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Buch 1. November 2025

Ungerechte Energiewende
von Rolf Euler

Grüner Kolonialismus. Zwischen Energiewende und globaler ­Gerechtigkeit. Hrsg. Miriam Lang u.a. München: oekom, 2025. 336 S., 25 Euro

Mehrere Autorinnen und Autoren aus aller Welt betrachten die ungerechten Strukturen und Beziehungen, die durch die Energiewende in den kapitalistischen Ländern entstehen. Deren Betroffene sind hauptsächlich diejenigen Menschen und Länder, etwa in Afrika und Lateinamerika, die seit Jahrhunderten unter dem traditionellen Kolonialismus gelitten haben.
Als Beispiele werden die Lithium-Ausbeutung in Südamerika und die seltenen Erden in Afrika genannt, sowie die Verwerfungen, die aufgrund von Enteignung und Wassermangel, kämpfenden lokalen Banden und Armut entstehen. Was in Europa und Nordamerika als »Dekarbonisierung« angefangen wurde, also die Wende hin zu erneuerbaren Energiequellen, bedeutet ein umfangreiches Graben nach Bodenschätzen in Afrika und Lateinamerika. Die Umweltbedingungen in diesen Ländern werden noch verschärft, indigene Völker ungefragt um Land und Geschichte gebracht, Bergleute bis hin zu Kinderarbeit beschäftigt.
Aus den nach wie vor in Abhängigkeit gehaltenen Ländern insbesondere Afrikas erzählen Frauen und Männer, wie sie den »grünen Kolonialismus« erleben. Am Beispiel der Desertec-Initiative in Marokko oder der Wasserfrage erläutern sie, was sie das »Joch des neoliberalen ›grünen‹ Handels« nennen.
Die Autor:innen fordern »eine gerechte Energiewende von unten«. Die Schäden, die das »westliche Industrie- und Konsummodell« anrichtet, machen die notwendig. »Ökofeministische Perspektiven« aus Afrika heben die Frage der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und Generationen, mit den Lebensmöglichkeiten auf der Erde hervor. Auch »Degrowth« und eine andere Arbeit fürs Leben kommen zur Sprache.
Es ist nicht leicht, angesichts des wissenschaftlichen Stils und vieler grundsätzlicher Erörterungen das Buch zu lesen. Aber es enthält die Stimmen aus den vom »grünen Kolonialismus« betroffenen Ländern und damit einen notwendigen Beitrag zu aktuellen Bewegungen.

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