1. Dezember 2018

100 Jahre Novemberrevolution

Eine lehrreiche Feierstunde
von Manfred Dietenberger

Als die Kronen purzelten und das Volk aufstand, bekamen die Fabrikherren wieder das Knieschlottern. Die Gewerkschaftsführungen aber auch, und so unterzeichneten beide zwölf Tage nach dem Matrosenaufstand in Kiel gemeinsam ein Abkommen, das der Revolution ganz schnell ein Ende bereiten sollte. Die Fabrikherren hielten sich nicht lange daran, sie warteten auf die nächste Gelegenheit, es über Bord zu werfen. Das tun sie heute wieder, wenn auch mit weißen Handschuhen statt dem SA-Knüppel. So führen sie die vielen salbungsvollen Reden, in denen die liberalen Eliten dieses Landes nach 100 Jahren die Novemberrevolution als Geburtsstunde der Republik preisen, selber ad absurdum: Hinter der Tünche steckt der Klassenkampf. weiterlesen

1. Dezember 2018

Die deutsche Revolution im Dezember 1918

Vorbereitung des Bürgerkriegs
von Manuel Kellner

Am zweiten Tag der deutschen Revolution vom 9. November 1918 war Friedrich Ebert vom scheidenden Reichskanzler Max von Baden zum Reichskanzler ernannt worden. Die Arbeiter- und Soldatenräte der Hauptstadt Berlin machten ihn sofort darauf zum Vorsitzenden des Rats der Volksbeauftragten, bestehend aus drei SPD- und drei USPD-Mitgliedern, und damit zum Regierungschef der Räterepublik. weiterlesen

1. Dezember 2018

Die Rätedemokratie: Auch 100 Jahre danach noch eine konkrete Utopie

Eine Biografie von Richard Müller
von Reiner Tosstorff

Ralf Hoffrogge: Richard Müller. Der Mann hinter der Novemberrevolution. Berlin: Dietz, 2018. 24,90 Euro

Ralf Hoffrogge zeichnet in seinem neuen Buch das Leben eines der zentralen Akteure der Rätebewegung, Richard Müller, nach. weiterlesen

1. Dezember 2018

200 Jahre Karl Marx – Ein Rückblick auf die Debatte anlässlich des Jubiläums

Ausblick auf die Bedeutung marxistischer Theorie und Praxis
von Winfried Wolf

Grundlage des folgenden Textes ist die Rede, die Winfried Wolf am 5. Mai 2018 in Köln auf der Veranstaltung der SoZ zum 200. Geburtstag von Karl Marx hielt. Die Rede erschien zum erstenmal in Lunapark21 (Heft 42, Sommer 2018) und wurde für die dortige Veröffentlichung bearbeitet und deutlich erweitert. Der Abdruck in der SoZ geschieht mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Alle Welt schrieb im letzten Jahr über «150 Jahre ‹Das Kapital›». Alle Welt schreibt in diesem Jahr über «200 Jahre Karl Marx» – und auch über «170 Jahre Kommunistisches Manifest». Deutlich weniger, aber immer noch viel, wird 2020 die Rede sein von «200 Jahre Friedrich Engels». weiterlesen

1. Dezember 2018

200 Jahre Karl Marx, Teil 9

Technologie ist nicht neutral
von Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist». Aktuell bleibt auch seine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, die «die Erde und den Arbeiter untergräbt». Immer bereit an allem zu zweifeln, verdient er nicht, zum Säulenheiligen gemacht zu werden. Sein Konzept der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse als Mittel universaler Emanzipation bleibt allerdings entscheidender Bestandteil des revolutionären Kampfes für eine weltweite sozialistische Gesellschaft. weiterlesen

1. November 2018

Jahrestage

Wer keine Zukunft sieht, hat auch keine Geschichte
von Ingo Schmidt

So viel Erinnerungsarbeit wurde lange nicht geleistet. Doch den unzähligen Büchern, Ausstellungen und Feuilletonartikeln, die den Revolutionen von 1848, 1918 und 1968 gewidmet sind, haftet etwas Gespenstisches an. Nicht im Sinne eines die herrschenden Mächte verängstigenden Gespenstes des Kommunismus, das Marx und Engels am Vorabend der 1848er Revolution beschworen, sondern einer von der Gegenwart abgeschnittenen Vergangenheit. weiterlesen

