Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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1. Juli 2010

Bedürfnisschrumpfung oder schrumpfende Bedürfnisse?

Zur Debatte um die «Kasseler Erklärung»
von Klaus Engert

In Frankreich gibt es seit einiger Zeit die Zeitschrift Décroissance (Schrumpfung) sowie eine entsprechende Bewegung. Angesichts des drohenden ökologischen Kollapses und der nicht erst seit dem Desaster im Golf von Mexiko immer offener zutage tretenden «Kollateralschäden» einer Wirtschaftsordnung, die mit immer aggressiveren und damit gefährlicheren Methoden Bodenschätze, insbesondere fossile Brennstoffe, ausbeutet, ist die in der SoZ in den letzten Ausgaben begonnene Debatte um die Zukunft der kapitalistischen Industriegesellschaft allerorten im Gange.
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1. Juli 2010

Fußball-WM in Südafrika

Was bleibt, ist ein Berg Schulden
Von Selbsttäuschung, Nationalstolz und sozialem Sprengstoff
von Neville Alexander

Mit der Regenbogennation ist es vorbei, das kann auch die WM nicht verhehlen.
Es ist verständlich, dass in Südafrika wegen der Fußball-WM große Aufregung herrscht. Immerhin ist es das erste Mal, dass dieses Spektakel der populärsten Sportart, die weltweit hauptsächlich von jungen Menschen aus der Arbeiterklasse betrieben wird, in Afrika stattfindet. Verständlich auch, dass die südafrikanische Regierung und, in vielleicht geringerem Maße, die meisten anderen afrikanischen Regierungen, der «Welt zeigen» wollen, dass Afrika wie alle anderen auch in der Lage ist, die «größte Show der Welt» aufzuführen.
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1. Juli 2010

Heinz Dürrbeck (1912–2001)

Das Vermächtnis der «sozialistischen Brückengeneration»
von Ulrich Peter

Stefan Müller
Heinz Dürrbeck (1912–2001): Gewerkschafter, Sozialist und Bildungsarbeiter
Essen: Klartext, 2010
568 Seiten, 39,95 Euro

Gut geschriebene Biografien sind zwischen zwei Buchdeckel gepresste lebendige Zeitbilder. Ein gutes Beispiel dafür ist der vorliegende Band von Stefan Müller über Heinz Dürrbeck. Er leistet im Rahmen einer politischen Biografie einen wichtigen Beitrag zur Organisationsgeschichte der IG Metall und zur Nachkriegsgeschichte des deutschen Linkssozialismus.
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1. Juli 2010

Manuel Kellner: Gegen Kapitalismus und Bürokratie

Zur sozialistischen Strategie bei Ernest Mandel
Köln: Neuer ISP Verlag, 2009
464 Seiten, 36 Euro
von Michael Löwy

Dieses Buch ist der erste substanzielle Versuch, das Denken des wichtigsten Leitungsmitglieds der IV.Internationale in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts systematisch darzustellen.
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1. Juli 2010

Good bye Archie

Joachim «Archie» Kuhnke,
14.7.1947 – 8.6.2010

von Willi Hajek

Die Diagnose der Ärzte im Dezember war eindeutig. Der Kampf gegen den Krebs ist nicht mehr zu gewinnen. Archi hat dieses «Urteil» akzeptiert und ist sich auch seinem letzten Lebensabschnitt als rheinische Frohnatur treu geblieben. Angehörige, FreundInnen und politische Weggefährten haben ihn bis zuletzt begleitet. Am 8.Juni starb er im Hospiz des Krankenhauses Havelhöhe in Berlin.
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1. Juli 2010

Vor 15 Jahren starb Ernest Mandel

Ein unheilbarer Optimist
Michael Löwy bespricht die Biografie von Jan Willem Stutje
Jan Willem Stutje
Rebell zwischen Traum und Tat. Ernest Mandel (1923–1995)
Hamburg: VSA, 2009
470 S., 39,80 Euro

Am 20.Juli 1995 starb der marxistische Ökonom Ernest Mandel. 2005 erschien aus der Feder des niederländischen Historikers Jan Willem Stutje eine erste Biographie über ihn; Ende 2009 veröffentlichte der Neue ISP Verlag eine Darlegung seiner wirtschaftlichen und politischen Theorien von Manuel Kellner.
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1. Juli 2010

Echo-Preis erstmalig an Jazz-Musiker verliehen

Jazzpreise, Lounge und Rassismus
von Lothar A. Heinrich

Am 5.Mai wurde in der Jahrhunderthalle in Bochum der Echo von der Deutschen Phonoakademie und dem Kulturinstitut des Bundesverbands der Musikindustrie e.V. verliehen und zwar erstmalig für den Bereich Jazz. Wer erhielt für was einen Preis? Und welche Botschaft sollte insbesondere die vom Fernsehen übertragene Show in Bochum aussenden?
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1. Juli 2010

Balkanbeats

A Night in Berlin
Piranharecords Berlin, 2009
von Heiko Bolldorf
DJ Robert Soko verließ 1990 Bosnien-Herzegowina und landete in Berlin. Als sein Heimatland in einem grausamen Bürgerkrieg versank und Flüchtlinge nach Berlin kamen, begann er in der Kreuzberger Punkrockbar «Arcanoa» jugoslawischen Punkrock und Ska für die Flüchtlinge aufzulegen,

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1. Juli 2010

When the Mountain Meets its Shadow

Im Schatten des Tafelberges
Deutschland 2010
Regie: Alexander Kleider und Daniela Michel
Kaufpreis: 24 Euro.

von Angela Huemer

In ruhiger, klassischer Dokumentarfilmmanier erzählt Im Schatten des Tafelbergs drei unterschiedliche Lebenswelten in Kapstadt.
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1. Juli 2010

Dennis Lehane: Im Aufruhr jener Tage

Berlin: Ullstein, 2010, 760 Seiten, 22,95 Euro
von Udo Bonn

Dennis Lehanes Mystic River und Shutter Island (die Verfilmung erscheint dieser Tage auf DVD) sind an dieser Stelle lobend empfohlen worden. Da Lehane sich nach deren Veröffentlichung mit dem Schreiben von Drehbüchern befasste, schien mit weiteren Romanen so schnell nicht zu rechnen zu sein.
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1. Juli 2010

Adeus, Saramago

Variationen über eine moderne Apokalypse
von Francesca Borrelli

«Es gibt solche, die schreiben, um den Tod fernzuhalten», meinte einmal der portugiesische Dichter José Saramago, «ich tue es, um den Anderen kennenzulernen».
Saramago war 87 Jahre alt und an Leukämie erkrankt. Der Tod ereilte ihn auf Lanzarote, wohin er nach dem Streit um die Veröffentlichung seines Buches Das Evangelium nach Jesus Christus gezogen war.

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3. Juni 2010

Europa neu erfinden

von Angela Klein

Es könnte alles ganz einfach sein:
Die Europäische Zentralbank (EZB) übernimmt die notleidenden Staatsanleihen zu einem niedrigen Zinssatz von 1 bis 2%. Die Anleihen werden entsprechend umgeschuldet, die Zinsausfälle übernehmen die bisher kreditgebenden Banken. Das Gespenst des Staatsbankrotts hat sich damit erledigt.
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