Von Redaktion
Am kommenden Freitag ist es wieder so weit. Bundesweit streiken Schülerinnen und Schüler gegen die schleichende Wiedereinführung der Wehrpflicht, mit der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die stärkste Armee Europas schaffen wollen. Nach den Daten des SIPRI-Jahrbuchs 2026 (Stockholm International Peace Research Institute) sind die deutschen Militärausgaben inzwischen fast doppelt so groß wie die zum Beispiel Frankreichs.
Wir dokumentieren im Folgenden eine Pressemitteilung der streikenden Schülerinnen und Schüler.
Zwangsmusterungen haben begonnen
Schulstreik gegen Wehrpflicht in über 100 Städten
„Wir wurden verarscht! Erst sollten die Musterungen im Juli 2027 starten und jetzt werden wir gezwungen. Wenn über 1.000 Jugendliche ohne Interesse zur Musterung geladen werden, zeigt das, dass wir kurz vor der Wehrpflicht stehen!“ – Shmuel Schatz, 17, Schüler aus Berlin.
Zum vierten Mal streiken in über 100 Städten Schüler:innen gegen die Wiedereinführung einer Wehrpflicht. Der Streik richtet sich gegen den Beginn von Musterungen. Wie das Verteidigungsministerium am 18. September 2026 bestätigte, werden seit Juli dieses Jahres erste 18?jährige Männer gemustert. Darunter auch über 1.000, die auf dem Fragebogen der Bundeswehr 0 von 10 beim Interesse an einem Wehrdienst angegeben haben. Die Verpflichtung für Musterungen gilt schon jetzt, obwohl eine Verpflichtung erst ab Juli 2027 angekündigt wurde.
Golo, ein 18-jähriger Schüler aus Kiel, beschreibt: „Wir hatten plötzlich alle einen Brief mit Musterungseinladung im Briefkasten, obwohl wir kein Interesse angegeben haben. Ob das freiwillig oder verpflichtend ist, wurde uns nicht gesagt. Einer ist hingegangen und wurde 4 Stunden untersucht – inklusive Abtasten der Hoden und Fragen dazu, ob er auf andere Menschen schießen würde. Jetzt hat das Verteidigungsministerium zugegeben, dass das geplant ist und dass jetzt flächendeckend Musterungen beginnen. Wir wurden verarscht! Noch ein Grund mehr, am Freitag zu streiken!“
Die Bewegung „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ stellt sich gegen jeden Schritt zur Wiedereinführung einer Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste. Sie fordert die Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes und einen sofortigen Stopp der Musterungen. Unter dem Motto „Nein zu Wehrpflicht, Zivildienst und Krieg“ richtet sich der vierte Schulstreik auch gegen Gerüchte eines potenziellen Zivildiensts und der Bundeswehrübung Red Storm Charlie, die zeitgleich zum Streik in Hamburg stattfindet.
Instagram: schulstreikgegenwehrpflicht
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