Weltweit gegen Gewalt gegen Frauen
V-Day – Valentinstag mal anders
von Angela Huemer
Das V in V-Day steht für Victory, Valentine und Vagina (V-Day ist ansonsten im englischsprachigen Raum der Begriff für den Tag, an dem die Alliierten 1944 an der Küste der Normandie landeten). Initiatorin des V-Days ist die amerikanische Autorin Eve Ensler, am bekanntesten ist wohl ihr Theaterstück Die Vagina-Monologe. Neben ihrer schriftstellerischen und künstlerischen Tätigkeit ist Eve Ensler Aktivistin gegen Gewalt gegen Frauen. Die V-Day-Bewegung hat bis dato mehr als 80 Mio. Dollar gesammelt, mit denen u.a. rund 12000 Programme gegen Gewalt gegen Frauen finanziert wurden, außerdem Frauenhäuser in Ländern wie Demokratische Republik Kongo, Haiti, Kenya, Ägypten und Irak.
Alice im Niemandsland: Alice Schwarzer in der Kritik
Miriam Gebhardt: Alice im Niemandsland. Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor.
München: DVA, 2012. 19,99 Euro
von Paul B. Kleiser
Das Buch der in Konstanz lehrenden Autorin Miriam Gebhardt mit dem Untertitel «Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor» ist nicht nur eine Kritik an den Positionen und der dominanten Rolle, die Alice Schwarzer, als Schülerin von Simone de Beauvoir, seit den 70er Jahren in der deutschen Frauenbewegung einnimmt. Es bringt einen Abriss der Entwicklung der deutschen und internationalen Frauenbewegung und geht der Frage nach, warum die Situation in Deutschland – verglichen mit anderen westlichen Ländern und selbst mit der Vergangenheit im Kaiserreich und in der Weimarer Republik – so provinziell ist. Eine erklärte Antifeministin wie Kristina Schröder konnte hierzulande Frauenministerin werden.
Betreuungsgeld – für die CSU
von Rolf Euler
Der Bundesrat hat am 14. Dezember endgültig über die Einführung des Betreuungsgelds entschieden, es wird – bis zur von der SPD angekündigten Abschaffung bei Regierungsübernahme – ab nächsten August gezahlt.
Der arabische Raum und die Frauen
Bildung und Kleinfamilie verändern die Rolle der Frauen in der Gesellschaft
von Gema Martín Múñoz
Die arabischen Gesellschaften werden von Außenstehenden oft als rigide wahrgenommen, resistent gegenüber Veränderungen, weil meist nur die herrschende Schicht gesehen wird, die sich gegen Entwicklung und Veränderung wehrt. Das vorherrschende Frauenbild ist das von Opfern, passiv, exotisch, verhüllt, die eher auf Ereignisse reagieren, anstatt aktiv daran teilzunehmen.
1000 Kreuze in die Spree
Die «Lebensschützer» rühren sich wieder
von Gisela Notz
Sie marschieren wieder, die christlichen Fundamentalisten und militanten Abtreibungsgegner vom Bundesverband Lebensrecht. 1000 Kreuze tragen sie am 18.September 2010 durch die Berliner Straßen, wenn sie nicht daran gehindert werden. Sie wollen für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und der Öffentlichkeit einprägen, dass in Deutschland täglich 1000 Kinder abgetrieben werden, wie sie zu wissen vorgeben.
Mindestlohn ist ein Frauenthema
Armut hat viele Gesichter
von Gisela Notz
Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer zahlreicher. Jeder achte Mensch in der Bundesrepublik lebt an der Armutsgrenze, ohne staatliche Leistungen wäre es jeder vierte. Armut trifft längst auch die Mittelschichten und Menschen, die den ganzen Tag einer Erwerbsarbeit nachgehen. Dafür liegt Deutschland weltweit auf Platz 3 der Liste der Milliardäre.
Weltfrauenmarsch 2010
Nach 2000 und 2005 findet in diesem Jahr der 3.Weltfrauenmarsch statt.
Abtreibungsprozess in Polen
Alicja Tysiac trotzt Staat und Kirche
von Norbert Kollenda
Alicja Tysiac wurde in Polen das geltende Recht, aus gesundheitlichen Gründen die Schwangerschaft abzubrechen, verweigert (siehe SoZ 02/10). Der Europäische Gerichtshof in Straßburg verurteilte daraufhin den polnischen Staat, weil er für die Einhaltung seiner Gesetze keine Rahmenbedingungen geschaffen hatte.
Das Betreuungsgeld
Sozial- und gleichstellungspolitisch ein Rückschritt.
von Gisela Notz
«Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro, gegebenenfalls als Gutschein, für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt werden.» So steht es im schwarz-gelben Koalitionsvertrag unter Kapitel III