von Wolfgang Pomrehn
Von den USA ist bekannt, dass sie gelegentlich Diplomaten und gar Staatschefs von den Verhandlungen der UNO ausschließen. Im letzten Jahr erhielt zum Beispiel Mahmoud Abbas, Präsident der palästinensischen Selbstverwaltung, kein Visum, und erst kürzlich wurde einem stellvertretenden Minister Russlands die Teilnahme an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York verweigert.
Aber Deutschland, das das Sekretariat der UN-Klimaschutzrahmenkonvention (UNFCCC) beherbergt, steht dem nicht nach, nur das es etwas subtiler vorgeht und einfach unüberwindbare bürokratische Hürden errichtet. Das UNFCCC-Sekretariat, das seit 1995 den fortwährenden Verhandlungsprozess für mehr Klimaschutz organisiert, hat seinen Sitz in Bonn am Rhein. Dort, in der alten westdeutschen Hauptstadt, hat gerade eine wichtige Vorbereitungskonferenz für die diesjährige UN-Klimakonferenz begonnen.
Eigentlich sollten alle 199 Mitglieder der Konvention an den Gesprächen teilnehmen können. Doch nicht alle konnten kommen, wie die britische Zeitung „The Independent“ berichtet. Länder wie Sudan, Jemen, Senegal, Gambia oder Sierra Leone hätten Schwierigkeiten gehabt, ausreichend Visa für ihre Delegierten zu bekommen. Ausgerechnet Länder, die zu den härtesten von der Klimakrise betroffenen gehören und zugleich am wenigsten Ressourcen haben, sich an die Veränderungen anzupassen.
Deutschland ist übrigens mit 88,5 Milliarden Tonnen emittierten CO2 seit 1850 die Nummer sechs unter den weltweiten Klimasündern. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl rangiert Deutschland sogar hinter den USA und Russland auf Platz drei und sehr weit vor China.
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