Buch 22. Mai 2026

Ernährungsdemokratie

Die Konzernmacht der Agrar- und Lebensmittelindustrie und Alternativen
von Volker Brauch

Konzernatlas. ­Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2026
Kostenfrei zu beziehen über die Heinrich-Böll-Stiftung, www.boell.de/konzernatlas

Landwirtschaft 1. Mai 2026

Landwirtschaft: Ausbeutung & Selbstausbeutung

›Wir brauchen kostendeckende Preise‹
Gerhard Klas im Gespräch mit Xenia Brand (AbL)

Etwa 900.000 Menschen arbeiten hierzulande noch in der Landwirtschaft. Mit dem Beginn der Erntesaison stehen auch immer wieder ihre Arbeitsbedingungen in den 255.000 Betrieben im Fokus, die es noch in Deutschland gibt, Tendenz sinkend. Regelmäßig Schlagzeilen macht vor allem die Situation der mehr als 240.000 Erntehelfer:innen, die jedes Jahr nach Deutschland kommen. Etwa ebensoviele Dauerangestellte gibt es auf den Höfen. Die größte Gruppe stellen die etwa 400.000 sogenannten »Familienarbeitskräfte«.

Geschichte 1. April 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 13

…die Enkel fechten’s besser aus
von Angela Klein

Im Vorwort zu seiner Arbeit über den »deutschen Bauernkrieg« hebt Friedrich Engels die Leistungen hervor, die die »Bauern und Plebejer« damals erbracht haben: dass sie »mit Ideen und Plänen schwanger gingen, vor denen ihre Nachkommen oft genug zurückschaudern«.
Einige dieser Pläne haben wir im Rahmen dieser Serie vorgestellt, andere wären noch zu nennen. Manche, die besonders weit vorgriffen in der gedanklichen Umgestaltung der Gesellschaft, waren das Werk einzelner Bauernführer, die ihre Vorstellungen zwar zu Papier brachten, aber den Bauernversammlungen gar nicht zur Annahme als Programm vorlegten, ganz zu schweigen von den kommunistischen Vorstellungen eines Thomas Müntzer, der jedoch in der Tradition der mittelalterlichen Ketzerbewegung steht und insofern aus der Reihe fällt.

Geschichte 1. März 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 12

Die Bauernrepublik
von Angela Klein

Die politisch fortgeschrittenste Bewegung spielte sich wohl in Tirol ab. Hier entzündete sich Anfang Mai 1525 ein erster Funke im Bistum Brixen.
Am Eingang zum Pustertal, lag die Bischofsstadt an der wichtigsten Handelsstraße nach Italien und war reich durch verschiedene Zolleinnahmen und durch Silberbergwerke.

Geschichte 1. Februar 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 11

Die Christliche Vereinigung
von Angela Klein

Die zwölf Artikel von Memmingen geben nur unvollständig die Vorstellungen wieder, die in der Bauernschaft gärten. Daneben hatten die in Memmingen zusammengetroffenen Haufen auch eine Bundesordnung beschlossen, die zum Teil ihre eigene Zusammenarbeit regeln sollte, dann aber auch darüber hinausgriff und Veränderungen in der Repräsentation und die Stellung der Bauernschaft im öffentlichen Leben der Zeit betrafen.

Geschichte 1. Januar 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 10

Die Zwölf Artikel von Memmingen
von Angela Klein

Das Jahr 1524 war ein Jahr der Gärung. Die Reformation hatte deutliche Spuren im Bewusstsein der aufständischen Städte und Bauern hinterlassen. Die freie Wahl der Pfarrer und die Abschaffung des Zehnten waren jetzt fester Bestandteil der Forderungen.

Buch 1. Dezember 2025

Der Bauernaufstand 1525

…erzählt mit Zeichnungen und Sprechblasen
von Nele Johannsen

Giulio Camagni: 1525. Der Aufstand. Wien: Bahoe, 2024. 128 S., 28 Euro

Auch dieses Buch ist etwas für den Gabentisch – ansprechend illustriert und leicht verständlich erzählt, bringt es den Bauernkrieg auch Menschen ohne Vorkenntnisse näher.

Geschichte 1. Dezember 2025

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 9

Das Reich Gottes
von Angela Klein

Der Rückgriff auf das Evangelium war damals allen gemeinsam, die gegen die Präpotenz der Kirche und der Landesfürsten aufbegehrten: Bauern, Städtern, Handwerkern, Kaufleuten, Gesellen und Tagelöhnern – und den Reformatoren der verschiedenen Richtungen, die mit ihren unterschiedlichen Akzenten unterschiedliche Klasseninteressen zum Ausdruck brachten.

Geschichte 1. November 2025

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 8

Das göttliche Recht
von Angela Klein

Im Jahr 1476 macht eine Schrift namens Reformatio Sigismundi die Runde. Sie war in deutscher Sprache verfasst und griff die Reformvorschläge auf, die auf Betreiben des Kaisers Sigismund auf dem Konzil von Basel 1431–1449 verhandelt worden waren.

Landwirtschaft 1. Oktober 2025

Alternativen für die Agrarproduktion

Wie Landwirtschaft ökologisch nachhaltig und solidarisch werden kann
von Matthias Becker

Landwirtschaft bedeutet: sich Sorgen machen. Kommt genug Regen? Genug Sonne? Wie wird das Erntewetter? Wegen der klimatischen Veränderungen wird der Anbau immer mehr zu einer Zitterpartie.

Aufmacher 1 1. Oktober 2025

Landwirtschaft als öffentlicher Dienst

Bäuerliche Kleinwirtschaft hat nicht wirklich eine Zukunft
von Meinhard Creydt


„Solidarische Landwirtschaft“ wird derzeit neu diskutiert: Könnten
Äcker als öffentliches Gut und Feldarbeit als öffentlicher Dienst der Umweltzerstörung einen Riegel vorschieben und ausreichend gute Ernährung für alle sicherstellen? Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebseinkommen wird heute durch staatliche Subventionen finanziert. Öffentliche Kassen sind es auch, die die Kosten für die Beseitigung der ökologischen Folgeschäden der konventionellen Landwirtschaft übernehmen.

Landwirtschaft 1. Oktober 2025

„Unser Ziel ist es, die Entfremdung aufzuheben“

Probleme und Zukunft der solidarischen Landwirtschaft
Gespräch mit Karl Giesecke

Karl Giesecke ist Soziologe, Gärtner und Aktivist der solidarischen Landwirtschaft der ersten Stunde. Er arbeitet für den Verein Allmende Taucha, der Bildungsarbeit, Forschung und Vernetzung alternativer Formen von Landwirtschaft betreibt. Das Interview führte Matthias Becker.

Geschichte 1. Oktober 2025

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 7

Das alte Recht
von Angela Klein

Der Rechtsboden, auf dem die Bauern in Deutschland bislang gestanden hatten, war ein Gewohnheitsrecht, von den Vorfahren überliefert. Es wurzelte in der germanischen Rechtsauffassung, wonach das Recht ein Stück der Weltordnung war, von Gott oder den Göttern geschaffen und darum unerschütterlich. Das Recht stand auch über dem Staat. Kein König und kein Fürst konnte neues Recht schaffen. Das von Alters her gegebene Recht konnte nur vom gemeinsamen Prozess von Kläger und Beklagtem »gefunden« werden.

Handel/Banken 1. September 2025

Mercosur-Abkommen

Ein Segen? Für wen?
Gespräch mit Antônio Andrioli

Die EU hat mit den Mercosur-Staaten – Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolivien – ein Freihandelsabkommen beschlossen. Es ist noch nicht in Kraft getreten, da es von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sagte bei einem Staatsbesuch in Frankreich Anfang Juni, das Abkommen sei die beste Antwort auf die unsichere Lage, die durch die Rückkehr zum Unilateralismus und Zollprotektionismus entstanden sei. Es verspricht der EU Zugang zu wichtigen Rohstoffen und Absatzmärkte für europäische Produkte.

