Nur Online 5. August 2026

Redaktion

Nachfolgend veröffentlichen wir einen unserer Ansicht nach sehr beachtenswerten Aufruf aus der Gewerkschaftsjugend zum Widerstand gegen Sozialabbau und Militarisierung, den wir beim Forum gewerkschaftliche Linke in Berlin gefunden haben.

Die Vertrauensleute von Mercedes-Benz Untertürkheim haben vorgelegt.

Als IG Metall-Ortsjugendausschüsse Stuttgart, Esslingen, Freiburg-Lörrach, Ludwigsburg-Waiblingen, Reutlingen-Tübingen und als JAV Mercedes-Benz Untertürkheim ziehen wir nach.

Fast jeden Tag hören wir:

Jobs werden gestrichen, Auszubildende und Studierende nicht übernommen, ganze Werke schließen. Überall soll gespart werden – vor allem auf unsere Kosten. Und nicht nur im Betrieb werden wir angegriffen.

Auch die Politik gibt den Forderungen der Kapitalisten immer weiter nach:
  • Den 8-Stunden-Tag? Will die Regierung
    beerdigen.
  • Job weg? Dann sollen wir halt irgendeinen
    schlecht bezahlten, miesen Job
    annehmen.
  • Gesundheit? Wird teurer. Gute
    Versorgung gibt’s nur noch für Menschen
    mit Geld.
  • Rente? Wird offenbar überbewertet. Wir
    sollen arbeiten, bis wir umfallen.
  • Übernahme? In Zukunft ist eine
    Befristung auf 4 Jahre und sogar noch
    länger möglich.
Während bei uns gekürzt wird und wir unsere Jobs verlieren, ist plötzlich genug Geld da: für Aufrüstung und Krieg.

Außerdem wird die Wehrpflicht wieder eingeführt, da wir dieses Elend im Zweifel sogar mit unserem eigenen Leben verteidigen sollen. Aber statt ,,fürs Vaterland zu sterben“, wollen wir:

  • ·Sichere Jobs und eine unbefristete Übernahme nach Ausbildung & Studium.
  • Eine gute Bezahlung in Ausbildung & Studium.
  • Den Erhalt von Ausbildungsplätzen.
  • Investitionen in Soziales und Gesundheit statt Militär.
  • Frieden für alle.
Doch eins ist klar: Das bekommen wir nicht geschenkt.

Denn: die Kapitalisten – und wir? Wir spielen nicht im selben Team.
Die machen Profit. Wir machen die Arbeit. Die werden reicher. Wir sollen verzichten.

Rumjammern bringt nichts. Betteln auch nicht. Und darauf hoffen, dass irgendwer das schon regelt, erst recht nicht. Wenn sich etwas ändern soll, dann nur, wenn wir es selbst in die Hand nehmen und kämpfen.

Deshalb sagen wir: Protest, Widerstand, Streik!
Im Folgenden schließen wir uns den Worten der Vertrauensleute aus Untertürkheim an:
  • Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet zu protestieren. Wir fangen damit an!
  • Wir diskutieren wieder stärker politisch mit unseren Kolleg:innen vor Ort im Betrieb. Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
  • ·Wir nutzen jede Gelegenheit, um die Bosse und ihre Regierung zu kritisieren. Zukünftig gibt es keine Jugendversammlung, keine JAV-Sitzung, keine OJA-Sitzung ohne politische Diskussion
  • Auch wenn wir am Anfang wenige oder allein sind: Wenn wir die Stimme erheben und Haltung zeigen, werden wir mehr.
  • Sobald die Stimmung in der Belegschaft reif ist, organisieren wir Protest – im Betrieb und in der Stadt.
  • Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und fordern Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft – bis hin zum Streik. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen zögern, dann machen wir es selbst.

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