Nur Online 22. Juli 2026

Von Wolfgang Pomrehn

7,8 Prozent der Weltbevölkerung hatte im vergangenen Jahr noch immer nicht genug zu Essen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO soeben veröffentlicht hat. Demnach hungerten jeweils rund 300 Millionen Menschen in Afrika und Asien und weitere 44 Millionen im Rest der Welt.

Insgesamt litt auch im vergangenen Jahr ein rundes Viertel der Weltbevölkerung unter zeitweise Nahrungs-Unsicherheit, hatte also zeitweise nicht ausreichend zu Essen oder musste große Abstriche bei der Qualität machen. Alle Zahlen sind leicht rückläufig, aber die FAO weist auf akute Gefahren für die derzeitige Welternährung hin.

Zum Beispiel ist durch die fortgesetzten Angriffe der USA auf den Iran die Versorgung mit Kunstdünger gefährdet oder doch zumindest tendenziell verteuert. Auch könnten in den kommenden 12 Monaten besonders schwere Niederschläge und Dürren die Ernten bedrohen, da sich der derzeit entwickelnde El Niño im tropischen Pazifik besonders heftig zu werden verspricht.

Zugleich weist die FAO daraufhin, dass viele Menschen sich keine gesunde Ernährung leisten können, ein Problem, dass sich aufgrund hoher Inflation der Nahrungsmittelpreise weiter verschärfe. Daher wären schon 2023 12 Prozent aller Sterbefälle auf ungesunde Ernährung zurückzuführen gewesen. Die versteckten jährlichen Kosten schlechter Ernährung schätzt die UN-Agentur auf 8,1 Billionen US-Dollar (7,1 Billionen Euro).

In Afrika sei 66,6 Prozent der Bevölkerung nicht in der Lage, sich eine ausgewogene Ernährung zu leisten. Ohnehin ist der Hunger nicht unbedingt eine Folge fehlender Lebensmittel, sondern vielmehr von Armut. Meist können sich die Hungernden einfach nicht genug Lebensmittel leisten, obwohl diese sehr wohl zur Verfügung stünden.

2023 waren es pro Kopf und Tag im weltweiten Durchschnitt gut 3000 Kilokalorien. Diese Summe steigt seit Jahrzehnten trotz zunehmender Weltbevölkerung, wie der Statistikdienst Our World in Data zeigt.

Allerdings können schlechte Ernten für regionale oder auch globale Verknappung sorgen und damit die Preise in die Höhe treiben. Außerdem gibt es von Kontinent zu Kontinent erhebliche Unterschiede in der Menge der zur Verfügung stehenden Kalorien.

In Afrika sind es mit rund 2600 Kilokalorien pro Tag rund 900 beziehungsweise etwas über 1000 weniger als in Europa und Nordamerika, und auch dort ist die zur Verfügung stehende Nahrungsmenge höchst ungleich verteilt, wie unter anderem bei der Aktion gegen den Hunger nachzulesen ist.

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