Landwirtschaft 1. Juni 2025

Gemüse in Gefahr

Eine neue Bedrohung für Kartoffeln und Rüben
von Matthias Becker

Die Erzeuger von Zuckerrüben und Kartoffeln fürchten sich vor einem neuen Schädling: Die Schilf-Glasflügelzikade profitiert von den klimatischen und ökologischen Veränderungen, aber auch von den hausgemachten Problemen der kapitalistischen Landwirtschaft.

Geschichte 1. Mai 2025

Der Bundschuh

Historische Bewegung mit antifeudalen Forderungen
dokumentiert

Ein halbes Jahr nach der Niederschlagung des Kemptner Aufstands 1493 wurde nördlich von Schlettstadt im Elsass eine Verschwörung unter dem Zeichen des Bundschuhs aufgedeckt.
Der Bundschuh war die Fußbekleidung des armen Mannes; durch seine langen Riemen wurde er zum Symbol des Zusammenschnürens und Verbindens. Erstmals hatten sich Bauern 1439 unter diesem Zeichen erhoben.

Geschichte 1. April 2025

Der deutsche Bauernkrieg II

Der Pfaffenhass

Zwei Jahre nach dem Aufstandsversuch in Niklashausen erhoben sich die Bauern in der Obersteiermark und kurz danach in Kärnten. Ihre Forderungen beschränkten sich auf die Ablehnung der zusätzlichen Lasten, die ihnen mit dem Einzug der Geldwirtschaft aufgebürdet wurden. Zusätzlich hatten sie unter wiederholten Türkeneinfällen zu leiden.

Geschichte 1. März 2025

500 Jahre Bauernkrieg

Der Pfeifer von Niklashausen
von Angela Klein

Zeitig im Frühjahr 1476 liefen Zehntausende »Handwerksknecht aus den Werkstätten, die Baurenknechte von dem Pflug und die Grasemägde mit ihren Sicheln und Stümpfen, ohne allen Uhrlaub ihrer Meister und Obrigkeit dahin, liessen liegen Werkzeug, Pflüge, Kötzen und anders, und reiseten in den Kleidern, darinnen sie diese Tobesucht begriffe, gen Niclashausen. Der mehrere Teil aus ihnen hatte keine Zehrung, die aber, zu denen sie auf dem Wege einkehrten, versahen sie mit Essen und Trinken. Und war der Gruß unter ihnen nicht anders, denn Bruder und Schwester.«

Buch 1. Februar 2025

Der Bauernkrieg in Lindau

Broschüre über die Erhebung der Bauern am Bodensee und im Allgäu
von ak

Karl Schweizer, Johannes C. Wolfart: Der Bauernkrieg 1525/26 in Stadt und Landkreis Lindau. Lindau: Edition Inseltor, 2024. 118 S., 19 Euro
www.edition-inseltor-lindau.de

Geschichte 1. Februar 2025

Vor 500 Jahren

Der deutsche Bauernkrieg
von Jürgen Bönig

Im Februar 1525 formulierten Bauern im oberschwäbischen Memmingen Zwölf Artikel der Bauernschaft, sie benannten die Gründe für ihren im Frühjahr folgenden Aufstand. Sie legten damit den Grundstein für die erste große Revolution in der modernen Geschichte, die sich in deutschen Landen, der Schweiz und Österreich ausbreitete; sie hatte Vorläufer in den Niederlanden, Ungarn und Slowenien gehabt.

Landwirtschaft 1. November 2024

Rettet den Boden vor den Konzernen

Vergesellschaftung auf dem Acker und in der Tierindustrie
von Paula Breitenbach

Die Landwirtschaft trägt erheblich zum Biodiversitätsverlust und zur Klimakatastrophe bei, zu Bodendegradation, Wasserverschmutzung und der Übernutzung von Ressourcen, aber auch zu unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Ausbeutung. All das wurzelt in den ökonomischen Rahmenbedingungen.

Arbeitskämpfe 1. November 2024

Tierindustrie abschaffen! Und dann?

Perspektiven für die Vergesellschaftung und Konversion von Tönnies und Co.
von Sebastian Schubert

Miese Arbeitsbedingungen, Tierleid, Verantwortung für Klimakrise und Umweltzerstörungen: Die Missstände in der Tierindustrie sind bekannt. Dennoch richten wir gegenwärtig wenig gegen die Macht der Konzerne aus. Aktivistische Gruppen diskutieren nun über Enteignung und fordern die Vergesellschaftung der Unternehmen zugunsten einer pflanzlich basierten Produktion.

Klima 7. April 2024

Grünes Gas für die Energiewende?

Geplanter Ausbau der Biogasproduktion stützt fossile Strukturen und hat weitreichende Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt
von Eva Gelinsky

Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die durch Putin veranlasste Drosselung der Gaslieferungen durch Gazprom, sind die europäischen Regierungen gezwungen, ihre Energieabhängigkeit von Russland zu verringern. Doch anstatt den fossilen Ausstieg konsequent voranzutreiben, geschieht das Gegenteil; in Europa investiert vor allem Deutschland in den Auf- und Ausbau von Flüssiggasanlagen (LNG). Diese Entwicklung, also die verstärkte Erschliessung und Nutzung fossiler Energieträger, lässt sich auch international beobachten; die »fossile Gegenoffensive«* läuft.

Europa 1. März 2024

Ernährung und Einkommen für alle

Französische Bauern und Gewerkschaften zusammen gegen die Agrarkrise
Gespräch mit Christine Poupin

Europaweit hat sich die Bauernschaft gegen das Verschwinden ihres Berufsstands erhoben. ­Christine Poupin berichtet über die Proteste in Frankreich und erläutert einen Vorschlag der Confédération Paysanne zur Lösung der Agrarkrise. Mit ihr sprach Angela Klein.

Landwirtschaft 1. Februar 2024

›Wir wollen vom Verkauf unserer Produkte leben, nicht von Subventionen‹

Wirtschaftliche Perspektiven und Planungssicherheit gefordert
Gespräch mit Berit Thomsen (AbL)

Berit Thomsen ist Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL).
Die AbL ist eine Interessenvertretung für konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe. Mit Berit Thomsen sprach Gerhard Klas

Landwirtschaft 1. Februar 2024

Bauernproteste

Ein konservativer Aufstand
von Matthias Becker

Was wollen die Landwirte? Schwer zu sagen. Der Versuch der Bundesregierung, ihnen Subventionen und Steuervergünstigungen zu nehmen, hat sie auf die Straße getrieben, offensichtlich wehren sie sich gegen höhere Treibstoffkosten.
Von diesem kleinsten gemeinsamen Nenner abgesehen, bleibt die Stoßrichtung diffus.

Landwirtschaft 1. Januar 2024

Spekulantenland in Bauernhand

Steigende Bodenpreise stehen bäuerlicher Landwirtschaft entgegen
von Matthias Becker

Die Lukas-Stiftung ist eine Art Familienunternehmen. Allerdings handelt es sich bei dieser Familie um eine besondere, nämlich um einen Zweig der Familie Albrecht, den Besitzern des Aldi-Konzerns. Die Brüder Theo und Karl Albrecht brachten in den 1960er Jahren das Konzept Discounter nach Deutschland. Mit billigen Lebensmitteln wurden sie sagenhaft reich.

Landwirtschaft 1. Januar 2024

Ackerboden wird wieder zu einem knappen Gut

Die Konkurrenten und die Gegenstrategien
von Matthias Becker

Noch wird etwa die Hälfte Deutschlands für Landwirtschaft genutzt. Laut Angaben des Thünen-Institut ist die landwirtschaftliche Fläche jedoch von 1992 bis 2021 um 7,4 Prozent geschrumpft. Pro Tag beträgt der durchschnittliche Verlust etwas mehr als 50 Hektar. Aus Äckern und Weideflächen werden Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete, aber auch die Waldfläche hat seit den 1990er Jahren zugenommen.

