AfD in Damaskus
Finsterlinge unter sich
von Manuel Kellner
Am 5.März war eine Gruppe von AfD-Politikern zu einem «privaten» Besuch in Damaskus. Sie traf sich mit dem Kumpel des Machthabers Bashar al-Assad, dem Staatsminister und Großmufti Ahmed Hassun. «Es gibt Werbung für Handys und Fernseher», schreibt ein AfD-Politiker aus Damaskus auf Facebook: «Normales Alltagsleben. Man sieht kaum Militär.»
Wenige Kilometer davon entfernt wird das seit fast fünf Jahren belagerte Ost-Ghouta mit 400000 eingeschlossenen Menschen bombardiert, es gibt zahlreiche Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung. weiterlesen
Deutsche Waffen, deutsches Geld…
…produzieren die Flüchtlinge, die die Regierung bekämpft
von Angela Klein
So sieht die neue deutsche Verantwortung aus:
Die Bundesregierung kann sich jetzt rühmen, direkt an der Einnahme Efrîns durch die türkische Armee und der darauf folgenden Vertreibung und ethnischen Säuberung der Stadt von Jeziden beteiligt zu sein. In zweifacher Hinsicht hat sie direkt dazu beigetragen: 1. durch den Einsatz von Leopard-2-Panzern an der nordsyrischen Grenze; 2. indem die AWACS-Aufklärungsflugzeuge ständig die Grenze zu Nordsyrien überfliegen und der NATO, und damit der Türkei, militärisch relevante Daten übermitteln. weiterlesen
Efrin: Erdogans Vietnam?
Seit einem Monat trotzt Efrin in Nordsyrien dem Angriffskrieg der türkischen NATO-Armee
von Nick Brauns
Seit dem 20.Januar führt die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Kanton Efrin im Norden Syriens. Aus der Luft und am Boden wird eine während der letzten sieben Jahre vom Krieg verschonte Region angegriffen, in der neben der einheimischen kurdischen Bevölkerung auch hunderttausende arabische Flüchtlinge aus anderen Landesteilen Zuflucht gefunden haben. weiterlesen
Allein kann die Türkei gar nichts…
Erklärung der PKK zum türkischen Einmarsch in Efrîn
dokumentiert
In den Morgenstunden des 20.Januar startete die türkische Armee einen Großangriff auf den kurdischen Kanton Efrîn im äußersten Nordwesten Syriens, der Angriff richtete sich zunächst gegen Stellungen der YPG/YPD. Einem Artilleriebeschuss folgte breitflächiges Bombardement von über 100 Zielen, später eine Bodenoffensive. Zum Einsatz sollen dabei auch deutsche Leopard-II-Panzer gekommen sein. weiterlesen
Trumps Politik im Nahen Osten
Viel Geld für die Saudis und Deals mit der Türkei
von Harald Etzbach
Gibt es eine neue Trump-Doktrin für den Nahen Osten? Das vielleicht nicht, in jedem Fall aber ist sie brutaler als die seines Vorgängers. weiterlesen
Operation Euphrat fehlgeschlagen
Die Türkei scheiterte beim Versuch, die kurdische YPG von der Schlacht um Raqqa auszuschließen
von Serdar Kazak*
Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei am 24.November 2015 marschierten Anfang Dezember 2015 türkische Truppen in Nordirak ein. Im Rahmen dieser Militäroffensive drangen türkische Truppen am 24.August 2016 auch auf syrisches Gebiet vor und besetzten das vom IS verlassene Dscharabulus. Hauptziel der Offensive war, dem Vormarsch kurdischer Truppen gegen den IS entlang der türkischen Grenze zuvorzukommen und einen Zusammenschluss mit Truppen aus Rojava zu verhindern. weiterlesen
Schnee von Morgen
Über die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Kurden und der syrischen Regierung
von Serdar Kazak*
Der «Fall» oder die «Befreiung» von Aleppo liegt nun mehr als einen Monat zurück. In unserer schnelllebigen Gegenwart ist das eine lange Zeit. Es ist schon der Schnee von gestern. Doch die Reaktionen der Genossinnen und Genossen sowohl in der Türkei als auch in Deutschland waren sehr emotional und unsachlich. Mit etwas Distanz lassen sich die Ereignisse besser analysieren. weiterlesen
Wären es doch nur Propaganda-Lügen!
