Frontalangriff der Tories auf die britische Gesellschaft
Die Sprache des Klassenhasses
von Alan Thornett und Billy Curtis
Am 26.März gingen geschätzte 250.000–400.000 Menschen gegen ein Sparpaket auf die Straße, von dem Margret Thatcher geträumt hätte. Der «Marsch für eine Alternative» fand unter der Führung des britischen Gewerkschaftsverbands TUC statt. Der hatte sich mit dieser Antwort reichlich Zeit gelassen.
Griechenland unter dem Zeichen des Spardiktats
Es fehlt eine echte Alternative
von E.Ule-Rich
Griechenland hat viele Probleme – vor allem die Korruption und die Perspektivlosigkeit der Jugend. Leider fehlt es derzeit auch an einer substanziellen Alternative.
Griechenland ist ein modernes Land. In den letzten 30 Jahren hat es wirtschaftlich einen großen Aufschwung genommen (siehe Tabelle I). Sein Bruttosozialprodukt liegt knapp unter dem Durchschnitt der EU (gleichauf mit Italien), was vor wenigen Jahren noch nicht der Fall war.
Der EU-Pakt für Wettbewerbsfähigkeit
Diktat nach dem Muster des IWF
Interview mit Michel Husson
Auf der letzten Tagung des Europäischen Rats wurde, vor allem auf deutsches Drängen, ein EU-Pakt für Wettbewerbsfähigkeit vereinbart. Sein Kern ist die Einführung einer Schuldenbremse und eines potenziellen Haushaltskommissars für alle EU-Länder.
Das nachstehende Interview gab der französische Ökonom Michel Husson der Zeitschrift Ecole Emancipée, die zur französischen Lehrergewerkschaft FSU gehört (März 2011).
In Syrien hat das Regime von Assad noch Unterstützung
Reformversprechen und scharfe Munition
von Harald Etzbach
Noch Ende Januar erklärte Syriens Präsident Baschar al-Assad in einem langen Interview mit dem Wall Street Journal, warum der Funke der Demokratiebewegungen Nordafrikas nicht auf Syrien überspringen werde. Syrien sei stabil, meinte Assad, die Menschen stünden hinter ihrer Regierung, die im Gegensatz zu den Regimes in Tunis und Kairo niemals die Interessen der USA und anderer westlicher Länder bedient habe.
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Nicht die halbe Revolution und nicht die halbe Demokratie
Weitere Massenproteste in Ägypten
von May Elmahdi
Am 7.April zogen erneut Hunderttausende (anderen Meldungen zufolge eine Million) nach dem Freitagsgebet durch die Stadt und warfen der Militärführung vor, sie sei «Teil des korrupten Regimes» gewesen und habe von Mubarak profitiert. Die Armee hat scharf geschossen, zwei Männer starben. Zwei Tage später strömten wieder Tausende auf den Tahrir-Platz.
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Der arabische Raum und die Frauen
Bildung und Kleinfamilie verändern die Rolle der Frauen in der Gesellschaft
von Gema Martín Múñoz
Die arabischen Gesellschaften werden von Außenstehenden oft als rigide wahrgenommen, resistent gegenüber Veränderungen, weil meist nur die herrschende Schicht gesehen wird, die sich gegen Entwicklung und Veränderung wehrt. Das vorherrschende Frauenbild ist das von Opfern, passiv, exotisch, verhüllt, die eher auf Ereignisse reagieren, anstatt aktiv daran teilzunehmen.
Die Muslimbrüder und die soziale Frage (II)
Der Islam predigt die Versöhnung von Kapital und Arbeit
von Hossam Tammam und Patrick Haenni
Der sunnitische Islamismus empfindet tiefes Unbehagen gegenüber der sozialen Frage. Die Muslimbrüder in Ägypten sind ein Beispiel dafür, wie sich Kritik an Profitgier und Korrption mit der Ablehnung einer sozialen Konfliktorientierung paart. Der erste Teil des nachstehenden Artikels (erschienen in SoZ 4/2011) behandelt die korporatistische Weltsicht der Brüder und ihr Verhältnis zur Geschäftswelt. Der zweite und letzte Teil handelt von ihrem Verhältnis zur Arbeiterschaft.
25 Jahre nach dem Mord an Olof Palme
Mordsmäßiges Schweigen
von Henrik Andersson
Vor 25 Jahren wurde Olof Palme erschossen. Bis heute ist der schwedische Staat nicht an einer Aufklärung interessiert.
Stagnation oder Lange Wellen der Konjunktur?
Serie zu Krisentheorie und -politik (V.)
von Ingo Schmidt
Krisen gehören zum Kapitalismus – darin sind sich Marxisten einig. Über den Daumen alle acht bis zehn Jahre unterbrechen sie die kapitalistische Akkumulation. Die Existenz dieses Krisenzyklus ist empirisch gut belegt, allerdings steht sie im Widerspruch zur Vorstellung, Krisen würden die Illusion von Freiheit und Gleichheit der Marktteilnehmer zerstören.
Zur NATO-Intervention in Libyen
Das Abschlachten musste verhindert werden
Christian Haasen, Hamburg
Hat die libysche Bevölkerung das Recht, von imperialistischen Nationen Hilfe im Kampf gegen Gaddafi zu fordern?
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Der besondere Charakter der libyschen Revolution
Zur Debatte über Libyen und die NATO-Intervention
von Marco Ferrando
Nachstehend dokumentieren wir einen Auszug aus einem Beitrag von Marco Ferrando, einem führenden Mitglied der PCL (Kommunistische Arbeiterpartei) aus Italien. Ferrando geht hier detailliert auf den Charakter der libyschen Revolution ein.
Mythos Kronstadt
Diskussionsbeitrag zu
Klaus Gietinger, 90 Jahre Aufstand von Kronstadt (SoZ 4/2011)
von Meinhard Creydt
Klaus Gietinger nimmt Partei für die Kronstädter Aufständischen von 1921. Michael Schneider spricht von den Kronstädter Matrosen als «den Sturm- und Elitetruppen des Oktoberumsturzes», die nun, 1921, «von Lenin und Trotzki als Konterrevolutionäre gebrandmarkt wurden.“