Landwirtschaft 1. Januar 2024

Schwierige Suche nach Alternativen

Einvernehmlich wird es kaum gehen, zu verschieden sind die Interessen
von Matthias Becker

Seit der Föderalismusreform 2006 sind die Bundesländer zuständig für den landwirtschaftlichen Grundstücksverkehr. Neue Agrarstrukturgesetze sind angekündigt, auch in den Koalitionsverträgen sämtlicher ostdeutscher Landesregierungen.

Klima 1. Juni 2023

Wasserstrategie der Bundesregierung

Wasserkrise, Klima und Landwirtschaft – Tiefgreifende ­Einschnitte sind erforderlich
von Bäuerin Paula Gioia von der AbL

Paula Gioia ist Imkerin und Bäuerin in einem Hofkollektiv in Brandenburg und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie im Koordinationskomitee der Europäischen Koordination der internationale Bewegung La Via Campesina.

Klima 1. Juni 2023

Frankreich: Der Kampf ums Wasser

Nicht allein die Dürre macht Trinkwasser knapp
von Christine Poupin

Massive und entschlossene Mobilisierungen gegen Megabecken, Frühjahrsbrände, Dürrewarnungen, Wasservergiftung… Die Nachrichten erinnern auf grausame Weise daran, wie lebensnotwendig Wasser ist und wie sehr der Zugang zu Wasser für alle sowohl durch das Klimachaos als auch durch die kapitalistische Aneignung ernsthaft bedroht ist.

Afrika 1. April 2023

Kenia

Klimapolitik gegen die Armen
Ein Gespräch mit David Otieno*

Die 2016 gegründete KPL ist eine Bewegung kenianischer Landwirte und Verbraucher, die sich für eine nachhaltige Agrarökologie und Ernährungssouveränität einsetzt. Sie ist Teil der internationalen Bewegung La Via Campesina. Abdruck des Interviews mit freundlicher Genehmigung aus dem Rundbrief 3/22 von medico international.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Wir haben es satt!

Gutes Essen für alle statt Profite für wenige
dokumentiert

Aufruf zur Demonstration am 21.Januar 2023 in Berlin, 12 Uhr am Brandenburger Tor
Zusammenstehen für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, für Klima-, Tier- und Umweltschutz, für globale Gerechtigkeit und gesundes Essen für alle.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Hunger ist eine Geldfrage

Das globale Ernährungssystem in der Vielfachkrise
von Matthias Becker

Alle Jahre wieder, wenn das Christkind wieder weg ist, findet in Berlin die Grüne Woche statt. Die landwirtschaftliche Leistungsschau wird von der Messe Berlin, dem Deutschen Bauernverband (DBV) und der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) organisiert. Für die Schulklassen der Hauptstadt ein beliebtes Ausflugsziel, für Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelbranche ein Pflichttermin: Die Grüne Woche ist eine der größten Agrarmessen überhaupt, mit der neuesten Technik und den neusten Produkten und Ausstellern aus der ganzen Welt.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Den Ausverkauf öffentlichen Bodens stoppen

Aktionsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft fordert Transparenz bei der Verpachtung
von Dorothee Sterz

»Öffentliches Land nach öffentlichen Interessen verpachten«, so lautet die Grundidee der Gemeinwohlverpachtungskampagne der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Unter diesem Motto haben Bauern und Bäuerinnen am 25.November im ganzen Bundesgebiet vor den Rathäusern ihrer Kommunen für eine Reform in der Vergabe öffentlicher Flächen demonstriert.
Traktoren rollten in die Städte und Gemeinden, aber auch Enten, Mistgabeln und Schubkarren voll Gemüse zeigten Ziele und Ursprung der Forderungen.

Landwirtschaft 1. Januar 2023

Landwirte unter wachsendem Kostendruck – auch in Europa

Die Grüne Woche in Berlin hat eine lange Tradition, der Protest gegen sie mittlerweile auch
dokumentiert

Seit 2011 protestieren Landwirte, Tier- und Umweltschützer gegen die Dominanz der Lebensmittelkonzerne und Düngemittelhersteller und für eine »sozial-ökologische Transformation«. Die Trecker im Demonstrationszug zeigen, dass viele Bäuerinnen und Bauern ökologisch durchaus nachhaltig wirtschaften wollen. Der Bauernverband (DBV), der die Grüne Woche veranstaltet, setzt dagegen auf steigende Agrarexporte, übt den Schulterschluss mit der verarbeitenden Industrie und sperrt sich nach Kräften gegen ökologische Reformen.

Europa 1. September 2022

Bauernproteste

Systemwechsel statt Abwehrkämpfe
von Georg Janßen

Seit Wochen gibt es in den Niederlanden heftige Proteste von Bäuerinnen und Bauern gegen drastische Verschärfungen von Umweltauflagen. Ein Drittel der Betriebe befürchtet das Aus. In Deutschland gibt es dafür vielerorts Unterstützung.

Globalisierung/Krieg 1. September 2022

Knappheit inmitten von Fülle

Die globale Nahrungskrise hat viele Ursachen – keine davon hat mit dem Krieg zu tun
von Frédéric Mousseau*

Im Mai dieses Jahres wurde Indien von der US-Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefordert, seine Entscheidung, Weizenexporte zu suspendieren, zu überdenken. Angeblich hätte dies vor dem Hintergrund von Russlands Invasion in die Ukraine die Nahrungsmittelknappheit verschärft. Doch das Argument ist unhaltbar, technisch wie moralisch.

Globalisierung/Krieg 1. September 2022

Eine Tobinsteuer für Warenterminmärkte

Die Finanzialisierung der Lebensmittelrohstoffmärkte und der ­Klimawandel sind auf Dauer die größten Preistreiber
von David Stein

Seit Anfang August das Abkommen zwischen Russland und die Ukraine über die Getreidelieferungen in Kraft getreten ist und von drei Häfen in Odessa wieder Getreide exportiert werden kann, sinken an den internationalen Rohstoffbörsen die Weizenpreise wieder auf Vorkriegsniveau; Mitte Mai 2022 hatten sie bisher nie erreichte Höhen erreicht. Gleiches gilt für Mais und Raps. Allein die Aussicht auf eine Einigung ließ dies die Preise sinken.

Europa 1. September 2022

Hand auf die Kornkammer Europas

Westliche Konzerne schielen nach ukrainischem Boden
von Ben Reicher und Frederic Mousseau

Am 1.Juli 2021 trat in der Ukraine eine Bodenreform in Kraft, die schrittweise den Kauf bzw. Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen ermöglicht. Das Gesetz wurde im März 2020 von der Werchowna Rada, dem ukrainischen Einkammerparlament, als Voraussetzung dafür verabschiedet, dass die finanziell angeschlagene Regierung ein Darlehen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar erhalten kann.

Gemeingüter 1. Mai 2022

Fruchtbarer Boden

Das knappe Gut
von Eva Blum*

Böden sind nicht nur als Anbauflächen für Lebensmittel von zentraler Bedeutung. Sie sind auch Wasser- und CO2 -Speicher, regulieren die Temperatur und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Doch ihr Zustand verschlechtert sich – global und auch in Europa; fruchtbarer Boden ist ein knappes Gut.

Afrika 1. Mai 2022

Führt der Ukrainekrieg zu einer Hungerkatastrophe?

In Afrika und im Nahen Osten tickt eine Zeitbombe – die nicht sein muss
von Klaus Meier*

In den Nachrichtensendungen des Fernsehens sehen wir täglich die schrecklichen Bilder des Ukrainekriegs. Weniger bekannt sind die Wirkungen, die der Krieg auf die weltweite Nahrungsversorgung haben wird. Hier tickt eine Zeitbombe. Die Ukraine und Russland sind wichtige Erzeuger von Getreide, Ölsaaten und Düngemittel.

Klima 24. Dezember 2021

‹Mehr Fortschritt wagen›?

Die agrarpolitischen Weichenstellungen im Koalitionsvertrag sind bestenfalls Flickwerk
von Eva L. Blum

Vor gut 20 Jahren stürzte die Rinderkrankheit BSE die damals amtierende rot-grüne Regierung in eine schwere Krise. Die neu eingesetzte Landwirtschaftsministerin Renate Künast von den Grünen, brachte in ihrer ersten Regierungserklärung am 8.Februar 2001 den bis dahin kaum bekannten Begriff «Agrarwende» in die politische Debatte.

