Über Krisen, Greta, Steiger und Tech-Bros
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Wir haben »keine Lust« mehr. Mit dem kriegerischen Geschehen können wir immer weniger umgehen. Mit den Folgen der Klimakrise auch nicht. Mit dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, dem schönen Land an der Elbe und in der Altmark, auch nicht. Und dann kommt ein Freund und Autor, Bekannter aus 68 und später, mit einer Lesung aus seinem neuen Buch in die Stadt und spricht von »verwegener Zuversicht«, ergänzt um »radikale Hoffnung«!
weiterlesenSommerbilanz: 16.000 Hitzetote
Leben mit der Klimakrise – Anpassung und Entschädigung gehören auf die Tagesordnung
von Wolfgang Pomrehn
Ein weiterer Hitzesommer liegt hinter uns. Schon von Mitte Juni an wurde Deutschland von der ersten schweren Hitzewelle getroffen, die zehn Tage anhielt. Diese brachte nicht nur neue Temperaturrekorde, sondern zeigte auch ein sehr ungewöhnliches Timing. Für gewöhnlich treten Hitzewellen hierzulande eher vier bis sechs Wochen später auf.
weiterlesenSommerhitze trifft auf Sozialabbau
Die politische Wetterlage: Aufziehende Stürme
von Angela Klein
Der Sommer war heiß – zu lange kein Regen, die Flüsse auf einem Wassertiefstand, wie er bisher noch nicht gemessen wurde. Wenn in früheren Jahren »nur« Ernteausfälle beklagt wurden, wurde diesmal auch die Güterschifffahrt erheblich beeinträchtigt, d.h. verteuert. Der Meteorologe Karsten Schwanke brachte es auf den Punkt: »Wenn von Klimaflüchtlingen die Rede ist, denken alle an Afrikaner. Nein. Wir werden fliehen müssen. Bei uns wird keine Landwirtschaft mehr möglich sein.«
weiterlesenSommer, Hitze, Sozialabbau
Neues aus dem Bundestag
von Violetta Bock
Eine Sommerpause konnte man die letzten Wochen nun wahrlich nicht nennen. In der letzten Sitzungswoche Mitte Juli wurde noch die GKV-«Reform« mit massiven Kürzungen im Gesundheitsbereich und das Gebäudemodernisierungsgesetz mit der Rückkehr zu fossilen Heizungen durch den Bundestag gepeitscht.
weiterlesenVon den Klimaverhandlungen ausgeschlossen
von Wolfgang Pomrehn
Von den USA ist bekannt, dass sie gelegentlich Diplomaten und gar Staatschefs von den Verhandlungen der UNO ausschließen. Im letzten Jahr erhielt zum Beispiel Mahmoud Abbas, Präsident der palästinensischen Selbstverwaltung, kein Visum, und erst kürzlich wurde einem stellvertretenden Minister Russlands die Teilnahme an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York verweigert.
Aber Deutschland, das das Sekretariat der UN-Klimaschutzrahmenkonvention (UNFCCC) beherbergt, steht dem nicht nach, nur das es etwas subtiler vorgeht und einfach unüberwindbare bürokratische Hürden errichtet. Das UNFCCC-Sekretariat, das seit 1995 den fortwährenden Verhandlungsprozess für mehr Klimaschutz organisiert, hat seinen Sitz in Bonn am Rhein. Dort, in der alten westdeutschen Hauptstadt, hat gerade eine wichtige Vorbereitungskonferenz für die diesjährige UN-Klimakonferenz begonnen.
Eigentlich sollten alle 199 Mitglieder der Konvention an den Gesprächen teilnehmen können. Doch nicht alle konnten kommen, wie die britische Zeitung „The Independent“ berichtet. Länder wie Sudan, Jemen, Senegal, Gambia oder Sierra Leone hätten Schwierigkeiten gehabt, ausreichend Visa für ihre Delegierten zu bekommen. Ausgerechnet Länder, die zu den härtesten von der Klimakrise betroffenen gehören und zugleich am wenigsten Ressourcen haben, sich an die Veränderungen anzupassen.
