Mehr als eine Navigationshilfe
von Kai Böhne
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde Gusseisen zunehmend für große Bauwerke verwendet, für Brücken, Viadukte und auch für Leuchttürme. So wurde 1871 auf der estnischen Insel Vormsi der gusseiserne Leuchtturm Saxby errichtet. Ein erstes Leuchtfeuer stand dort bereits seit 1864, doch Stürme und zunehmender Schiffsverkehr erforderten ein leistungsstärkeres Schifffahrtszeichen.
Gegenüber einer Steinkonstruktion hatte eine Gusseisenkonstruktion mehrere Vorteile: Die Bauzeit war deutlich kürzer, die Kosten geringer. Durch seinen niedrigen Schmelzpunkt und seine dünnflüssige Schmelze verfügt Gusseisen über eine gute Gießbarkeit. Das signifikant geringere Gesamtgewicht ermöglichte zudem ein leichteres Fundament. Bei Bedarf konnte eine gusseiserne Konstruktion auseinandergeschraubt und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Der Leuchtturm Saxby ist weit mehr als nur eine Navigationshilfe, er ist zugleich ein historisches, kulturelles und würdevolles Wahrzeichen an der Nordwestküste von Vormsi. Die viertgrößte Insel Estlands trennen nur drei Kilometer vom Festland. Auf ihr leben rund 350 Menschen.
Im Februar 2026, zum 155.Jahrestag der Errichtung des noch heute dort stehenden weißen gusseisernen Leuchtturms Saxby, gab die Eesti Post, das nationale Postunternehmen Estlands, eine 1,80-Euro-Gedenkmarke aus. In der estnischen Sicherheitsdruckerei AS Vaba Maa wurden 22.000 Marken hergestellt.
Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen
Spenden
Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF
Schnupperausgabe
Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.
Kommentare als RSS Feed abonnieren