Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Sonstiges 10. Februar 2013

Gerhard Schoenberner: Fazit

Hamburg: Argument, 2011. 191 S., 17,90 Euro
von Werner Abel

Lyrik hat selten oder nie Konjunktur in Deutschland. Wenn aber einer einen Band Gedichte, Prosagedichte nennt der Verfasser sie selbst, vorlegt und die Rezensenten – unter ihnen Martin Walser, Eckart Spoo, Fritz J. Raddatz, Matthias Ehlers, Walter Kaufmann und Friedrich Dieckmann – meinen, dass einiges an Hölderlin erinnert und dass seit Brecht solche Gedichte nicht mehr zu lesen waren, dann muss es sich um etwas Besonderes handeln.

Sonstiges 10. Februar 2013

Russische revolutionäre Plakate

David King hat eine herausragende Sammlung sowjetischer Plakatkunst aus den 20er und 30er Jahren zusammengestellt
von Werner Abel

Im Jahre 1925 schrieb der Wirtschaftswissenschaftler Lew N. Kritsman sein Buch über «Die heroische Periode der großen russischen Revolution», eine großteils ökonomische Analyse der Zeit des «Kriegskommunismus». Dabei ahnte er nicht, dass sein Buchtitel auf ein weit emotionaleres und expressiveres Genre als die Welt der Wirtschaft Anwendung finden sollte: Weil es für die darstellende Kunst neu, einmalig, für den Fortschritt parteiergreifend war, bezeichnet man das, was in der visuellen Agitation und Propaganda seit der russischen Oktoberrevolution bis zur Zeit der Neuen Ökonomischen Politik entstand, als die heroische Periode der sowjetischen Plakatkunst.

Sonstiges 1. Juli 2012

Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller

von Tanja Schultz

In ihrer neuen Produktion präsentiert «andcompany&Co.», eine der womöglich wichtigsten Performance- und Theatergruppen unserer Zeit, auf einer Silberbühne, in der Form eines Spiels im Spiel, Don Karlos, ein Stück Friedrich Schillers, welches in der Performance mit der historiografischen Schrift über den Aufstand der Niederländer, «dem Abfall der Niederlande», einer der großen historischen Schritten, re-mixt wird.

Sonstiges 1. Juli 2012

Occupy a Theater

Die Situation freier Theater in den Niederlanden und in Deutschland

Tanja Schultz spach mit Alexander Kaschniar von «andcompany&Co.» über ihr neues Stück «Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller», politisches Theater und die aktuelle Lage der Subventionsvergabe in den Niederlanden und Deutschland.

Sonstiges 1. Juni 2012

Der Dichter und das Phantasieren

Nachwort zur Debatte um Günter Grass

von Helmut Dahmer

In einem poetologischen Essay Sigmund Freuds heißt es: «Man darf sagen, der Glückliche phantasiert nie, nur der Unbefriedigte. Unbefriedigte Wünsche sind die Triebkräfte der Phantasien, und jede einzelne Phantasie ist eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.»

Sonstiges 2. April 2012

R-mediabase

Neue gesellschaftskritische Plattform mit Fokus auf kritische Fotografie

von Hans-Dieter Hey

In Köln hat sich das Bildforum «R-mediabase» gegründet, es will der sozialdokumentarischen Fotografie einen neuen Stellenwert verschaffen. Das Bildforum, ein gemeinnütziger Verein, sammelt, archiviert und organisiert sozialkritische, politische und gesellschaftliche Fotografie und bietet sie als Gemeingut kostenlos an. Neben aktuellen Bilderstrecken wird ein historisches Archiv aufgebaut.

Sonstiges 13. März 2012

Literatur und Demenz

Von der Notwendigkeit einer literarischen Auseinandersetzung
von Tanja Schultz

Spätestens durch die Bekanntwerdung der Alzheimererkrankung des Fussballmanagers Rudi Assauers ist das Thema in der ganz breiten Öffentlichkeit angelangt. In den letzten Jahren widmeten sich vermehrt eminente Autoren der deutschsprachigen Literatur mit dem Thema. Tanja Schulz zeigt anhand konkreter Beispiele, wie wichtig und notwendig eine solche literarisch-künstlerische mit diesem so schwierigen Thema ist.

Sonstiges 1. Januar 2012

«Sie ist so schwer zu fangen…»

Frauenfiguren bei Christa Wolf

von Tanja Schultz

Anfang Dezember starb Christa Wolf. Deutschlandradiokultur entschied sich, am Samstag nach der Nachricht einen Ausschnitt aus einer ihrer Lesungen auszustrahlen.

Sonstiges 1. Juli 2011

Frauenfußball-WM

Playboy und Barbiekick
von Reinhard Krennbrunner, Clemens Schotola, Nicole Selmer

Am 26.Juni wurde im Berliner Olympiastadion die 6.Frauenfußball-WM eröffnet. Und noch immer tut sich die Männerwelt schwer damit, darin nicht mehr zu sehen als ein sportliches Ereignis auf hohem Niveau.

Sonstiges 7. Dezember 2010

Der unbekannte Mark Twain

Zum 175.Geburtstag des amerikanischen Schriftstellers
von Helen Scott

Vor 175 Jahren, am 30.November 1835, wurde Mark Twain geboren. Hierzulande ist er hauptsächlich als Humorist, Spaßmacher und Kinderbuchautor bekannt. Der folgende, hier stark gekürzt wiedergegebene Beitrag* zeigt den anderen Mark Twain: den Antiimperialisten, Sozialkritiker und Verteidiger unterdrückter Völker.

Sonstiges 6. Dezember 2010

Eberhard Fiebig: Kunstwerk ist Handwerk

Plädoyer für eine Produktionsästhetik
Ein Gespräch mit dem Metallbildhauer Eberhard Fiebig über Material und Materialismus in der Kunst, das materielle Fundament des künstlerischen Schaffens und die Frage, wozu Kunst gut ist.

Sonstiges 3. November 2010

Sarrazin, Grotjahn, Olberg…

Die Rede vom Volkstod. Über sozialdemokratische Volksverbesserung und eugenischen Sozialismus
von Wolfgang Ratzel

Sarrazins Weckruf «Deutschland schafft sich ab!» gebührt das Verdienst, die sorgsam verdrängte eugenische und rassenhygienische Dimension des Sozialdemokratismus ins Bewusstsein gezerrt zu haben. «Deutschland schafft sich ab», samt Intelligenzvererbung, Geburtensteuerungs-, Unterschichts- und Zuwandererdebatte, aktualisiert nämlich die Rede vom «Volkstod», vom «Volk, das von innen stirbt» – so nannten das seine sozialdemokratischen Vordenker (und nicht nur die).