Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Buch 22. Mai 2026


Rainer Mühlhoff: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus. Ditzingen: Reclam, 2025. 160 S., 8 Euro
von Rolf Euler

Der Buchpreis 2026 der Friedrich-Ebert-Stiftung geht an Rainer Mühlhoff für ein Buch, das den Zusammenhang zwischen der Schaffung und Verwendung künstlicher Intelligenz-Algorithmen und der politischen Entwicklung erläutert.

Der Begriff »neuer Faschismus« wird beschrieben als Ausfluss der KI und der damit verbundenen Fähigkeit, Macht durch Meinungsmanipulation auszuüben. Diese Macht liegt in den Händen weniger Milliardärsfirmen, die den politischen Raum bespielen und sich der politischen Kontrolle ihrer Systeme entziehen. Dazu kommt die zunehmende Überwachung und Lenkung der mit den Informationssystemen arbeitenden Menschen sowie die Ausbeutung der Beschäftigten in der Klick-Ökonomie und die Ausbeutung der für sie notwendigen Rohstoffe und Energiereserven.
Der Autor beschreibt das Bedrohungsszenario für eher demokratische Gesellschaften, da ohne oder mit ungenügender staatlich-gesellschaftlicher Regulierung diese Technologie sich für autoritäre und faschistische Zwecke eignet. Die Ereignisse in den USA mahnen zur Aufmerksamkeit. Hier sind es rechte Ideologien, die sich mit den Macht- und Reichtumsansprüchen der Tech-Elite verbinden. Elon Musk, Peter Thiel und andere Milliardäre scheren sich keinen Deut um die sozialen und Umweltfolgen ihrer Technologien und stellen sie in den Dienst von Überwachung, Meinungsmache und undemokratischer Politik.
Ein spannendes aufklärerisches Buch für diese Zeit.

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.


Kommentare als RSS Feed abonnieren