Mörderische Geostrategie Linke tun sich schwer, den syrischen Aufstand gegen das Assad-Regime wahrzunehmen
von Freitag-Community-Mitglied Sophia Deeg*
In den Äußerungen solcher Progressiven kommen die Aufständischen ausschließlich vor als „Islamisten, die ein Kalifat anstreben“- so letzthin im Freitag in Bezug auf Aleppo nachzulesen(1), ungeachtet der vielfach dokumentierten Tatsache, dass die so Geschmähten bereits 2014 einen zweiten Aufstand ausriefen – den gegen Daesh.(2) weiterlesen
Teile und herrsche
Der Fall Ost-Aleppos
von Angela Klein und Manuel Kellner
«Wir werden wiederkommen, oh Liebe.» Auf den Ruinen dessen, was einmal Aleppo war, hinterlassen Kämpfer für ein demokratisches Syrien einen letzten Gruß, bevor sie in die lange Kolonne grüner Busse steigen, die sie in ein Niemandsland westlich von Aleppo bringen wird. Unterzeichnet: 15.12.2016. Eine Liebeserklärung unter vielen anderen an diese Stadt, die einmal ein Zentrum gesellschaftlicher, musikalischer und kulinarischer Hochkultur war. Diese Stadt gibt es nicht mehr, nicht nur ihre Häuser, auch ihr soziales Gefüge ist zerstört. weiterlesen
Wer Geld hat, darf einreisen
Über die libanesische Flüchtlingspolitik
Gespräch mit Elissa Shamma
Der Sommer 2015, der Sommer der großen Fluchtbewegung, kam für die europäischen Regierungen alles andere als überraschend. Er war nämlich eine Folge dessen, dass die libanesische Regierung für Syrer, die vor dem Assad-Regime flohen, die Grenzen dichtmachte. Libanon war die erste Station der Flüchtlinge gewesen. Die sog. inernationale Gemeinschaft trifft eine große Mitverantwortung für die Lage, in die die Flüchtlinge dadurch gebracht wurden – und für die politischen Konsequenzen, die sich daraus vor allem in der EU daraus ergaben. weiterlesen
Spendenaufruf: Syrien – Raqqa
Solidarität mit den Flüchtlingen aus Raqqa!
Das Haus von Raqqa in Urfa, einer Stadt im Südosten der Türkei nahe der Grenze zu Syrien, wurde im November 2013 von einer Organisation der syrischen Zivilgesellschaft aus der 160 Kilometer entfernten syrischen Stadt Raqqa gegründet worden. Die Bevölkerung von Raqqa, die sich gegen das Regime des Bashar al-Assad erhoben hatte, litt zunächst unter den Schlägen seiner gegenrevolutionären Truppen und fiel dann in die Hände bewaffneter Kämpfer des aus dem Irak kommenden IS, der einen sektiererischen «Gottesstaat» im Irak und in der gesamten Levante errichten wollen, die Bevölkerung terrorisieren und nicht zögern, Oppositionelle, die anderer Meinung sind und für demokratische Verhältnisse kämpfen, zu foltern und zu enthaupten.
Das hat einen Teil der Bevölkerung von Raqqa zu Flüchtlingen gemacht. Im Haus von Raqqa wurden hunderte von ihnen empfangen und betreut, zahlreicheFamilien haben dort Unterkunft gefunden. Die Organisation des Hauses kümmert sich um die oft traumatisierten Männer, Frauen und Kinder, organisiert Unterricht und Freizeitaktivitäten sowie psychologische Betreuung und medizinische Hilfe. Die personellen und materiellen Mittel sind denkbar knapp, deshalb rufen wir dazu auf, diese Einrichtung mit Spenden zu unterstützen.
Harald Etzbach, Franka Holland, Manuel Kellner, Angela Klein
Information und Kontakt:
Haus von Raqqa für alle Syrer: www.facebook.com/HouseAlraqqa; E-Mail: hraqqa@gmail.com; Fon (0090) 5454948561 und Mohamad Slebi, (0090) 05366014638, mohammadslibi@yahoo.com.
Eingehende Spenden werden regelmäßig an die Organisatoren des Hauses weitergeleitet, die den Empfang bestätigen werden.
Bankverbindung:
Angela Klein, Sparkasse Köln Bonn, IBAN: DE42370501980170103030. BIC: COLSDE 33. Verwendungszweck: Raqqa.
Khalaf Almohamad *: Für ein demokratisches Syrien
Aufruf für das Raqqa-Haus für alle Syrer in Urfa in der Türkei**
Wie ist das militärische Kräfteverhältnis in Syrien einzuschätzen? Stimmt es, dass die Freie Syrische Armee (FSA) und andere demokratisch orientierte Kräfte sehr geschwächt sind gegenüber den islamistischen Kräften, dass sie aber noch bestimmte Zonen kontrollieren? weiterlesen