Generalstreik gegen den Kapp-Putsch 1920
Die Revolution hebt wieder ihr Haupt
von Manuel Kellner
Nach dem blutigen Rückschlag der deutschen Revolution in Berlin schrieb Rosa Luxemburg am 14.Januar 1919 in der Roten Fahne der KPD: «Eure Ordnung ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon ‹rasselnd wieder in die Höh› richten und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: ‹Ich war, ich bin, ich werde sein.›» weiterlesen
Eine lesenswerte Studie zur deutschen Revolution
Axel Weipert: Die Zweite Revolution. Rätebewegung in Berlin 1919/1920
von mke
Berlin, Brandenburg: be.bra, 2015. 476 S., 32 Euro
Im Gegensatz zu dem, was der Titel ausdrückt, beschränkt sich die Studie nicht auf Berlin. Berlin war zwar der politische Mittelpunkt des deutschen Reichs und das Epizentrum der Arbeiter- und Soldatenrätebewegung, der Autor geht aber immer wieder auf Ereignisse in anderen Teilen Deutschlands ein. weiterlesen
«Eine Zeit bricht zusammen»
Erster Weltkrieg und Revolution 1918/19 – die Erschütterungen hinter den Ereignissen
von Paul B. Kleiser
Den Traum von einem einigen deutschen Reich gab es – zumindest unter Intellektuellen – seit napoleonischer Zeit. Doch erst in der Revolution 1848 wurde der Versuch gemacht, diese Einheit auf revolutionärem Wege herbeizuführen. weiterlesen
Die Wochen der Münchener Räterepublik
Das tragische Ende einer Farce
von Manuel Kellner
Der erste Ministerpräsident von Bayern, Kurt Eisner, Mitglied der dort sehr schwachen USPD, war vor Beginn der deutschen Revolution eher durch seine Theaterkritiken als durch eine besondere politische Rolle aufgefallen. Er war auch nicht für die dauerhafte Errichtung einer Rätemacht, sondern durchaus für die Einberufung der Nationalversammlung. Seiner Meinung nach sollten Parlamente und Räte einander ergänzen. weiterlesen
Richard Zach (1919–1943)
Ein verkannter österreichischer Dichter und Antifaschist
von Angela Klein
«Werde ein guter Bürger, mein Sohn.
Glaube an Volk und Tradition.
Und eines lass Dir ewiglich raten:
Du, wage es nie, mit dem Staate zu raufen. weiterlesen
Die Märzstreiks 1919
Räte als Organe der Aktionseinheit
von Manuel Kellner
Die Niederschlagung der Massenbewegung im Januar und die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin waren nicht das Ende der deutschen Revolution. Auch im Februar gab es in vielen Städten Streiks und Widerstand gegen die gewaltsamen Versuche von Freikorps und Reichswehr, die Räte zu beseitigen. weiterlesen
Versäumte linke Einheit
Die Revolutionären Obleute 1916–1919 und die KPD
von Manuel Kellner
Die Revolutionären Obleute spielten während des Krieges und in der Novemberrevolution eine zentrale Rolle. Sie waren unabhängig von den bestehenden Gewerkschaftsstrukturen gewählte betriebliche Vertrauensleute und in zahlreichen Industriebetrieben, besonders in den Berliner Rüstungsbetrieben, verankert. Sie lehnten sich gegen die Unterstützung des Krieges durch die SPD und gegen die Burgfriedenspolitik auf. weiterlesen
100 Jahre KPD
Das lebendige Erbe des frühen deutschen Parteikommunismus
von Florian Wilde*
Inmitten des von der Novemberrevolution ausgelösten Umbruchs vereinigten sich zur Jahreswende 1918/19 der Spartakusbund und die Internationalen Kommunisten Deutschlands zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). weiterlesen
Revolution in der Frontstadt Köln? Gott bewahre…
Wie der christliche Oberbürgermeister Konrad Adenauer 1917/18 die «Gefahr des Bolschewismus» abwandte
von Werner Rügemer*
Nach dem Sieg Preußens über Frankreich und der Gründung des deutschen Kaiserreiches 1870/71 wurde Köln an der Rheingrenze zur hochgerüsteten Frontstadt gegen den Erzfeind Frankreich ausgebaut. Die Stadt wurde zur deutschen «Wacht am Rhein» – Festungsstadt mit Forts, Schützengräben, militärischen Gleisanlagen. Der preußische Militärgouverneur befahl über das Militärgefängnis und die Garnison mit ständig 8000 Soldaten. Der Neumarkt war ihr Exerzierplatz. Im benachbarten Porz-Wahn wurde der schon länger bestehende Truppenübungsplatz weiter ausgebaut. […] weiterlesen
Januar 1919 in Berlin
Der Mythos vom Spartakusaufstand
von Reiner Tosstorff
Die Mär vom «Spartakusaufstand» geistert bis heute herum. Sie ist gleichsam zur offiziellen deutschen Ideologie geworden. Die SPD, die mit Regierungschef Friedrich Ebert und ihrem Kriegsminister Gustav Noske bewusst das fatale Bündnis mit den Freikorps eingegangen war, nutzte ihn weidlich. Skrupellose Rechtfertiger aus den Reihen der Täter (die zugleich versuchten, ihre Taten zu vertuschen) taten dies auch. weiterlesen
Ultralinke Stimmung
Eindrücke vom Gründungsparteitag der KPD
von Manuel Kellner
Das Protokoll des Gründungsparteitags der KPD vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Zustand der jungen kommunistischen Bewegung. Es lohnt sich, es sorgfältig zu studieren und auf Bildungsveranstaltungen darüber zu diskutieren. weiterlesen
«Russische Zustände» an der Spree?
Revolution und Rätebewegung
von Axel Weipert*
Oft wird den Deutschen nachgesagt, sie seien kein Volk von Revolutionären. Vor hundert Jahren aber war das Gegenteil richtig, auch wenn diese revolutionäre Tradition im öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschüttet ist. Denn der zentrale Akteur dieser Revolution war die basisdemokratisch-sozialistische Rätebewegung.
Die Revolution in Deutschland ist untrennbar mit der Gründung von Räten verbunden. In den ersten Tagen waren sie zentrale Akteure der Umwälzung, Anhänger und Gegner identifizierten sie geradezu mit der Revolution selbst. weiterlesen