Industrie 1. Oktober 2021

Ungehorsam gegen Fleischkonzerne

Das Bündnis zwischen Klimaaktivisten, Bäuerinnen und Beschäftigten in der Tierindustrie entwickelt sich nur mühsam
von Friedrich Kirsch*

Im Sommer vergangenen Jahres stand die Fleischindustrie plötzlich im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte: Ein Schlachthof nach dem anderen entwickelte sich zum Corona-Hotspot. Den traurigen Höhepunkt markierte im Juni der Ausbruch bei Tönnies mit 1413 infizierten Arbeiter:innen.

Landwirtschaft 1. Oktober 2021

Hungrig nach Profiten

Landwirtschaft und Welternährung im Kapitalismus
von Eva L. Blum

Die Zahl der weltweit unterernährten Menschen ist im vergangenen Jahr auf über 800 Millionen gestiegen. Damit verfehlt die UN-Nachhaltigkeitsagenda deutlich ihr Ziel, bis 2030 die Zahl der Hungernden spürbar zu reduzieren und alle Formen der Mangelernährung zu beenden. Am 23.September tagte in New York der Welternährungsgipfel und unterbreitete Vorschläge, wie der globalen Nahrungsmittelkrise begegnet werden könnte. Leider stand schon im voraus fest, in welche Richtung die Vorschläge gehen würden.

Asien/Australien 1. Oktober 2021

Indien: ‹No farmers, no food›

Die indische Bauernschaft ist von zahllosen Klassen- und Kastenspaltungen durchzogen. Doch der gemeinsame Kampf gegen die Konzerne vereint sie auch
von Aditya Bahl

Im Frühjahr 2021 blockierten mehr als eine halbe Million Bäuerinnen, Bauen und Landarbeiter:innen drei wichtige Autobahnen rund um Neu- Delhi. Sie protestierten gegen die Regierungsentscheidung, Agrarkonzernen die Übernahme des indischen Agrarsektors zu erlauben. Seither haben die Demonstrierenden mit ihren Traktoren und Karren eine politische Kommune auf Rädern improvisiert.

Klima 1. Oktober 2021

Kann ökologischer Landbau die Welt ernähren?

Globaler Wandel in der Lebensmittelproduktion nötig
von Tina Ress

Die Frage unserer Ernährung spielt in vielen Diskussionen eine zunehmende Rolle. Sie ist nicht nur für die Gegenwart existenziell, sondern auch für unsere weitere Zukunft, denn Schätzungen zufolge wird die Weltbevölkerung im Jahr 2050 knapp zehn Milliarden Menschen zählen. Diese Menschen müssen sich ernähren können. Welche Formen des Landbaus werden für unsere Zukunft notwendig sein? Kann ökologischer Landbau die Lösung sein und die wachsende Weltbevölkerung ernähren?

Klima 1. Oktober 2021

Nicht nur global, auch kommunal

Die Ernährungswende erfordert eine klimafreundliche Lebensmittelproduktion
von Tina Ress*

Global denken – lokal handeln hieß mal eine Parole der Grünen. Auch eine alternative Agrarpolitik muss unten anfangen und kann durch entsprechende Kommunalpolitik wirksam unterstützt werden. Nachstehend zeigen wir auf, was an regionalen Ansätzen, Angeboten und Projektideen heute schon möglich ist.

Landwirtschaft 1. Oktober 2021

Jeder Hof zählt!

Eine Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
von Tim Carlo Bettermann*

Vom 3. bis 10.September 2021 rief die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zu einer bundesweiten Aktionswoche auf, an der sich etliche Bäuerinnen und Bauern beteiligten. Trotz Erntezeit fanden über 60 Veranstaltungen in ganz Deutschland statt. Damit trägt die AbL im Vorfeld der Bundestagswahl bäuerliche Themen in die Gesellschaft.

Asien/Australien 1. Juli 2021

Scheitert Modi an den neuen Agrargesetzen?

Indiens Bauern führen eine Kampagne zur Abwahl der Modi-Regierung
von Dominik Müller

Neben der Corona-Pandemie ist der Kampf der Bauern gegen die Gesetze zur Agrarreform die größte Her­ausforderung für die Regierung von Narendra Modi, seit sie 2014 an die Macht kam. Seit einem halben Jahr kommen sie nicht zum Erliegen. Über vierzig Bauernorganisationen haben jetzt eine Kampagne zur Abwahl der Regierung gestartet, die bis zu den nächsten Wahlen zum Unterhaus 2024 dauern soll.

Gemeingüter 1. Mai 2021

Landwirtschaft ohne Kapitalismus ist möglich

Das Ackersyndikat will Höfe und landwirtschaftliche Flächen dem Kapitalmarkt entziehen
Interview mit Jost Burhop*

Die Idee für das Ackersyndikat hat ihren Ursprung in der erfolgreichen Geschichte des Mietshäuser Syndikats. Wie lässt sich diese Struktur auf die Landwirtschaft übertragen?

Arbeitskämpfe 1. Mai 2021

Für Stress und Gesundheitsgefährdung gibt es nur den Mindestlohn

In der Fleischindustrie herrscht Tarifkampf, die Arbeitgeberverbände
blockieren die Verhandlungen

von Tina Ress

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der DGB riefen am Samstag, dem 17.4., in der Region Nordhessen zu einer Kundgebung in Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis nahe Kassel auf.

Landwirtschaft 1. April 2021

La Via Campesina

Wir stellen vor
von Gerhard Klas

Am 17.April, dem Tag der bäuerlichen Landwirtschaft, wird die Bauerninternationale Via Campesina wieder an vielen Orten der Welt mobilisieren.

Asien/Australien 1. April 2021

Mensch oder Natur? Der grüne Konflikt

Im Namen des Naturschutzes werden Indigene und Kleinbauern vertrieben
von Kathrin Hartmann

Schutzgebiete sollen die Zerstörung der Wälder aufhalten. Sie sollen ein wichtiger Beitrag zur Rettung des Klimas sein und neuerdings auch helfen, der Verbreitung neuer Virenerkrankungen vorzubeugen. Aber so wie dieser Naturschutz praktiziert wird, geht er häufig auf Kosten Indigener und Kleinbauern.

Industrie 1. April 2021

Für die Klimakatastrophe wesentlich mitverantwortlich

Die industrielle Landwirtschaft
dokumentiert

Sie hat 2018 ebensoviel CO2-Äquivalente produziert wie die Industrieprozesse (63,6 Millionen Tonnen).
Sie ist auch für die Verbreitung von Viren verantwortlich, die von Nutztieren auf Menschen überspringen.

Arbeitswelt 1. April 2021

Milliarden für die Tierindustrie

Wie Subventionen für die Fleischbranche den Klimawandel mitfinanzieren
von Tina Reß

Jahr für Jahr fließen mindestens 13,2 Milliarden Euro an finanzieller Unterstützung aus Kommunen, Ländern, Bund und der EU in die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln. Eine entsprechende Studie hat das überregionale Bündnis «Gemeinsam gegen die Tierindustrie» Anfang März vorgestellt*, begleitet von einer Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium.

Gesundheit 1. April 2021

Wege des Virus und seiner Bekämpfung

Die Pandemie aus der Sicht eines Ökologen
von Marius Gilbert*

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Pandemie, ausgelöst durch Erreger aus der Tierindustrie, ausbricht.
Wenn man sich Krankheiten von einer ökologischen und nicht von einer medizinischen Ausbildung her nähert, dann betrachtet man Krankheitserreger als Teil eines Ökosystems. Das ist eine ganz andere Perspektive als die von Medizinern oder Tierärzten, die dazu ausgebildet sind, Krankheitserreger in Verbindung mit Heilung zu betrachten.

Arbeitswelt 1. März 2021

Eine neue Studie

Subventionen in der Tierindustrie
von Tina Ress

Das bundesweite Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie veröffentlicht gerade eine neue Studie, die aufzeigt, wie die Tierindustrie durch staatliche Finanzierung am Leben erhalten wird und wie diese Finanzierung die wegen der klimaschädlichen Auswirkungen des tierbasierten Agrarsektors notwendige Transformation verhindert.

