Frau, Familie, Sexualmoral, Kultur
Frühe Errungenschaften der Oktoberrevolution
von Manuel Kellner
Die junge Räterepublik brachte die rechtliche und politische Gleichstellung der Frauen mit den Männern – ein völliger Bruch mit den Verhältnissen unter dem Zarismus.
Am 19. und 20.Oktober 1917 wurde die zaristische Familiengesetzgebung durch das «Dekret über die Ehescheidung» und das «Dekret über die Zivilehe, die Kinder und die Führung der Personenstandsregister» ersetzt. Für Eheschließung und Scheidung (auch auf Antrag von nur einer der beiden Seiten) genügte nun die einfache standesamtliche Registrierung. weiterlesen
Frauenanteil im Parlament
Barometer der Emanzipation
von Ute Abraham
Das Ergebnis der Bundestagswahl im September 2017 war in vielerlei Hinsicht niederschmetternd. Hier sei nur auf einen Aspekt eingegangen, den Frauenanteil im neuen Parlament. Im Vergleich zum Frauenanteil im Zeitraum 1969–1972 (6,6 Prozent) ist er derzeit mit 31 Prozent nahezu paradiesisch, zerstört aber die Hoffnung, dass sich – wenn auch im Schneckentempo – das Geschlechterverhältnis in den politischen Parteien, und damit sichtbar im parlamentarischen System, stetig positiv verändern würde. weiterlesen
Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!
Die «Märsche für das Leben» treffen auf Widerstand
von Gisela Notz*
Wir hätten den schönen Septembertag auch anders nutzen können. Aber wir mussten unseren Protest auch in diesem Jahr auf die Straße tragen, denn am 16.?September 2017 marschierten sie wieder, die christlichen Fundamentalisten. weiterlesen
Frauen im subsaharischen Afrika
Opfer von Landraub und patriarchalischen Strukturen
von Klaus Engert
Die Wirklichkeit der überwältigenden Mehrheit der Frauen in Afrika ist nach wie vor von ökonomischer wie ideologischer Abhängigkeit in einer männerdominierten Lebenswelt geprägt. weiterlesen
Nachlese zum 8.März
Neues Bewusstsein für kollektives Handeln
Interview mit Cinzia Arruzza
Es scheint, dass die Mobilisierungen zum 8.März dort am stärksten waren, wo das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung am meisten bedroht ist. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zur Neuen Frauenbewegung der 70er Jahre. Penelope Duggan von International Viewpoint sprach darüber mit Cinzia Arruzza am Beispiel der Frauenbewegung in den USA. weiterlesen
Gisela Notz zum 75. Geburtstag
Keine feministische Theorie ohne feministische Praxis
Im Gespräch mit ihrem Autonomen feministischen Colloquium
Gisela Notz ist Historikerin und Sozialwissenschaftlerin. Sie war u.a. Redakteurin der SoZ (2003–2005), der Zeitschrift beiträge zur feministischen theorie und praxis (1985–1997), seit 2008 und bis heute ist sie in der Redaktion von lunapark21. zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie. Außerdem ist sie u.a. im «Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung» als politische Aktivistin engagiert. Zuletzt erschien von ihr Kritik des Familismus (Schmetterling-Verlag, 2015) und der seit 15 Jahren erscheinende Kalender Wegbereiterinnen (AG SPAK) zu Frauenbiografien. Mehr unter www.gisela-notz.de. weiterlesen
Vom Women’s March zum Internationalen Frauenstreik
Voraussetzungen und Folgen der größten Mobilisierung in der Geschichte der USA
von Cinzia Arruzza
Die Organisatorinnen des Women’s March auf Washington erwarteten eine große Beteiligung, doch die fast 3 Millionen Menschen, die im ganzen Land und in einer Reihe von Städten auf der ganzen Welt auf die Straßen strömten, übertrafen selbst die optimistischsten Erwartungen und waren für Donald Trump eine richtige Blamage. weiterlesen
40 Jahre Frauenhäuser
…und immer noch vielfach ohne Schutz
von Ute Abraham
Eine der Krisenerscheinungen ist, dass Gewalt gegen Frauen zunimmt – auch in Deutschland. Zahl und Ausstattung der Frauenhäuser reichen hinten und vorne nicht.
Das wichtigste Anliegen der neuen Frauenbewegung der späten 60er Jahre war, dass das Private politisch ist. Dass Ungleichheit zwischen Frau und Mann der Ausdruck eines tief verwurzelten, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfassenden Herrschaftssystems ist. weiterlesen
Der große Unterschied
Die Erwerbsarbeitszeit von Männern und Frauen driftet auseinander
von Ute Abraham
Die Erwerbsarbeitszeit ist ein entscheidender Faktor für die Gleichstellung von Frau und Mann. Vermittelt über das daraus erzielte Einkommen entscheidet sich, ob Frauen über eine eigene Existenzsicherung verfügen und, davon abgeleitet, eine eigenständige Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter. weiterlesen
Argentinien: «Schwarzer Mittwoch» in Buenos Aires
Massendemonstration gegen Morde an Frauen
von Ana Fornaro
Am 19. Oktober, einem Mittwoch, demonstrierten 100000 Menschen in Buenos Aires unter starkem Dauerregen gegen die grassierende Gewalt gegen Frauen: Von 2008 bis 2016 wurden in Argentinien 2094 Morde aus Frauenhass registriert. Unmittelbarer Anlass für die Großdemonstration war der Tod der 16jährigen Lucía Pérez, sie war am 8. Oktober vergewaltigt und ermordet worden. weiterlesen