Überlegungen zur aktuellen Situation in der Ukraine
Unbewältigte Erbschaft des 20. Jahrhunderts
von Helmut Dahmer
(1) Die Ukraine war und ist, wie der Name sagt und ein Blick in den historischen Atlas oder auf die heutige Landkarte bestätigt, ein Grenzland. Von Moldawien im Südwesten bis Russland im Osten und Südosten hat die heutige Republik Ukraine, der zweitgrößte europäische Flächenstaat (nach Russland), gemeinsame Grenzen mit sieben Staaten (außer den genannten sind das Rumänien, Ungarn, die Slowakei, Polen und Weißrussland). weiterlesen
Ukraine’s fractures
An Interview with Volodymyr Ishchenko
by New Left Review, 16 June 2014
Since the start of the Maidan protests six months ago, Ukraine has been at the centre of a crisis which has exposed and deepened the fault-lines—geopolitical, historical, linguistic, cultural—that traverse the country. These divisions have grown through the entwinement of opposed political camps with the strategic ambitions of Russia and the West, the former bidding to maintain its grip over its ex-Soviet bailiwick even as the latter relentlessly expands its sphere of influence.
Kiev-based sociologist Volodymyr Ishchenko discusses the unfolding of the Ukrainian crisis and its outcomes to date, against the backdrop of the political and economic order that emerged after 1991.
Friedensbewegung 2014, Linke und Ukraine
LESERBRIEFE
Betr.: SoZ 6/2014
Die SoZ hat in ihrer Ausgabe vom Juni 2014 einen Artikel veröffentlicht, in dem über die Vita wichtiger Führer der russophonen «Separatisten» in der Ukraine informiert wird. Das ist gut so, denn möglichst umfassendes Wissen ist immer von Vorteil. Ob die Informationen über den nationalistischen bis rechtsradikalen Hintergrund der erwähnten Protagonisten in allen Fällen voll und ganz stimmen und wie weit damit der ideologische Hintergrund der bewaffneten Kämpfer im russischsprachigen Teil der Ukraine adäquat beschrieben ist, kann ich nicht beurteilen, aber es würde mich wundern, wenn sich heutzutage in Europa – und nicht nur dort – bewaffnete Formationen in nennenswertem Ausmaß aus pazifistischen, linksliberalen oder gar linken Kreisen rekrutierten. Soweit also zu diesem Artikel. weiterlesen
Friedensbewegung 2014, Linke und Ukraine
Betr.: SoZ 6/2014
von Lothar A. Heinrich
Die SoZ hat in ihrer Ausgabe vom Juni 2014 einen Artikel veröffentlicht, in dem über die Vita wichtiger Führer der russophonen «Separatisten» in der Ukraine informiert wird. Das ist gut so, denn möglichst umfassendes Wissen ist immer von Vorteil. Ob die Informationen über den nationalistischen bis rechtsradikalen Hintergrund der erwähnten Protagonisten in allen Fällen voll und ganz stimmen und wie weit damit der ideologische Hintergrund der bewaffneten Kämpfer im russischsprachigen Teil der Ukraine adäquat beschrieben ist, kann ich nicht beurteilen, aber es würde mich wundern, wenn sich heutzutage in Europa – und nicht nur dort – bewaffnete Formationen in nennenswertem Ausmaß aus pazifistischen, linksliberalen oder gar linken Kreisen rekrutierten. weiterlesen
Die Verfassung der «Volksrepublik Donezk»
Auszüge aus der Verfassung der Volksrepublik Donezk, wie sie auf der Webseite der «Volksrepublik» veröffentlicht ist:
Wir, der Oberste Rat der Volksrepublik Donezk,
im Gefühl, integraler Bestandteil der Russischen Welt zu sein, verstanden als russische Zivilisation, als Gemeinschaft des russischen und anderer Völker,
im Bewusstsein der Unteilbarkeit des Schicksals der gesamten Russischen Welt und im Willen, wie in der Vergangenheit auch weiterhin Bestandteil von ihr zu sein, weiterlesen
Die Wahlen in der Ukraine
Oligarchen und extreme Rechte
von Angela Klein
Die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine haben mal wieder einem schwerreichen Oligarchen, Petro Poroschenko, das Mandat gegeben. Der demokratische und antioligarchische Impuls der Maidanbewegung ist gebrochen. Sie hat es nicht vermocht, ihrem Anliegen in einer eigenständigen, unabhängigen Kandidatur einen politischen Ausdruck zu verleihen. weiterlesen
Die Bergleute im Donbass schlagen Alarm
Was wird aus ihnen wenn der Staat keine Subventionen mehr zahlt?
