Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller
von Tanja Schultz
In ihrer neuen Produktion präsentiert «andcompany&Co.», eine der womöglich wichtigsten Performance- und Theatergruppen unserer Zeit, auf einer Silberbühne, in der Form eines Spiels im Spiel, Don Karlos, ein Stück Friedrich Schillers, welches in der Performance mit der historiografischen Schrift über den Aufstand der Niederländer, «dem Abfall der Niederlande», einer der großen historischen Schritten, re-mixt wird.
Occupy a Theater
Die Situation freier Theater in den Niederlanden und in Deutschland
Tanja Schultz spach mit Alexander Kaschniar von «andcompany&Co.» über ihr neues Stück «Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller», politisches Theater und die aktuelle Lage der Subventionsvergabe in den Niederlanden und Deutschland.
Der Dichter und das Phantasieren
Nachwort zur Debatte um Günter Grass
von Helmut Dahmer
In einem poetologischen Essay Sigmund Freuds heißt es: «Man darf sagen, der Glückliche phantasiert nie, nur der Unbefriedigte. Unbefriedigte Wünsche sind die Triebkräfte der Phantasien, und jede einzelne Phantasie ist eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.»
R-mediabase
Neue gesellschaftskritische Plattform mit Fokus auf kritische Fotografie
von Hans-Dieter Hey
In Köln hat sich das Bildforum «R-mediabase» gegründet, es will der sozialdokumentarischen Fotografie einen neuen Stellenwert verschaffen. Das Bildforum, ein gemeinnütziger Verein, sammelt, archiviert und organisiert sozialkritische, politische und gesellschaftliche Fotografie und bietet sie als Gemeingut kostenlos an. Neben aktuellen Bilderstrecken wird ein historisches Archiv aufgebaut.
Literatur und Demenz
Von der Notwendigkeit einer literarischen Auseinandersetzung
von Tanja Schultz
Spätestens durch die Bekanntwerdung der Alzheimererkrankung des Fussballmanagers Rudi Assauers ist das Thema in der ganz breiten Öffentlichkeit angelangt. In den letzten Jahren widmeten sich vermehrt eminente Autoren der deutschsprachigen Literatur mit dem Thema. Tanja Schulz zeigt anhand konkreter Beispiele, wie wichtig und notwendig eine solche literarisch-künstlerische mit diesem so schwierigen Thema ist.
«Sie ist so schwer zu fangen…»
Frauenfiguren bei Christa Wolf
von Tanja Schultz
Anfang Dezember starb Christa Wolf. Deutschlandradiokultur entschied sich, am Samstag nach der Nachricht einen Ausschnitt aus einer ihrer Lesungen auszustrahlen.
Frauenfußball-WM
Playboy und Barbiekick
von Reinhard Krennbrunner, Clemens Schotola, Nicole Selmer
Am 26.Juni wurde im Berliner Olympiastadion die 6.Frauenfußball-WM eröffnet. Und noch immer tut sich die Männerwelt schwer damit, darin nicht mehr zu sehen als ein sportliches Ereignis auf hohem Niveau.
Der unbekannte Mark Twain
Zum 175.Geburtstag des amerikanischen Schriftstellers
von Helen Scott
Vor 175 Jahren, am 30.November 1835, wurde Mark Twain geboren. Hierzulande ist er hauptsächlich als Humorist, Spaßmacher und Kinderbuchautor bekannt. Der folgende, hier stark gekürzt wiedergegebene Beitrag* zeigt den anderen Mark Twain: den Antiimperialisten, Sozialkritiker und Verteidiger unterdrückter Völker.
Eberhard Fiebig: Kunstwerk ist Handwerk
Plädoyer für eine Produktionsästhetik
Ein Gespräch mit dem Metallbildhauer Eberhard Fiebig über Material und Materialismus in der Kunst, das materielle Fundament des künstlerischen Schaffens und die Frage, wozu Kunst gut ist.
Sarrazin, Grotjahn, Olberg…
Die Rede vom Volkstod. Über sozialdemokratische Volksverbesserung und eugenischen Sozialismus
von Wolfgang Ratzel
Sarrazins Weckruf «Deutschland schafft sich ab!» gebührt das Verdienst, die sorgsam verdrängte eugenische und rassenhygienische Dimension des Sozialdemokratismus ins Bewusstsein gezerrt zu haben. «Deutschland schafft sich ab», samt Intelligenzvererbung, Geburtensteuerungs-, Unterschichts- und Zuwandererdebatte, aktualisiert nämlich die Rede vom «Volkstod», vom «Volk, das von innen stirbt» – so nannten das seine sozialdemokratischen Vordenker (und nicht nur die).
Mario Vargas Llosa
Literaturnobelpreis 2010: Von der nueva novela zum Kandidaten der Konservativen
von Paul Kleiser
Nachdem er seit bald vierzig Jahren als Anwärter gehandelt wurde, hat der 1936 im peruanischen Arequipa geborene Mario Vargas Llosa in diesem Herbst nun endlich den Nobelpreis für Literatur erhalten. Er folgt damit auf seinen früheren Freund und heutigen Gegenspieler Gabriel García Márquez, der 1982 ausgezeichnet wurde, sowie auf den Mexikaner Octavio Paz, der 1990 an der Reihe war.
Das «Prinzip Potosí»
Ausstellung über den Beginn des Kapitalismus
Berlin, 8.10.2010–2.1.2011
Die Ausbeutung der Gold- und Silberminen von Potosí (im heutigen Bolivien) durch die spanischen Kolonialherren, deren Schätze allesamt nach Europa verschifft wurden, waren Anfang des 17.Jahrhunderts der Beginn einer enormen «ursprünglichen» Akkumulation. Sie gilt als der Beginn des Kapitalismus. Die Dynamik, die von der Ökonomie der Kolonien ausging, verursachte eine gewaltige Bilderproduktion, einhergehend mit der Gegenreformation.