Deutsche Traditionen
Deutsche Bank sperrt VVN-BdA die Konten
von Wolfgang Pomrehn
Deutschland im Jahre 2026: Die Deutsche Bank kündigt Berliner Gliederungen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten die Konten. Andere Banken verfahren ähnlich, meist ohne Angabe von Gründen. So etwa die deutsche Skatbank in Leipzig, eine Tochter der Raiffeisenbank. Die Berliner Sparkasse war erst nach einigem politischen Druck bereit, den Berliner VVN-BdA-Gliederungen Konten zu eröffnen. Zuvor waren schon, wie berichtet, andere linke Organisationen von Kontokündigungen betroffen.
Wohin steuert der globale Kapitalismus?
Die kapitalistische Globalisierung ist nicht am Ende und die Lage mit der vor dem Ersten Weltkrieg nicht vergleichbar
Angela Klein im Gespräch mit Thomas Sablowski
Thomas Sablowski forscht und publiziert zu politischer Ökonomie, marxistischer Klassenanalyse und Regulationstheorie. Bis 2025 war er Referent für politische Ökonomie der Globalisierung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Wie sich die Struktur der Ölwirtschaft geändert hat
›Wir erleben die Folgen der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen‹
von Adam Hanieh
Die Energiemärkte sind in Aufruhr. Am 12.März stieg der Preis für Brent-Rohöl auf über 100 US-Dollar und lag damit nur geringfügig unter dem Höchststand von 119 US-Dollar pro Barrel drei Tage zuvor.
Diese Schwankungen haben die Aufmerksamkeit auf wichtige Energieengpässe wie die Straße von Hormus gelenkt, durch die täglich etwa ein Fünftel des weltweit verschifften Öls und Flüssigerdgases (LNG) fließt. Die Sperrung dieser Meerenge wird sich in den kommenden Monaten im Alltag der Menschen bemerkbar machen, insbesondere in Form von explodierenden Haushaltsrechnungen. Doch die Ölpreise allein geben nicht die volle wirtschaftliche Bedeutung des Konflikts wieder.
Die Wirtschaft muss den Menschen dienen, nicht andersherum
Wirtschaft 21 und System Delta – ein neuer Versuch für eine Alternative
von Marina Hoffmann
Martin Oetting heißt ein Mann, der zwanzig Jahre lang in der Werbeindustrie gearbeitet hat. Für große Konsumgüterhersteller wie Unilever organisierte die Firma, für die er arbeitete, Word-to-mouth-Marketing beziehungsweise Mundpropaganda. Dabei bekamen Menschen Produkte zugesandt, um diese im Bekanntenkreis anzupreisen und damit die Verkaufszahlen zu steigern.
Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil X)
Neoliberalismus: Markt gegen Sozialismus
von Ingo Schmidt
Nach dem Zweiten Weltkrieg war in konservativ-liberalen Kreisen die Ansicht verbreitet, der Marsch in den Sozialismus lasse sich vielleicht verlangsamen, aber nicht aufhalten. Der Sozialismus war, obwohl gespalten in Kommunisten im Osten, Sozialdemokraten im Westen und nationale Befreiungsbewegungen im Süden, zu einer realen Kraft geworden.
De-Banking: Vorauseilender Gehorsam
von Michael Findeisen
Die GLS-Bank kündigt Konten linker Organisationen, erntet einen Shitstorm und hat nun als »alternative« Bank ein Reputationsproblem
Die KI im Finanzsektor
Hohe Erwartungen, noch höhere Befürchtungen
von David Stein
Künstliche Intelligenz (KI) als Produktionsmittel im digitalen Kapitalismus hat einen signifikanten Einfluss auf die unterschiedlichsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche – darunter auch auf den Finanzsektor.
Lithium
Ein Leichtmetall als geopolitischer Zankapfel
von Matthias Becker
Lithium wird oft als »weißes Gold« bezeichnet – wegen seiner Farbe und wegen seines Werts. Das chemische Element kann auf engem Raum große Mengen Energie speichern. Daher eignet es sich um Batterien herzustellen, die bekanntlich in immer mehr Fahrzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen stecken – vom Smartphone bis zum E-Bike. Der sogenannte »wirtschaftsstrategische Rohstoff« führt zu scharfen Konflikten zwischen den Weltmächten – wobei der Frontverlauf oft verwirrend und uneindeutig ist, so wie im Fall von Serbien.
Macron, Merz & Starmer
Die Nachhut der liberalen Demokratie
von Ingo Schmidt
Weite Teile der Welt werden von Autokraten regiert. Putin ist der Schlimmste von allen, Xi nicht viel besser und sogar Amerika, der Hort der Freiheit, ist in die Hände eines Möchtegernkönigs gefallen. Nur das von unbeugsamen Demokraten bewohnte Europa leistet der Autokratie Widerstand. Angeführt von den Staats- bzw. Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.
unserlidl.de – Für die Vergesellschaftung des Einzelhandels
Die Kampagne unserlidl kontra Dieter Schwarz
von Hanna Fuhrbach
Gegen private Städte, Supermarktimperien und Über-Reiche kämpft die Kampagne unserlidl für Lebensmittel für alle statt Profite für einige wenige.
Mercosur-Abkommen
Ein Segen? Für wen?
Gespräch mit Antônio Andrioli
Die EU hat mit den Mercosur-Staaten – Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolivien – ein Freihandelsabkommen beschlossen. Es ist noch nicht in Kraft getreten, da es von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sagte bei einem Staatsbesuch in Frankreich Anfang Juni, das Abkommen sei die beste Antwort auf die unsichere Lage, die durch die Rückkehr zum Unilateralismus und Zollprotektionismus entstanden sei. Es verspricht der EU Zugang zu wichtigen Rohstoffen und Absatzmärkte für europäische Produkte.
Die langen Wellen des Imperialismus und der Theorieproduktion
Mandels revolutionärer Optimismus scheint aus der Zeit gefallen zu sein
von Ingo Schmidt
Vor 30 Jahren starb Ernest Mandel. Aus der Zeit gefallen. Umgeben von linker Melancholie behielt er seinen revolutionären Optimismus bis an sein Lebensende bei. Dabei waren es in der Zeit die Liberalen, die Grund zum Optimismus hatten. Mit der am 1. Januar 1995, ein halbes Jahr vor Mandels Tod, gegründeten Welthandelsorganisation (WTO) nahm ihr Traum eine institutionelle Form an, die heute, 30 Jahre später, zum Symbol des Scheiterns geworden ist.