Nur Online 28. August 2026

Von Redaktion

Wir geben nachfolgend eine Pressemitteilung der BUND-Jugend zur Wahl des Jugendwortes des Jahres wieder.


Ins Finale des Bundesjugendworts 2026 gehen: „Mehrzweckeier“, „Peak“ und „Ragebait“

Berlin, 28. 8. In der letzten Woche haben sich über 120.000 junge Menschen an der Abstimmung des Bundesjugendworts beteiligt. Nun stehen die Top 3 Kandidaten des Bundesjugendwortes 2026 fest. Die finale Abstimmung zum Bundesjugendwort findet auf der Webseite bundesjugendwort.de statt. Bis zum 9. Oktober können dort nun junge Menschen das Bundesjugendwort wählen. Im Finale stehen dabei:

• Mehrzweckeier
• Peak
• Ragebait

Die Auswahl der Wörter für das Finale erfolgte ausschließlich auf Basis der Abstimmungsergebnisse der letzten Runde. Die Wörter sind in alphabetischer Reihenfolge angegeben.

Zum Hintergrund

Die BUNDjugend gibt dieses Jahr gemeinsam mit weiteren Jugendverbänden das Bundesjugendwort 2026 heraus. Parallel zur kritisch betrachteten Vergabe eines Jugendwortes durch den Langenscheidt-Verlag können junge Menschen auf bundesjugendwort.de für das Bundesjugendwort abstimmen. In den letzten Wochen fand bereits die Abstimmung unter den Top 10 Begriffen des Langenscheidt-Verlags sowie dem Wort „Mehrzweckeier“ statt, an welcher sich über 120.000 junge Menschen beteiligt haben. Ab dem 28. August können junge Menschen final zwischen den 3 Wörtern „Mehrzweckeier“, „Peak“ und „Ragebait“ abstimmen. Am 10. Oktober wird der Sieger für das Bundesjugendwort bekannt gegeben.

Politischer Kontext

Im Zuge der steigenden Unzufriedenheit insbesondere junger Menschen mit der Bundesregierung fanden in den letzten Monaten immer wieder große Protestaktionen statt. Nach der Festnahme eines Jugendlichen wegen seines Protestschildes mit der Aufschrift „Merz leck Eier“ wurde dieser Spruch zum Symbol und zur geflügelten Formulierung, die diese Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Kabinett vor allem in den sozialen Medien zum Ausdruck bringt. Mit den Entscheidungen der letzten Monate verantworten CDU/CSU und SPD große Gefährdungen der Sicherheit, Gesundheit und Lebensgrundlagen junger Menschen, wofür sie wiederholt von Jugendverbänden und der Zivilgesellschaft kritisiert werden. Dass der Langenscheidt-Verlag sich dagegen entscheidet, die massenhaft eingereichten Varianten von „Mehrzweckeier“ überhaupt in das weitere Voting aufzunehmen, kritisieren wir als Jugendverbände zutiefst. Dieser Vorgang steht exemplarisch dafür, wie jungen Menschen in Deutschland begegnet wird: In entscheidenden Fragen wird sich gegen die Beteiligung junger Menschen entschieden. Auch inhaltlich werden die Themen junger Menschen nicht ernst genommen: 
Vernachlässigung von Klima- und Naturschutz, Kürzungen in der Jugendarbeit, Abbau von Maßnahme für Queeres Leben und vieles mehr. Statt die Anliegen junger Menschen ernst zu nehmen, werden wir im Diskurs nicht beachtet.

Es verwundert uns daher nicht, dass gerade dieser Begriff nun auch in die Top 3 eingezogen ist. Das lässt darauf schließen, dass der Langenscheidt-Verlag schon erwarten konnte, dass die Mehrzweckeier auch ein Kandidat für das Jugendwort des Jahres waren.

Jugendwörter allgemein

Junge Menschen können nicht mit einem einfachen Wort beschrieben werden. Junge Menschen sind viele und junge Menschen sind vielfältig. Dies prägt auch unsere Sprache, die in unterschiedlichen Bubbles teils stark auseinandergehen kann. Trotz dieser Vielfalt halten wir eine selbstbestimmte, offene Wahl eines Jugendworts dennoch für sinnvoll, denn: Das Jugendwort des Jahres ist einer der wenigen Anlässe im Jahr, in denen jungen Menschen besondere mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Wir fragen uns, warum dieses Wort zu Marketingzwecken von einem privaten Verlag herausgegeben wird, ohne bundesweit aktive demokratische Jugendverbände in den Prozess zu integrieren und von deren Expertise zu profitieren. Das möchten wir dieses Jahr ändern. 

Klimafreundliche Grüße,

der Bundesvorstand der BUNDjugend

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.


Kommentare als RSS Feed abonnieren