Asien/Australien 2. Februar 2021

Bauernproteste in Indien

Landwirte zeigen Front gegen Supermarktlobbyismus
von D.M.

Entgegen dem beschönigenden Titel ist das Ziel der neuen Gesetze zur «Förderung und Schutz von Bauern», das im September 2020 in Kraft traten, private Investitionen von Agrarunternehmen aus dem In- und Ausland in die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, den Transport und die Vermarktung von Agrarprodukten zu fördern.

Klima 5. Januar 2021

Berlin: Internationale Grüne Woche

Zukunftsfähiger Agrarsektor oder «weiter so»?
von Tina Reß

Die alljährliche Internationale Grüne Woche in Berlin – nun steht sie also wieder an, mitten in einer Pandemie, daher im digitalen Format.

Landwirtschaft 1. Dezember 2020

Der Schweinezyklus

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Hoffentlich gibt es in nicht allzu ferner Zukunft Bauern und Landwirtschaftsarbeitende, die mit Grausen und fassungslosem Erstaunen auf die Verhältnisse in unseren Schweinegroßställen zurückblicken. In kleinsten Boxen werden Sauen stehend gehalten, bis sie künstlich besamt sind und abgeferkelt haben.

Klima 1. Dezember 2020

Ökolandwirtschaft?

Die EU-Agrarwende ist abgesagt
von Hanno Raußendorf*

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist der größte Haushaltsposten der Europäischen Union. 58 Milliarden Euro sind es allein in diesem Jahr, mehr als ein Drittel des Gesamtbudgets. Derzeit verhandelt die EU über die Fortsetzung der GAP in den nächsten sieben Jahren.

Amerika 1. November 2020

Antônio Andrioli: Brasilien zwischen Hoffnung und ­Illusionen. Kritische Blicke auf ein Land in der (Öko-)Krise

München: Oekom, 2020. 280 S., 26 Euro
von Hermann Dierkes

Der brasilianische Agrarwissenschaftler Antônio Inácio Andrioli ist in Deutschland vor allem in der Umwelt- und alternativen Agrarbewegung bekannt. Seine in Osnabrück entstandene Dissertation über genmanipuliertes Soja wurde bereits 2007 als Buch veröffentlicht.*

Arbeitswelt 1. September 2020

Nicht nur in der Fleischindustrie

ALLE Werkverträge gehören verboten!
von Rolf Geffken

Nun werden Werkverträge in der Fleischindustrie verboten. Wirklich? Und selbst wenn: Was be­deutet das für Werkverträge in anderen Branchen ? Und wird mit diesem Gesetz vielleicht der Grundstein gelegt für Gerichtsurteile, mit denen auf Dauer Werkverträge für alle Branchen legalisiert werden, weil diese – wenn – ganz hätten verboten werden müssen, die Bundesregierung sich aber nicht traut, sie bspw. auch für die Autoindustrie zu verbieten?

Gesundheit 1. September 2020

Der Weltagrarbericht 2020: Noch 60 Ernten?

Oder reicht der Boden für weitere 4 Milliarden Menschen?
Zusammenstellung von Angela Klein

Der neue Weltagrarbericht der UN-Welternährungsorganisation FAO ist in der öffentlichen Aufmerksamkeit untergegangen. Dabei enthält er alarmierende Nachrichten: Die Zahl der Menschen, die hungern, steigt weltweit kontinuierlich an, seit 2014, als die Zahlen erstmals wieder nach oben gingen, um 60 auf 690 Millionen. 750 Millionen sind unterernährt, fast ein Zehntel der Weltbevölkerung.

Arbeitswelt 1. September 2020

Das «System Tönnies» – organisierte Kriminalität und moderne Sklaverei

Hrsg. Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg. Berlin: Die Buchmacherei, 2020. 126 S., 10 Euro
von Dieter Braeg

Schlachthoftod. Das ist nicht der Titel eines jener Kriminalromane, die mit Lokalkolorit, einen mit seltsamsten Krankheiten ausgestatteten Ermittler oder einen an einer Leberkässemmel oder einem Fischbrötchen erstickten Verbrecher in einer mit kitschigstem Lokalkolorit ausgestatteten Landschaft überführen. Im Jahre 1905 erschien in Amerika der Roman The Jungle von Upton Sinclair. Dieser Roman wurde ein Welterfolg, er schildet das Leben und die Arbeitswelt in den Schlachthöfen Chicagos.

Klima 1. Juni 2020

Blühstreifen

An den Rand notiert
von Rolf Euler

Der neue Umweltbericht der zuständigen Ministerin mahnt erneut – und ziemlich sicher ohne deutliche Folgen – den schlechten Zustand der Natur an.

Arbeitswelt 1. Juni 2020

«Die jahrelange Kleinarbeit hat etwas bewirkt»

Guido Grüner berät Arbeitsmigranten in der Schlachthofregion Niedersachsen*
Interview mit Guido Grüner

Corona hat die Zustände in der Fleischindustrie erneut in ein grelles Licht gerückt. Bei früheren Epidemien wie der Schweinegrippe oder dem Rinderwahnsinn waren die Tiere befallen; sie mussten millionenfach gekeult werden. Jetzt aber sind die Beschäftigten befallen und viele Fleischbetriebe mussten vorübergehend schließen. Wie sieht die Lage derzeit aus?

Arbeitswelt 1. Juni 2020

Die Ernte ist sicher…

…nur die Erntehelfer nicht
von Manfred Dietenberger

Der Lebensmittelmarkt ist hart umkämpft und es herrscht ein gnadenloser Preisdruck, der an die Erzeuger weitergeben wird. Insbesondere bei der Ernte.

Asien/Australien 1. Juni 2020

Wie Seuchen entstehen

Der evolutionäre Dampfkochtopf hinter der kapitalistischen Urbanisierung
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Die Pandemie, die das Virus SARS-CoV-2 derzeit verursacht, ist wie seine Vorläufer SARS-CoV, die Vogelgrippe und die Schweinegrippe an der Schnittstelle von Ökonomie und Epidemiologie entstanden.

Asien/Australien 1. Juni 2020

Was ist kapitalistisch an Corona?

Kapitalismus und Landwirtschaft – im Zentrum und an der Peripherie
vom chinesischen Autor*innenkollektiv

Seuchen sind in hohem Grad eine Folge der kapitalistischen Industrialisierung und gleichzeitig ihre Vorboten.
Pocken und andere Viruskrankheiten wurden auch schon in vorkapitalistischer Zeit durch Handelsnetze und die frühe Urbanisierung in Asien und Europa virulent.

Nur Online 28. Mai 2020

„weiloisirgendwiazamhängd“

Antonio Andrioli erhielt den Naturschutzpreis vom BUND Bayern

Antonio Andrioli, brasilianischer Agrarwissenschaftler und SoZ-Autor, wurde im Januar dieses Jahres für seine verdienstvolle, kritische Forschung in Sachen Gensoja und sein grenzüberschreitendes Umweltengagement vom BUND Bayern mit Naturschutzpreis geehrt. Mit ihm hat der BUND einen würdigen Preisträger ausgewählt.

Industrie 1. Mai 2020

Ein tödlicher Systemfehler

Corona, Kapitalismus und Natur
von Marijke Colle*

Innerhalb weniger Tage stand im Monat März die gesamte Automobilindustrie still. Ende März wurden bereits 1,2 Millionen Pkw weniger produziert. Die gesamte Luftfahrtindustrie ist am Boden.

Amerika 26. März 2020

Mercosur und EU

Nichts als Auto gegen Kuh?
von Antônio Inácio Andrioli*

Durch das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur ist vorgesehen, mehr billiges Fleisch und Soja aus Lateinamerika zu importieren – ausgerechnet Produkte, die vor Ort mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden sind.

