Imperialisten, das sind die anderen
Einladung zur Diskussion
von Ingo Schmidt
Seit mit Imperialismus nicht mehr kaiserliche Herrschaft, sondern kapitalistische Weltwirtschaft und -politik bezeichnet wird, hat der Begriff einen Doppelcharakter angenommen. Er definiert einen Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, dient aber auch der politischen Feindbestimmung. In der Wissenschaft dominieren marxistische Forschungsansätze, es gibt aber auch liberale und konservative Imperialismustheorien und, daraus folgend, jeweils unterschiedliche politische Strategien.
ChatGPT
Technik ist nicht die Lösung…aber auch nicht das Problem!
von Michael Heldt
In jüngster Zeit sorgt das Programm ChatGPT für Schlagzeilen. Der Internet-Chatbot erzeugt auf von den Nutzer:innen eingegebene Fragen »natürlichsprachige Antworten« – Texte, die wirken, als seien sie von Menschen verfasst worden. Deshalb droht weder der Weltuntergang, noch wird die Technik von allein den gesellschaftlichen Nutzen vermehren, argumentiert Michael Heldt.
Neue Wirtschaftskonzepte
Keine Zukunft für kapitalistische Produktionsweise
Gespräch mit Manuel Kellner*
Was halten Sie von den derzeitigen Reform-Vorschlägen der Politik, die soziale Ungerechtigkeit zu entschärfen? Gibt es in Ihren Augen sinnvolle Vorschläge? (Bspw. Vereinfachung des Steuersystems, Erbschaftssteuer von 100 Prozent etc.)?
Der jüngste mir bekannte Vorschlag aus der etablierten Politik zur Entschärfung der sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland kommt von der SPD und richtet sich gegen die weit verbreitete Kinderarmut.
Marinaleda, Andalusien
Das Dorf, wo Menschen wichtiger sind als Profit
von Liam Barrington und Len Wilton
In der blühenden spanischen Kleinstadt Marinaleda ist das Leben von den Prinzipien der gegenseitigen Hilfe und der direkten Aktion geprägt. Ist das eine Alternative – in einem Land, das von der Last der Schulden gelähmt ist?
Der Genossenschaftsverbund Mondragón
Insel im Meer des Kapitalismus?
von Elisabeth Voß
Der Genossenschaftsverbund Mondragon mit Sitz im spanischen Baskenland wird oft als Vorbild und Beweis dafür benannt, dass genossenschaftliches Wirtschaften auch im Kapitalismus erfolgreich sein kann. Fast 60 Jahre nach ihrer Gründung halten die GenossInnen, deren Konzern mittlerweile weltweit 256 Unternehmen umfasst, ihre Werte hoch: Kooperation, Partizipation, soziale Verantwortung und Innovation. Das Oppenheimersche Gesetz, wonach Produktivgenossenschaften auf längere Sicht entweder wirtschaftlich scheitern, oder sich an den kapitalistischen Markt anpassen und ihren genossenschaftlichen Charakter aufgeben, scheint widerlegt.
Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus/Beitragen statt tauschen
Thierry Jeanette, Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 114 S., 16 Euro.
Christian Siefkes, Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 168 S., 16 Euro.
von Gisela Notz
Mit dem Zerfall des real existiert habenden Sozialismus scheinen Alternativen zum Kapitalismus in Verruf geraten zu sein, jedenfalls soweit es sich um konkrete Utopien und nicht lediglich um Protesterklärungen und Petitionen handelt. Dass gemeinsame Produktion Spaß machen, dass sie angenehm und befriedigend sein kann, wissen alle, die sich in Projekten der alternativen Ökonomie engagiert haben. Thierry Jeanet und Christian Siefkes spinnen die Ideen weiter. Beide fragen nach theoretischen Ansätzen für eine Wirtschaftsweise jenseits von Warenproduktion und Markt und zugleich nach deren praktischer Umsetzung. Ihr Interesse richtet sich darauf, wie ein Gesellschaft aussehen könnte, die von den Bedürfnissen der Menschen bestimmt wird und nicht alleine durch die Interessen des Kapitals.
Jenseits des Wachstums stehen viele Fragezeichen
Bemerkungen zum Attac-Kongress
von Angela Klein
Am Wochenende vom 20. bis 22.Mai stellte sich Attac einer grundsätzlichen Wachstumskritik.