Polnische Presseschau 246 vom 26.11.2025
zusammengestellt von Norbert Kollenda
Diese Ausgabe blickt auf die angespannte Lage im polnischen Gesundheitswesen, die Krystyna Ptok klar benennt. Ein Schülervertreter schildert die Irrwege und ständigen Richtungswechsel im Bildungssystem. Im politischen Bereich stehen die wachsenden Spannungen zwischen Premierminister Tusk und Präsident Nawrocki im Mittelpunkt – sichtbar auch am polnischen Unabhängigkeitstag am 11. November, den Teile der Rechten zunehmend als Kampftag instrumentalisieren, mit Nawrocki an der Spitze. Thematisiert werden zudem neue Untersuchungen zu den polnisch-deutschen Beziehungen, einschließlich der von der PiS geschürten Angst, Wroclaw könne „germanisiert“ werden. Ein Rückblick erinnert an den historischen Brief der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe vom 18. November 1965 („Wir verzeihen und bitten um Verzeihung“) und an die aktuelle Diskussion darüber. Abschließend geht es um die Ernennung von Grzegorz Rys zum neuen Erzbischof von Krakau. (Norbert Kollenda)
weiterlesenMoral in Zeiten des Krieges kennt keine Ethik mehr
von Jürgen Meier
Der Krieg ist die Fortsetzung des ökonomischen Konkurrenzkampfes, geführt unter der Leitung einer Regierung, deren Aufgabe es ist, das Militär-/Industrie-/Energie-/Bildungs- und Gesundheitswesen, die Kirche, die Infrastruktur so auszurichten, dass die Bevölkerung einer Nation bereit ist gegen andere Völker zu kämpfen.
weiterlesenNo Kings – „Wir sind die Mehrheit“
von Malik Miah, 23. Oktober 2025
Die Proteste gegen Trump nehmen Fahrt auf
Über sieben Millionen Menschen versammelten sich am 18. Oktober in den Vereinigten Staaten zu Protesten unter dem Motto „No Kings”. Demonstrationen fanden in 2700 Städten und Gemeinden in 50 Bundesstaaten sowie in Washington DC statt. Demonstrationen gab es zudem in 18 Ländern. Es war der zweite „No Kings Day”, seit Donald Trump vor neun Monaten Präsident wurde. Der erste im Juni dieses Jahres hatte landesweit fünf Millionen Menschen auf die Straße gebracht.
weiterlesenGemeinnütziger Diktator
von Gaston Kirsche
Die Nationale Stiftung Francisco Franco soll 50 Jahre nach dessen Ableben wegen Verherrlichung des Diktators und seines Regimes aufgelöst werden.
Die Fundación Nacional Francisco Franco (Nationale Francisco-Franco-Stiftung, FNFF) wurde am 8. Oktober 1976 von Carmen Franco Polo, der einzigen Tochter des Diktators in das spanische Register der gemeinnützigen Organisationen eingetragen. 11 Monate zuvor, am 20. November 1975 war der Diktator an Altersschwäche gestorben. Der von Franco eingesetzte König Juan Carlos I. war 1976 bereits Staatsoberhaupt und Spanien mitten in der Transición, dem Übergang zur Demokratie.
weiterlesenPolnische Presseschau 245 vom 09.11.2025
zusammengestellt von Norbert Kollenda
Liebe Leserinnen und Leser,
in dieser Ausgabe geht es um Verbrechen und Verbrecher – und um es mit Wladyslaw Frasyniuk zu sagen: Es geht nicht um politische Korrektheit, sondern darum, die Dinge beim Namen zu nennen. Zum einen um die Verbrechen an der polnisch-belarussischen Grenze, die vom Staat gebilligt wurden und unter der neuen Regierung sogar noch verschärft wurden.
Zum anderen um den ehemaligen Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro, der sich offenbar derzeit bei Viktor Orbán versteckt. In seiner Amtszeit hat er nicht nur die Rechtsstaatlichkeit ad absurdum geführt, sondern sich nach Auffassung der Ermittler auch krimineller Strukturen bedient. Und schließlich geht es um Papst Johannes Paul II., der nach neuen, bislang unter Verschluss gehaltenen Briefen wissentlich Täter und Verbrechen an wehrlosen Kindern gedeckt hat.
Junge Union: Ein Haufen unreflektierter, narzisstischer Egos
ein Kommentar von Gerhard Klas
Wer erinnert sich noch an Junge Unionler, damals, in der Schule, 70er, 80er, 90er Jahre? Das Gendern erübrigte sich. Ihr Motto im Unterricht: Durchkommen ohne anzuecken. Karriereristen eben. Mit 18 gleich ein möglichst fettes Auto. Oder mit dem Mercedes von Papa fahren. Ein bisschen spekulieren an der Börse. Einmal im Jahr verteilten sie Werbezettel, auf denen sie zu JU-Parties mit schlechter Musik, kostenlosen Bratwürsten und Bier einluden. Bezahlt von der Partei. Schülerinnen verirrten sich kaum dorthin. Nach dem Abi Bundeswehr.
