Augen hat der Taifun

von Angela Klein

Soviel Zynismus ist kaum zu überbieten: Während in Warschau die geballte Macht der Energiekonzerne darauf drängt, noch mehr Erdöl und Erdgas unter noch zerstörerischen Bedingungen zu fördern und noch mehr Kohle abbauen zu können, hat der Taifun Haiyan auf den Philippinen schätzungsweise eine halbe Million Menschen obdachlos gemacht, ihre Dörfer und Städte vollkommen zerstört; die Zahl der Todesopfer wird in die zehntausende gehen.

Klima 21. Dezember 2013

«Es braucht einen Anreiz, kleine Benziner mit wenig CO2-Ausstoß zu fahren»

 

Anja Smetanin vom ökologischen Verkehrsclub VCD nimmt Stellung zur Pkw-Maut

Kommt sie, kommt sie nicht? Deutschland gehört zu den acht EU-Staaten, in denen es noch keine Pkw-Maut gibt, ähnlich dicht besiedelt sind davon nur die Benelux-Staaten. Horst Seehofers Vorschlag, sie nur für Ausländer zu erheben und Inländer nicht damit zu belasten, ist nicht praktikabel. Es erhebt sich dann die Frage, ob an dieser Schraube dennoch weiter gedreht wird.

Wie steht ein ökologischer Verkehrsclub grundsätzlich zur Pkw-Maut? Welche Vorschläge macht er, um die ökologischen Belastungen durch den Pkw-Verkehr abzubauen und wie kann dies sozialverträglich geschehen?

Die SoZ sprach darüber mit ANJA SMETANIN, der Pressesprecherin des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

Klima 1. November 2013

Immer schneller kaputt, immer weniger reparierbar

Die Kurzlebigkeit der Waren belastet Geldbeutel und Umwelt
von Kai Hasse

Die kapitalistische Welt ist ein Tollhaus: Es werden immer mehr Waren produziert, einzelne Metalle werden bereits knapp, gleichzeitig werden immer mehr Produkte immer schneller weggeworfen. 2012 fielen weltweit 41,5 Millionen Tonnen Elektroschott an, laut einer Marktstudie wird er sich schon 2016 auf 93,5 Millionen Tonnen verdoppelt haben. In erheblichem Maße trägt dazu bei, dass die Lebensdauer der Produkte immer kurzlebiger wird. Man spricht von Obsoleszenz.

Klima 1. November 2013

Greenpeace: In Haft wegen «Piraterie»

Arktis gefährdet durch Ölförderung und Rohstoffsuche
von Rolf Euler

Am 17.Oktober protestierten erneut tausende Menschen weltweit gegen die Inhaftierung von dreißig Greenpeace-Aktivisten in Russland. Die Lage für die Inhaftierten ist bedrohlich. Die Greenpeace-Aktivisten hatten am 18.September an der Priraslomnaja-Plattform gegen Ölbohrungen des russischen Konzerns Gazprom in der Arktis protestiert.

Klima 1. Oktober 2013

EU-Streit um deutsche Spritschlucker

Bringen neue Grenzwerte für Abgase die Lösung?
von Kai Hasse

Während der Sommer 2013 strahlenden Sonnenschein bescherte, zeigten sich für die deutschen „Premium“-Automobil-Hersteller dunkle Wolken am Horizont: Vertreter von EU-Staaten, das Europaparlament und die EU-Kommission haben sich im Juni auf einen neuen Abgasgrenzwert von 95 g CO2/km ab 2020 geeinigt. Das entspricht einem Verbrauch von 4,1 l Benzin bzw. 3,6 l Diesel.

Buch 1. Oktober 2013

Haben wir ein Umweltproblem, weil es zuviele Menschen gibt?

Stephen Emmott, Zehn Milliarden. Berlin 2013: Suhrkamp Verlag, 206 Seiten, 14,95 Euro. Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger.
von Gerhard Klas

Seit dem spektakulären Scheitern des Weltklimagipfels Dezember 2009 in Kopenhagen ist das Thema Erderwärmung in der veröffentlichten Meinung zunehmend in den Hintergrund gerückt. Mit der Veröffentlichung des neuesten Berichts des Weltklimarates unter dem indischen Direktor Rajendra Pachauri Ende September ist die Aufmerksamkeit wieder etwas gestiegen.