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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 09/2014 |

Iran. Petition: „Lassen Sie Behnam Ebrahimzadeh sofort frei!“

Aus dem Französischen von Alencontre, dort veröffentlicht am 2. September 2014

Am 12. Juni 2010 – nachdem er bereits 2009 in Zusammenhang mit einer Demonstration zum 1. Mai, die von den Repressionskräften des Regimes heftig angegriffen worden war, schon einmal inhaftiert worden war – wurde Behnam Ebrahimzadeh verhaftet. Am 13. Dezember 2010, an halbes Jahr nach dieser Verhaftung, hat der „Revolutionäre Gerichtshof“ von Teheran Behnam Ebrahimzadeh zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.  Er wird verfolgt, weil er den Aufbau unabhängige Arbeiterorganisationen unterstützt. Er war angeklagt „einen Krieg gegen Gott zu führen“. Der Oberste Gerichtshof hat dieses Urteil aufgehoben. Letztlich wurde er im Oktober 2011 wegen „Versammlung und Absprachen mit der Absicht die nationale Sicherheit zu schädigen“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt .

Behnam Ebrahimzadeh ist Arbeiteraktivist und Mitglied des Komitees zur Hilfe beim Aufbau von Arbeiterorganisationen. Er war sehr aktiv in den Kampagnen gegen Kinderarbeit und auch für die Verteidigung der Straßenkinder engagiert.

Behnam Ebrahimzadeh befand sich seit Juni 2010 im Trakt 350 des Gefängnisses Evin in Teheran, das unter dem Schah 1972 gebaut worden war. Am 17. April 2014 haben Polizeikräfte, unter dem Vorwand einer angeblichen Meuterei, die Gefangenen dieser Sektion angegriffen. Insbesondere Behnam Ebrahimzadeh war Zielscheibe dieser Aggressionen. Er wurde in den Trakt 209 in eine Einzelzelle in Isolationshaft gesteckt und dort verhört. Am 2. Mai wurde er in den Trakt 350 zurückverlegt und dann wieder für 54 Tage in Isolationshaft gesteckt.

Am Samstag, den 29. Juni haben sein Sohn und seine Frau ihn im Evin-Gefängnis besucht. Am Ende dieses Besuchs haben sechs Wachen sie verhaftet und zu ihrer Wohnung „begleitet“. Sie haben die Wohnung durchsucht und ihre persönliche Habe konfisziert. Die Polizisten haben Nima, den Sohn von Behnam, der unter Leukämie leidet und sich einer Chemotherapie unterziehen muss, extrem unter Druck gesetzt. Das Ziel: Er solle ihnen die Gesamtheit der elektronischen Dokumente seines Vaters übereignen. Nach dieser besonders brutalen Polizeiaktion hat die Gefängnisleitung Behnam wieder in den Trakt 209 in Isolationshaft verfrachtet.

Angesichts dieser völlig willkürlichen Entscheidung ist Behnam in Hungerstreik getreten. Die Reaktion der Autoritäten: Behnam in einen der gefährlichsten Trakte des Gefängnisses Rajae Sharh zu verbringen, das auch unter dem Namen Gohardasht bekannt ist. Dort setzt er seitdem seinen Hungerstreik fort. Die Autoritäten behaupten, er verursache „Unruhen“ im neuen Gefängnis, was wieder der Ausgangspunkt für eine neue Anklage gegen ihn sein kann.

Behnam Ebrahimzadeh fordert, in den Trakt 350 des Gefängnisses überführt zu werden und eine angemessene medizinische Behandlung zu erhalten, weil er starke Schmerzen in den Nieren, in den Eingeweisen und starke Kopfschmerzen hat. Da sein Gesundheitszustand sich schnell verschlechtert, ist er in die Gefängnisklinik verlegt worden. Die Gefängnisleitung droht ihn wieder in Isolationshaft zu stecken, wenn er seinen Hungerstreik nicht abbricht. Behnam hat erklärt, dass er seinen Hungerstreik fortsetzt und auch kein Wasser mehr zu sich nimmt. Sein Leben ist in Gefahr.

Seine Frau und seinen Sohn haben einen offenen Brief an Amnesty International und an eine Reihe weiterer Organisationen geschickt. Die Internationale Vereinigung zur Unterstützung der Arbeiter im Iran (Alliance Internationale de soutien aux travailleurs en Iran, IASWI) verlangt die sofortige und bedingungslose Freilassung von Behnam Ebrahimzadeh. Um diese Forderung zu unterstützen muss die Petition unterschrieben werden, die mit dem folgenden Link zu finden ist:

http://www.change.org/p/in-support-of-behnam-ebrahimzadeh-free-behnam-ebrahimzadeh

Nach neuen Informationen hat Behnam Ebrahimzadeh seinen Hungerstreik abgebrochen, ansonsten ist seine Lage unverändert

 


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