Toxische Männlichkeit
Ist männliches Verhalten generell schädlich?
von Tim Kühnel
Der Begriff toxische Männlichkeit begegnet uns immer wieder. Zuletzt hat er im Zusammenhang mit #metoo für Aufregung und erhitzte Gemüter gesorgt. Viele Männer fühlen sich durch den Begriff angegriffen und denken, man wolle ihnen ihre Männlichkeit absprechen bzw. alles «männliche» für toxisch erklären. Doch darum geht es nicht.
Coronavirus
Rassistische Verwertung von Seuchen
von Zhang Lijia*
Eine Schlagzeile, die China als «kranken Mann Asiens» bezeichnet, eine Karikatur mit einer chinesischen Flagge, auf der die Sterne durch Symbole des Coronavirus ersetzt sind, eine Zunahme fremdenfeindlicher Vorfälle gegen Chinesen: Die Epidemie scheint die hässlichere Seite im Menschen zum Vorschein gebracht zu haben.
Gewalt gegen Frauen – kein Thema in Deutschland?
«Das Leben muss in den Mittelpunkt der Politik rücken»
Gespräch mit Nina Eumann
Der Aufstand gegen die zunehmende Gewalt gegen Frauen – eine Begleiterscheinung der gesellschaftlichen Verrohung unter den Bedingungen des neoliberalen, entfesselten Konkurrenzkampfs aller gegen alle – ist der zentrale Motor hinter den Massenprotesten von Frauen und Frauenstreiks in den letzten Jahren. Hierzulande steht das Thema nicht im Brennpunkt, obwohl die Situation sich zusehends verschlechtert.
Warum nach Halle vor Halle ist…
Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Erinnerungsstörungen
von Helmut Dahmer
Nachstehend veröffentlichen wir das Vorwort zu einer Aufsatzsammlung von Helmut Dahmer, die kürzlich unter dem Titel Antisemitismus, Xenophobie und pathisches Vergessen im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen ist (101 S.,10 Euro).
Mach dunkel!
Gegen Lichtverschmutzung
von Rolf Euler
Beim Gang durch die Innenstadt im Dezember gehen die Vorweihnachtsgedanken oft in Richtung Zorn.
«Omas gegen Rechts»
Noch lange nicht im Ruhestand
von Gisela Notz*
Bert Brechts Oma war 72 Jahre alt und seit kurzem Witwe, als sie ihr Leben schlagartig änderte und «die kurzen Jahre der Freiheit» begannen.
Der Herbst ’89 in der DDR
Als politische Führung mit einer Perspektive für eine neue DDR hat die Opposition versagt
Gespräch mit Bernd Gehrke
Der Sieger schreibt die Geschichte. Das ist auch beim Ende der DDR nicht anders. Aus der Westperspektive hat die Öffnung der Mauer am 9.November das Ende der DDR eingeläutet, der Moment also, wo die Waren in den Osten und die Menschen in den Westen gingen. Aus Ostperspektive stellt sich die Sache ganz anders dar – da war der Mauerfall erst der Beginn des gesellschaftlichen Aufbruchs in der DDR.
Die Ideologie des «Green New Deal»
Weder neu noch grün
von Bruno Kern
«Wer keinen Begriff von der kapitalistischen Gesellschaft hat und diese implizit als das höchste Stadium einer natürlich sich vollziehenden Menschheitsentwicklung versteht, die oder der hat der Krise wenig mehr als rein technische und marktförmige Lösungen entgegenzusetzen.»
Markus Wissen, der Berliner Sozialwissenschaftler, hat vor kurzem mit diesem prägnanten Satz den ideologischen Gehalt des sog. «Green New Deal» (GND) treffsicher entlarvt.
«Press Pause!»
An den Rand notiert
von Rolf Euler
Meine Lokalzeitung legt regelmäßig eine Werbung des örtlichen Elektronik-Supermarkts bei. «Faszinierende» Gimmicks für zu Hause, unterwegs oder auf der Arbeit – und in zunehmendem Maße Geräte, die mit Fingerabdrucksensoren. Stimmprofil oder Gesichtserkennung einzuschalten sind. Von der hochgerüsteten Fähigkeit der modernen Smartphones, Gesichter auf Fotos, Orte wo man sich aufhält, Beziehungen zu Freunden und Familie nicht nur zu speichern, sondern in großen Serverfarmen, in der «Cloud» zu lagern und anderen verfügbar zu machen, ist dabei natürlich nicht die Rede. Auch nicht vom Zugriff der Geheimdienste je nach deren Bedarf.
Die weltpolitische Abendröte und die Rebellionen der zivilen Gesellschaft
Perspektiven für einen Strategiewechsel im Weltsozialforum
von Leo Gabriel*
Von Santiago de Chile über Quito und La Paz, von Barcelona über Paris bis Beirut, von Bagdad bis Hongkong reicht der weite Bogen der Städte, deren Straßen sich jeden Tag mit unübersehbaren Menschenmengen füllen, um aus scheinbar geringfügigen Anlässen gegen ihre jeweiligen Regierungen zu protestieren. Gleichzeitig tritt eine neue Generation in Form einer globalisierten Ökobewegung auf den Plan, die den ganzen Erdball wie eine politisierte Ozonschicht umgibt, um das Ende des Planeten zu verhindern.
Mit Poulantzas kämpfen
Klassen und Staat im Kapitalismus, Teil 2
von Thomas Goes
Wie im ersten Teil dieses Artikels dargelegt (SoZ 11/2019), hat Nicos Poulantzas Klassenbeziehungen von vornherein im Zusammenhang mit politischer Herrschaft analysiert. Das drückte sich zum einen in der Art seiner Klassenbestimmung, zum anderen in seiner Theorie des kapitalistischen Staates aus.
Antisemitismus bedroht nicht nur jüdisches Leben
Zu den Mordanschlägen in Halle
von Annette Groth*
Eine Woche nach dem Anschlag in Halle hat der Landtag von Baden-Württemberg den Bericht des Antisemitismus-Beauftragten diskutiert. Ministerpräsident Kretschmann stellte den Anschlag in den Kontext von NSU und dem Mord an dem Regierungspräsidenten Lübcke und widersprach damit indirekt der These vom Einzeltäter. Der Antisemitismus-Beauftragte Michael Blume betonte in seinem Bericht, Antisemitismus bedrohe nicht nur jüdisches Leben, sondern auch die Grundlagen der freiheitlich-demokratischen Ordnung.