von Zbigniew Kowalewski
Auf die Separatisten und die Perspektive einer «Föderalisierung» sind die Bergleute in der Ostukraine nicht gut zu sprechen. Sie wollen nicht so enden wie ihre russischen Kollegen.
Kann man einen Staatsbetrieb verstaatlichen? Im Donbass haben die russischen Separatisten gezeigt, dass sie das können. Sie haben den Staatsbetrieb DP Donbassanthrazit in der Region Lugansk «verstaatlicht». Er umfasst sieben Bergwerke und zehn weitere Betriebe. Ungefähr 15000 Personen sind dort beschäftigt, die monatliche Lohnsumme beträgt einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge 85 Mio. Hryvnia (5,2 Mio. Euro). weiterlesen
Borotba und der Rechtsextremismus
Sergej Kiritschuk von der ukrainischen Organisation Borotba tourt seit Monaten u.a. auf Einladung der Linkspartei durch die Bundesrepublik und präsentiert diese Organisation als „antifaschistische Kämpferin“ und als die einzige verlässliche Ansprechpartnerin für deutsche Linke in der Ukraine. Jetzt ist durch Enthüllungen von indymedia aufgeflogen, dass Borotba und Kiritschuk selbst Kontakte zu Antisemiten, Homophoben und Rechtsradikalen pflegen. weiterlesen
Stoppt den Krieg in der Ukraine!
Erklärung von Linken in Russland, Ukraine und Weißrussland
Eine Konferenz (authentischer) Linker aus Russland, der Ukraine und Weißrussland in Minsk hat die folgende Erklärung herausgegeben:
Die schwarze Seele der Republik Donezk
von Andrea Ferrario
Der folgende Beitrag zeigt, dass sich in der Führung der „Republik Donezk“ Neofaschisten befinden, die direkt oder indirekt mit Russland verbunden sind. Diese Rechtsextremisten genießen keinerlei reale Unterstützung in der Bevölkerung und an ihrer Seite agieren bis zum heutigen Tag anonyme Paramilitärs. Die Hauptakteure der Marionettenrepublik sind fast alle neofaschistischer und ultranationalistischer Provenienz, mit Verbindungen, die eindeutig nach Russland weisen. Es handelt sich nicht um eine verschwommene Hypothese, sondern um eine klar verifizierbare Tatsache.
Ukraine: Soziale Proteste…
… im Jahr 2013 sprunghaft angestiegen
vom Center for Society Research in Kiew
Die sozialen Hintergründe der Massenproteste der letzten Monate im ganzen Land werden gern ausgeblendet. Dabei waren sie im vergangenen Jahr zahlreich und haben massiv zugenommen – und dies unabhängig von Maidan oder Anti-Maidan.
Maidan oder Anti-Maidan?
Die Lage in der Ukraine ist differenzierter
von Wolodymyr Ischtschenko
Sowenig wie die Proteste auf dem Maidan hauptsächlich das Werk westlicher Agenten und rechtsextremer Schläger waren, sowenig sind die Anti-Maidan-Proteste im Osten der Ukraine nur das Werk russischer Agenten und eingeschleuster Sicherheitskräfte. weiterlesen