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Gegen Rassismus, für Solidarität

Das Jugendsommerlager der IV.Internationale 2014

von Olga Dedinas

Das diesjährige Sommercamp der IV.Internationalen stand im Zeichen der Palästina-Solidarität, angesichts der Angriffe auf den Gazastreifen, die auch während der Zeit des Camps anhielten.

Obgleich bei den Diskussionen um den Nahostkonflikt in Deutschland oft verhärtete Fronten aufeinanderprallen, blieben sie auf dem Camp solidarisch. Gleichzeitig zur Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Palästinensern wurde jeder Antisemitismus strikt abgelehnt. Gerade für die Teilnehmenden aus Deutschland, die historisch bedingt einen besonderen Blickwinkel auf dieses Thema haben, war es bereichernd, Perspektiven aus anderen Ländern kennenzulernen.

Neben dem Hauptthema wurden, wie üblich, noch viele weitere Themenkomplexe diskutiert. Dazu gehörten Antifaschismus, Ökologie, Feminismus und die LGBTI-Bewegung. In diesem Jahr wurde erstmals ein ganzer Tag dem Themenkomplex «Rassismus» gewidmet. Hierzu gab es einen ausführlichen Vortrag über die Entstehungsgeschichte, einen regen Erfahrungsaustausch und zahlreiche Workshops über verschiedene Aspekte.

Neu war ebenfalls ein spezieller Themenblock, der dazu diente, die Erfahrungen über den Organisationsaufbau auszutauschen. Verschiedene Sektionen aus verschiedenen Ländern konnten in einer kurzen Präsentation ihr Konzept von Organisation darstellen. Auch in anderen Workshops und in den Interdelegationstreffen war dies ein stetig wiederkehrendes Thema, da zahlreiche Sektionen der IV.Internationale sich derzeit in breiten Organisationen befinden. Demgegenüber steht das Modell der Bündnisorganisation mit ausschließlich revolutionären Organisationen wie in Griechenland mit ANTARSYA, oder wie es in Deutschland mit dem NAO-Prozess versucht wird.

Das Camp fand in der Nähe von Montluçon, in der Auvergne statt, fernab von jeglichem Handyempfang, dafür aber in einer traumhaft schönen Landschaft. Da die sommerliche Hitze ausblieb, wurde der Bach auf dem Campgelände nur selten zur Abkühlung genutzt.

Es nahmen etwa 450 Jugendliche aus verschiedenen, hauptsächlich europäischen Ländern teil. Das Gros der Teilnehmenden stammte wie jedes Jahr aus Frankreich, Italien und Spanien. Länder wie Griechenland, Dänemark und Belgien waren mit größeren Delegationen vertreten und aus außereuropäischen Ländern nahmen Genossinnen und Genossen aus Argentinien, Venezuela, Ägypten oder Kanada teil.

Als besonderen Fortschritt betrachten wir, dass in diesem Jahr noch mehr als sonst junge Menschen teilnahmen, die von Rassismus betroffen sind oder sogar Fluchterfahrungen haben. Dies zeigt uns, dass wir es zunehmend schaffen, die rein weiße Perspektive aufzugeben. Ebenso freute uns, dass in diesem Jahr besonders viele junge Eltern mit Kindern am Camp teilgenommen haben.

Leider war die staatliche Repression allgegenwärtig. Ein von außerhalb Europas anreisender Genosse wurde am Flughafen von Paris abgefangen und musste seine ersten Tage in Europa im Gefängnis verbringen. Während der Vorbereitung in den Tagen vor dem Camp waren wiederholt Polizeistreifen auf dem Gelände aufgetaucht.

Aber weder die Repression, noch der gelegentliche Regen konnten die Stimmung auf dem Camp trüben. Insofern freuen wir uns auf das nächste Camp, das vom 26.7. bis 1.8.2015 in Belgien stattfinden wird.

 


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