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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Nur Online Mai 2022 Buch, | 

Die irdische Hölle

Hans-Albert Wulf: Plädoyer für den Teufel. Ein Freispruch auf Erden. Norderstedt: Books on Demand, 2022. 188 S., 10 Euro
von Manuel Kellner

Luzifer hatte eine hohe Funktion im Himmel, leitet sogar den 9.Chor der Engel. Er wird aber renitent, weil er Gott grobe Fehler bei der Schaffung der Menschen vorwirft. Gott, gestützt auf seine Getreuen, vor allem auf seinen Büttel, den Erzengel Michael, stürzt Luzifer samt seiner Anhänger zur Erde, wobei der aber nicht in die Hölle gerät. Auf der Erde durchwandert er Länder und Jahrhunderte und sieht mit Grausen, wie die Menschen sich ihre eigenen Höllen bereiten. Er kriegt auch viel von den Verbrechen der Kirche mit.
Bei einem Gespräch mit Jesus stellt sich heraus, dass der mit der Verklärung seines Martertodes nicht einverstanden ist. Die reaktionären Pharisäer und die römische Besatzungsmacht hatten ihn, den Prediger solidarischer Alternativen, zum grausamen Kreuzestod verurteilt. Auf seine Klagen und Bitten um Verschonung hatte Gott nicht reagiert. Als er dazu aufgerufen hatte, die linke Backe hinzuhalten, wenn man auf die rechte geschlagen wird, sei er auch etwas naiv gewesen.
Auf Erden erlebt der Teufel viel. Er rettet einer nach schwerer Folter als Hexe zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilten Frau das Leben. In der frühkapitalistischen Fabrikhölle sieht er unnennbares Leid der Ausgebeuteten und kommt fast selbst zu Tode.
Der Teufel ärgert sich sehr darüber, dass er von Gott und den Kirchen zum personifizierten Bösen erklärt, zum universellen Sündenbock für alle Übel gemacht wird. Irgendwann reut es Gott, der unter der Fuchtel seiner eigenen Engelsbürokratie steht, wie er mit dem Teufel umgesprungen ist, und er lädt diesen ein, wieder in den Himmel aufgenommen zu werden, und zwar sogar als sein Stellvertreter. Wird der Teufel aber dieses Angebot annehmen?

Nur Online Februar 2021 Asien/Australien,Startseite, | 

Indien

Die Regierungspartei BJP will antikolonialen Kampf umdeuten
von Dominik Müller*

«Wir, das Volk Indiens, haben feierlich beschlossen, Indien zu einer unabhängigen, sozialistischen, säkularen und demokratischen Republik zu machen», so steht es in der Präambel der indischen Verfassung.

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Nur Online August 2019 Buch,Nur Online,Startseite, | 

West-östlicher Divan: 200.Geburtstag

Warum wird das an deutschen Schulen nicht gelehrt?
von Manuel Kellner

Zu Goethes Zeit galt Mohammed als „Lügenprophet“. Voltaire zeichnete mit seiner Tragödie „Mahomet“ ein Zerrbild des Islam. Goethe selbst war künstlerischer Morgenlandfahrer und schuf den West-östlichen Divan (erschienen im August 1819) im Geiste des Dialogs zwischen christlich-westlicher bzw. „aufgeklärt“-westlicher und islamisch-östlicher Kultur. Die Mehrheit der eingewanderten Menschen in Deutschland kommt aus dem islamischen Kulturkreis. Es ist ein Skandal, dass dieses Werk von Goethe an deutschen Gymnasien nicht behandelt wird. weiterlesen

Nur Online Mai 2018 Bildung,Gesellschaft,Repression, | 

Kopftuchverbot für Mädchen?

Gegen rechtspopulistische Entscheidungen an Schulen
von Larissa Peiffer-Rüssmann

Marode Schulgebäude, unbesetzte Schulleitungen, fehlendes Lehrpersonal, große Klassen, eine überbordende Bürokratie und damit verbunden eine steigende Arbeitsbelastung – das sind die Baustellen im Bildungsbereich in allen Bundesländern. Das gilt auch besonders für NRW. In dieser Situation fällt nun der Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet nicht besseres ein, als ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren einzuführen (ab 14 gilt die Religionsmündigkeit). Die rechtspopulistische FPÖ in Österreich hat es vorgemacht. weiterlesen

Nur Online Februar 2018 Buch, | 

Bruno Kern: Es rettet uns kein höh’res Wesen? Zur Religionskritik von Karl Marx – ein solidarisches Streitgespräch

Ostfildern: Matthias Grünewald Verlag, 2017. 141 S., 19 Euro
von Manuel Kellner

Wer den Autor dieses Büchleins aus ökosozialistischen Zusammenhängen der politischen Bildungsarbeit kennt, weiß, wie wenig dieser linke Theologe dazu neigt, mit seinen religiösen Überzeugungen hausieren zu gehen. Desto willkommener ist nun sein vorliegendes Angebot zum «solidarischen Streit» mit seinen nichtgläubigen Kampfgefährten für eine menschenwürdige Welt. weiterlesen

Nur Online Oktober 2017 Asien/Australien,Globalisierung/Krieg,Startseite, | 

Myanmar: die Rohingya im Visier

Der Hass der Buddhisten
von Dominik Müller

Selbst der als so friedfertig geltende Buddhismus kann, wie alle Religionen, von Hasspredigern für ihre Zwecke vereinnahmt werden – wie z.Zt. in Myanmar. Dort hatten viele buddhistische Mönche, Angehörige des eher konservativen Theravada-Buddhismus, die Mabatha gegründet, die einflussreiche «Organisation zum Schutz der Rasse und Religion». Ihr Feindbild: Muslime, vor allem die muslimische Minderheit der Rohingya. weiterlesen

Nur Online Juni 2014 Gesellschaft, | 

Pfaffenfresserei auf höchstem Niveau

Das Lebenswerk des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner

von Manuel Kellner

Es war Karlheinz Deschner nicht vergönnt, seine monumentale «Kriminalgeschichte des Christentums» zu Ende zu bringen. In hohem Alter, bevor er am 8.April dieses Jahres mit 89 Jahren gestorben ist, vollendete er den zehnten Band zum «18.Jahrhundert mit Ausblick auf die Folgezeit». weiterlesen