Argentinien: Wahlsieg durch Erpressung
Durch Trump geschürte Angst vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch hat Milei den Wahlsieg beschert
Gespräch mit Claudio Katz
Bei den Zwischenwahlen am 27.Oktober 2025 hat der argentinischen Staatspräsident Javier Milei überraschend einen Erdrutschsieg davongetragen. Über diese Wendung sprach Carlos Aznárez von der Zeitschrift Resumen Latinoamericano (www.resumenlatinoamericano.org) mit dem linken argentinischen Ökonomen Claudio Katz.
Rosa Parks (1913–2005)
Unermüdliche Kämpferin gegen Rassismus
von Dianne Feeley
Zum 70. Jahrestag des Busboykotts in Montgomery (USA)
Am 1.Dezember 1955 geschah tief im Süden der USA, in Montgomery (Alabama), etwas, das dieses eher kleine Städtchen schon bald über die Grenzen des Landes hinaus bekannt machen sollte. Eine kleine, wohlgekleidete farbige Frau mittleren Alters weigerte sich, ihren Sitz für einen Weißen freizugeben. Daraufhin rief der weiße Busfahrer die Polizei, die die Delinquentin, ihr Name war Rosa Parks, festnahm.
Der Vorfall gilt als Start der modernen Bürgerrechtsbewegung, die in den 1960ern und 1970ern den institutionellen Rassismus in den USA zurückdrängen, wenn auch lange nicht aus der Welt schaffen konnte. Wir fragten Dianne Feeley in Detroit, wer diese ungewöhnliche Frau war, die nicht ganz ohne Absicht den Anstoß dazu gegeben hatte.
Apokalypse in den Tropen
Ein Film über Brasiliens Evangelikale
von Ayse Tekin
Der Film von Petra Costa* beleuchtet den anhaltenden politischen Kampf in Brasilien und die Hintergründe der Evangelikalen, die in jüngster Zeit in diesem Kampf die Politik des Landes geprägt haben.
Trumps Abschiebepolitik stößt auf Hindernisse
Alles soll ihnen zeigen, dass sie gejagt werden
von Dianne Feeley
Die Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die größte Polizei- und Zollbehörde der USA. Sie untersteht dem Heimatschutzministerium und ist das zentrale Instrument, um Millionen von Migrant:innen aus dem Land zu schaffen. Doch ihre Razzien stoßen auf massiven Widerstand.
Ihr Dollar, unser Problem
Federal Reserve, Weißes Haus und Wall Street
von Ingo Schmidt
Zentralbanker sind eine Klasse für sich: die Verkörperung ökonomischer Vernunft. Und damit ein notwendiges Gegengewicht zu den Börsianern, die oft manisch, manchmal depressiv und stets auf der Suche nach dem nächsten Kick sind.
New York: Ein Sozialist im Tempel des Kapitals?
Zhoran Mamdani kandidiert für die Bürgermeisterwahlen in der größten US-Stadt
von Stephan Kimmerle, Seattle
Am 4.November wird der Bürgermeister von New York gewählt. Ein »lunatic communist«, ein wahnsinniger Kommunist, so Trump, steht kurz davor, Bürgermeister von New York zu werden. Zohran Mamdani liegt im Rennen vorn, aber sein Kurs ist offen. In einer Umfrage von Anfang September lag der sich offen als »demokratischer Sozialist« bezeichnende Mamdani mit 46 Prozent vor dem ehemaligen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (24 Prozent), dem Republikaner Curtis Sliwa (15 Prozent) und dem Amtsinhaber Eric Adams (9 Prozent). Sollten Adams und Sliwa ihre Kandidatur zurückziehen, kann es trotzdem eng werden.
Klimakrise, Männlichkeit und der neue Autoritarismus
›Das autoritäre Begehren begreifen‹
Interview mit Cara Daggett
Cara New Dagett ist US-amerikanische Politikwissenschaftlerin. Das Interview führten Karin Zennig und Christian Sälzer für den Rundbrief 2/25 von medico international, in dem die längere Originalversion zu lesen ist.
USA: Sklaverei 2.0
Hetze gegen Migrant:innen behindert wichtige Arbeitsabläufe in Landwirtschaft und anderen Sektoren
von Gerhard Klas
Die Ernte droht zu verrotten, befürchten die Landwirte in den USA. Denn 40 Prozent der 2,4 Millionen Farmarbeiter haben keinen legalen Aufenthaltsstatus und sollen abgeschoben werden. Hinzu kommen diejenigen, die im Rahmen der Trumpschen Politik gerade ihren Status verlieren, weil er befristete Aufenthaltsprogramme nicht verlängert. Und es trifft auch andere Sektoren: Ernährungsindustrie, Gastronomie, Baubranche, Transport, Pflegesektor.
No Kings!
Proteste gegen den Möchtegernkönig in den USA
von Dianne Feeley
Mehr als fünf Millionen US-Amerikaner haben am 14.Juni in 2100 Städten und Kleinstädten demonstriert. Ihr Motto: No Kings! Sie stellten Trumps Militärparade in Washington D.C. in den Schatten, ihre kreativen Parolen sorgten für Schlagzeilen. Der Präsident behauptete zwar, 250.000 Zuschauer:innen hätten an der Parade teilgenommen, die bis zu eine Milliarde Dollar gekostet hat. Fotoaufnahmen zeigten jedoch nur teilweise gefüllte Tribünen. Im ganzen Land verspotteten die Menschen den Möchtegernkönig an seinem 79.Geburtstag mit Schildern wie »Keine Krone für einen Clown«, »Keine Könige seit 1776«, »Amerika hat keinen König außer Elvis« oder »No Faux King Way«.
Wasserkrise in Uruguay
Massenproteste gegen Konzerninteressen
von Gerhard Klas
Uruguay steht zunehmend unter Druck: eine historische Dürre, steigende Temperaturen und sinkende Grundwasserspiegel haben das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas in eine dramatische Wasserkrise gestürzt. Während die klimatischen Herausforderungen nicht kurzfristig geändert werden können, rücken politische Entscheidungen und wirtschaftliche Interessen immer stärker in den Fokus der Kritik – insbesondere im Spannungsverhältnis zwischen öffentlicher Daseinsvorsorge und privatwirtschaftlichen Lösungen.
USA – Arbeiter:innen werden abgeschoben
Trumps Krieg gegen Migrant:innen
von Dianne Feeley
Das Versprechen, Millionen von Immigranten auszuweisen, ist ein zentraler Bestandteil von Trumps Programm Make America Great Again. In beiden Präsidentschaftswahlkämpfen hat er Einwanderer als »Terroristen, Mörder, Vergewaltiger« oder als »Psychiatrie-Erfahrene« bezeichnet. Nach seiner Wiederwahl versprach er, die Grenze zwischen den USA und Mexiko zu schließen und mehrere Millionen Menschen abzuschieben.
Datenrettung
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Die disruptive Politik in den USA hat zur Umkehr einiger Verhältnisse geführt, ähnlich wie vielleicht Anfang der 1930er Jahre in Deutschland.
Es wird bekannt, dass Forschungseinrichtungen in Bremen dafür sorgen, dass Datenbanken aus den USA, deren Betreiber von Entlassungen und Einschränkungen betroffen sind, bei der Uni gespeichert werden. Es gab wohl einen als dringend bezeichneten »Hilferuf« etwa der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA, wo es anfangs um Daten zu Erdbeben und heißen Quellen ging.