Sie gießen Öl ins Feuer
Die März-Regierung und die Hitzewelle
von Paul Michel
Ende Juni litten West- und Mitteleuropa, wie berichtet, unter einer extremen Hitzewelle mit Temperaturen teils über 40 Grad – mit enormen Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft. „Hier zeigt der Klimawandel eindeutig seine Zähne“, meint der ARD-Meteorologe Tim Staeger. Während dieser Zeit wurde in den Medien sehr intensiv darüber berichtet, welche verheerenden Auswirkungen die Hitzewelle auf die Menschen und auf die Infrastruktur der Gesellschaft hat.
Kaum ein Wort wurde allerdings darüber verloren, wie möglichst schnell der viel zu hohe Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre deutlich reduziert werden könnte. Gleiches gilt für die etablierten Parteien.
Mörderische Hitze
Von Wolfgang Pomrehn
Die Hitze hat Mittel- und Westeuropa fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst meldet, dass es eine derartige Hitzewelle noch nie so früh im Jahr gegeben habe. Für gewöhnlich sei mit solchen Ereignissen erst im Hochsommer, das heißt, Ende Juli Anfang August, zu rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Grundwasserstände zu Sommeranfang besonders niedrige waren. Der Dürremonitor zeigt entsprechend fast im ganzen Land leichten bis extremen Trockenstress für die Pflanzen.
Affenhitze aber kein Klimaschutz
Von Wolfgang Pomrehn
In Bonn ging in der letzten Wochen die turnusgemäße Vorbereitungsrunde für die diesjährige UN-Klimakonferenz zu Ende. Diese wird wie üblich im Spätherbst tagen, diesmal in der Türkei. Mit wesentlichen Fortschritten in Sachen internationalen Klimaschutz ist leider nicht zu rechnen, wie Bonn einmal mehr gezeigt hat.
Wie immer erwiesen sich die reichen Länder beim Thema Finanzen äußerst knauserig. Weder sind sie – auch Deutschland nicht – bereit, ihre Verantwortung für die in den letzten 170 Jahren in der Atmosphäre angereicherten Klimagase zu übernehmen, noch bereit, für die angerichteten Schäden aufzukommen.
Von den Klimaverhandlungen ausgeschlossen
von Wolfgang Pomrehn
Von den USA ist bekannt, dass sie gelegentlich Diplomaten und gar Staatschefs von den Verhandlungen der UNO ausschließen. Im letzten Jahr erhielt zum Beispiel Mahmoud Abbas, Präsident der palästinensischen Selbstverwaltung, kein Visum, und erst kürzlich wurde einem stellvertretenden Minister Russlands die Teilnahme an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York verweigert.
Aber Deutschland, das das Sekretariat der UN-Klimaschutzrahmenkonvention (UNFCCC) beherbergt, steht dem nicht nach, nur das es etwas subtiler vorgeht und einfach unüberwindbare bürokratische Hürden errichtet. Das UNFCCC-Sekretariat, das seit 1995 den fortwährenden Verhandlungsprozess für mehr Klimaschutz organisiert, hat seinen Sitz in Bonn am Rhein. Dort, in der alten westdeutschen Hauptstadt, hat gerade eine wichtige Vorbereitungskonferenz für die diesjährige UN-Klimakonferenz begonnen.