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Kurz & Klima 22. Juni 2026

Von Wolfgang Pomrehn

In Bonn ging in der letzten Wochen die turnusgemäße Vorbereitungsrunde für die diesjährige UN-Klimakonferenz zu Ende. Diese wird wie üblich im Spätherbst tagen, diesmal in der Türkei. Mit wesentlichen Fortschritten in Sachen internationalen Klimaschutz ist leider nicht zu rechnen, wie Bonn einmal mehr gezeigt hat.

Wie immer erwiesen sich die reichen Länder beim Thema Finanzen äußerst knauserig. Weder sind sie – auch Deutschland nicht – bereit, ihre Verantwortung für die in den letzten 170 Jahren in der Atmosphäre angereicherten Klimagase zu übernehmen, noch bereit, für die angerichteten Schäden aufzukommen. Konkret geht es darum, dass eigentlich 100 Milliarden US-Dollar für Anpassungsmaßnahmen und eine klimaneutrale wirtschaftliche Entwicklung in den ärmeren Ländern aufgebracht werden sollen. Die Verhandlungen über den Tagesordnungspunkt Global Goal on Adaptation (Globales Ziel für die Anpassung) wurde ohne jedes Ergebnis vertagt.

Besonders besorgniserregend sind Versuche einiger Länder wie des Ölexporteurs Saudi-Arabien und des von einer extrem rechten Regierung beherrschten Indiens alle Hinweise auf den IPCC und das 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Klimaübereinkommens aus offiziellen Dokumenten herauszuhalten. Der IPCC, der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimafragen (Intergovernmental Panel on Climate Change), oft etwas salopp UN-Klimarat genannt, wurde 1988 gegründet, wird mit führenden Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus aller Welt besetzt und fasst in regelmäßigen Abständen den weltweiten Wissensstand zusammen.

Derweil macht der Klimawandel keine Pause. Teile Europas leiden gerade bereits unter der zweiten Hitzewelle des Jahres. Eine erste hatte es ganz ungewöhnlich früh bereits im Mai gegeben. Derzeit sind vor allem Spanien und Frankreich stark betroffen. Auf der iberischen Halbinsel kletterte am Montag das Thermometer nach der Prognose des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen auf über 40 Grad Celsius, was heißer als in weiten Teilen Nordafrikas war.

Ursache war ein sich kaum bewegendes Hochdruckgebiet. Diese werden von atmosphärischen Strömungen in größerer Höhe gesteuert, vom sogenannten Jetstream. Wie bereits in den Vorjahren ist derzeit zu beobachten, wie sich dieser durch die überproportional rasche Erwärmung im Rahmen des Klimawandels verändert.

Die Wellen, in denen er sich in unseren Breiten um den Planeten schlängelt, greifen weiter nach Nord und Süd aus und bewegen sich zugleich deutlich langsamer. Dadurch wandern auch die Hoch- und Tiefdruckgebiete, die von diesen Wellen gesteuert werden, langsamer. Das Ergebnis: Die Hochs liegen fast auf der Stelle, wie dieser Tage über West- und Mitteleuropa, was im Sommer lange Hitzeperioden nach sich führt. Langsame Tiefdruckgebiete führen andererseits zu besonders massiven Niederschlägen, wovon man im europäischen Teil Russlands gerade ein Lied singen kann.

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