Klima 25. März 2020

Der Acker bleibt

Guter Boden und Perspektiven auf dem Land statt Logistikzentrum
Gespräch mit AktivistInnen

Seit Mai 2019 besetzen AktivistInnen in Neu-Eichenberg südlich von Hannover einen 80 Hektar großen Acker, um zu verhindern, dass hier ein Logistikgebiet entsteht. Violetta Bock sprach Ende Februar mit vier AktivistInnen, nachfolgend A., B., C., D. genannt, über ihre Erfahrungen und Motivation.

Klima 1. Februar 2020

Wir haben es satt!

Bauernhöfe unterstützen – Tiere und Klima schützen!
von Violetta Bock

Gut 170 Trecker tuckerten am 18.Januar durch die Hauptstadt, gefolgt von 27000 Demonstrierenden aller Altersgruppen mit bunten Schildern mit kreativen Sprüchen. Sie machen sich stark für einen Wandel in der Agrarpolitik.

Arbeitswelt 1. Januar 2020

«Die Rahmenbedingungen müssen stimmen»

Dann kann der Bauer auch Klima- und Insektenschutz
Gespräch mit Elisabeth Fresen (AbL)

In Brüssel werden derzeit die Fördermittel für Landwirtschaft für die Periode 2021–2027 ausgehandelt. Die Agrarförderung ist mit bislang 40 Prozent der größte Posten im EU-Haushalt. Dieser Beitrag soll erheblich gekürzt werden, nämlich auf etwa 28 Prozent – zum einen weil die EU mit Großbritannien demnächst einen Nettozahler verliert, zum anderen weil die EU ihre Prioritäten verschiebt – u.a. in Richtung Aufrüstung.

Industrie 4. September 2019

Kapital ist Katastrophe

Neue Studien beweisen das einmal mehr
von Manuel Kellner

Die einer linksradikalen Gesinnung gelinde gesagt unverdächtige Zeitschrift Focus nannte die Ergebnisse einer neuen Studie aus der Schweiz eine «Ohrfeige» für die Leugner des menschengemachten Klimawandels.

Handel/Banken 1. Juni 2019

Bayer-Hauptversammlung

Vorstand nicht entlastet
von Axel Köhler-Schnura

Die langjährigen Protest- und Widerstandsaktionen bei Bayer mündeten auf der Hauptversammlung 2019 in eine historische Premiere: 55,5 Prozent aller anwesenden Aktionäre stimmten gegen den Antrag des Vorstands auf Entlastung. Vor der Hauptversammlung beteiligten sich 800 Menschen an einer Kundgebung; etwa 500 Jugendliche demonstrierten durch Bonn gegen Bayer.

Klima 1. April 2019

Mehr Wertschätzung für die bäuerliche Landwirtschaft

Über das erfolgreiche Volksbegehren für die Rettung der Arten
Gespräch mit Rosi Reindl

In Bayern gab es Mitte Februar ein Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt. Dort müssen die Leute auf die Ämter, um unterschreiben zu können. Trotzdem haben 18,4 Prozent der Bevölkerung unterzeichnet. Daraufhin hat die bayrische Staatsregierung einen Runden Tisch beim Bayrischen Landtag einberufen. Auf der Grundlage von dessen Arbeiten will die Staatsregierung einen Gesetzesentwurf vorlegen, der «noch besser» sein soll als der Text des Volksbegehrens.

Klima 1. April 2019

Kaum noch Insekten übrig

Neue Studie mit dramatischen Befunden
von Manuel Kellner

Vor 252 Millionen Jahren waren 90 Prozent aller irdischen Lebensformen ausgestorben. Vor 65 Millionen Jahren verschwanden die großen Dinosaurier und andere große Wirbeltiere. In beiden Fällen waren Menschen nicht dafür verantwortlich. Heute ist das anders: «Wenn wir nichts ändern, können die Insekten in einigen Jahrzehnten ganz ausgestorben sein.»

Arbeitswelt 6. Juni 2018

Der Bauer kann zusehen …

Zur Agrarpolitik der EU
von Hanno von Raußendorf*

Seit den Römischen Verträgen von 1957 betreibt Europa eine gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Überaus erfolgreich war sie in Hinblick auf das dort formulierte Ziel der „Versorgungssicherung mit Lebensmitteln zu angemessenen Preisen durch Produktivitätssteigerung“. Ernährte ein Landwirt zur Zeit der römischen Verträge noch um die zehn Personen, so sind es heute in etwa 140. Nicht so gut funktioniert hat die „Steigerung des pro Kopf Einkommens, um den in der Landwirtschaft beschäftigten eine angemessene Lebenshaltung zu gewährleisten“. Das mittlere Einkommen je Landwirt in Deutschland liegt um etwa 9 Prozent unter einem gewerblichen Vergleichslohn.

Industrie 1. Mai 2018

Artensterben und Agroindustrie

Der Kampf gegen Glyphosat geht in die nächste Runde
von Klaus Meier

Im Sommer 2017 veröffentlichten deutsche Wissenschaftler eine Studie, wonach hierzulande 80 Prozent aller Insekten in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten verschwunden sind. Peter Berthold, ein anerkannter Biologe und langjähriger Leiter des Max-Planck-Instituts für Vogelkunde, schreibt, dass sich die hiesige Vogelpopulation im Vergleich zum 19.Jahrhundert um über 80 Prozent verringert hat.

Arbeitskämpfe 1. April 2018

Auf die Felder!

Die Spargelsaison(arbeit) ist eröffnet
von Violetta Bock

Mitte, Ende April geht die Spargelzeit wieder los. Gemüse, Obst und Früchte müssen geerntet und für den Verkauf bereit gemacht werden. Hunderttausende Wanderarbeiterinnen kommen dafür jährlich zur Erntesaison nach Deutschland, die Arbeitsbedingungen sind prekär, der Mindestlohn wird häufig unterwandert. Die Emanzipatorische LandarbeiterInnen-Initiative und die Initiative Frohes Schaffen rufen zum Saisonstart dazu auf, sich an einer Informationskampagne auf den Feldern zu beteiligen.

Klima 13. Dezember 2016

Kali+Salz, Teil 3 – Eine andere Kali-Gewinnung ist möglich

Konzernleitung und Politik fahren die Kaliproduktion vor die Wand
von Achim Lotz, Marjana Schott

Die Probleme mit der Abfallentsorgung beim Düngemittelhersteller Kali und Salz (K+S) haben sich 2016 so zugespitzt, dass die Kaliproduktion zeitweise ausgesetzt und die Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt werden mussten. Das Umweltproblem von K+S ist hausgemacht: das Konzernmanagement und eine fahrlässige Politik mehrerer hessischer Landesregierungen unterschiedlicher Couleur haben den Entsorgungsnotstand und den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen zu verantworten.

Gemeingüter 1. Juli 2016

10 Fragen zu Glyphosat

Monsanto’s Pflanzenvernichter und seine Auswirkungen
dokumentiert

  1. Was ist Glyphosat und wie wirkt es?

Glyphosat ist das am meisten eingesetzte Pflanzengift der Welt. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Je häufiger glyphosathaltige Pestizide angewendet werden, desto eher entstehen allerdings auch resistente Populationen von Beikräutern, die durch das Mittel eigentlich vernichtet werden sollen.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Agrarkonzerne schaden unserer Gesundheit

Die Fusionswelle in der Agrochemie schafft Monopolisten, die den Zugang zur Agrarproduktion vollständig unter ihre Kontrolle bringen – zum Schaden für Mensch und Natur
von Angela Klein

Seit vier Jahren demonstrieren alljährlich weltweit Menschen aus Stadt und Land gegen das Treiben der Agrarkonzerne, insbesondere gegen Genpflanzen und krebserregende Pflanzenvernichtungsmittel wie Glyphosat, das in Deutschland vorwiegend zum Einsatz kommt.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Bayer will Größter werden

Mit dem Monsanto-Deal wäre die Zulassung von Glyphosat in der EU kaum noch zu verhindern
von E.André Waldmann

Die Bayer AG will den in der Öffentlichkeit verrufenen US-Konzern Monsanto übernehmen. Am 23.Mai 2016 legte der Konzern ein offizielles Kaufangebot in Höhe von 62 Mrd. US-Dollar vor, das entspricht einem Barangebot von 122 US-Dollar pro Aktie. Es wäre der mit Abstand größte Zukauf in der Bayer-Geschichte.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Syngenta im globalen Agrarkapitalismus

Dem Agromulti auf der Spur
von Silva Lieberherr*

Am 21.Mai 2016 gingen in Basel über 2000 Menschen beim March against Monsanto and Syngenta gegen die beiden Agrarkonzerne auf die Straße – eine große Zahl für die kleine Stadt am Rheinknie.