1. November 2018

Kein deutscher Oktober

Die kurze Blüte der deutschen Revolution
von Manuel Kellner, Angela Klein

Die Massenmedien erinnern heute an den 9.November als «Geburtsstunde der Demokratie». Damals aber wollten sie davon nichts wissen. Erst die nicht wegzudiskutierende Niederlage im Krieg und die Wucht der revolutionären Bewegung mit der Schaffung potentieller Organe der Gegenmacht in Form der Räte nötigte die alten Machthaber, abzudanken. weiterlesen

1. November 2018

Der Kieler Matrosen- und Arbeiteraufstand 1918…

… und die Politik der Linken
von Klaus Kuhl*

Die USPD hatte in Kiel nach Aussagen Lothar Popps¹ die Revolution und damit den Sturz der Regierung bereits im Januar 1918 vorbereitet, vermutlich in enger Abstimmung mit Berlin. Dabei sollten Landmarineeinheiten eine wichtige Rolle spielen. Die Vorstellung der USPD war, im Verlauf von ausgedehnten Streiks und Unruhen mit militärischen Einheiten zentrale Positionen zu besetzen und damit den Umsturz durchzuführen. Dies wurde jedoch durch die Verhaftung einer ganzen Reihe von führenden Kieler USPD-Mitgliedern verhindert. weiterlesen

1. November 2018

Vor 100 Jahren: Frauen dürfen wählen!

Waren damit alle Frauenträume erfüllt?
von Gisela Notz

In vielen Veröffentlichungen zum 100.Jahrestag der Durchsetzung des Frauenwahlrechts werden heute vor allem die Verdienste der Frauen aus der bürgerlichen Frauenbewegung hervorgehoben, die für das Stimmrecht gekämpft haben, aber lange Zeit nicht wussten, ob sie das wirklich auch für die unteren Klassen erkämpfen sollen. Vergessen wird der Kampf der sozialistischen Arbeiterinnenbewegung, ohne den das allgemeine und gleiche Wahlrecht für Frauen nicht durchgesetzt worden wäre. weiterlesen

1. November 2018

Fortgesetzte Geschichtsfälschung

Arn Strohmeyer antwortet auf die «Ausstellung zur Staatsgründung Israels»
von Hermann Dierkes

Arn Strohmeyer: Ein klassischer Fall von Geschichtsfälschung. Eine Gegendokumentation. Herne: Gabriele Schäfer Verlag, 2018. 157 S., € 14,90

2008 jährte sich zum 60.Mal die Nakba, die Katastrophe mit Vertreibung, Massakern, Flucht, Zerstörung und Enteignung, mit der das palästinensische Volk die Staatsgründung Israels bezahlen musste – und bis heute bezahlt. weiterlesen

1. November 2018

200 Jahre Karl Marx, Teil 8

Zerstörerische «Reinigungskrisen» und Zusammenbruch
von Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist». Aktuell bleibt auch seine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, die «die Erde und den Arbeiter untergräbt». Immer bereit an allem zu zweifeln, verdient er nicht, zum Säulenheiligen gemacht zu werden. Sein Konzept der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse als Mittel universaler Emanzipation bleibt allerdings entscheidender Bestandteil des revolutionären Kampfs für eine weltweite sozialistische Gesellschaft. weiterlesen

1. Oktober 2018

Prag 1968: Demokratie in die Betriebe

Das Herzstück sozialistischer Demokratie
von Karel Kovanda*

In den tschechoslowakischen Medien entfaltete sich im Frühjahr 1968 eine intensive öffentliche Diskussion über Fragen der Arbeiterselbstverwaltung. In der Wochenzeitung Reporter erschien im April ein «Offener Brief an die tschechoslowakischen Arbeiter», der zur Bildung einer Arbeiterbewegung für die Selbstverwaltung aufrief. weiterlesen