Das Duell
Marcel Reich-Ranicki gegen Günter Grass
von Paul Kleiser
Volker Weidermann: Das Duell. Die Geschichte von Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2019. 309 S., 22 Euro
weiterlesenWirtschaftsnobelpreis 2019
An ihrer Armut sind die Armen schuld
von Gerhard Klas
Abhijit V. Banerjee, Esther Duflo: Poor Economics. Plädoyer für eine neues Verständnis von Armut. München: btb, 2012. 384 S., 14 Euro
Esther Duflo: Kampf gegen die Armut. Berlin: Suhrkamp, 2013. 182 S., 16 Euro
Gregor Gog …
… und der Internationale Vagabundenkongress 1929
von Manfred Dietenberger
Gregor Gog kam am 7.November 1891 in Schwerin als Sohn einer Magd und eines Zimmermanns auf die Welt. Die Mutter sagt zu ihrem Sohn, der eigentlich Pfarrer oder zumindest Beamter werden sollte, später einmal: «Es wäre besser gewesen, ich hätte dich in der Badewanne ertränkt.»
weiterlesenBlick zurück im Zorn
Der telegraph Nr.135/136 zum Herbst ’89 in der DDR
von Rolf Euler
30 Jahre nach der Öffnung der Berliner Mauer und den anschließenden Monaten der Hoffnung auf ein anderes Regime in der ehemaligen DDR kommt mit dem neuen telegraph die Korrektur des (oft westlichen) Blicks auf Mauerfall und deutsche Einheit.
weiterlesenIvan Blatný 1919–1990
Zum 100.Geburtstag
von Kai Böhne
Am 21.Dezember jährte sich der 100.Geburtstag des lange Zeit vergessenen tschechischen Dichters Ivan Blatný.
In den letzten Jahren stieg das Interesse an seiner Person. 2015 wurde Martin Reiners Roman über das Leben Blatnýs mit dem «Magnesia Litera», dem wichtigsten tschechischen Literaturpreis, als Buch des Jahres ausgezeichnet.
Die Mythen der alten BRD
Büchertipps zur Deutschen Nachkriegsgeschichte
von Paul B. Kleiser
Zwei Neuerscheinungen beschäftigen sich mit einer Reihe von offiziellen Narrativen, wie sie von der Politik in der Nachkriegszeit erfunden wurden und bis heute, sogar von Linken, nachgebetet werden.
weiterlesenBuchtipp: Die letzten Byzantiner
Osmanisches Reich im Ersten Weltkrieg
von Paul B. Kleiser
Mirko Heinemann: Die letzten Byzantiner. Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer. Eine Spurensuche. Berlin: Chr. Links, 2019. 263 S., 25 Euro
weiterlesen«So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen»
Der neue Roman von Karen Köhler ist eine Parabel
auf Politik, Unterdrückung und Emanzipation
von Petra Hartlieb
Karen Köhler: Miroloi. München: Hanser, 2019. 464 S., 24 Euro
«Eselshure», «Schlitzi», «Ausgeburt der Hölle». So wird sie von den Kindern gerufen, wenn sie durch das Dorf huscht. Das Dorf wird von allen das «Schöne Dorf» genannt und liegt auf einer einsamen Insel irgendwo im Meer.
weiterlesenHelmut Dahmer: Freud, Trotzki und der Horkheimer Kreis
Münster?: Westfälisches Dampfboot, 2019. 525 S., 45 Euro
von Manuel Kellner
Sándor Ferenczi war der weltweit erste Professor für Psychoanalyse. Er wurde es 1919 in der ungarischen Räterepublik und gehörte zu denen, die neurotische Störungen als «soziale Leiden» verstehen. Genau in dieser Traditionslinie arbeitet der Soziologe Helmut Dahmer, der von 1968 bis 1992 verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift Psyche war.
weiterlesenPeter Handke
Literaturnobelpreisträger und Buhmann
von Dieter Braeg
Peter Handke, Literaturnobelpreisträger des Jahres 2019 längst ein Großmeister des bedachten Schweigens, machte zu Beginn seiner Laufbahn mit zwei spektakulären Auftritten auf sich aufmerksam.
weiterlesenWest-östlicher Divan: 200.Geburtstag
Warum wird das an deutschen Schulen nicht gelehrt?
von Manuel Kellner
Zu Goethes Zeit galt Mohammed als „Lügenprophet“. Voltaire zeichnete mit seiner Tragödie „Mahomet“ ein Zerrbild des Islam. Goethe selbst war künstlerischer Morgenlandfahrer und schuf den West-östlichen Divan (erschienen im August 1819) im Geiste des Dialogs zwischen christlich-westlicher bzw. „aufgeklärt“-westlicher und islamisch-östlicher Kultur. Die Mehrheit der eingewanderten Menschen in Deutschland kommt aus dem islamischen Kulturkreis. Es ist ein Skandal, dass dieses Werk von Goethe an deutschen Gymnasien nicht behandelt wird. weiterlesen
200 Jahre Theodor Fontane
«Ich habe mich heut der Reaction verkauft»
von Paul B. Kleiser
Im Unterschied zu den anderen Autoren des «poetischen Realismus», die im deutschsprachigen Raum die wichtigsten Novellen und Romane des 19.Jahrhunderts verfasst haben – etwa Theodor Storm, Wilhelm Raabe oder die beiden Schweizer Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer –, hatte Theodor Fontane immer ein großes Lesepublikum. Nach dem Ende der DDR hat der Einfluss dieses urpreußischen Autors wohl noch zugenommen. Besonders seine «Frauenromane», die eigentlich Gesellschaftsromane sind, Cécile, Stine, Frau Jenny Treibel und natürlich Effie Briest, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. weiterlesen