Gemeingüter 1. Juli 2016

Tauziehen um Glyphosat in der EU

Verbot oder Zulassung?
dokumentiert*

Dank starker Mobilisierung durch eine breite Koalition von Bürgergruppen einschließlich Gewerkschaften ist es gelungen, die erneute EU-Zulassung von Glyphosat – weltweit das am meisten eingesetzte Herbizid und Wirkstoff in Monsantos Roundup – vorerst zu blockieren. Die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen lavieren zwischen dem Druck der in der Glyphosattaskforce organisierten Agrochemielobby und dem nicht nachlassenden Aufbegehren der Bevölkerung.

BRICS-Serie, Teil 6 und Schluss

Das Ende der Illusionen
von Ingo Schmidt

Es ist still geworden um die BRICS. Investmentbankern galten sie vor wenigen Jahren als Wachstumsmärkte, Globalisierungskritiker sahen sie als eine politisch regulierte Alternative zum Neoliberalismus, Antiimperialisten als Gegenmacht zu US-Imperialismus und NATO.

Gemeingüter 1. Mai 2016

Ramschware? Oh nein: Lebensmittel!

Dumpingpreise auf dem Lebensmittelmarkt
von Rolf Euler

Wir haben natürlich einen «Keine-Reklame»-Aufkleber auf dem Briefkasten. Aber die kostenlosen Zeitungen schwemmen jede Woche jede Menge Reklame ins Haus. Unser alter Druckergenosse sagte schon vor zehn Jahren: Wir produzieren 98% für die Papiertonne…!

Asien/Australien 1. Januar 2016

BRICS-Serie, Teil 3

Indien: Der informelle Kapitalismus
von Ingo Schmidt

Einst die Kronjuwele im britischen Kolonialreich, ist Indien heute ein neoliberales Juwel. Anderswo führen Weltmarktöffnung und Deregulierung zu Finanz- und Wirtschaftskrisen. In Indien war es bislang andersherum. 1991 nahm die Regierung einen IWF-Kredit zur Eindämmung einer akuten Zahlungsbilanzkrise in Anspruch. Die daran geknüpften Auflagen führten zu einer Entfesselung des Neoliberalismus, mit dem frühere Regierungen nur vorsichtig experimentiert hatten.

Landwirtschaft 1. Oktober 2015

«Wir können auch anders»

Eindrücke vom Kongress «Solidarische Ökonomie und Transformation»
von Werner Ruhoff

Warum entscheidet sich ein Bauer aus Brandenburg für die solidarische Landwirtschaft? Der kapitalistische Wettbewerb führt zum Raubbau an den Böden und zu einer extremen Ausbeutung der Beschäftigten. Ein Netzwerk von Produzenten und Konsumenten in einem solidarischen Interessenausgleich bietet die Möglichkeit, sich diesem Druck zu entziehen.

Bewegung 1. Februar 2015

Bauern und Verbraucher vereint für Agrarwende

Fünfzigtausend in Berlin: „Wir haben es satt!“

von Guido Grüner

50000 Menschen demonstrierten am 15.Januar in Berlin für den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP.

Das Fazit nach der Berliner Demonstration am 15.Januar war positiv: Zum fünften Mal gingen Bauern, Imker und Verbraucher gemeinsam für eine grundlegend andere Agrarpolitik auf die Straße.

Asien/Australien 27. Februar 2014

China privatisiert Agrarland

von Ingo Schmidt

Auf dem ZK-Plenum der KP Chinas im November vergangenen Jahres präsentierte der neue Staatspräsident Xi Jinping Eckpunkte seiner neuen Wirtschaftspolitik. Dabei liegt ihm besonders die Privatisierung von Agrarland am Herzen.

Bislang gibt es in China kein Privateigentum an Agrarland, nur in den Städten gibt es private Immobilienmärkte. Agrarland ist nach wie vor öffentliches Eigentum, Bauern haben aber Nutzungsrechte, die ihnen eine Existenzsicherung unabhängig vom Verkauf ihrer Arbeitskraft an kapitalistische Unternehmer erlauben. Im Umland der großen Städte und Industriezentren hat die Verdrängung von Bauern durch Neubausiedlungen in den letzten Jahren immer wieder für Konflikte gesorgt.

Afrika 27. Februar 2014

Das Geschäft mit dem Boden

«Einer muss dabei verlieren»

von Gerhard Klas

Zum Thema Landgrabbing sind in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Bücher erschienen.

Vor knapp vier Jahren nahm die Finanzkrise in den USA mit dem Platzen der Immobilienblase ihren Anfang, und bis heute bestimmt sie die Politik der G20-Staaten. In Vergessenheit geraten ist hingegen die damalige Nahrungsmittelkrise, die zu weltweiten Hungerprotesten führte.

Dabei verursachen die neuen Trends in der Finanzwelt – die Milliardeninvestitionen in landwirtschaftliche Anbauflächen – weiter steigende Preise für Grundnahrungsmittel. «Landgrabbing», Landraub, wird dieses Phänomen von Kritikern genannt.

Afrika 27. Februar 2014

Der neue Kolonialismus

Was unterscheidet Landgrabbing von früheren Landnahmen?

von Angela Klein

Sie geben sich gern als die Retter der Welt. Sie bekämpfen den Hunger, schaffen Arbeitsplätze und wehren dem Klimawandel: die großen Agrarunternehmen und ihre Finanziers, Kapitalsammelstellen wie Investmentfonds, Agrarfonds, Pensionsfonds, Großbanken und -versicherungen mit den Spekulanten im Schlepptau.

Auf ihren Webseiten machen sie sich Sorgen um das Wachstum der Bevölkerung (laut UNO auf 9,2 Milliarden bis 2020) bei gleichzeitiger Abnahme der Verfügbarkeit von Ackerland (laut Deutsche Stiftung Weltbevölkerung von 0,45 Hektar pro Kopf 1960 auf 0,21 Hektar 2020). Freilich gehen sie dabei davon aus, dass die zunehmende Knappheit billigen Öls (Peak Oil) durch Agrosprit ersetzt werden muss (das nennen sie «Bio-Energie»), und dass die vor allem in Asien und Afrika anwachsende Bevölkerung dem westlichen Konsum-, und vor allem Fleischkonsummodell nacheifern wird und soll.

Afrika 27. Februar 2014

Großer Raubzug in Afrika

Erst holten sich die Weißen die Sklaven, dann Genussmittel und Rohstoffe, jetzt das Land

von Angela Klein

Afrika ist der begehrteste Kontinent für Landräuber. Seine großen Flächen angeblich ungenutzten Landes, seine Aufspaltung in 54 oft schwache Staaten (zum Vergleich: Südamerika ist mit etwas mehr als halb soviel Fläche in elf größere Staaten aufgeteilt), von denen etliche von autoritären und korrupten Diktatoren geführt werden, machen es wieder einmal zur leichten Beute. Dabei kommt die Gefahr nicht nur von außen, das unselige Erbe des Kolonialismus setzt sich auch von innen in neuem Gewand fort.

Seit dem Ende der weißen Herrschaft über Südafrika brechen burische Farmer wieder nach Norden auf. Die meisten führte es bislang in Nachbarländer wie Mosambik, Botswana oder Zambia – als Verwalter von Plantagen, Leiter von Bergwerken oder touristischen Einrichtungen.

