First-Nations-Proteste gegen Pipeline-Bau
Landrechte, Ökologie und fossiles Kapital in Kanada
von Ingo Schmidt
5.Februar 2020: In voller Kampfmontur, mit Nachtsichtgeräten ausgestattet, beginnen Einheiten der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) mit der Räumung eines Protestcamps der Wet’suet’wen-Nation im Norden von British Columbia. Durch das Gebiet der Wet’suet’wen soll eine Flüssiggaspipeline gebaut werden.
weiterlesen«Sie lügen wie gedruckt»
Abfuhr für Klimagerechtigkeitsbewegung
von Angela Klein
Spätestens auf dem UN-Klimagipfel im September in New York haben die Regierenden verstanden, dass sie die Fridays for Future nicht vereinnahmen können. Das war, als ihnen Greta Thunberg auf den Kopf zurief: «Ihr habt uns verraten. Das werden wir euch nie verzeihen.»
Mit solchen Äußerungen ist sie nicht allein.
Ökosteuern und die Verpreisung der Natur
Mit marktwirtschaftlichen Methoden die Folgen der Marktwirtschaft bekämpfen?
von Thies Gleiss
Die Debatte über die Möglichkeit, die zerstörerischen Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise auf Klima und Umwelt mit marktwirtschaftlichen Mittel und Methoden aufzuhalten oder gar zurückzudrängen, läuft schon sehr lange. Der Autor hat dazu bereits vor 31 Jahren im Magazin der Sozialistischen Zeitung vom Dezember 1988 einen längeren Artikel veröffentlicht, der noch immer aktuell ist.* weiterlesen
Die Grünen
Die neue Partei des Kapitals
von Thies Gleiss
Die Grünen haben in ihrer vierzigjährigen Geschichte drei unterschiedliche Phasen ihres Parteidaseins durchlaufen. In ihrem ersten knappen Jahrzehnt waren sie eine linke, rebellische, sich auf soziale Bewegungen beziehende Partei, die sehr viele Elemente im bürgerlichen und parlamentarischen Politikbetrieb aufgemischt hat, die aber vor allem mit Ökologie, Klima- und Umweltzerstörung ein neues Jahrhundertthema gesetzt hat. weiterlesen
Gewerkschaften und Umwelt
Die Mitglieder sind gefragt
von Manfred Dietenberger
Grün ist gegenwärtig nicht nur «in», sondern regierungsfähig. Das verwundert nicht. Seit Mitte der 70er Jahre brennt sich hierzulande das Thema Umweltzerstöhrung ins Bewusstsein immer größer werdenden Teile der Bevölkerung. weiterlesen
Industriepolitik? Teufelszeug!
Der kurzfristige Profit ist dem deutschen Kapital allemal näher als der ökologische Umbau
von Ingo Schmidt
Mai 2019: Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert spricht von Vergesellschaftung. Die CSU warnt, Kühnert wolle die SPD zur SED machen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sekundiert, er könne sich noch an andere falsche Vorschläge aus seiner Juso-Zeit erinnern, sei aber froh, dass diese 30 Jahre zurückliege. Abwehrreflexe aus der Zeit des Kalten Krieges: Schon die Nennung des S-Worts erinnert die Blockparteien des Kapitals an die Unsicherheit über die eigene Zukunft. weiterlesen
Zur Klimakrise
Klimakatastrophe und ökosozialistische Alternativen
von Manuel Kellner*
Der jüngste Bericht des Weltklimarats erklärt, wie notwendig drastische Maßnahmen sind, um die Erwärmung der Erdatmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad Celsius einzudämmen. Sogar das wäre noch viel. Die Folgen des Klimawandels machen sich ja heute schon dramatisch bemerkbar. Um das Ziel zu erreichen, müssen die globalen CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent zurückgefahren werden. weiterlesen
Der Bauer kann zusehen …
Zur Agrarpolitik der EU
von Hanno von Raußendorf*
Seit den Römischen Verträgen von 1957 betreibt Europa eine gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Überaus erfolgreich war sie in Hinblick auf das dort formulierte Ziel der „Versorgungssicherung mit Lebensmitteln zu angemessenen Preisen durch Produktivitätssteigerung“. Ernährte ein Landwirt zur Zeit der römischen Verträge noch um die zehn Personen, so sind es heute in etwa 140. Nicht so gut funktioniert hat die „Steigerung des pro Kopf Einkommens, um den in der Landwirtschaft beschäftigten eine angemessene Lebenshaltung zu gewährleisten“. Das mittlere Einkommen je Landwirt in Deutschland liegt um etwa 9 Prozent unter einem gewerblichen Vergleichslohn. weiterlesen
Der grüne Marx
Kohei Saitos Natur gegen Kapital rekonstruiert Marx’ ökologische Kritik des Kapitalismus
von hgm
Kohei Saito: Natur gegen Kapital. Marx’ Ökologie in seiner unvollendeten Kritik des Kapitalismus. Frankfurt a.M., New York: Campus, 2016. 328 S., 39,95 Euro
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Folgen der Erderwärmung
Eiszeit…
von Rolf Euler
…hätten wir die gern, angesichts der Erderwärmung? Eiszeit gibt’s in den massiv elektrisch klimatisierten Hochhäusern der Metropolen und in den Wohnhäusern der Wüstenstädte für die Reichen, mit künstlich bewässerten Golfplätzen. Eiszeit gibt’s aber nicht mehr für die an nordpolare Gewässer angrenzenden Gebiete.
Was gibt es stattdessen? Große Wald- und Buschbrände in den USA und Südeuropa. Heftige Tropenhurrikans. Stürme in Europa. weiterlesen
Die russische Revolution und die Ökologie
Eine allzu kurze Begegnung
von Daniel Tanuro
Im Januar 1919 tobte der Bürgerkrieg, die weißen Armeen waren auf dem Vormarsch, das Russland der Oktoberrevolution war in Lebensgefahr, das Territorium der jungen Sowjetrepublik beschränkte sich auf das Umland von Petrograd und Moskau. Doch am 16.Januar 1919 hieß das Thema in Lenins Arbeitszimmer im Kreml Naturschutz. weiterlesen
Überleben statt Profit
Über die Notwendigkeit einer ökosozialistischen Ethik
von Michael Löwy
Das Kapital ist eine gewaltige Maschine der Verdinglichung. Seit der Großen Verwandlung, von der Karl Polanyi spricht, d.h. seit die kapitalistische Marktwirtschaft autonom geworden ist, seit sie sich sozusagen «ausgegliedert» hat aus der Gesellschaft, funktioniert sie einzig nach ihren eigenen Gesetzen, den unpersönlichen Gesetzen des Profits und der Akkumulation. weiterlesen