Le Havre
Finnland/Frankreich/BRD 2011, Buch, Regie, Produktion: Aki Kaurismäki, Mit André Wilms, Kati Outinen u.a, Kinostart: 8.September 2011
von Andreas Bodden
Endlich ist es soweit. Fünf Jahre hat die Fangemeinde des finnischen Kultregisseurs auf seinen neuen Film warten müssen. Das Warten hat sich gelohnt.
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Vikas Swarup, Immer wieder Gandhi
Immer wieder Gandhi
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2001, 623 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn
Ein ehemaliger Staatsfunktionär, berüchtigt für seine Korrumpierbarkeit und seine Affären, der nach einer Séance meint, Gandhi zu sein, eine berühmte Schauspielerin, ein Stammesangehöriger von einer der Andaman-Inseln auf der Suche nach einem gestohlenen Totem, ein um seine Liebe betrogener Handy-Dieb, der Innenminister von Uttar Pradesh, dessen Karriere durch die Eskapaden seines Sohnes verbaut wird, und ein Gabelstaplerfahrer aus Waco, Texas, auf der Suche nach seiner Katalogbraut – sie alle könnten Vicky Rai umgebracht haben.
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«… wird mit Brachialgewalt durchgefochten»
Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33
Köln: PapyRossa, 2011, 154 S., 14 Euro
von Johannes Fülberth
Schon lange gilt es unter linken und bürgerlichen Antifaschistinnen und Antifaschisten als ausgemacht, dass die Justiz der Weimarer Republik in krasser Weise auf dem rechten Auge blind war. Tatsächlich hatte es die Republik versäumt, Richter- und Staatsanwaltschaft nach dem Novemberumsturz 1918 zu erneuern. Es gab zwar einen Republikanischen Richterbund, dem aber nur wenige Richterinnen und Richter angehörten. Die meisten gehörten zum Deutschen Richterbund, der offiziell als politisch neutral galt, inoffiziell aber monarchistisch und deutschnational ausgerichtet war.
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Das richtige Bewusstsein und die sozialistische Demokratie
Vor vierzig Jahren starb Georg Lukács (1885–1971)
von Jürgen Meier
Als der Schriftsteller Tibor Déry vor vierzig Jahren am Grab seines Freundes Georg Lukács stand, wandte er sich mit der folgenden Frage an die große Schar der Trauergäste: «Was war es, was uns für seine Arbeit und seine Persönlichkeit gleichermaßen einnahm? In einem Wort zusammengefasst möchte ich sagen: seine Liebe zum Menschen.»
Bedenkt man, dass Lukács, wie Déry in seiner Trauerrede sagte, zwar «bescheiden im Umgang mit Menschen» war, aber «unbarmherzig im Verkehr mit Ideen», so zeigt sich diese Liebe zum Menschen bei Lukács in einer Art Differenzierung zwischen dem einzelnen Alltagsmenschen und dessen Bewusstsein und dem gesellschaftlichen Sein.
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Dank euch, ihr Kampfgruppen?
Die junge Welt und die Mauer
von Angela Kein
Das war too much. Was sich da eine noch dem Denken im Kalten Krieg verhaftete Redaktion zum 50.Jahrestag des Mauerbaus als Titel der jungen Welt einfallen ließ, war eine geschmacklose Provokation. Nun fällt eine Parteirechte über die jW her, die längst die Staatsräson der DDR gegen die der BRD eingetauscht hat, während Vertreter der linken Opposition, die ihr Eintreten für Meinungsfreiheit und Menschenrechte mit Verfolgung und Gefängnis bezahlt haben, zum Boykott der jW aufrufen. Sie kritisieren dasselbe, doch sie wollen nicht dasselbe.
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Die SoZ wird 25
Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Als die SoZ am 7.Oktober 1896 mit ihrer ersten Ausgabe an die Öffentlichkeit trat, tat sie das als Zeitung der Vereinigten Sozialistischen Partei (VSP), vor dem Hintergrund der Erwartung, diese könne der Auftakt zu einer revolutionären Organisation mit einem realen Einfluss in der Arbeiterbewegung werden, und im Bewusstsein, dass es dabei gilt, „den Sozialismus neu zu erfinden“, wie Erich Fried in der ersten Ausgabe der SoZ sagte.
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Programm der Jubiläumsfeier
«Wir müssen den Sozialismus immer aufs Neue erfinden» (Erich Fried)
8.Oktober 2011 · Köln, Bürgerhaus Kalk
Ab 12 Uhr Einlass
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