Deutschland ist übrigens mit 88,5 Milliarden Tonnen emittierten CO2 seit 1850 die Nummer sechs unter den weltweiten Klimasündern. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl rangiert Deutschland sogar hinter den USA und Russland auf Platz drei und sehr weit vor China.
Passagierzahlen im Luftverkehr
Zahlensalat
von Wolfgang Pomrehn
Gute Nachrichten vom Berliner Flughafen BER: Die Zahl der Passagiere lag 2025 bei 25 Millionen (Berliner Zeitung, andere Quellen sprechen von 26,1 Millionen). Die beiden Vorgänger Tegel und Schönefeld hatten in ihrem letzten Betriebsjahr 2019 zusammen 36 Millionen Fluggäste. Es wird also weniger von und nach Berlin geflogen, und das, obwohl sich die Deutsche Bahn mit ihren Baustellen und Verspätungen alle Mühe gibt, Fahrgäste loszuwerden.
weiterlesenErnährungsdemokratie
Die Konzernmacht der Agrar- und Lebensmittelindustrie und Alternativen
von Volker Brauch
Konzernatlas. Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2026
Kostenfrei zu beziehen über die Heinrich-Böll-Stiftung, www.boell.de/konzernatlas
Klima und Klassenkampf
Ihr Verhältnis aus polnischer Sicht
von Norbert Kollenda
Przemyslaw Wielgosz: Pogoda dla rewolucjonistów. Jak zmienic swiat w czasie katastrofy (Ein Wetter für Revolutionäre. Wie die Welt verändern in einer Zeit der Katastrophe)
Krakau: karakter, 2026
Frankreichs Atommüll
Widerstand gegen Atommüll-Endlager
von Bernard Schmid
Ob die 13 eine Unglückszahl ist, sei dahingestellt und möge Abergläubischen überlassen bleiben. Gesichert ist hingegen, dass der 13. Mai dieses Jahres – nein, kein Freitag – wirklich kein glückliches Datum für demokratische Rechte, Bürgerinitiativen und die Ökologiebewegung in Frankreich war.
weiterlesen„Eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen“
Über die Verbindung von Klima- und sozialen Bewegungen zur Überwindung des Kapitalismus
Angela Klein im Gespräch mit Johanna Schellhagen
Johanna Schellhagen hat 2011 Labournet TV mitgegründet. Sie dreht, produziert und schneidet Videos und Dokumentarfilme.
Vor vier Jahren präsentierte sie ihren Film Der laute Frühling. In diesem Jahr erschien ihr Buch Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen. Mit Johanna Schellhagen sprach Angela Klein.
Energiepolitik von vorgestern
An den Fossilen wird festgehalten, koste es was es wolle
von Wolfgang Pomrehn
Der Krieg gegen den Iran und den Libanon ging bei Redaktionsschluss in die siebente Woche. Millionen Menschen sind auf der Flucht, brennende Gas- und Ölförderanlagen und -lager sorgen für eine toxische Umweltverschmutzung, etliche Schulen, Krankenhäuser und Meerwasserentsalzungsanlagen wurden zerstört, Tausende Zivilisten getötet und der Weltwirtschaft schwerer Schaden zugefügt. Besonders hart ist Süd- und Südostasien betroffen, wo einige Länder Homeoffice-Pflicht und kostenlosen ÖPNV eingeführt haben; aber auch hierzulande sind die Folgen längst zu spüren.
weiterlesenDas Klima in Zahlen
Zahlensalat
von wop
Es ist nicht gerade so, dass der Klimawandel gerade Pause machen würde, nur weil Kriegstreiber und andere Freunde der immer noch sehr gewinnträchtigen Steinzeittechnologien gerade viel Rückenwind haben. Im Gegenteil: Die Weltmeteorologie Organisation in Genf lässt in ihrer Jahresbilanz wissen, dass das planetare Klimasystem mehr und mehr aus den Fugen gerät. Mit 1,43 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau war das vergangene Jahr das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnung. Nur 2024 war wärmer und 2023 in etwa mit dem vergangenen Jahr gleichauf. Die Erwärmung hat sich in den letzten zehn Jahren sichtlich beschleunigt.
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