weiterlesenDie italienische Rechte und Israel: Eine Komplizenschaft mit Geschichte
von Matteo Tiratelli
Von den Rassengesetzen bis zur Komplizenschaft beim Völkermord in Gaza: der Weg der italienischen Rechten
Nur wenige Länder weisen, wenn es um Palästina geht, eine so große Kluft zwischen der öffentlichen Meinung und dem Staat auf wie Italien. Die italienische Regierung ist eine von nur drei Regierungen – die anderen sind Deutschland und die USA –, die seit 2020 weiterhin konventionelle schwere Waffen an Israel liefern. Neben Kampfhubschraubern, Schiffsgeschützen und Bauteilen für israelische F-35-Kampfflugzeuge hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ihrem israelischen Amtskollegen Netanyahu weiterhin diplomatischen Rückhalt gewährt und sich geweigert, auch nur die symbolische Geste der Anerkennung des (noch weitgehend nominellen) palästinensischen Staates zu vollziehen. Das italienische Volk hingegen hat lautstark seine Unterstützung für die Befreiung Palästinas zum Ausdruck gebracht.
weiterlesenArtikelübersicht November 2025
Innen
Politik der CDU/CSU ist Wegbereiterin für die AfD, von Gerhard Klas
Jugendverbände mobilisieren gegen die kommende Wehrpflicht, von Wolfgang Pomrehn
Neues aus dem Bundestag, von Violetta Bock
Rentenpaket 2025, von Nele Johannsen
Deutsche Wohnen enteignen, von David Stein
International
Frankreich: Die Reichen sollen zahlen, Gespräch mit Olivier Besancenot
Palästinensische Reaktionen, von Angela Klein
Griechenland: In den Klauen der Konzerne und Finanzfonds, von Wolfgang Pomrehn
Macron, Merz & Starmer: Nachhut der liberalen Demokratie, von Ingo Schmidt
Nepal und die globale Generation in Revolte, von Sushovan Dhar
Niederlande: Wilders treibt die rechte Mitte vor sich her, von Alex de Jong
Gaza: Das Töten geht weiter, von Muhammad Shehada
Ökologie & Klima
UN-Klimakonferenz COP30: EU hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht, von Wolfgang Pomrehn
Vor dem 30.UN-Klimagipfel in Brasilien, von Antônio Andrioli
Klima und Klassenkampf, von John Clarke
Schritte zur klimagerechten Gesellschaft, von Sarah Glynn
Wir stehen kurz vor den Points of no Return im Klimasystem, von Annette Schlemm
Lisa Poettinger: Klimakollaps und soziale Kämpfe. Über Klimaschutz in einer ungerechten Welt, von Angela Klein
Grüner Kolonialismus. Zwischen Energiewende und globaler Gerechtigkeit. Hrsg. Miriam Lang, von Rolf Euler
Wie grün ist der grüne Kapitalismus? – Autoproduktion in Serbien, von Lars Hirsekorn
Lithium: ein Leichtmetall als geopolitischer Zankapfel, von Matthias Becker
Ökonomie: Kapital & Arbeit
Den Rechtsruck auch in den Betrieben stoppen, von Gerhard Klas
Feuilleton
Äpfel, Birnen, Quitten, von Rolf Euler
Christian Stache: System Update oder System Change? Glanz und Elend des Ökosozialismus, von Michael Heldt
Debatte: Demokratie überwinden, bevor sie sich abschafft!, von Jörg Bergstedt
Fabian Scheidler: Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen, von Albrecht Kieser
Apokalypse in den Tropen. Dokumentarfilm (auf Netflix). Brasilien 2024. Regie: Petra Costa, von Ayse Tekin
Lisa Poettinger: Klimakollaps und soziale Kämpfe. Über Klimaschutz in einer ungerechten Welt, von Angela Klein
500 Jahre Bauernkrieg, Teil 8, von Angela Klein
Grüner Kolonialismus. Zwischen Energiewende und globaler Gerechtigkeit. Hrsg. Miriam Lang, von Rolf Euler
Der Bergarbeiteraufstand 1525 im Königreich Ungarn, von Kai Böhne
Zum 125.Geburtstag von Anna Seghers, von Volker Brauch
Verhandeln bis es brennt
Die EU hat für die COP30 ihre Hausaufgaben nicht gemacht
von Wolfgang Pomrehn
Es wird mal wieder übers Klima gesprochen. Im brasilianischen Belém, an der Amazonasmündung, beginnt kurz nach Erscheinen dieser Ausgabe die diesjährige UN-Klimakonferenz, die 30. ihrer Art. Viel ist in den letzten 35 Jahren über Klimaschutz verhandelt und gestritten worden, doch geschehen ist wenig – viel zu wenig.
weiterlesenFrankreich: Die Reichen sollen zahlen
Die Regimekrise in Frankreich und Ansätze zu ihrer Lösung
Gespräch mit Olivier Besancenot
Olivier Besancenot ist einer der Sprecher der Neuen Antikapitalistischen Partei (NPA) in Frankreich.
Das Gespräch führte Angela Klein.
Palästinensische Reaktionen
Kein Frieden, kein Plan
von Angela Klein
Lange Trecks von Palästinensern, die nach Hause zurückkehren – ein Steinhaufen, kein Zuhause –, und die Freilassung der restlichen Geiseln haben für einen kurzen Moment einen Hoffnungsschimmer verbreitet. Er hat sich bereits wieder verdüstert. Noch während Donald Trump sich in Jerusalem und im ägyptischen Sharm-el-Scheikh als Friedensapostel feiern ließ, erschoss die israelische Armee fünf Palästinenserkinder.
weiterlesenBrandbeschleuniger CDU
Einstürzende Mauern
von Gerhard Klas
Dafür muss man nicht links sein: Es ist schon einiges an Hirnakrobatik nötig, um die offiziellen Verlautbarungen der CDU noch nachvollziehen zu können.
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