Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Afrika 1. Oktober 2017

Der deutsche Völkermord an den Herero

Bis heute ungesühnt
von Klaus Engert

Die Geschichte Schwarzafrikas ist voll von Kriegen und Massakern an der einheimischen Bevölkerung. Aber die fast völlige Auslöschung eines ganzen Volkes, der Herero, in der damaligen deutschen Kolonie Südwestafrika (heute: Namibia) ist etwas Einmaliges und für Deutschland etwas Besonderes. Das Thema ist ungebrochen aktuell, denn erst jetzt, nach über 100 Jahren, wurde dieser Völkermord endlich offiziell als das anerkannt, was er ist.

Buch 1. Oktober 2017

Bruno Latour: Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime.

Berlin: Suhrkamp, 2017. 522 S., 32 €
von Gerhard Klas

Eher geht die Welt unter…

Gaia ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, die Göttin, die die Erde verkörpert. Ihr Problem: Sie ist von einer Krankheit befallen, die Menschheit heißt. So könnte man eine Grundthese von Bruno Latours Buch Kampf um Gaia skizzieren.

Geschichte 1. Oktober 2017

100 Jahre russische Revolution, Teil 7

Oktoberrevolution – Putsch oder Aufstand?
von Manuel Kellner

Der Sturz der Kapitalherrschaft durch Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte hat viele spätere antikapitalistische Bewegungen inspiriert. Die bürokratische Diktatur diskreditierte jedoch die sozialistische Idee. 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst. Was bleibt hundert Jahre nach der Oktoberrevolution?*

Buch 1. Oktober 2017

150 Jahre Das Kapital

Ein ungelöster Fall
von Ingo Schmidt

Das Kapital ist einer jener Krimis, bei denen die Leser schon früh wissen, wer der Bösewicht ist. Ob er gefasst wird, bleibt aber bis zum Ende offen. Bisher wurde er nicht gefasst. Deswegen ist seit Marx’ Tod eine Reihe weiterer Folgen geschrieben worden.

Die Geschichte beginnt in einer gespenstischen Welt. Sie wirkt friedlich und frei. Sie wird von Menschen bewohnt, die untereinander Waren tauschen.

Geschichte 1. September 2017

100 Jahre russische Revolution, Teil 6

September: Kurs auf den bewaffneten Aufstand
von Manuel Kellner

Der Sturz der Kapitalherrschaft durch Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte hat viele spätere antikapitalistische Bewegungen inspiriert. Die bürokratische Diktatur diskreditierte jedoch die sozialistische Idee. 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst. Was bleibt 100 Jahre nach der Oktoberrevolution?*

Buch 1. September 2017

Marxistische Stalinismuskritik im 20. Jahrhundert. Eine Anthologie

(Hrsg. Christoph Jünke.) Köln, Karlsruhe: Neuer ISP Verlag, 2017. 616 S., 29,80 €
von Manuel Kellner

Zwischen Revolution und Bürokratie

Die Sowjetunion und die Einparteienherrschaft der KPdSU gibt es nicht mehr, die DDR mit der «führenden» Staatspartei SED auch nicht, und die meisten poststalinistischen Kommunistischen Parteien sind kaum noch ein Schatten einstiger Größe. Die bürgerliche Ideologie beherrscht in den besonders kruden Formen des Neoliberalismus Universitäten und öffentliche Meinung. Was liegt da eigentlich an linker, dazu noch marxistischer Stalinismuskritik?

Film 1. September 2017

Das wichtigste Werk der documenta 14

“The most important piece at documenta 14 in Kassel is not an artwork. It’s evidence.”*
von Serdar Kazak

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Bei dem auf der documenta präsentierten Stück des Forschungsinstituts Forensic Architecture der Londoner Goldsmith University handelt es sich nicht um ein Kunstwerk, sondern um einen forensischen Beweis. Wenigstens hatten die Macher am Anfang nicht vor, ein Kunstwerk zu schaffen. Sie hatten den Auftrag, die existierenden Beweise zum neunten NSU-Mord in Kassel zu analysieren und Klarheit über die staatliche Unterstützung und Verwicklung in den Mord herzustellen.

Staat/Parteien 2. Juli 2017

Zum Tode von Helmut Kohl

Der Bimbes-Patriarch
von Paul B. Kleiser

Es war zu erwarten, dass Helmut Kohl, der im neuen Jahrhundert bei seinen seltenen Auftritten wie ein Fossil aus vergangenen Zeiten wirkte, nach seinem Ableben als «Kanzler der Einheit» und als einer der «Väter der europäischen Einigung» gewürdigt würde. In Straßburg wird sogar ein «europäischer Staatsakt» für ihn inszeniert.

Buch 2. Juli 2017

Ulrich Brand, Markus Wissen: Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus.

München: Oekom, 2017. 224 S., 14,95 Euro
von Rolf Euler

Die Autoren greifen ein unter politisch Interessierten hinlänglich bekanntes, aber gesellschaftlich «gern» verdrängtes Thema auf, dessen Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Welt nicht unterschätzt werden kann: die Hegemonie des westlichen Kapitalismus nicht nur als ökonomische Tatsache, sondern auch als gesellschaftliche Belastung, insofern die schädlichen Folgen der Profitwirtschaft das tägliche Leben in immer größerem Umfang durchdringen.

Arbeitskämpfe 2. Juli 2017

Ostwind für Kohl

Berliner Tagung erinnert an den ostdeutschen Widerstand gegen die Abwicklung der ostdeutschen Industrie
von Bernd Gehrke

Am 20.Juni 1992 fand in Ostberlin die 1.Konferenz Ostdeutscher und Berliner Betriebs- und Personalräte statt. 140 Betriebs- und Personalräte aus 70 Betrieben, die 107000 Beschäftigte vertraten, unternahmen damals den selbstorganisierten Versuch zu einem branchen- und regionenübergreifenden Widerstand von Belegschaften in Ostdeutschland gegen die Treuhandanstalt und deren Politik der Deindustrialisierung mittels Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft.

Europa 2. Juli 2017

Wer ist Jean-Luc Mélenchon?

Porträt eines linken Populisten
von Pierre Rousset

Vielen, ob hierzulande oder in Frankreich, gilt er als Linker, zwar ein Reformist und auch nicht unbedingt von der appetitlichen Sorte, aber doch ein Strohhalm. Die Entwicklung, die er in der letzten Zeit durchgemacht hat, legt eher nahe, dass man an seinem Beispiel studieren kann, was linker Populismus ist.

Buch 2. Juli 2017

Rainer Balcerowiak: Die Heuchelei von der Reform. Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt.

Berlin: Edition Berolina, 2017. 144 S., 9,99 Euro
von Peter Nowak

Streitschrift wider den Reformmythos

Nach der Präsidentenwahl in Frankreich wurde der wirtschaftsliberale Emmanuel Macron von deutschen Medien und Wirtschaftsverbänden aufgefordert, möglichst schnell mit den Reformen zu beginnen.