Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Buch 1. Dezember 2017

Regieren auf sozialdemokratisch

Was ein Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2000 mit den Wahlniederlagen der SPD zu tun hat
von Reiner Tosstorff

Michael Naumann ist gewiss kein Name, den man aus der Politik unbedingt kennen muss. Als Kulturminister Schröders von 1998 bis 2001 und gescheiterter Oberbürgermeisterkandidat der Hamburger SPD 2008 hat er nicht sehr viele Spuren hinterlassen. Eher wurde er als Verleger (Rowohlt) und Journalist (Die Zeit, Cicero) wahrgenommen. Seine kurze Zeit davor in der Politikwissenschaft ergab eine Habilitationsschrift über den irischen Sozialisten James Connolly, von den Briten hingerichteter Mitanführer des Osteraufstands von 1916, die allerdings keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.

Geschichte 1. November 2017

Die Verstaatlichung der Revolution…

…und wie man ihr begegnen kann
von Manuel Kellner

Ist es nur der Kalender, der uns zur Beschäftigung mit der «Oktoberrevolution» vom 7.November 1917 (25.Oktober a.St.) in Russland treibt? Ist sie nicht ohne Belang für die Gegenwart? Brauchen wir sie – wie manche unterstellen –, um einen Mythos zu unterhalten, der über den heute so geringen Einfluss revolutionär-sozialistischer Ideen hinwegtrösten soll?

Geschichte 1. November 2017

Die vollendete Revolution

Anmerkungen zur Erinnerungspolitik der russischen Oktoberrevolution
von Christoph Jünke*

Die Oktoberrevolution ist nicht mehr der Prüfstein innerlicher Politik. Trotzdem kommt man nicht an ihr vorbei.

Im Jahre 1967, sozusagen auf halbem Wege von der Russischen Revolution bis heute, hielt Isaac Deutscher seine noch im selben Jahr unter dem Titel Die unvollendete Revolution veröffentlichten Trevelyan-Vorlesungen und zog dabei die Bilanz seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit der sowjetrussischen Revolution und ihren Folgen.

Asien/Australien 1. November 2017

Vom Oktober 1917…

…zum «Sozialismus des 21.Jahrhunderts
von Catherine Samary*

Nicht jede Vergangenheit hat dieselbe Zukunft. Der Oktober 1917 wird nicht leicht beerdigt werden können. Da wurde gewagt, die bestehende Ordnung in Frage zu stellen – ohne Rezepte und nicht ohne tragische Irrtümer, im Kampf mit den Kriegen und der sozialen Gewalt der Herrschenden. Hundert Jahre später, obwohl der Kommunismus nicht mehr als Option erscheint, ähneln die Herausforderungen doch denen des Oktober vor hundert Jahren.

Geschichte 1. November 2017

Die Bolschewiki

Partei einer Klasse, die sich verflüchtigt
von David Mandel

Wie konnte es kommt, dass so kurz nach Eroberung der politischen Macht durch die Räte diese ersetzt wurden durch das Regime der Kommunistischen Partei? Das ist die immer noch virulente Frage im Zusammenhang mit der Oktoberrevolution.

David Mandel hat sich damit in mehreren Aufsätzen beschäftigt, aus einem davon stammt der nachstehende Auszug.*

Geschichte 1. November 2017

Isolation, Gewalt, Fehlentwicklung

Die internationale Dimension der Revolution
von Manuel Kellner

Was war die Oktoberrevolution? Diese Frage stellte 2007 ein Herr Jörg Baberowski in der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Antworten, die er gibt, haben nichts mit der Suche nach historischer Wahrheit zu tun: es handelt sich um Polemik auf unterstem Niveau. Leider war sich die Bundeszentrale nicht zu schade, dieses Machwerk auch 2017 im Rahmen eines «Dossiers» zu 100 Jahren Oktoberrevolution 1917 wieder ins Netz zu stellen.

Buch 1. November 2017

Domenico Losurdo: Wenn die Linke fehlt… Gesellschaft des Spektakels, Krise, Krieg.

Köln: PapyRossa, 2017. 356 S., 19,90 €
von Anton Holberg

«Das Schild der Humanität ist die beste, sicherste Decke der niederträchtigsten öffentlichen Gaunerei.» Dieser Satz des Schriftstellers Johann Gottfried Seume (1763–1810) könnte zusammen mit «Doppelte Moral – möchte man hinzufügen – war schon immer etwas weniger als gar keine Moral» (Jörg Fauser im Nachwort zu Mickey Spillanes Roman Gangster) als Motto für das im Oktober auf Deutsch erschienene Buch des emeritierten italienischen marxistischen Philosophieprofessors Domenico Losurdo dienen. Losurdo wiederum zitiert in gleichem Sinn Nietzsche: «Und niemand lügt soviel als der Entrüstete.

Buch 1. November 2017

Rudolf Geist: Die Wiener Julirevolte. Bericht eines Augenzeugen (Hrsg. Dieter Braeg)

Berlin: Die Buchmacherei, 2017
von Angela Klein

Vor 90 Jahren, im Juli 1927, brannte in Wien der Justizpalast – nicht das Werk eines Provokateurs, auch nicht eines einsamen Kämpfers gegen eine heraufziehende Diktatur, sondern das Werk von Hunderten und Tausenden aufs höchste erregter Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich gegen Polizeiwillkür und Klassenjustiz auflehnten.

Geschichte 1. November 2017

100 Jahre russische Revolution, Teil 8

Ein schwieriges, aber wichtiges Erbe
von Manuel Kellner

Der Sturz der Kapitalherrschaft durch Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte hat viele spätere antikapitalistische Bewegungen inspiriert. Die bürokratische Diktatur diskreditierte jedoch die sozialistische Idee. 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst. Was bleibt hundert Jahre nach der Oktoberrevolution?*

Zur Person 1. November 2017

Nachruf: Jürgen Wilk (1946–2017)

Das Leben eines klassenbewussten Arbeiters
von Wolfgang Günther (Freidenkerverband Schweinfurt)

Am 20.September ist Jürgen Wilk gestorben. Ehemalige Mitglieder der Vereinigten Sozialistischen Partei, des Runden Tischs der Erwerbslosen, der Euromärsche sowie vieler anderer Organisationen und Initiativen haben einen treuen Freund und Genossen verloren.

Buch 1. November 2017

Krimi: Simone Buchholz: Beton Rouge

Berlin: Suhrkamp, 2017. 227 S., 14,95 Euro
von Udo Bonn

Als Kandidat lädt man manchmal zum Pressegespräch, wo dann auch nach persönlichen Interessen gefragt wird. Und als Krimileser auch nach einem Tipp.

Ganz unschuldig und ohne Hintergedanken habe ich der sympathischen Vertreterin der dominierenden örtlichen Zeitung unter anderem Beton Rouge von Simone Buchholz empfohlen. Wenn sie den Roman gelesen hat, wird sie mir die Unschuld aber nicht abnehmen.

Bewegung 2. Oktober 2017

Bekämpfung des Terrors oder Bekämpfung der Linken?

Eine Rückschau auf das Jahr 1977
die Redaktion

Die Bilder vom Polizeieinsatz gegen die G20-Demonstrationen haben Erinnerungen an die Vergangenheit geweckt – zumal sie mit dem 40.Jahrestag der Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer zusammenfallen. Grund genug, sich die Vorgänge in dem Jahr noch einmal zu vergegenwärtigen.