Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Kolumne Ingo Schmidt 1. Januar 2026

Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil VIII)

Keynes: Staatsintervention gegen kapitalistische Krise
von Ingo Schmidt

Als Massenideologie aufstrebender Arbeiterbewegungen wurde der Marxismus am Ende des 19.Jahrhunderts zu einer realen Herausforderung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Die Mehrheit der bürgerlichen, oft als neoklassisch bezeichneten Ökonomen reagierte darauf mit dem Rückzug in eine Traumwelt. Dort konnten Individuen nach eigener Fasson kaufen und verkaufen und darüber unbehelligt von Klassenkampf, Krise und Krieg selig werden.

Buch 1. Januar 2026

Krieg – und keiner geht hin?

Eine Geschichte der Fahnenflucht
von Gerhard Klas

Rolf Cantzen: Deserteure. Die Geschichte von ­Gewissen, Widerstand und Flucht. Springe: zu Klampen!, 2025. 204 S., 24 Euro

Deserteure – für die einen sind sie mutige Helden der Gewissensfreiheit, für andere Verräter an der Nation.

Arbeitskämpfe 1. Januar 2026

138 Tage aktiv gegen DuMont-Schauberg

Ein Streik wie aus einem Krimidrehbuch
von Ayse Tekin

Streik doch einfach mit! 138 Tage Arbeitskampf beim Bundesanzeiger Verlag. Hrsg. Jan Schulze-Husmann et al. Hamburg: VSA, 2025. 168 S., 12 Euro

Das Buch ist handlich und hat nur 165 Seiten, erzählt aber eine Geschichte wie aus dem Lehrbuch des Klassenkampfs gegen den Kapitalismus.

Buch 1. Januar 2026

Diebstahl

Abdulrazak Gurnah: Diebstahl. Aus dem Englischen von Eva Bonné. München: Penguin, 2025. 336 S., 26 Euro
von Gerhard Klas

Mit Diebstahl hat Abdulrazak Gurnah den ersten Roman seit seinem Literaturnobelpreis 2021 veröffentlicht. Er spielt in den 1990er Jahren in Sansibar und Dar es Salaam. Es geht um Familiengeschichten, um politische Veränderungen, um Schuld und Verrat im postkolonialen Tansania der 90er Jahre.

Geschichte 1. Januar 2026

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 10

Die Zwölf Artikel von Memmingen
von Angela Klein

Das Jahr 1524 war ein Jahr der Gärung. Die Reformation hatte deutliche Spuren im Bewusstsein der aufständischen Städte und Bauern hinterlassen. Die freie Wahl der Pfarrer und die Abschaffung des Zehnten waren jetzt fester Bestandteil der Forderungen.

Film 1. Dezember 2025

›Streiks mehr Sichtbarkeit nach außen geben‹

Labournet TV stellt Filme über Arbeitskonflikte zur Verfügung und produziert auch selbst welche
Gespräch mit Johanna Schellhagen

Johanna Schellhagen hat 2011 Labournet TV mitgegründet. Sie dreht, produziert und schneidet Videos und Dokumentarfilme. Mit ihr sprach Gaston Kirsche über ihre Arbeit als Filmverleih und Produktionskollektiv.

Zur Person 1. Dezember 2025

Rosa Parks (1913–2005)

Unermüdliche Kämpferin gegen Rassismus
von Dianne Feeley

Zum 70. Jahrestag des Busboykotts in Montgomery (USA)
Am 1.Dezember 1955 geschah tief im Süden der USA, in Montgomery (Alabama), etwas, das dieses eher kleine Städtchen schon bald über die Grenzen des Landes hinaus bekannt machen sollte. Eine kleine, wohlgekleidete farbige Frau mittleren Alters weigerte sich, ihren Sitz für einen Weißen freizugeben. Daraufhin rief der weiße Busfahrer die Polizei, die die Delinquentin, ihr Name war Rosa Parks, festnahm.
Der Vorfall gilt als Start der modernen Bürgerrechtsbewegung, die in den 1960ern und 1970ern den institutionellen Rassismus in den USA zurückdrängen, wenn auch lange nicht aus der Welt schaffen konnte. Wir fragten Dianne Feeley in Detroit, wer diese ungewöhnliche Frau war, die nicht ganz ohne Absicht den Anstoß dazu gegeben hatte.

Geschichte 1. Dezember 2025

Geschichte und politische Macht ökonomischer Ideen (Teil VII)

Die Industrialisierungsdebatte in der UdSSR
von Ingo Schmidt

Zur Erinnerung: Ende des 19.Jahrhunderts propagierten konservative Politiker offen eine imperialistische Politik, um die mit der Industrialisierung entstandenen sozialen Spannungen zu lösen. In der Sozialdemokratie wurde darüber gestritten, ob der Imperialismus den Interessen der Arbeiterklasse förderlich sei, wie die Konservativen behaupteten, oder zu Kriegen führe, in denen Arbeiter der industriellen Zentren sich gegenseitig ermordeten, weil der in die Ferne getragene Kampf um neue Märkte zu unüberbrückbaren Spannungen zwischen den herrschenden Klassen der Zentren führen würde.

Buch 1. Dezember 2025

Der Bauernaufstand 1525

…erzählt mit Zeichnungen und Sprechblasen
von Nele Johannsen

Giulio Camagni: 1525. Der Aufstand. Wien: Bahoe, 2024. 128 S., 28 Euro

Auch dieses Buch ist etwas für den Gabentisch – ansprechend illustriert und leicht verständlich erzählt, bringt es den Bauernkrieg auch Menschen ohne Vorkenntnisse näher.

Film 1. Dezember 2025

Zur Viennale 2025

In der Falle
von Kurt Hofmann

Die Viennale ist das größte internationale Filmfestival Österreichs. Es findet jährlich in der zweiten Oktoberhälfte statt und versteht sich als Plattform für anspruchsvollen Autoren-, Arthouse- und Experimentalfilm. Auch heuer, in ihrer 63.Ausgabe, bot sie wieder ein ebenso vielfältiges wie qualitativ hochwertiges Programm.

Buch 1. Dezember 2025

Epilog einer Krimireihe

Volker Kutscher: Westend. Illustriert von Kat Menschik. Berlin: Galiani, 2025. 112 S., 23 Euro
von Gerhard Klas

Wer die Krimiserie über den Polizisten Gereon Rath in den 1920er und 1930er Jahren und deren Verfilmung als »Babylon Berlin« kennt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Im Rahmen eines fiktiven Interviews läßt Gereon Rath seine Zeit als Polizist von der Weimarer Republik bis in die 50er Jahre Revue passieren und offenbart lang gehegte Geheimnisse.

Geschichte 1. Dezember 2025

500 Jahre Bauernkrieg, Teil 9

Das Reich Gottes
von Angela Klein

Der Rückgriff auf das Evangelium war damals allen gemeinsam, die gegen die Präpotenz der Kirche und der Landesfürsten aufbegehrten: Bauern, Städtern, Handwerkern, Kaufleuten, Gesellen und Tagelöhnern – und den Reformatoren der verschiedenen Richtungen, die mit ihren unterschiedlichen Akzenten unterschiedliche Klasseninteressen zum Ausdruck brachten.