Landwirtschaft 25. April 2013

Der Dreieckshandel mit Fleisch

von Angela Klein

Deutschlands größter Fleischfabrikant ist Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Er zählt 13,2 Millionen Schweine und 300.000 Rinder: „Wir produzieren die Ferkel im Vier-Wochen-Rhythmus.“ Zweitgrößter Fabrikant ist die PHW-Gruppe (Wiesenhof, Geestland, Frischland): Sie „verarbeitet“ wöchentlich (!) viereinhalb Millionen Hähnchen.

Landwirtschaft 25. April 2013

Die Agrarreform 2013: ein Reförmchen

Anreize für eine soziale und ökologische Landwirtschaft fehlen
von Boris Schultz

Am 13.März stimmte das EU-Parlament über die zukünftige EU-Agrarpolitik (GAP) ab. Am Vortag fand in Brüssel unter dem Motto «Bauernhöfe statt Agrarindustrie» eine Aktion für eine gerechtere und ökologischere Agrarpolitik der EU statt.* An der Aktion nahmen mehrere hundert Bauern und Verbrauer aus zwölf EU-Staaten teil.

Landwirtschaft 25. April 2013

Vom Sterben der Bienen

Die industrialisierte Landwirtschaft ist der Tod der Biene
von Volker Petran

Vor ungefähr einem Jahr stand in mehreren großen überregionalen Zeitungen eine Meldung, in der sich die Redakteure wunderten, dass es den Berliner Bienen vergleichsweise sehr gut gehe. Scheinbar gab es einen Widerspruch zwischen der Tatsache, dass die Biene das noch am wenigsten domestizierte, ursprünglichste Nutztier ist, andererseits die Großstadt der am meisten den menschlichen Bedürfnissen angepasste Lebensraum ist.

Landwirtschaft 25. April 2013

Es grünt und blüht

Landwirtschaft in der Stadt

von Angela Huemer

Das sog. Urban gardening mit seiner Unterform des Guerilla gardening breitet sich immer mehr aus. Neben Selbstverwirklichung und Hobby dient es vermehrt auch zur Selbstversorgung. Ähnlich wie Socken und Pullover gern wieder selbst gestrickt werden, sprießt und gedeiht auch der eigene Anbau mitsamt Ernte und Einkochen für den Winter. Es ist ein Ansatz unter vielen, die der gängigen «Supermarkt»wirtschaft im Bereich der Lebensmittel etwas entgegensetzen wollen.

Landwirtschaft 1. April 2013

Öko wird sich nicht durchsetzen, wenn es eine Nische bleibt

Über die Schwierigkeiten, Tiere in Deutschland artgerecht zu halten

Interview mit Reinhild Benning (BUND)

Zu den Lebensmittelskandalen im Februar/März 2013 gehörte auch eine Enthüllung über Biohühner, die alles andere als artgerecht gehalten werden. Was treibt die Halter, die Vorschriften für Bioproduktion zu missachten? Angela Klein im Gespräch mit REINHILD BENNING vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Landwirtschaft 1. September 2011

Vier Thesen zum Hunger

Zwei Milliarden Opfer auf der Erde

Eine menschliche Katastrophe, die vollständig vermeidbar wäre

Hunger gibt es nicht, weil es zu wenig zu essen gäbe oder die Erde nicht alle ernähren könnte. Nach Aussagen der FAO könnte die Erde auch 11 Milliarden Menschen ernähren.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Was ernährt die Welt?

von Angela Klein
Die Jahre 2007–2009 werden uns in Erinnerung bleiben, nicht allein wegen der Immobilienblase und des darauf folgenden Bankenkrachs, sondern auch wegen des scharfen Anstiegs der Nahrungsmittelpreise und den dadurch in zahlreichen Ländern des Südens ausgelösten Hungerrevolten.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Massentierhaltung und Kapitalkonzentration

Ein Beispiel aus dem Landkreis Celle
von Volker Petran
Wir essen Industrieabfälle, vernichten Ackerland, verseuchen das Wasser und produzieren Hunger: Ein Beispiel einer neu zu errichtenden Hähnchenmastanlage im Landkreis Celle schildert den verheerenden Kreislauf der industriellen Landwirtschaft.

Landwirtschaft 27. Mai 2011

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU

Teil der Lösung oder Teil des Problems?
von Boris Schultz
Der Dioxin-Skandal im letzten Winter hat die Bevölkerung aufgerüttelt. Es war nicht der erste Skandal dieser Art in der Landwirtschaft. Auf der Demonstration «Wir haben es satt» im Januar waren über 22000 Teilnehmenden. Sie wollen keine verseuchten Lebensmittel und keine umweltzerstörende Landwirtschaft mehr.
Die gemeinsame Agrarpolitik der EU soll nun reformiert werden. Was ist angedacht und werden die Reformen die notwendige Agrarwende herbeiführen?

Landwirtschaft 2. Februar 2011

Die Produktion dem Konsum anpassen

Reinhild Bending (BUND) über die Hintergründe des Dioxinskandals

Die Demonstration gegen die industrielle Landwirtschaft am 22.1. war ein großer Erfolg. Rund 22.000 Menschen, aufgerufen von einem breiten Bündnis, darunter viele Bauern vor allem aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg, aber auch Erwerbslose und Umweltschutzorganisationen, demonstrierten anläßlich der Grünen Woche für eine Reform der Agrarpolitik, die Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft und für besseren Verbraucherschutz. Über diese Themen sprach Boris Schulz mit Reinhild Benning, Agrarexpertin des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).

Abgesehen von Forderungen nach mehr Kontrolle der Futtermittelindustrie sowie einem Verbot der parallelen Herstellung von Industrie- und Futterfetten, ist von Ministerin Aigner im Dioxinskandal wenig zu hören. Wie beurteilst du ihr Krisenmanagement?

Landwirtschaft 2. Februar 2011

«Die Produktion dem Konsum anpassen»

Reinhild Bending (BUND) über die Hintergründe des Dioxinskandals

Die Demonstration gegen die industrielle Landwirtschaft am 22.1. war ein großer Erfolg. Rund 22.000 Menschen, aufgerufen von einem breiten Bündnis, darunter viele Bauern vor allem aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg, aber auch Erwerbslose und Umweltschutzorganisationen, demonstrierten anläßlich der Grünen Woche für eine Reform der Agrarpolitik, die Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft und für besseren Verbraucherschutz. Über diese Themen sprach Boris Schulz mit Reinhild Benning, Agrarexpertin des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).

Landwirtschaft 2. Februar 2011

Die Agrarindustrie ruiniert unsere Gesundheit

Das Profit-Ei
von Hans Peiffer
Was hatten wir nicht schon alles?: BSE-Skandal, hervorgerufen durch niedrigere Erhitzungsgrade zur Beschleunigung des Produktionsprozesses; Ölpanscherei in Spanien mit Hunderten von Todesfällen; Glykol in Wein, um ihn «edler» zu machen; Verkauf von verdorbenem Wildfleisch (Gammelfleisch). Das alles geschah aus reiner Profitgier, dabei wurden hohe gesundheitliche Risiken billigend in Kauf genommen.

Landwirtschaft 8. Dezember 2010

Afrika: Grüne Gentechnik

von Boris Schultz

Afrikanische Wissenschaftler züchten eine Banane mit Paprikagen. Wird dadurch der Hunger bekämpft, oder stehen andere Interessen dahinter?

Landwirtschaft 22. Mai 2010

Die Gen-Kartoffel Amflora

Unverantwortbare Risiken
von Boris Schulz

Am 2.März 2010 hat die EU-Kommission erstmals seit 1998 eine genveränderte Nutzpflanze zum Anbau zugelassen: die Kartoffelsorte Amflora.

Landwirtschaft 30. Dezember 2009

Welthandel mit Nahrungsmitteln schafft Hunger

Leitartikel

Zwischen 1998 und 2006 sind die Nahrungsmittelreserven der Welt um 40% gefallen. Laut FAO, der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, ist der Grund dafür der, dass alle Länder, die unter dem Einfluss des IWF stehen, ihre Vorratshaltung drastisch zurückgefahren haben — die Länder des Südens taten