Nur Online 23. September 2026

Mit den Stimmen der Gewerkschaftsvertreter und auch der Hannoveraner Landesregierung wurde bei VW ein massives Entlassungsprogramm beschlossen. Vorrangiges Ziel: die Rendite auf neun Prozent hochschrauben. In Zeiten, in denen die Elektrifizierung der Verkehrssysteme und ihr radikaler Umbau anstehen, ist das industriepolitische Kamikaze. Der Umbau ist nötig, weil Öl knapp und teuer wird, weil seine Verbrennung das Klima ruiniert und weil auch sonst mit den mineralischen Ressourcen sparsamer umgegangen werden muss.

Der Beschluss ist auch von besonderer Frivolität, weil der Konzern einst mit Geldern aufgebaut wurde, die die Nazis den Gewerkschaften geraubt hatten. So viel auch zu den jüngsten Äußerungen des Bundeskanzlers, es brauche ein Signal ans Ausland, dass in Deutschland nicht enteignet wird.

Wir veröffentlichen nachfolgend ein Flugblatt der „Gewerkschafter von Unten“ aus verschiedenen  VW-Werken, das wir bei LabourNet gefunden haben.

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Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat am 3. September 2026 dem übergeordneten „Zukunftsplan 2030“ einstimmig zugestimmt. Die darin genannte Erhebung zu rund 50.000 abzubauenden Stellen hat er laut offizieller Mitteilung „zur Kenntnis genommen“.

Das ist noch kein standortgenauer Abbauplan. Es ist aber auch keine Entwarnung: Die Zahl steht im strategischen Rahmen für die nächsten Entscheidungen.

Was im Zukunftsplan steht:

Die Erhebung sieht konzernweit einen Abbau von rund 50.000 Stellen vor, einschließlich Managementpositionen.

9 Prozent Rendite: Von 100 Euro Umsatz sollen 9 Euro als operativer Gewinn bleiben. Das erhöht den Druck auf Kosten, Personal und Leistung.

Vier Werke ohne gesicherte Folgebelegung: Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm ist laut Konzern ab 2031 bis 2034 derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gesichert. Alternativen werden geprüft.

Weitere Entscheidungen folgen: Ein Konzept zur europäischen Produktionsstruktur soll bis Ende Juni 2027 vorliegen. Über einzelne Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungskosten wird später entschieden.

Was noch offen ist: Wo, wann und wie Stellen entfallen sollen, ist öffentlich nicht festgelegt. Eine Werksschließung ist nicht beschlossen. Dauerhaft gesichert sind die vier Standorte damit ebenfalls nicht.

Hier ist das ganze Flugblatt


und hier ein Dossier von Labournet zu finden.

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Man könnte natürlich statt Pkw und Panzer auch E-Busse bauen, meint Heidi Reichinnek.

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