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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 03/2013 |

Water makes money

Kurzer Prozess
Am 14.Februar fand in Paris der Prozess gegen den Film Water makes money statt. Der Film beleuchtet die Praktiken des französischen Konzerns Veolia und basiert auf Insiderinformationen eines Mitarbeiters von Veolia, Jean-Luc Touly. Dieser stand deshalb, zusammen mit dem französischen Vertrieb La Mare aux Canards, im Zentrum der Anklage.
Veolia bestreitet Toulys Behauptung, der Konzern habe ihm eine Million Euro geboten. Zum anderen klagt er gegen die Verwendung des Begriffs „Korruption“. Der Konzern bestreitet nicht die im Film gezeigten Fakten, nur mit dem strafrechtlich relevanten Wort „Korruption“ hätte man sie nicht benennen dürfen! Der Prozess ging aus wie das Hornberger Schießen… Was sich im Laufe der siebenstündigen Verhandlung entwickelte, hatte keiner erwartet:

Der Strafprozess wurde zu einem politischen Tribunal gegen die privaten Wasserkonzerne: Jean-Luc Touly nutzte seine Verteidigungsrede dazu, ausführlich über die Machenschaften des Konzerns, die er persönlich erlebt hat, zu berichten. Nach der Vereidigung hörten die Anwesenden geradezu atemlos zu, was zehn Zeugen der Verteidigung über strukturelle Korruption und Bestechung bei Veolia, aber auch bei Suez, zu sagen hatten. Manchmal ging ein Raunen durch den Saal, ob der Ungeheuerlichkeit der aufgeführten Beispiele, der Millionen Bestechungsgelder. Der Gegenanwalt stellte kaum mehr Fragen an die Zeugen. Allen war klar: Eigentlich gehören die privaten Konzerne vor Gericht. Nur an die Pariser Vizebürgermeisterin ging die Frage, warum sie am Film Water Makes Money mitgewirkt habe: Das Thema der Wasserversorgung sei in Frankreich nie öffentlich diskutiert worden. Der Film habe genau das provoziert und erreicht. Das Plädoyer der jungen Staatsanwältin mündete dann anschließend darin, sie sehe keinen berechtigten Anlass mehr für eine Klage Veolias! Das Urteil ergeht am 28.März. Ein vollständiger Sieg ist jetzt möglich, Veolia wird dann aber wahrscheinlich in Revision gehen.
Quelle: watermakesmoney.com/index.php/de/der-prozess


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